Mexiko

Guatemala + Belize

die Route

Unser erstes Ziel der Reise

Mexiko City

Nach turbulentem Flug über Amerika, bedingt durch schwere Winterstürme, schweben wir über dem unendlichen Lichtermeer dieser Megastadt ein, ein beeindruckendes Schauspiel, der Flughafen liegt zentral im Stadtgebiet(!). Die Einreise nach Mexiko – Wikipedia geht problemlos vonstatten - aber danach beginnen die Probleme - der Bankomat zieht die Karte ein! Einer deutschen Reisenden am Nebengerät ergeht es gleich, Europäer sind eindeutig im Nachteil. Anruf in Österreich, Karte sperren lassen, weiter zum guten alten Geldwechsler... Danach ins Hotel, endlich ist an Nachtruhe zu denken. Am nächsten Tag sieht die Welt gleich anders aus, wir erkunden die Stadt Mexiko-Stadt – Wikipedia per Rundfahrt, was ein ziemliches Unterfangen ist bei der Größe und sowieso nur ein Auszug sein kann. Bis weit in den Süden führt die Tour, fast kleinstädtischer Charakter bietet sich hier, man hat den Eindruck, die City ist weit, weit weg. Nach der Rückkehr hat zuerst das leibliche Wohl Vorrang, dann spazieren wir noch durch eine unüberschaubare Menschenmenge über den Zocalo, dem zentralen Platz der Stadt. Es ist bereits dunkel, die Weihnachtsdekoration kommt jetzt voll zur Geltung: nach der Devise „blinkend, bunt und schrill“ eine Krippe über die ganze Häuserfront des Platzes, auf der anderen Seite die Wünsche für 2013. Auf den Gehsteigen wird alles angeboten was verkauft werden kann. Zum Abschluss besuchen wir noch die Kathedrale, die größte auf dem Kontinent.

Wir können mit viel Glück unsere Karte wiederbeschaffen. Es kostet zwar Zeit die uns für die Museumstour fehlt, dafür gewinnen wir Eindrücke von Mexiko City, die wir sonst nicht erlebt hätten. Quer durch die Stadt mit dem Taxi zur Bank am Flughafen, vorbei an enorm langen Straßenzügen mit Marktständen. Man hat den Eindruck, ganz Mexiko City ist ein einziger Handelsplatz, es herrscht unwahrscheinliches Gedränge. Danach kehrt innere Ruhe ein und wir können schöne Wege durch die Altstadt begehen, eine Besichtung des Palacio de Bellas Artes ist noch möglich. Im einmaligen Ambiente von Sanborns genießen wir ein gutes Abendessen und in einer Bar beschließen wir den geglückten Tag bei einem kühlen Blonden.

Diashow: MC



Bundesstaaten Guanajuato und Queretaro

Die Ausfahrt aus der Megastadt mit dem Mietauto gestaltet sich eigentlich unkompliziert, ganz umsonst die vorangegangene Unruhe! Es dauert bis die Stadtgrenze erreicht ist, immerhin fast 50 km sind zu bewältigen. Danach zuerst sehr ausgetrocknete hügelige Landschaft, kaum Vegetation, meist nur Opuntien und Agaven. Vor unserem Ziel Santiago de Querétaro – Wikipedia beginnt etwas Landwirtschaft. Eigentlich hatte ich Siegi versprochen, dass wir jetzt aufs Land fahren, doch weit gefehlt, diese Stadt reicht auch fast soweit das Auge blickt mit ihren ca. 900000 Einwohnern. Die geometrisch angeordneten Straßenzüge erleichtern die Orientierung ungemein, wir finden unser Quartier bald - nur die Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt, was kein Grund ist, nicht durchzufahren. Bei angenehm warmen Temperaturen machen wir unsere ersten Erkundungswege durch die Altstadt, die vor allem durch viele Kirchen und schöne Plätzen geprägt ist. Ein gutes Abendessen auf der Plaza di Corregidora unter schattigen Bäumen beschließt den Tag.

Den zweite Tag in dieser Stadt haben wir unter das Motto "Mexiko und die Habsburger" gestellt, wir beginnen unsere Tour mit der Besichtigung des Konventes von Santa Cruz im Osten der Altstadt, wo Maximilian auf seine Hinrichtung wartete. Quer durch die gesamte Altstadt führt nun unser Weg an das Westende wo in einer von Österreich um 1900 errichteten Kapelle ein schlichter Gedenkstein an seine Hinrichtung erinnert, als Mausoleum kaum zu erkennen. In den diversen Kirchen ist das Hochzeitsfieber ausgebrochen, allerorten finden Trauungen statt. Die Kirchen sind mit bunten Lampions und Lichterketten geschmückt, teilweise sind überlebensgroße Krippen ausgestellt, die gleich als Dekoration für die Hochzeit miteinbezogen werden. Nach einer wohlverdienten Siesta streifen wir wieder durch die Altstadt, die sich auf die abendlichen Lichterführungen zum Wochenende vorbereitet, leider hat der Wind aufgefrischt, es hat stark abgekühlt. Wir ziehen noch etwas mit über die schön beleuchteten Plätze und durch Gassen.

Auch am Morgen ist es ausgesprochen kühl, unser Gang zum Frühstück wirkt erfrischend. Weiter geht die Fahrt durch gemischt genutztes Gebiet, Landwirtschaft, etwas Industrie und Gewerbegebiete wechseln ab, in der Ferne ist bereits die Sierra zu erkennen, unser Ziel ist Guanajuato (Stadt) – Wikipedia, eine "verhältnismäßig" kleine Stadt. Die Stadt ist auf vielen Hügeln erbaut, die Häuser sind bunt, ein wirklich erbauender Anblick. Die Durchzugstrassen verlaufen unterirdisch, man kann sich nicht an Kirchtürmen orientieren, dass wir die Hospederia auf Anhieb finden, ist mehr Zufall bzw. Intuition denn gezielte Orientierung. Wir nutzen das gute Nachmittagslicht gleich für die Fahrt auf den Aussichtsberg, die Stadt ist wirklich ein Juwel und wirkt mit ihren bunten Häusern besonders gut in der Abendsonne, dominierend der Prachtbau der Universität im Zentrum. Irgendeine Uhr schlägt hier immer von den vielen Kirchtürmen, die Uhren laufen natürlich nicht synchron. Wir schlendern durch die engen Gassen, durch die sich auch der Innenstadtverkehr zwängen muss, viele Touristen sind um diese Jahreszeit in der Stadt, für die Mexikaner selbst ist jetzt Hauptreisezeit. Abends werden wir noch überrascht von Bänkelsängern, sie spielen unter unserem Fenster in italienisch/spanischem Stil und ziehen von Platz zu Platz, ein herrliches Schauspiel und Genuss, mehrere Gruppen konkurrieren miteinander, vor allem „Santa Dolores“ darf nicht fehlen, für uns besser bekannt als „Santa Lucia“!

Heute finden wir nette, ruhige Plätze im Trubel der Altstadt, bevor wir zum hektischen städtischen Markt kommen, wo alles Erdenkliche angeboten wird. Endlich finden wir ein Restaurant, das ein Stifterl Sekt zum Kauf anbietet, wir möchten ja heute auf ein "Feliz ano nuevo" anstoßen, der Preis ist Wucher, dafür bekommt man hier schon ein sehr gutes Abendessen... Aber es ist nur einmal für uns Silvester in Mexiko. Das Wetter ist zwar heute nicht mehr so gut wie gestern, doch hoffen wir auf einen netten Abend, die Hospederia hat eine Terrasse mit schönem Blick über die Dächer der Stadt.

