Das größte Bundesland in Deutschland ist mit 70.500 Quadratkilometern Bayern. Die bayerische Landesgrenze umfasst 2705 Kilometer. Bayern liegt im Süden Deutschlands. Es wohnen hier über 13 Millionen Menschen und nur in Nordrhein-Westfalen leben noch mehr Leute. Bayern ist ein so genannter „Freistaat“. Wenn du gut rechnen kannst, dann weißt du, dass in Bayern etwa 186 Menschen pro Quadratkilometer leben.
Die Hauptstadt von Bayern ist München. Die Frauenkirche und der Marienplatz sind in München sehr bekannt. Einmal im Jahr findet hier auch ein ganz bekanntes Volksfest statt, das Oktoberfest, es beginnt immer Ende September übrigens.
Die Nachbar-Bundesländer Bayerns heißen Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen. Die Länder Österreich und die Tschechische Republik grenzen ebenfalls an Bayern.
Das Bayerische Staatswappen wurde am 5. Juni 1950 eingeführt. Der goldene Löwe im schwarzen Feld war ursprünglich das Symbol der Pfalzgrafen bei Rhein. Über Jahrhunderte war es das Zeichen der altbayerischen und pfälzischen Wittelsbacher. Heute erinnert der goldene Löwe mit den roten Krallen an den Regierungsbezirk Oberpfalz.
Der fränkische Rechen, das ist das Feld mit Rot und Silber und den drei Spitzen, stellen die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken dar.
Der blaue Panther auf weißem Grund steht heute für die altbayerischen Regierungsbezirke Niederbayern und Oberbayern. Die drei schwarzen Löwen auf Gold vertreten den Regierungsbezirk Schwaben.
Entnommen wurden sie dem alten Wappen der Hohenstaufer. Das Rautenschild steht heute für Bayern als Ganzes. Die Volkskrone, seit 1923 im Wappen, bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität.
Bayern ist ein ziemlich bergiges Bundesland. Im Süden Bayerns findest du die Alpen. Hier liegt auch der höchste Berg Bayerns, die Zugspitze, die mit 2962 Metern auch gleich mal der höchste Berg Deutschlands ist. In Bayern findest du viele Seen wie den Chiemsee oder den bekannten Starnberger See. Wichtige Flüsse in Bayern sind die Donau und der Inn. Der längste Fluss ist allerdings der Main. Richtung Norden schließt sich ein fruchtbares Hügelland an, das bis zur Donau reicht: Donauried und Donaumoos sowie die Hallertau. Im Norden der Donau liegt im Osten der Bayerische Wald, der Oberpfälzer Wald, das Fichtelgebirge und der Frankenwald. Ganz im Norden zählen Teile des Spessarts und der Rhön ebenfalls zu Bayern. Dazwischen liegen Schwäbische Alb und Fränkische Alb. Ganz genau kannst du es auf der folgenden Karte ansehen.
Von der gesamten Bodenfläche in Bayern mit 70.542 km² wird fast die Hälfte, nämlich 46,3% der Fläche, durch die Landwirtschaft genutzt, etwa 35,3% sind Waldflächen. 12,1% sind so gennante Siedlungs- und Verkehrsflächen, hier stehen also Häuser oder es verlaufen Straßen. (Stand vom 31. Dezember 2019). Auf dem nebenstehenden Bild erkennst du Raps, der auf großen Flächen angebaut wird.
Die Bayerischen Alpen sind ein Teil der Nördlichen Kalkalpen. Die Zugspitze ist die höchste Erhebung der bayerischen Alpen und sogar ganz Deutschlands. Sie liegt im Westen des Wettersteingebirges. Man bezeichnet die Zugspitze als hochalpin, da sie eine Höhe von 2.962 Metern hat und zwei kleine Gletscher besitzt.
Der höchste Berg der bayerischen Alpen ist mit 2962 Metern die Zugspitze im Wettersteingebirge. Sie ist nicht nur höchste Berg Bayerns, sondern gleich mal auch der höchste Berg Deutschlands. Du findest die Zugspitze im Zugspitzmassiv im Südwesten von Garmisch-Partenkirchen. Über den Westgipfel läuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Zum ersten Mal wurde die Zugspitze im Jahr 1820 bestiegen. Heute führen sowohl von deutscher wie auch von österreichischer Seite Bergbahnen auf die Zugspitze.
Beliebe Reiseziele in Bayern sind die Seen, die meist innhalb eines herrlichen Bergpanoramas zu finden sind. In vielen kannst du baden, manchmal auch segeln oder Böotchen fahren. Die beliebtesten Seen Bayerns liegen im Süden, aber es gibt auch in anderen bayerischen Regionen wunderschöne Seen wie z.B. in Franken.
