Der Erwerb von Wissen

Wissen kann als selbst-bereichender, kumulativer Prozess angesehen werden, den jede/r individuell vollzieht. Dabei reagieren unterschiedliche Individuen vollkommen gleich auf idente sensorische Stimuli. Wäre dieser Fall nicht gegeben, dann wäre die Kommunikation zwischen den Menschen nahezu unmöglich.   Der Schlüssel, um neues Wissen zu erlangen, ist das Zurückgreifen auf schon bestehendes Wissen (etwa bei der Entwicklung des Geozentrischen Weltbildes zum Heliozentrischen Weltbild). Lernen und der Erwerb neuen Wissens bedeutet Interpretation von sensorischer Perzeption, Re-Interpretation und das Aufspüren von Gemeinsamkeiten mit bestehendem Wissen und Beobachtungen. Es ist z. B. unmöglich, nur durch direkte Beobachtung Wissen über Dinge zu erlangen, die wir nicht mehr sehen können. Beispielsweise können Erfahrungen über das tägliche Leben im Mittelalter nicht mehr durch direkte Beobachtung erlangt werden. Der Lernprozess ist also ein Zusammenspiel von Wahrnehmungen (engl.: percepts) und Konzepten/Ideen (engl.: concepts).  Der Erwerb von Wissen gleicht dem Reisen in ein Reich von Möglichkeiten.
Der Erwerb neuen Wissens bedeutet jedoch nicht, dass wir dieses endgültig besitzen, denn es ist uns nicht möglich, sämtliche Erfahrungen und erworbene geistige Fähigkeiten für immer in uns abzuspeichern. Daher erweitert und modifiziert die Erlangung von neuem Wissen auch die Art und Weise der Wissensspeicherung.
Piaget unterscheidet zwei Arten des Wissens: Das figurative oder symbolische und das operative Wissen. Siehe dazu im Detail Arten des Wissens nach Piaget

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