Am Silvesterabend wird in der ganzen Altstadt musiziert, die Gruppen übertönen sich fast gegenseitig, alles ist auf den Beinen. Wir suchen auf dem etwas vom Touristenstrom abseitigen Plazuela San Fenando ein nettes Lokal und stimmen uns auf den Abend ein. Inzwischen haben sich auch wieder die Bänkelsänger formiert, wir schließen uns auf dem Rückweg zu unserer Hospederia an. Unsere Stadterkundung hat ihre Spuren hinterlassen, das viele treppauf und treppab macht müde, so stoßen wir bereits zwei Stunden vor Mitternacht auf das Neue Jahr an und begeben uns zur vorläufigen Ruhe, denn um Mitternacht weckt uns das Feuerwerk über der Stadt, so versäumen wir doch nichts!

Am Neujahrstag geht es quer durch das Land in Richtung Sierra Gorda zu weiteren Pueblo Mágico – Wikipedia, die über ganz Mexiko verstreut sind, in Dolores Hidalgo und San Miguel de Allende machen wir jeweils Halt. Diese Region ist durch die Kolonisation geprägt, durch den vorherrschenden Baustils wähnt man sich in Spanien. Die letzte Etappe des Tages führt nach Pena del Bernal, wir wollen eigentlich quer durch das Land reisen, die Rückfrage an einen Polizisten, ob das die richtige Straße wäre, veranlasst diesen, uns über die Autobahn zu leiten, er verspricht uns, hier könnten wir "highspeed" fahren, gerade das wollten wir vermeiden… So oder so, wir kommen sicher in der richtigen Ortschaft an.

Bernal mit seinem alles überragenden Monolith, dem drittgrößten weltweit, ist Ausgangspunkt für die heutige Fahrt über die Sierra Gorda, einer zerklüfteten Gebirgskette, die für ihre Missionsstationen berühmt ist. An der Westseite der Sierra herrscht absolute Trockenheit, die Vegetation besteht hauptsächlich aus Kakteen und Wüstensträuchern. Bis auf 2300 m steigt die Straße an, der Gebirgszug selbst auf über 3000 m. Schon auf dieser Seite wird mehrmals auf Nebelzonen hingewiesen und kaum haben wir den Pass überquert, fahren wir in eine dichte Nebelwand, sodass wir von der spektakulären Abfahrt bis auf ca. 750 m kaum etwas sehen, eine Wanderung zu einem Wasserfall fällt flach. Dass es auf der Ostseite der Sierra besonders grünt, lässt darauf schließen, dass dies ein häufiges Szenario ist. In der Stadt Jalpan ist es kühl und regnerisch, die Häuser sind nicht beheizbar und trotzdem stehen Fenster und Türen offen, die Menschen sind verständlicherweise winterlich gekleidet - drinnen wie draußen.

Die Missionskirche des Franziskanerordens, der in dieser Region Missionsgründer ist, ist mächtig und prunkvoll in charakteristisch spanischem Barock mit indigenem Einfluss erbaut.

Das Wetter wird langsam besser, wir fahren zu den beiden nächstgelegenen Missionskirchen von Landa de Matamoros und San Francesco del Vallede Tilaco, wobei die Kirche von Landa zurecht als die schönste aller in dieser Region gilt. Dort treffen wir auf einen jungen Mann mit perfekten Englischkenntnissen, der sich als Tourismusverantwortlicher vorstellt und die wenigen Touristen persönlich mit interessanten Informationen versorgt. Danach treten wir die Rückfahrt nach San Juan del Rio an und haben doch länger klare Sicht als am Vortag, sodass wir von der Umgebung jetzt auch einiges wahrnehmen können. Nur die Passhöhe liegt im Nebel, die Westseite der Sierra Gorda erstrahlt zur Gänze in der Sonne. Angeblich sind es 850 Kurven die bei einer Überquerung zurückgelegt werden, wir zählen nicht mit... Die Stadt erreichen wir gerade noch rechtzeitig, um das Museum de la Muerte zu besuchen, eine kuriose Ausstellung von Beispielen der Bestattungsrituale in dieser Region.

San Juan verlassen wir am frühen Morgen und ziehen mit den Kolonnen des Schwerverkehrs auf der Autopista nach Mexiko City. Im Straßengewirr der Großstadt finden wir zwar auf Anhieb trotz unzureichender Beschilderung den Flughafen, welcher wie bereits erwähnt in der Stadtmitte gelegen ist, doch die richtige Ausfahrt für die Mietwagenrückgabe verschließt sich uns vorerst, hilfreiche Menschen führen uns zurück auf den richtigen Pfad! Der Flug nach Chihuahua verläuft planmäßig, dort erleiden wir fast einen Kälteschock. Wir wissen zwar, dass es am Vortag geschneit hatte und deswegen Flüge gecancelt wurden, hoffen aber, es wäre nur ein vorübergehender Kälteeinbruch. So ist es aber nicht, die Kälte kriecht in die Glieder und wir unter die wärmende Decke. Da wir am nächsten Tag mit dem Zug "el Chepe" bereits um 6 Uhr morgens in Richtung Barranca del Cobre – Wikipedia weiterreisen, ist früher Schlaf angesagt.

Diashow: G_Qu


Bundesstaaten Chihuahua - Sinaloa

"El Chepe", der die Stadt mit der Pazifikküste verbindet, ist eine wichtige Verkehrsader, entsprechend viele Menschen tummeln sich mit Sack und Pack zu dieser frühen Stunde auf dem Bahnhof und vor dem einzigen geöffneten Schalter. Für uns fast unvorstellbar, dass wir pünktlich abreisen werden - doch wie von Geisterhand geführt - mit nur fünf Minuten Verspätung geht es los, es scheint Routine zu sein. Vorerst sind alle dick eingemummt, das Tagesgespräch ist "mucho frio", die derzeitige Kältewelle dürfte hier außergewöhnlich sein, wiewohl man gleichzeitig der armen Menschen im fernen Russland gedenkt, die ja noch viel ärger betroffen seien. Erst als sich nach der halben Fahrstrecke die Sonne endgültig gegen den Nebel durchsetzt und die Landschaft im Raureif glitzert, wird es angenehm warm im Zug. An den wenigen Haltestellen ist bei Zugankunft hektischer Betrieb, Garküchen sind aufgebaut die die Reisenden versorgen und Souvenirhändler preisen ihre Waren an. Wir kommen um die Mittagszeit in Creel, dem Hauptort am Kupfer Canyon an und unterbrechen hier die Fahrt für zwei Tage. Am Nachmittag schließen wir uns einer Tour an, die uns in das Gebiet des Tarahumara Stammes führt. Sie leben noch sehr ursprünglich, einige der Familien auch in Höhlenwohnungen. Die Menschen wurden von den Jesuiten christianisiert, eine vor über 400 Jahren errichtete und Ignacius von Loyola gewidmete Kirche, berührt uns in ihrer Schlichtheit sehr. Eine kurze Wanderung zum Wasserfall Cusarare wird von zwei Knaben des Stammes geführt, sie dürfen dafür zu ihrem Gaudium auf dem Dach des Tourbusses mitfahren. Der Ararekosee, die Steinfiguren des Frosches und der Eidechsen, sowie die der Elefanten werden ebenfalls besucht.

Die Tour in den Park des Kupfer Canyon und an dessen Rand ist der Höhepunkt des heutigen Tages, der Vergleich mit dem Grand Canyon ist angemessen, wenn auch nicht mit seiner Ausdehnung. Es wurde hier auch ein Abenteuerpark "Tirolesa" errichtet, in dem Mutige ihren Adrenalinspiegel auf Seil- und Hängebrückensystemen in ungeahnte Höhen treiben können. Eine von der österreichischen Firma Doppelmayr installierte Seilbahn führt tiefer in den Canyon.

Zur Mittagszeit beginnt der zweite Teil der Bahnfahrt, sie führt von der Hochebene des Canyons durch Schluchten in die Ebene bis an die Küste. Ungezählte Serpentinen meistert "el Chepe", umrundet Felsen und Berge, immer in Begleitung des Flusses El Fuerte in dessen gleichnamiger Stadt wir die Fahrt abends beenden, um am nächsten Tag die Reise ans Meer per Bus fortzusetzen.