Der Chiemsee wird auch „Bayerisches Meer“ genannt und ist der bekannteste bayerische See. Er erstreckt sich über fast 80 Quadratkilometer und ist auch gleich mal einer der größten Badeseen in Bayern. Zwei Inseln liegen im Chiemsee, das ist die Fraueninsel und die Herreninsel. Auf der Herreninsel findest du Schloss Herrenchiemsee, das nach dem Vorbild von Versailles, dem berühmten Schloss von Ludwig XIV erbaut wurde. Auf der Fraueninsel gibt es eine Abtei, die Frauenwörth heißt. Dort wohnen und leben Benediktiner-Nonnen.
Der Starnberger See ist der fünftgrößte See Deutschlands und der zweitgrößte See Bayerns. Er wird auch Fürstensee genannt, weil der bekannte bayrische König Ludwig II hier im Jahre 1886 ertrunken ist. Auch der Starnberger See ist ein Badesee und liegt im Einzugsbereich von München. Bei gutem Wetter kann man vom See aus bis zur Zugspitze schauen. Der See wird vor allem von Tauchern für seine Sauberkeit gelobt.
Als es nach der letzten Eiszeit wieder wärmer wurde, ergossen sich die Flüsse aus den Bergen in die Ebenen. Daraus entstanden die Flüsse und Seen. Iller, Lech und Inn oder auch der Chiemsee, der der drittgrößte See in Deutschland ist. Auch der zweitgrößte Fluss Deutschlands fließt durch Bayern, das ist die Donau. Auf der Suche nach der Quelle der Donau befindet man sich noch heute. Aber wir wissen, wo sie endet und das ist im Schwarzen Meer. Der Ursprung des Mains liegt im Fichtelgebirge. Der Main ist der längste Nebenfluss des Rheins.
Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas und erstreckt sich fast über 3000 Kilometer. Sie ist 1000 Kilometer länger als der Rhein. In Deutschland fließt sie immerhin über 618 Kilometer und durch Bayern auf 380 Kilometern Länge. Dazu kommen weitere neun europäische Länder. Ihre Quelle liegt in Baden-Württemberg, wo ganz genau, da streiten sich die Geister, jedenfalls mündet die Donau ins Schwarze Meer. In Bayern beginnt ihr Lauf kurz hinter Ulm. Die Landschaften, die die Donau durchfließt, sind mit wenigen Ausnahmen flach. Doch die Donau durchbricht auch steile Gebirgstäler. Ein Radweg führt an der Donau entlang. Viele Menschen nutzen diesen Weg. Die Donau ist auch mit dem Schiff begehbar, so dass man die Donau auch per Schiff erkunden kann.
Merkspruch
Brigach und Breg bringen die Donau zu weg. Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen fließen links dagegen.
Drei Länder in Deutschland haben nicht die Bezeichnung „Land“, sondern "Freistaat". Das sind Bayern, Sachsen und Thüringen. Doch was bedeutet „Freistaat“ genau? Hier hilft ein Blick in die Geschichte, um das zu verstehen. So hat sich das ehemalige Königreich Bayern (bis 1918) mittels einer Revolution vom König befreit und eine Republik ausgerufen. Ab diesem Zeitpunkt hieß Bayern nun "Freistaat Bayern". Freistaat bedeutet also so etwas Ähnliches wie Republik, ein Begriff, der ursprünglich aus dem Französischen stammt. Republik war aber kein deutsches Wort und so suchte man nach einem Begriff, der nicht als Fremdwort daherkam, sondern Deutsch klang. Und das Ergebnis war der: Freistaat.
Viele Tiere, die in Bayern leben, leben natürlich nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland oder ganz Europa. Deshalb können wir nicht so einfach sagen, sie sind "typisch für Bayern". So sagt der Bund Naturschutz, dass 80.000 der in Deutschland vorkommenden Tiere und Pflanzen auch in Bayern zu finden sind. So leben in Bayern 30.000 bis 35.000 Wildtierarten. Und es gibt vor allem Tierarten, die erst jetzt wieder zurückkehren und schon fast oder ganz verschwunden waren. So hat der Biber sich wieder in ganz Bayern durchgesetzt. Und auch die Wildkatze ist mittlerweile über die Donau gelangt. Im Bayerischen Wald findest du Luchse und auch Bären oder Wölfe sind zu entdecken. Und nicht unumstritten. Da der Mensch immer näher an die Natur rückt, bleibt leider oft ein Konflikt mit den Tieren nicht aus.
