Johannes Sörensen wurde am 18.5.1767 in Glückstadt/Holstein als Sohn eines Tabakfabrikanten geboren. Als 9jähriger wurde er in die Erziehungsanstalt nach Christiansfeld gegeben und mit 13 Jahren kam er ins Pädagogium der Brüdergemeine nach Niesky. Von dort ging er 1787 ins Theologischen Seminar nach Barby und 1791 mit diesem zurück nach Niesky.
Nach abgeschlossenem Studium war Sörensen einige Wochen in der Knabenanstalt als Lehrer angestellt, ging dann aber zur weiteren theologischen Ausbildung an die Universität Kiel. Er hielt auch eine Probepredigt in der Sozietätskirche in Altona, wechselt dann aber aus gesundheitlichen und aus Gewissensgründen zum Medizinstudium über. Dieses absolvierte er in Kopenhagen und Kiel, wo er 1794 die medizinische Doktorwürde erlangte. Im selben Jahr eröffnete er in Flensburg eine Praxis, zog aber schon zwei Jahre später nach seinem Geburtsort Glückstadt, wo er sich ebenfalls als Arzt niederliess.
1797 wurde Sörensen als Gemein-Arzt nach Ebersdorf berufen. Am 12. Dezember heiratete er in Neudietendorf Johanne Marie Aschenberg. Die Kinder Lydia und Nathanael wurden 1798 und 1800 geboren. Nathanael starb als 3jähriger und ist auf dem Ebersdorfer Gottesacker begraben. Die Familie wohnte im Apothekengebäude am heutigen Zinzendorfplatz.
Sörensen hatte in Ebersdorf nur bescheidene Einkünfte aus seiner Praxis, die ihm aber nebenbei noch Zeit für andere Dinge, besonders das Komponieren geistiger Lieder, liess. Im Pädagogium Niesky hatte Sörensen einen sehr guten Musikunterricht erhalten. Während seines Studiums in Kiel hatte er dann mit dem Komponieren begonnen und schon 1792 seine erste Liedersammlung herausgegeben.
In Ebersdorf komponierte er vor allem geistliche Gesänge, Oden, Motetten und Lieder, die in mehreren Auflagen, meist in der Hofdruckerei Rudolstadt erschienen. Daneben betrieb Sörensen einen Musikalienhandel und war als Musiklehrer an den Fürstenhöfen in Ebersdorf und Lobenstein tätig. Mehrere Jahre leitete eine von Maria Fürstin Reuß zu Lobenstein (1774-1810) gestiftete Singakademie.
Nach fast 20 Jahren in Ebersdorf ging Sörensen 1816 nach Gnadenfrei. Auch dort beschäftigte er sich neben seiner Praxis mit Musik und Komponieren. 1825 starb seine erste Frau. Ein Jahr später heiratete er wieder. Seine zweite Frau Anna Christine Lude stammte aus Neuwied. Dorthin zogen sie dann auch, als Sörensen 1829 seine ärztliche Praxis aufgab.
Am 29. April 1831 ist Johannes Sörensen in Neuwied im 64. Lebensjahr gestorben.
Sörensens Kompositionen fanden zu seinen Lebzeiten eine weite Verbreitung, denn sie entsprachen dem Bedürfnis der damaligen Zeit nach schlichter Musik für Unterhaltung und Erbauung sowie für den gottesdienstlichen Gebrauch.
Sein Schaffen wird in einem Beitrag im aktuellen Musiklexikon „MGG – Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ gewürdigt.
Werke:
XIX Lieder in Musik gesetzt, Leipzig um 1803
Religiöse Oden und Lieder, Leipzig 1804
Neue Sammlung geistlicher Lieder, Rudolstadt 1805
Geistliche Gesänge, Oden und Lieder, Rudolstadt 1806, 1810, 1818
Neue Sammlung geistlicher Gesänge, Motetten, Oden und Lieder, Leipzig 1811, 1812, 1813, 1825
Bearbeitung der Trauer-Cantate auf das Ableben Johann Christian Friedrichs, Freyherrn von Wattewille von Christian Ignatius Latrobe, 1810