Wir sind in der Hazienda mit ihrem wunderschönen Patio die einzigen Gäste für diese Nacht, und ausgerechnet unser Zimmer hat sich ein Mäuschen ebenfalls ausgesucht... Wir verweisen es auf die anderen Räumlichkeiten und verstopfen den Türschlitz sicherheitshalber! Ein einfaches und gutes Abendessen gleich in Hotelnähe rundet den Tag so richtig ab.

Der erste Weg des Tages führt zum Bankomaten, dieselbe Prozedur wie bei der Einreise - die Karte wird geschluckt... Da wir jetzt generell nur während der Bankstunden unsere Geschäfte tätigen, ist der Zugang zur Karte wesentlich erleichtert, der Beamte empfiehlt das zweite Gerät. Doch das Spiel wiederholt sich auch in seiner Gegenwart, niemand kennt den Grund, wir werden zur nächsten Bank geschickt, das hilft... Wieder flüssig, können wir beruhigt der Ortserkundung nachgehen. Im Museum, einem ehemaligen Fort, wird die Geschichte der Stadt ausführlich dargestellt, auf den Zinnen bekommt man einen guten Rundumblick. Die Gebäude des historischen Kerns der Stadt sind gut erhalten oder renoviert und gepflegt. Wir sind in der Ebene angekommen, die Wärme tut gut, das Land ist fruchtbar, Mais, Zuckerrohr und Südfrüchte gedeihen hier bestens. Am Nachmittag fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach Los Mochis und mit einem weiteren Bus von dort zur Fährstation Topolobampo. Die Busse sind echte Museumsstücke, die Chauffeure ob ihrer Schaltkünste zu bewundern, die Geräuschkulisse übersteigt locker die erlaubte Dezibilgrenze. Das ganze wird durch Musik aus dem CD Player übertönt und jedes Schaltmanöver setzt alle vorangehenden Geräusche außer Kraft. Die Kasse besteht aus einem Plastikbecher, Beleg gibt es natürlich keinen, dafür ist die Fahrt spottbillig! Die Burschen sind äußerst hilfsbereit mit dem Gepäck und der Information zum Umsteigen, es kann überhaupt nichts schiefgehen. Das letzte Stück zur Fähre legen wir, nachdem wir uns gestärkt haben, mit dem Taxi zurück. Die Organisation des Checkins und Checkouts zur und von der Fähre durchblicken wir nicht, dafür ist das Chaos zu perfekt. Einem ungarischen Studenten, der hier ein Auslandssemester an einer Wirtschaftsuniversität absolviert und auch zur Baja California unterwegs ist, schlagen wir vor, eine Studie über einen Organisationsablauf als Abschlussarbeit anzustellen, er findet die Idee nach diesen Erfahrungen richtig genial...

Die Nacht ist kurz, die Überfahrt ruhig, wir gleiten über die Cortes Sea zur Baja California Sur – Wikipedia. In La Paz übernehmen wir wieder ein Mietauto, um in den nächsten Tagen den südlichen Teil der Halbinsel zu erkunden.

Diashow: Ch_S


Baja California Sur

Da wir die richtige Ausfahrt übersehen, gelangen wir an die Südostküste der Halbinsel, eine relativ abgeschiedene Gegend, die Abzweigungen führen zu noch entlegeneren "Ranchos". Da es keine asphaltierte Vebindungsstraße zur Hauptroute gibt, kehren wir um und wenden in Richtung Todos Santos, unserem eigentlichen Ziel. Entlang der Sierra Laguna, die bis auf > 2100 m ansteigt, fahren wir durch weitgehend unfruchtbares Land, hauptsächlich von Kakteen und anderen Wüstensträuchern bewachsen, Todos Santos selbst ist eine fruchtbare Palmenoase. Hier haben sich mit Vorliebe amerikanische Aussteiger angesiedelt aber auch Snowbirds aus Amerika und Kanada treibt es regelmäßig zum Überwintern her. Wir erkunden den kolonialen Kern der Ortschaft mit Missionskirche und den Gassen, die nicht nur von Souvenirläden gesäumt werden, sondern auch durch sehr interessante Galerien. Natürlich wird das „Hotel California“ besonders vermarktet, die Legende sagt, es hätte die Band "Eagles" zu dem großen Hit inspiriert, bewiesen ist es aber nicht...

Am nächsten Tag steht eine Rundfahrt weitgehend der Küste entlang zu den Touristenzentren von "Los Cabos", die besonders bei Nordamerikanern beliebt sind, auf dem Programm. Dazwischen finden wir eine relativ ruhige Bucht, um eine Pause einzulegen. Das Wasser ist klar, hat angenehme Temperatur, die umgebenden Felsformationen erinnern an die Costa Smeralda in Sardinien. Weiter geht die Fahrt ins Landesinnere, wir überqueren den Wendekreis des Krebses, an dem z.Zt. ein großes Denkmal errichtet wird. Für kurze Zeit stoßen wir nochmals an die Küste, dieser Teil ist besonders bei Surfern jeder Art beliebt, entsprechend windig ist es hier. Danach führt die Straße zwischen zwei Sierras hindurch, sehr malerisch und verhältnismäßig grün, bevor wir wieder in Richtung Todos Santos abzweigen. Da wir jetzt direkt an der Quelle angekommen sind, ist Fisch zum Abendessen angesagt, Seviche wird auch angeboten, natürlich der mexikanischen Küche angepasst.

Nach einem reichlichen Frühstück marschieren wir heute zur hiesigen Küste, die zwar einen wunderschönen und endlos langen Sandstrand aufweist, doch wegen sehr starker Strömungen definitiv für keinerlei Wassersport geeignet ist und daher auch von Bauten jeglicher Art verschont bleibt. So schlendern wir bei strahlendem Wetter und leichter Brise entlang des Strandes, begleitet vom Tosen des Meeres, dahinter liegen die Palmenoase und eine Süßwasserlagune. Lange sitzen wir auf einer Düne und beobachten das Schauspiel der tosenden Pazifikwellen, man kann die Krümmung des Horizontes deutlich erkennen. Über uns spielt ein Schwarm Fregattvögel mit den Aufwinden und fischt in der Lagune, Pelikane versuchen im Meer selbst ihr Glück. Den Rückweg in das Dorf suchen wir uns zwischen Kakteen und Trockensträuchern, ein paar fürwitzige Blümchen blühen sogar. Abends wird es merklich kühl, die gestrigen Schäfchenwolken haben es schon angekündigt, dass der Anorak wieder ausgepackt werden muss.

Die Fahrt an La Paz vorbei in Richtung Norden führt zuerst durch niedrige Sierralandschaft, trocken und spärlich bewachsen. Um die Stadt Constitution herum wird Landwirtschaft betrieben, Wasservorkommen machen es möglich. Danach steigt die Straße an, das Küstengebirge ist erreicht, die Serpentinen winden sich durch enge Täler, immer wieder wird der Blick auf tiefblaues Meer und die der Küste vorgelagerten Inseln freigegeben, in der Nachmittagssonne ein faszinierendes Bild. So erreichen wir das kleine Städtchen Loreto, unsere Unterkunft wird von einem Schweizer betrieben, die Liebe hat ihn hierher verschlagen.

Am nächsten Tag fahren wir über die Berge zur Missionskirche von San Javier, die Straße befindet sich streckenweise in schlechtem Zustand, Teile sind unterspült und weggebrochen, Vorsicht ist geboten. Die Missionskirchen auf der Baja California unterscheiden sich von den bisher besichtigten vor allem durch ihre Innenausstattung, geschnitzte Altäre sind aufwendig gestaltet, dafür sind die Außenfassaden schlicht. Das kleine Dorf Javier wirkt wie ausgestorben, Touristen machen sich leider kaum die Mühe der Anfahrt. In der Missionskirche der Stadt Loreto selbst ist es ähnlich, ein Museum zeigt die reiche Geschichte der Missionen Kaliforniens. Leider legt jetzt der Wind mehr und mehr an Kraft zu, ein Spaziergang an der Uferpromenade "Malecon" von Loreto wird richtig ungemütlich, wir suchen die inneren Gassen auf. In den Restaurants, die meist wegen sommerlicher Hitze offen gestaltet sind, sucht man gerne nach einem "Gasschwammerl", Pullover und Anorak sind angesagt!

