Eine schriftliche Zusammenfassung von Peter Addor findet man unter dem Video
Auszug aus "The closest look yet ...":
"In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich China von einem relativ kleinen Investor auf dem Kontinent zum größten Wirtschaftspartner Afrikas entwickelt. Und seit der Jahrtausendwende wächst der Handel zwischen Afrika und China mit rund 20 Prozent pro Jahr. Die ausländischen Direktinvestitionen sind in den letzten zehn Jahren mit einer rasanten jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent noch schneller gewachsen.2 Doch auch diese Zahl zeigt ein unterdurchschnittliches Bild: Wir haben festgestellt, dass die Finanzströme Chinas nach Afrika rund 15 Prozent größer sind als die offiziellen Zahlen, wenn man die nicht traditionellen Ströme mit einbezieht. China ist auch eine große und schnell wachsende Hilfsquelle und die größte Quelle für Baufinanzierungen; diese Beiträge haben in den letzten Jahren viele der ambitioniertesten Infrastrukturentwicklungen Afrikas unterstützt."
Auszug aus "Zukunftsmarkt:..."
"Doch wie machen das heute die Chinesen? Das zeigt sich gerade in Afrika. Es geschieht so ungeheuer friedlich und reibungslos, dass es im Westen nur gelegentlich wahrgenommen wird. 53 afrikanische Staatschefs warteten in dieser Woche der chinesischen Führung in Peking auf - und konnten dort die Nachricht vernehmen, dass China Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar in Afrika plant. Schon in der Vergangenheit bauten Chinesen auf dem afrikanischen Kontinent Infrastruktur auf - Flughäfen, Straßen, Eisenbahnen, Energietrassen. Freilich das meiste davon mit chinesischem Geld, afrikanische Staaten haben zwischen 2000 und 2016 rund 125 Milliarden Dollar in China geliehen, wie aus Daten einer Initiative an der Johns Hopkins University School of Advanced International Studies hervorgeht. Das brachte der Volksrepublik den Vorwurf ein, afrikanische Länder in eine Schuldenfalle zu treiben. Gleichzeitig versprachen die Chinesen aber auch, vielen von ihnen ihre Verbindlichkeiten zu erlassen."
Auszug aus "How Asia could ...":
"Die Entwicklung der Infrastruktur ist zu einem der großen Schlachtfelder unserer Zeit geworden. Die drei größten Volkswirtschaften der Welt - die USA, China und Japan - manövrieren aktiv um wirtschaftlichen und geopolitischen Einfluss durch einen Wettlauf um Infrastrukturfinanzierungen und Investitionen in Schwellenländern weltweit, wobei der asiatisch-pazifische Raum im Mittelpunkt steht. Aber wie sollten Regierungen und Entwickler, die in den Zielländern sitzen, mit dieser neu gewonnenen Aufmerksamkeit umgehen? Wie können sie es zum Vorteil ihres Volkes einsetzen?
Dieser Infrastrukturwettlauf wird zweifellos einen großen Einfluss auf die Zukunft des globalen Handels und der Lieferketten, der Fertigung und der Dienstleistungen, aber auch auf die Entwicklung strategischer, langfristiger Allianzen haben. Mit Chinas Billionen-Dollar-Initiative Belt and Road Initiative (BRI), die die Welt neu auf die strategischen Auswirkungen von Infrastruktur und Energieentwicklung aufmerksam gemacht hat, wurde sie in einen höheren Gang gebracht.
(...)
Und wenn das aktuelle geopolitische Gleichgewicht hält, ist das gerade für Südostasien eine gute Nachricht. Ein stärkerer Wettbewerb und eine ausgefeiltere Projektvergabe auf allen Seiten sollten es den südostasiatischen Nationen ermöglichen, über bessere Bedingungen und eine stärkere Beteiligung der lokalen Arbeitskräfte zu verhandeln (wenn sie über erfahrene Rechtsberater verfügen), sowie einen größeren Anteil an den Vorteilen für den lokalen Privatsektor, während die multilaterale Kreditvergabe einige Bedenken hinsichtlich des langfristigen Einflusses einer Nation auf die andere verringern sollte. Für diejenigen Regierungen, lokalen Behörden und privaten Bauherren in Schwellenländern, die über tragfähige Infrastrukturprojektpläne verfügen, könnte jetzt ein einzigartiger Zeitpunkt sein, um voranzukommen."