2888 Pflanzenarten zählen wir in Bayern. 85% der Pflanzen, die es überall in Deutschland gibt, findest du auch in Bayern. Eine gewaltige Vielfalt. Doch wusstest du, dass das Bayerische Löffelkraut auf der ganzen Welt nur in Bayern vorkommt? Man spricht dann von "endemisch", denn du findest es nur im Bayerischen Voralpenraum. Übrigens hat das Löffelkraut auch eine eigene Webseite, falls du noch mehr darüber erfahren möchtest: Löffelkraut & Co: Home (loeffelkraut.de)
Viele Arten sind gefährdet. Der Alpensteinbock war Anfang des 19. Jahrhunderts fast ausgestorben, weil die Menschen Jagd auf ihn machten. Erst nachdem man ihn ausreichend geschützt hat, konnte er überleben. Auch der Bartgeier war fast völlig ausgestorben und konnte erst durch Wiederansiedlungsmaßnahmen gerettet werden und ist mittlerweile in der Alpenwelt wieder heimisch. Murmeltiere sind wirklich süß und so niedlich anzugucken. Nur leider sind sie gar nicht so leicht zu entdecken, weil sie sich die meiste Zeit unter der Erde in ihrem Bau aufhalten. Sie halten einen Winterschlaf und der dauert oft länger als ein halbes Jahr, also bis zu sieben Monate. Der Steinadler wird nicht umsonst oft als „König der Lüfte“ bezeichnet, wenn er sich majestätisch in die Lüfte hebt. Steinadler bringen es auf eine Spannweite ihrer Flügel von bis zu zwei Metern. Ihre Federn haben eine dunkelbraune Farbe, der Nacken weist eine Goldfarbe auf. Ganz typisch für den Steinadler ist sein Schnabel, der ist nämlich gebogen. Wenn sie fliegen, können sie eine Geschwindigkeit von 320 Stundenkilometer erreichen. Der Bartgeier hat eine Spannweite von 290 Centimetern und ist damit größer als der Steinadler. Sein Gefieder ist schwarz-braun. An der Unterseite ist die Farbe beige bis rostrot. Sie sind vor allem in hochalpinen Regionen zu finden. Wie die meisten Geier ist auch der Bargeier ein Aasfresser und frisst tote Tiere wie Vögel oder auch Mäuse.
Alpenpflanzen
Welche Pflanzen wachsen eigentlich in den Alpen? 2500 Pflanzenarten wurden gezählt und diese sind oft in Gegenden zu finden, die gar nicht so einfach zu erreichen sind. Übrigens sind nur 20% dieser Arten endemisch, denn du findest sie auch in anderen europäischen Hochgebirgen oder in Nordeuropa. Diese Pflanzen müssen sich oft extremen Bedingungen anpassen und Strategien entwickeln, bei niedrigen Temperaturen oder auf kargen Böden zu überleben. So gibt es auch Pflanzen, die man dann als echte "Gebirgspflanzen" bezeichnet, das sind so 200 bis 400 Arten.
Insgesamt gibt es in Bayern 314 Städte. Es gibt nur eine Stadt, die mehr als 1 Million Einwohner hat und das ist München, Nürnberg hat etwa die Hälfte und es gibt sechs weitere Städte, in denen über 100 000 Einwohner leben.
Das wären einmal Würzburg mit der Würzburger Residenz, Bamberg mit dem am besten erhaltenen Stadtkern in Deutschland, die Altstadt von Regensburg, Bayreuth mit dem Opernhaus und Augsburg mit seinem historischen Wassersystem.
Anders als Augsburg, einer weiteren bekannten bayerischen Stadt oder Regensburg haben die Römer nicht direkt in München gesiedelt.
Doch schon in der Jungsteinzeit lebten hier Menschen, also schon eine ganze Weile. Im 6. Jahrhundert ließen sich die Kelten nieder und im 10. Jahrhundert, die Mönche, von denen wir ja schon erzählt haben, das sind die mit dem "Münchner Kindl". Die Stadt hieß da "Munichen".
Der eigentliche Gründer von München war dann der Welfe Heinrich der Löwe, gleich mal auch Herzog von Sachsen und Bayern. Im Jahr 1158 ließ er eine Zollbrücke über die Isar zerstören und isaraufwärts (also gegen den Flusslauf) neu aufbauen. Das war ein Aufstand gegen den Bischof von Freising, der damals den Salzhandel kontrollierte, was Heinrich so gar nicht gefiel und so stritten sich die beiden. Als Markt und Münze dazu kamen, war München gegründet. Doch Heinrichs Glück währte nicht lange, 30 Jahre später übernahmen die Wittelsbacher und sollten prägend bleiben bis heute.
1632 tobte ja der Dreißigjährige Krieg und da besetzte Gustav Adolf von Schweden die Stadt. Nur zwei Jahre später tobte eine schwere Seuche und zwar die Pest und raffte mehr als 7000 Einwohner dahin. Das waren damals ganz schön viele Menschen, ein Drittel der Bevölkerung nämlich. Die Österreicher herrschen etwa 100 Jahre und 1800 nehmen die Franzosen München ein. Und schon 1806 wird München Königreich und der Sitz der Verwaltung ist in München.
1918 beginnt in München die Novemberrevolution, 1918 endet auch die Monarchie und seit 1918 ist München die Hauptstadt des Freistaats Bayerns. 1923 gab es einen Putschversuch der Nationalsozialisten, der damals noch scheiterte. Doch leider konnten sich die Nationalsozialisten auch in München als Hochburg festsetzen. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teil der Stadt zerstört.