Nach San Ignacio der Wale wegen - unser nächstes Ziel. Auch diese Fahrt entlang der Küste zeigt die Schönheiten der Landschaft, vor allem sind es hier wunderschöne Buchten mit weißem Sand zwischen rosa Vulkangesteinsformationen, meist besetzt von Campern aus den USA, die hier die Wintermonate verbringen. Nach Santa Rosalia, einer Industrie- und Minenstadt, geht es wieder in das Landesinnere, hier ist ganz deutlich die rege Vulkantätigkeit zu erkennen, allen voran die Vulkane "drei Jungfrauen" selbst. Unsere originelle Unterkunft ist eine mongolische Jurte, die Herbergsleute sind Kanadier, die hier ihre Pension verbringen. Für Jurten haben sie sich entschieden, da sie bei deren Errichtung keine Bäume fällen mussten. Da die Windstärke immer mehr zunimmt rauscht es gewaltig in den Palmblättern! Hier treffen wir auf Österreicher, sie konnten am Tag zuvor noch eine Waltour absolvieren, an diesem Tag war wegen des Sturmes das Ausfahren nicht mehr möglich, wir hoffen zu dem Zeitpunkt noch, dass über Nacht der Wind einschlafen möge!

Leider geht der Wunsch nicht wirklich in Erfüllung, wir machen uns aber trotzdem auf den Weg zur Lagune, so unter dem Motto "der Weg ist das Ziel". So ist es denn auch, der Sturm bei strahlend blauem Himmel wirbelt viel Sand auf und hier ist auch die Landschaft so, wie man die Bilder von der Baja kennt. Weite Salzflächen bedecken die Lagune und nur mehr vereinzelt sind Kakteen zu sehen. Die Unterkunftshütten des Tourveranstalters sind erst kurz vor Ankunft zu erkennen, er selbst kämpft sich gegen den Wind zu uns vor, unsere Autotüre wird fast aus den Angeln gehoben. So bedauerlich die Situation ist, dass die Tour unter diesen Umständen nicht stattfinden kann und wir auch wegen der Voraussichten nicht zuzuwarten brauchen, die Fahrt zur Lagune selbst war schon ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten. Nach Klärung aller Umstände machen wir uns auf den Rückweg, den wir um einiges langsamer als die Anfahrt bewältigen, immer wieder für Fotostopps halten - auch wenn wir fast verblasen werden - und das beste aus der Situation herausholen. Wir beschließen, zu unserer nächtlichen Herberge zurückzukehren, wir sind sicher, noch eine freie Jurte oder Cabana zu finden. So ist es dann auch und Terry versucht, uns mit einer Führung durch sein Anwesen etwas Trost zu spenden. Mit dem Jeep, der alles meistert geht es zu den Hühnern, ich werde mit dem Sammeln von 14 Eiern für das sunny side up des morgigen Frühstücks beauftragt, dann geht es weiter zur Muttersau mit ihren 5 Ferkeln, Geschwister davon haben wir in Wurstform bereits verspeist - Terry hat deutsche Metzger als Vorfahren - und zuletzt noch zur hauseigenen Quelle, die einen Teil der riesigen Oase versorgt. Man hat sich rührend um uns bemüht, damit wir den Schock überwinden, eine typisch amerikanische Reaktion, deswegen fühlen wir uns auf diesem Kontinent - ob Nord oder Süd - immer so wohl! Natürlich hätten wir hier gerne die Wale gesehen, da man sonst nirgends so nahe an sie herankommt, es gibt aber Situationen, die man einfach zur Kenntnis nehmen muss.

Auf dem Wege nach Mulege machen wir eine Abstecher zum Vulkan "Tres Virgines" soweit die Straße befahrbar ist, die Ausbrüche müssen gigantisch gewesen sein, so man das aus den Geröllfeldern schließen kann. In Mulege angekommen, erkunden wir das Zentrum mit dem schönen ehemaligen Gefängnis oberhalb der Kleinstadt in dem heute ein Museum untergebracht ist, das leider z.Zt. mit dicken Ketten und Vorhangschlössern gesichert, fest versperrt ist. Der Überblick über die schöne und sehr große Oase entschädigt aber etwas dafür. Auf der gegenüberliegenden Seite des Oasentales erhebt sich die Missionskirche Santa Rosalie de Mulege, eine schlichte Version von bis dato gesehenen Missionskirchen. Unsere schöne Unterkunft liegt direkt am Oasenfluß und unweit des Meeresufers - für Siegi ein Eldorado zum Muschelsammeln... Unsere Hausfrau schenkt uns auch noch schöne Exemplare, sie werden - vorausgesetzt wir bringen sie durch alle Zollkontrollen - reiche Dekostücke ergeben!

Für den nächsten Tag ist eine Tour in den Trinidad Canyon gebucht, mit 3 Amerikanern gemeinsam führt uns Salvador in diesen abgeschiedenen Teil der Sierra. Er zeigt uns auf dem Weg dorthin etwas von den Geheimnissen der indianischen Pflanzenheilkunde - für jede Krankheit ist ein Kaktus gewachsen... und so manche andere Weisheit wird daraus geboren! Zuletzt steht noch eine schöne Wanderung zum Talschluss an, die ich knieschonend kurz vor dem spektakulären Schluss mit Kanufahrt über den See abbreche, die Erzählungen darüber geben mir recht, leid tut es mir wirklich um die Höhle mit den Wandmalereien der frühen Indianerkulturen. Siegi hat einiges an Fotomaterial mitgebracht, doch die Realität wäre es gewesen! Ich studiere als Ausgleich die Felsformationen um mich herum genauestens...

Inzwischen werden wir von unserer Reiseagentur kontaktiert und vorgeschlagen, hier vorzeitig ab- und nach Puerto San Carlos weiterzureisen, bei "gutem Wind" könnten wir dort eine Walbeobachtungstour absolvieren, um etwas von diesem großartigen Erlebnis mit nachhause zu nehmen. Tatsächlich klappt es, im Hotel werden Touren angeboten, wir ahnen noch nicht, dass unser Kapitano sich als „Walflüsterer“ entpuppen sollte...

Am Sonntagmorgen starten wir nach einem kräftigen Frühstück am Imbiss an der Straßenecke, unglaublich wie ruhig die Meeresbucht vor uns liegt, kaum ein Lüftchen regt sich, die Nebel ziehen noch und die Sonne kämpft sich durch - eine Wahnsinnsstimmung - als wolle die Natur alles wieder gutmachen! So gleiten wir zuerst durch die Mangroven, Reiher und alle anderen Wasservögel werden so nach und nach wach, hat man den Eindruck. Danach schippern wir fast eine Stunde durch die Bahía Magdalena – Wikipedia bis zum offenen Pazifik, wir sind die erste Tour des Tages, später wird uns auch bewusst warum... Die Boote sind nur für 4 Passagiere ausgerichtet, mit uns ist ein englisches Paar unterwegs. Es geschieht alles langsam, förmlich im Zeitlupentempo, die ersten Grauwale tauchen in der Ferne auf, meist nur sichtbar durch ihre Wasserfontänen! Langsam kreisen wir sie ein, sie tauchen immer wieder weg und anderswo auf, bis wir zuletzt - ich glaube, es ist die spezielle "Amiga" unseres Kapitano - eine Begegnung der besonderen Art haben. Für mindestens eine Stunde spielt sie mit uns, taucht unter unserem Boot durch, ihre Schwanzflosse hebend und senkend, sich komplett drehend, also alle Kunststücke die man aus "Universum" kennt... und das alles auf fast offener See und ganz friedlich! Es stockt der Atem, so aufregend ist es, sie hätte unser Boot jederzeit leicht zum kentern bringen können - das ist komplett nebensächlich, es ist wie vor knapp zehn Jahren in Botswana mit den Elefanten - damals war unser Guide Gottfried der Elefantenflüsterer, jetzt haben wir einen Walflüsterer im Boot! Das einzige was wir ihm vorwerfen können ist, dass er uns nicht davon abgehalten hat, die Akkus der Fotogeräte vorzeitig zu leeren, bevor die Hauptattraktionen starten. Der Akku meines Apparates hat noch mehr Reserven als Siegi‘s Videokamera, so kann ich länger fotografieren und einige Highlights dokumentieren. Danach kommen andere Boote mit Touristen, die Guides sind nur darauf aus, die Wale den Touristen zuzutreiben und nicht selbst entscheiden zu lassen, was sie bieten möchten, sie lassen auch die Motore der Boote laufen, das irritiert sie besonders. Es ist zwar verboten, ihr Profitstreben setzt sich leider darüber hinweg... Man hat den Unterschied zu den anderen Booten förmlich gesehen und jetzt wird auch klar, warum wir so frühzeitig abgefahren sind. Die Rückfahrt ist ruppig - der inzwischen aufgekommene Wind sorgt für harte Bedingungen.

Ohne dem weiteren Teil unserer Reise vorzugreifen, sind wir sicher, dass dies einer der absoluten Höhepunkte der Reise ist.

Unter dem Eindruck des erlebten in der Bucht von San Carlos fahren wir gemächlich nach La Paz, in Nähe der uns schon bekannten Posada lassen wir den Abend ausklingen. Wie meist wenn ein Abschnitt dem Ende entgegengeht werde ich wehmütig, die Baja California ist nun der Grund! Wir blicken aber voraus - ein neues Kapitel wird aufgeschlagen.

Diashow: BC


Bundesstaaten Jalisco - Michuacan

Der Flug nach Guadalajara (Mexiko) – Wikipedia ist mitunter ruhig oder auch nicht, nun ja, wir kommen gut an... Guadelajara ist die zweitgrößte Stadt Mexikos, mit ca. 4 Mio Einwohnern eine gewichtige. Das absolute Zentrum bildet die Kathedrale mit ihren sie umgebenden vier Plätzen, wie ihr Äußeres beeindruckt auch ihr Inneres. Von der Terrasse unseres zentral gelegenen Hotels mit wunderschönem Innenbereich haben wir erstßen mals einen wunderbaren Rundumblick über das Stadtzentrum und können danach in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen. Eine Straße in der Fußgängerzone ist komplett dem Hochzeitstag gewidmet, ein Geschäft reiht sich an das vorherige mit allen Kleidern und sonstigem Zubehör für diesen großen Tag, in jeder Farbe und Farbkombination, meist mit üppigen Rüschen besetzt und vielem Glitzer und Glamour, das liebt man hier über alles! Natürlich steht auch das dazugehörige Auto - eine Hummer-Longversion - zur Ansicht bereit... Wir wenden uns wieder anderen geistlichen Dingen zu und besichtigen die zahlreichen umliegenden Kirchen, die auch wochentags gut besucht sind. Auf der Plaza Mariacha ist noch kein Betrieb, hier wird erst abends aufgespielt, im Tourismusbüro rät man uns jedoch von einem abendlichen Besuch ab, wir halten uns an diesen Rat. Eine eindrucksvolle Szenerie bildet das Museo de Arte, im Aussenbereich sowie dessen Exponate. Es ergibt sich ein gutes und herzliches Gespräch mit einheimischen Besuchern, sie begleiten uns zurück, es ist als würden wir uns schon immer kennen, wir werden mit vielen guten Ratschlägen für die Weiterreise versorgt, der Kontakt mit Rosi und Rafael ist angebahnt.

Nun steht unsere erste Busfahrt auf dem Programm, es klappt alles bestens, nach etwas mehr als drei Stunden bequemer Fahrt sind wir an unserem nächsten Ziel - in Morelia.

In Morelia – Wikipedia muss zuerst mal ganz banales erledigt werden, Wäsche wird gewaschen. Danach widmen wir uns ganz dieser schönen Innenstadt, erbaut aus dem rosa Stein der Umgebung und weitgehend vorbildlich erhalten, zeigt sich ein wunderbares Ensemble spanischen Baustils auf dem amerikanischen Kontinent. Wie meist ist die Kathedrale, in der sich weltweit die zweitgrößte Orgel befindet und von Passauer Orgelbauern errichtet wurde, sowie die anschließende Plaza de Armas, der absolute Mittelpunkt der Stadt. Von hier ausgehend hat man viele Möglichkeiten, charakteristische Gebäude, Kirchen und Palazios samt wunderbaren Patios zu besichtigen. Hier in Morelia ist auch die süße Verführung in Form eines "Mercado de Dulces" zu Hause und nicht nur in diesem... Einen ganz eigenen Baustil - wenn man von Baustil überhaupt sprechen kann - stellt die Kirche des Santuario de Guadelupe dar, auf dem Weg dorthin trifft man auf das Aquädukt der Stadt aus dem 18. Jahrhundert und schlendert dann in einer Allee entlang schöner Häuser und Institutionen zur Kirche. Äußerlich unterscheidet sich diese kaum vom Stil der übrigen, doch das Innere ist kontrovers. Im Führer unserer Agentur wird das Wort psychedelisch dafür gebraucht, vielleicht trifft es das wirklich!

Das Angebot, statt mit dem Bus direkt nach Patzcuaro sondern mit einem Guide per Taxi durch die Dörfer dem gleichnamigen See entlang zu fahren, nehmen wir gerne an, wir erfahren dadurch viel über Land und Leute der Provinz Michoacán – Wikipedia, vor allem über ihre ausgeprägten handwerklichen Fähigkeiten. Jedes Dorf hat sich mit der Zeit auf eigene spezielle Fertigkeiten spezialisiert, gibt es hier die Holzschnitzer, so im nächsten Dorf die Kupferschmiede, Töpfer usw. In Tzintzunzan kann man die Pyramiden des Volkes der Purepecha z.T. noch erkennen, es wurden aber einige davon zerstört und die Steine zum Bau der Klosterkirche verwendet. Diese indogene Gruppe konnte durch Beharrlichkeit gegenüber den Besatzern viele ihrer eigenen Traditionen bewahren.

Die Hauptstadt des Bundesstaates Michoacans, Patzcuaro, selbst wirkt ganz im spanischen Kolonialstil, Plätze und Gassen sind im typischen Quadrat ausgerichtet. Allerdings gibt es einen Unterschied zur sonstigen Gepflogenheit, die Kathedrale wurde nicht am zentralen Platz errichtet, sondern der ehemalige Bischof Quiroga, der das Land seinerzeit von einem Schlächter befreite und bis heute sehr verehrt wird, ließ die Kirche etwas abseits auf einem Hügel erbauen. Mittags fahren wir mit einem Collectivo zum See, dort besteigen wir ein Bootm, das uns zur Insel Janitzio bringt. Eine bunte Schar aus Einheimischen mit Sack und Pack sowie Touristen wagt die Überfahrt auf diesem Boot, Musiker gesellen sich dazu und runden die Sache musikalisch ab. Der Aufstieg zum Monument, das natürlich nicht fehlen darf, ist luftraubend, dafür der Rundumblick sehr schön. Auf der Rückfahrt zum Festland fehlen dann eigentlich die Einheimischen, sie brachten mit ihren Kindern buntes Leben auf das Boot.

Rund um den zentralen Platz "Plaza de Quiroga" selbst gibt es in den Arkaden schöne und gute Restaurants, wir finden abends ein nettes Plätzchen. Nebenan hat sich Zug um Zug eine Herrenrunde zusammengefunden, einer von ihnen spricht uns später deutsch an und frägt, ob wir aus Deutschland kämen. Es stellt sich heraus, dass er mehr als 20 Jahre im Auftrag eines mexikanischen Unternehmens bei Siemens in Erlangen tätig war. Es entwickelt sich ein gutes und herzliches Gespräch, wir erwähnen, dass ein Freund von uns ebenfalls zu dieser Zeit lange Jahre dort in einer ähnlichen Sparte beschäftigt war, leider lässt sich nun nicht mehr feststellen, ob sie sich tatsächlich kannten, möglich wäre es - ein wahrhaftiger Zufall. Edmundo gibt uns ein von ihm selbst verfasstes Buch über die Geschichte der Region mit auf den Weg, auch dieser Kontakt ist zu unserer großen Freude aufrecht!

Die Fahrt nach Mexico City führt bis kurz vor der Stadt durch ein fruchtbares Tal, die ersten Mandelbäume blühen bereits. Hier treffen wir wieder auf den Highway den wir von unserer ersten Fahrt zu den Missionskirchen der Sierre Gorda kennen, somit schließt sich der nördliche Kreis. In der Stadt selbst schlendern wir abends und am nächsten Vormittag nochmals durch das Zentrum bevor wir die Fahrt per Bus nach Oaxaca antreten.

Diashow: J_M


Bundesstaaten Oaxaca - Chiapas

Schon bei der Ausfahrt aus Mexiko City zeigt sich, der Süden ist die ärmere Region dieser Megastadt, hier siedeln vor allem Landflüchltlinge, die ihr Glück in der Stadt suchen. Vorbei am berühmten Vulcano Popocatepetel, der sich z.T. hinter Wolken versteckt, und anderen Fünftausendern, geht es durch gewaltige Schluchten in die Hochtäler der Sierras Südmexikos. Das späte Abendlicht lässt die Buntheit der Gesteine so richtig zur Geltung kommen.

Oaxaca de Juárez – Wikipedia selbst ist eine wunderschöne Stadt im Kolonialstil mit buntem Treiben in den Gassen und auf den Plätzen, allen voran dem Zocalo. Ganz besonders beeindruckend finden wir die Kirche Santo Domingo in ihrer Innenausstattung, der Bau der Kathedrale selbst ist eher schlicht.

Monte Alban ist ein archäologisches Zeugnis der Zapotekenkultur, die weitläufige Anlage mit einem kleinen aber feinen Museum am Eingang, zeugt von der Bedeutung der Region im ersten Jahrtausend b.C. Berühmt ist die Stätte vor allem für seine in einem Grab gefundene Jademaske. In der Umgebung sind viele Familien damit beschäftigt, die berühmten Fabelfiguren "Alebrijes" - aus Holz geschnitzt und bunt bemalt - anzufertigen. In Tule steht der größte und älteste Baum, der auf dem zentralen Stadtplatz für ein eigenes Mikroklima sorgt und in der Stadt Mitla zeugen Ausgrabungen aus der präkolumbianischen Periode von der ehemaligen Bedeutung dieser Region.

Per Nachtbus reisen wir weiter nach San Cristóbal de las Casas – Wikipedia, schade dass dadurch eine Aussicht auf die Landschaft nicht möglich ist. Alle Städte die wir jetzt besuchen, befinden sich in Höhen zwischen 1500 und 2200 m, die Pässe meist etwas höher. San Cristobal selbst ist auf mehrere Hügel verteilt die sich als Aussichtspunkte anbieten, das Zentrum ist auf dem tiefsten Punkt angelegt. Auch hier ist der Kolonialstil die vorherrschende Stilrichtung, wenn Haustore offen stehen, gewinnt man einen Eindruck von den wunderschönen Patios im Inneren, sie schaffen ein angenehmes Klima, all unsere Unterkünfte bieten diesen Genuss. In der Kirche "San Domingo", deren Außenfassade eine wunderbare Mischung von Kolonialstil mit Indiokunst darstellt, erleben wir dann eine ganz eigene Atmosphäre. Ein Schamane in traditioneller Kleidung und schwarzem Fransenmantel begeht eine Taufzeremonie für mehrere Babies von Maya-Familien, ein Priester ist nicht anwesend. Opfergaben in Form von Getränken, Brot und Kräutern liegen auf dem Boden, dichter Weihrauch durchzieht die Nebenkapelle, er murmelt beschwörende Formeln. Leider ist weder fotografieren noch filmen gestattet, wir respektieren es natürlich und versuchen, die Szene in unseren Köpfen zu behalten, es ist beeindruckend. Wie auch nebenan eine Familie eine junge Frau mit ihren Gebeten und Anrufen unterstützt, sie dürfte vor der Geburt ihres nächsten Kindes stehen. Solche und ähnliche Begebenheiten erleben wir hier in dieser Region besonders häufig, die Menschen verbinden Naturreligion mit dem Mayakult und darüber steht die katholische Kirche, viele ehemalige Traditionen sind eingeflossen und leben dadurch weiter. Vor der Kirche befindet sich ein riesiger Markt, alle Souvenirjäger werden hier bestens bedient.

Noch sind wir ahnungslos, was uns auf der Fahrt nach Palenque, einer wichtigen Mayastätte, erwartet. Ca. 225 km liegen vor uns, meine Frage an den Chauffeur, wann wir ankommen werden, beantwortet er mir so: „7 Stunden später“, ich denke, meine Sprachkenntnisse lassen wieder zu wünschen übrig! Der Mann liegt richtig, eine kurvenreiche, mit vielen Bodenschwellen versehene Bergstraße liegt vor uns. Da entlang der Straße viele Maya-Siedlungen bestehen, muss man die flotte Fahrweise der Mexikaner etwas einbremsen... Trotz der einbrechenden Dunkelheit kann man sich von der schwierigen Streckenführung ein Bild machen. Die gesamte Strecke werden wir bei Tageslicht auf der Rückfahrt verfolgen können.

Etwas außerhalb der Stadt Palenque – Wikipedia liegt die eigentliche Mayastätte im Regenwald, eine der bekanntesten und größten überhaupt, wenn auch noch vieles im Dschungel verborgen ist. Unser sehr authentischer Guide betont immer wieder, die Hierarchie, die seinerzeit geherrscht hat, ist mit der heutigen zu vergleichen, die Aufteilung in Stadtstaaten ermöglichte Unterdrückung. Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre, es ist schwülwarm und sprüht zusätzlich von oben herab! Der Abgang zum Museum führt an einem Wasserfall vorbei, im Museum selbst sind sehr schöne Exponate und ein Modell der Anlage im Originalzustand ausgestellt, sodass man sich ein gutes Bild davon machen kann.

Eine weite Anfahrt und eine zusätzliche einstündige Bootsfahrt auf dem Grenzfluss Usumacinta, erfordert die Besichtigung von Yaxchilán – Wikipedia. Besonders unter der Herrschaft von Vater und Sohn Balam im 8. Jhdt. a.D. war diese Stätte von Bedeutung im Mayareich. Sie ist berühmt durch ihre rituellen Darstellungen der Mayakultur auf den Türstürzen. Auch hier entkommen wir nicht dem Regen, er prasselt richtig auf uns ein, auch auf der Rückfahrt mit dem Boot, nur die Brüllaffen lassen sich nicht stören und kommen ihrer Pflicht nach... Unweit davon liegt Bonampak – Wikipedia, das bis zum 7. Jhdt. n.C. die Region beherrschte und durch seine gut erhaltenen Wandmalereien berühmt wurde. Da es nicht so abgeschieden liegt, sind auch die Ausgrabungen weiter gediehen. Blattschneiderameisen haben hier richtige Straßen angelegt, sie transportieren ihre Fracht über beachtliche Strecken.

Diashow: O_Ch

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Die nächste Station

Guatemala

Eine neuer Reiseabschnitt beginnt, wir verlassen Mexiko in Richtung Guatemala – Wikipedia. Nach der Rückfahrt von Palenque nach San Cristobal genießen wir fürs erste die Sonne die hier wieder scheint und noch ein paar Stunden in der quirligen Stadt bevor es am Morgen in Richtung Grenze geht. Da wir jetzt mit kleinen Shuttlebussen unterwegs sind, heißt es immer wieder umsteigen, man hat eine eigene Philosophie der Streckenführung... An der Grenze müssen wir den mexikanischen Bus verlassen, all unser Gepäck "schultern", d.h. steil bergan über Stock und Stein rollen bis zum Grenzhäuschen. Nachdem man uns in Mexiko schon ca. € 18/Person für die Ausreise abgenommen hat, ist für die Einreise nach Guatemala erst einmal nur "Stempelgebühr" von je € 2 zu berappen, die Ausreise steht ja noch bevor! Danach entsteht einiges an Chaos, welcher Bus wohin fahren soll, schlussendlich können wir starten, das Gepäck ist auf dem Dachträger verstaut. Natürlich gibt es nochmals einen Umsteigehalt, wir sind aber nicht betroffen davon und fahren durch bis Panajachel – Wikipedia am Atitlansee. Die Fahrt selbst ist beeindruckend schön, man wähnt sich im Salzkammergut, nur dass Vulkane für die Bergkulisse sorgen. Panajachel ist ein Touristenzentrum, schön am See gelegen, von 3 Vulkanen umgeben, viele Nordamerikaner verbringen hier die Winterzeit. Entlang des Sees gibt es einige indigene Dörfer, zwei davon werden mit Booten angefahren. Wir entscheiden uns für eine Fahrt nach Santiago, das für seine Kirche berühmt ist. Im Jahre 2005 sind in diesem Gebiet ca. 600 Menschen von Schlammmassen, die durch einen Hurrican und den heftigen Regenfällen ausgelöst wurden, begraben worden, langsam nur erholt sich die Region davon. Am Aufstieg zur Kirche haben sich viele Souvenirhändler angesiedelt, auch einheimische Fraueninitiativen, die den Hinterbliebenen beistehen und ihre selbst gefertigten Produkte verkaufen. Die Kirche besticht durch ihre geschnitzten Heiligenfiguren, die jährlich neu eingekleidet werden, meist auf moderne Art, z.B. mit Anzug und Krawatte, ein Kuriosum. In einer Seitenkapelle wird dem Maximonkult gehuldigt, auch wenn der zuständige hl. Simon zuweilen die Zeit bei einer der maya-katholischen Bruderschaften zubringt.

Ein ganz besonderer Markttag findet zweimal pro Woche in Chichicastenango – Wikipedia, ca. 35 km von Panajachel entfernt statt, wir machen uns mit Öffis auf den Weg. Diese sind an sich schon eine Fahrt wert, es sind ausgemusterte amerikanische Schulbusse, die liebevoll designt wurden. So bunt wie möglich mit entsprechendem Muster aufgemotzt schnauben sie durch die engen Gassen, meist in dicke Abgaswolken gehüllt! Zweierbänke sind meist von mindestens drei Passagieren besetzt, es geht eng her! Der Busbegleiter ruft laut nach Fahrgästen und wenn dann der Bus endlich vollgestopft ist, fährt er nach einem imaginären Fahrplan ab. Erstmals müssen wir in Solola umsteigen, das zweite Mal an einer Kreuzung in ein Collectivo, hier trifft sich scheint es, die gesamte Transportwirtschaft des Landes. Wir werden dem richtigen Collectivo zugeteilt, bevor in diesem 14er Bus nicht mindestens 20 Personen samt Gepäck untergebracht sind, fährt er nicht ab... Endlich geht es los, unterwegs wird ständig nach Passagieren Ausschau gehalten, manche steigen auch aus. Es geht berg- und talwärts bis man endlich in Chichicastenango angekommen ist. Weit um die Kirche herum reihen sich die Marktstände mit allem, was das Land zu bieten hat an Kunsthandwerk, Lebensmittel und Dingen des täglichen Gebrauchs. Wenn auch von der Kirche nur die Türme hervorlugen, von weitem findet man den Weg wegen des ausströmenden Weihrauchduftes. Eine breite Treppe führt in das Innere, die Holzvertäfelung und die Holzaltäre sind schwarz vom ständigen Kerzenrauch, eigentlich mystisch. In der Mitte sind große Bleche aufgelegt, auf denen viele Kerzen brennen und auch hier begehen die Menschen ihre Rituale, Opfer werden dargebracht und im Kreuzgang sowie in der gegenüberliegenden Kapelle wird Mittagspause gehalten. Auf dem Rückweg nach Panajachel dieselbe Situation, jetzt werden aber auch noch die Einkäufe verladen, Küken landen auf dem Schoß. Die hiesige Landbevölkerung hat ein sehr schweres Los, das wir uns überhaupt nicht vorstellen können. Teilweise sind die Felder an extrem steilen Hängen angelegt oder in Terrassenform, aber auch auf dem ebenen Gelände wird alles von Hand gemacht, es gibt keine Nutztiere, auch nicht für den Transport, alles wird entweder auf dem Rücken oder Kopf getragen. Entsprechend abgerackert sind die Menschen und können in allen Lebenslagen schlafen, so auch im Bus - da ruht schon mal der Kopf auf den Schultern einer eingezwängten Touristin die ja keine Vorstellung davon hat! In Solola nützen wir die Umstiegsphase, um auch hier noch den täglichen Markt zu besuchen, der vor allem der Landbevölkerung dient, hier verkaufen sie ihre Produkte. Ein Tag vieler neuer Eindrücke neigt sich dem Ende zu.

Die Fahrt zum nächsten Ziel - Antigua Guatemala – Wikipedia - dauert nicht lang, aber auch hier wird umgestiegen... Auch im Umkreis dieser Stadt beherrschen drei Vulkane die Szenerie, einer davon spuckt gelegentlich, es steht eine Rauchwolke über dem Gipfel, doch er entlädt sich auf menschenleeres Gebiet. Den Nachmittag nutzen wir zur ersten Stadterkundung, marschieren auf den Aussichtsberg Cerro de La Cruz mit fantastischem Blick auf die Stadt und ihre Vulkane, allesamt Dreitausender. Wir buchen noch einen geschichtsträchtigen Stadtrundgang für den nächsten Tag und freuen uns auf das Abendessen. Doch leider haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, es hat uns die Rache Montezumas spät aber doch ereilt. Siegi leidet sehr darunter, sein hohes Fieber veranlasst uns, am nächsten Morgen statt der Stadtbesichtigung das Krankenhaus aufzusuchen. Gegen Abend dann wirken endlich Medikamente und die verordnete Ruhe. Ich habe vorsorglich zur Tequilaflasche gegriffen...

Das Frühstück stärkt die Glieder, ich streife danach noch durch die Stadt, die durch das Intermezzo leider etwas zu kurz kommt. Ich entdecke ein kleines aber feines Museum - "Mundo de Mayo" - mit wunderschönen Exponaten, es fesselt mich sehr. Für Siegi ist ausschließlich Ruhe angesagt, das hohe Fieber hat seine Spuren hinterlassen. Nachmittags werden wir zum Flughafen von Guatemala City gebracht, eine Stadt mit einem sehr modernen Geschäfts- und Businessviertel, auch der zentral gelegene Flughafen wurde komplett neu gestaltet und bereits für künftige "hohe" Zuwachsraten ausgelegt, jetzt können die Anrainer noch ihre relative Ruhe genießen... Nach ruhigem Flug erreichen wir Flores (Guatemala) – Wikipedia und beziehen unsere Pension direkt am Lago Peten.

Tikal – Wikipedia, eine der wichtigsten Maya-Stätten Guatemalas, ist eine sehr eindrucksvolle, nicht nur wegen der Paläste und Tempelanlagen, die aus dem Dschungel ragen, sondern eben auch wegen der großartigen Natur, die sich schon die Mayas zunutze machten, aber schlussendlich über Gebühr. Wenn man die Ruinen besteigt die öffentlich zugänglich sind, bekommt man einen guten Überblick über die Größe der Anlage, aber auch erahnt man, was noch alles an Bauwerken im Dschungel verborgen ist. Auf dem Weg durch die Anlage kreuzen wir immer wieder regelrechte Highways der Blattschneiderameisen, die sich mit ihrem Transportgut abmühen. Brüll- und Spideraffenfamilien turnen von Baumwipfel zu Baumwipfel auf der Suche nach Früchten ihrer Geschmacksrichtung aber v.a. die Baumriesen selbst sind es, die unsere Aufmerksamkeit erregen, darunter der hl. Baum der Maya, der Ceiba-Baum.

Die Tour des nächsten Tages führt uns nach Aguateca – Wikipedia, wir beide sind die einzigen Touristen. Eine längere Anfahrt auf dem Landwege und eine einstündige Bootsfahrt sind erforderlich, begleitet von zwei Polizisten die für Sicherheit sorgen, angeblich ist das in der Einsamkeit des Parkes nötig. Der Fluss teilt sich abwechselnd in enge Arme und mündet in einen See, viele Wasservögel sind zu beobachten, es bieten sich neben Natur und Kultur auch Erholung und Eindrücke über das Leben am Fluss. Unsere Guide erzählt uns auch, dass mehr Vogelbeobachter hierher kämen denn Besucher der Maya-Stätte. Nachdem wir anlegen geht es vorerst steil bergan bevor wir auf ein Plateau gelangen, auf dem Ausgrabungen der Wehranlage, die einerseits vom Fluss und andererseits von einem Canyon umgeben ist, zu besichtigen sind.

Diashow: Gua

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Der letzte Reiseabschnitt

Belize

Der Transfer von Guatemala nach Belize – Wikipedia dauert nur kurz, wiewohl wir überrascht sind, dass es vorerst noch ziemlich hügelig ist. Und doch gibt es einen gravierenden Unterschied im gesamten gesehen, an der Grenze zu Belize endet Lateinamerika, der britische Einfluss aus Kolonialzeiten des ehemaligen Britisch Honduras zusammen mit dem karibischen ist nicht zu leugnen. Der Grenzübertritt ist fast formlos, wenn auch nicht kostenlos, die obligate Ausreisegebühr wird natürlich auch in Guatemala schlagend, bald ist San Ignacio (Belize) – Wikipedia erreicht, es ist schwülheiss. Wir lassen uns trotzdem nicht davon abhalten, die beiden tatsächlich steilen Anhöhen des Ortes zu erklimmen, um die hiesigen Attraktionen zu besuchen. Im Leguan-Zuchtzentrum werden diese einige Jahre aufgezogen bevor sie ausgewildert werden, somit umgeht man die schwierige Zeit, in denen sie leichte Beute für ihre Fressfeinde sind. Unweit davon liegt Cahal Pech, die örtliche Ausgrabung einer kleinen Maya-Stätte, die wir erkunden.

Die weit im Dschungel liegende Maya-Stätte Caracol – Wikipedia ist die wichtigste Ausgrabungsstätte Belizes mit der höchsten Pyramide des Landes. Bedingt durch die Abgeschiedenheit und lange Anreise sind auch hier wenige Touristen und nur in kleinen Gruppen anwesend. Diese Stadt hatte in ihrer Blütezeit mehr als einhunderttausend Einwohner beherbergt und eine riesige Ausdehnung sowie das nötige Hinterland mit der erforderlichen Infrastruktur zur Versorgung. Daher erahnt man auch, was noch alles unter dem Dschungeldach verborgen sein muss. Auf der Rückfahrt besichtigen wir die Flusshöhle des Rio Frio mit ihren bizarren Felsformationen, hier ist es angenehm kühl und weiter bei den Pools versuchen Touristen, die rutschigen Granitsteine zu überlisten, um ein erfrischendes Bad zu nehmen, nicht allen gelingt das problemlos... Je näher man wieder zur Zivilisation zurückkehrt, desto häufiger tauchen kleine Siedlungen am Straßenrand auf, von Mennoniten und Amischen bewohnt, die hier nach ihren eigenen Grundsätzen leben.

Xunantunich – Wikipedia erreicht man leicht mit dem Öffi, überquert mit einer kleinen Rollfähre den Mopan River und marschiert dann noch ca. eine halbe Stunde teilweise wieder steil bergan, bevor man vor dieser beeindruckenden Stätte steht. Ein großartiger Überblick über die Grenzberge nach Guatemala und andererseits bis zur Tiefebene Yucatans belohnt den Aufstieg zur heißen Tageszeit. Und auch hier wieder staunt man über die Leistungen der Menschen und kann den Druck auf sie nur erahnen. Danach ist Ruhe und Erholung von unseren Strapazen angesagt.

Der weitere Transfer nach Orange Walk Town, unserer letzten Station in Belize, führt nahe der Hauptstadt Belize City vorbei in Richtung Norden, um Lamanai zu besichtigen. Das Land wird jetzt komplett flach, so wie man die Halbinsel Yucatan kennt.

Lamanai – Wikipedia wird per Boot auf dem New River angesteuert, eine sehr angenehme Variante, allerdings bei der Hinfahrt eine noch sehr kühle! Damit wird die Möglichkeit der Vogelbeobachtung und Erkundung des Lebens am Fluß geboten. In einer Zuckerfabrik wird das in der Umgebung gepflanzte Zuckerrohr gleich verarbeitet und das Endprodukt auf dem Fluß weitertransportiert. Der Fluss mäandert durch die Schilf- und Dschungellandschaft und bietet unzähligen Lebewesen Lebensgrundlage. Im Park von Lamanai werden wir im Museum auf die bevorstehende Besichtigung eingestimmt, unser Guide selbst ist ein Nachfahre der Mayas und erklärt uns auf dem Weg auch, welche Pflanzen oder Bäume und deren Säfte sie heute noch für ihre Zwecke nutzen. Brüllaffen machen lautstark auf sich aufmerksam, später sichten wir eine Großfamilie in den Baumwipfeln. Auf die 33 m hohe Tempelanlage mit ihren seitlichen Großmasken führt eine steile Treppe, von der Plattform aus hat man einen wunderbaren Rundumblick. Lamanai ist bekannt dafür, dass es im Gegensatz zu anderen Mayastätten bis in das 15. Jahrhundert genutzt und die Bauweise weiterentwickelt wurde. Einen Hinweis dafür bietet der Jaguartempel mit seinen gewaltigen Masken, ein Ballspielplatz wurde ebenfalls freigelegt. Auf der Rückfahrt flüchtet ein Krokodil von seinem Uferplatz ins Wasser, eine Wasserschildkröte sonnt sich auf einem Baumstumpf, kaum zu unterscheiden davon, ein riesiger Leguan thront auf einem Baumast, insgesamt eine erlebnisreiche Tour.

Diashow: Bel


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Abschluss

Von Orange Walk Town fahren wir mit dem Open Air-Öffi zur mexikanischen Grenzstadt Chetumal, der Grenzübertritt selbst ist problemlos. Der nächste Bus nach Tulum bringt uns zur letzten Station dieser Reise mit dem Ziel, hier für die Tage bis zum Rückflug ausschließlich zu relaxen.

Diashow: Ab


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Unendlich viele Eindrücke von diesen Ländern, abwechslungsreich und vielfältig, interessante Begegnungen mit herzlichen, offenen und hilfsbereiten Menschen haben diese Reise zu etwas ganz besonderem werden lassen.

Wir danken Frau Häßel und Herrn Kamphusmann von Neue Welt Reisen – Individualreisen in Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, und Panama ganz besonders dafür, dass sie uns auf so unterschiedlichen Wegen durch Mexiko, Guatemala und Belize geführt haben, wir haben dadurch wirkliche Einblicke gewonnen.

!hasta pronto!