IMMER ENTKRAMPFT - SPIEL BEIM ZIRKUS "EMC DIE IDEE" MIT! E-Mail Kontakt!
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Vor ein paar Wochen saß ich mit einer Klientin beim Mittagessen. Sie erzählte mir, dass sie seit drei Monaten jeden Morgen um sieben joggen gehe. „Ich bin so stolz auf mich“, sagte sie. Dann schwieg sie kurz und schob nach: „Aber ich hasse es jedes einzelne Mal.“
Ich nickte und merkte, dass sich in mir etwas verschob.
Ich stehe selbst seit unzähligen Jahren um vier Uhr morgens auf, ohne Wecker. Ich sitze dann mit einer Tasse Tee am Schreibtisch, während es draußen noch dunkel ist und mein Mann und unser Hund Cookie noch in Morpheus Arme liegen und selig schlafen. Jahrelang habe ich das für den Beweis meiner überlegenen Disziplin gehalten. Bis mir irgendwann auffiel, dass ich es nicht hasse. Kein bisschen, ich mag diese Ruhe und die Zeit nur für mich. Ich bin schlicht ein Morgenmensch. Die innere Uhr tickt, wie sie tickt. Das ist keine Heldentat, das ist Glück.
Echte Disziplin zeigt sich bei mir woanders. Beim Widerstand gegen den Drang, beim Mittagessen aufs Handy zu schauen. Bei der Entscheidung, mein Spanisch wieder aufzunehmen, obwohl ich es seit zehn Jahren immer wieder anfange und nie beende. Bei dem unbequemen Anruf, den ich seit Wochen verschiebe. Und je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir: Auch das hat mit Härte nichts zu tun. Wenn ich mich härter zwinge, gewinne ich diese Kämpfe meistens nicht. Ich verliere sie nur erschöpfter.
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Der Zirkusinhaber spricht:
Meine Damen und Herren, willkommen im wohl ungewöhnlichsten Zirkus der Welt! Unser Zirkus trägt den Namen „EMC DIE IDEE“. Viele Jahrzehnte lang haben wir gehofft, gebetet, nachgedacht und davon geträumt, dass die Menschen erkennen, dass sie trotz aller Unterschiede zu einer großen Gemeinschaft gehören.
Wir glauben, dass bereits im Jahr 1988 in Pörtschach am Wörthersee ein besonderes Zirkuszelt aufgestellt wurde. Nicht aus Stoff und Seilen, sondern aus Gedanken, Hoffnung und dem Wunsch nach Einheit. Dort entstand die Idee, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Glaubensrichtung, unter einem gemeinsamen Dach Platz finden können.
Natürlich wissen wir, dass die große Vorstellung noch nicht begonnen hat. Das Zelt steht zwar, aber viele Besucher haben ihre Eintrittskarte noch nicht entdeckt. Dennoch fragen wir uns: Worauf sollten wir noch warten? Auf die nächsten Generationen? Auf ein Wunder? Oder darauf, dass die Menschen selbst erkennen, dass Frieden besser ist als Streit?
Der Dompteur spricht:
Wer jemals mit wilden Tieren gearbeitet hat, weiß, wie schwierig Harmonie sein kann.
In meiner Manege laufen Löwen, Tiger, Bären, Zebras, Affen und manchmal auch ein paar besonders verrückte Papageien herum. Jeder glaubt, sein Gebrüll sei das wichtigste. Jeder möchte die größte Ecke im Käfig haben. Manchmal knurren sie einander an, manchmal streiten sie um das Futter, manchmal wollen sie einfach nur Recht behalten.
Meine Aufgabe als Dompteur ist nicht, die Tiere gleichzumachen. Ein Löwe soll Löwe bleiben, ein Zebra soll Zebra bleiben und ein Papagei darf weiterhin laut plappern. Aber sie sollen lernen, gemeinsam in der Manege aufzutreten, ohne sich gegenseitig aufzufressen.
Genau so sehen wir die Menschheit. Verschiedene Kulturen, verschiedene Traditionen, verschiedene Glaubenswege. Nicht alles muss gleich sein. Aber vielleicht könnten wir lernen, miteinander statt gegeneinander zu leben.
Natürlich weiß jeder erfahrene Dompteur, dass niemals völlige Ruhe herrscht. Irgendwo wird immer ein Affe Unsinn machen, ein Löwe brüllen oder ein Papagei dazwischenreden. Doch gerade deshalb braucht es Geduld, Humor und Vertrauen.
Der Clown spricht:
Und jetzt komme ich!
Während der Zirkusinhaber große Reden hält und der Dompteur versucht, die wilden Tiere zu beruhigen, stolpere ich mit meinen riesigen Schuhen durch die Manege und erinnere alle daran, dass wir Menschen manchmal viel zu ernst sind.
Wenn Gott auf unseren Zirkus schaut, dann schmunzelt er vielleicht gelegentlich über unsere Versuche, alles perfekt machen zu wollen. Dabei fallen wir ständig über unsere eigenen Füße, verheddern uns in unseren Meinungen und landen manchmal mitten im Sägemehl.
Doch genau darin liegt vielleicht eine wichtige Wahrheit: Niemand ist vollkommen. Niemand hat die ganze Wahrheit gepachtet. Wir alle lernen, wir alle machen Fehler, und wir alle dürfen darüber auch einmal lachen.
Darum möchten wir beim EMC DIE IDEE unseren kleinen Beitrag leisten. Nicht als Weltenretter, nicht als Besitzer der absoluten Wahrheit, sondern als einige wenige Menschen, die versuchen, ein gutes Beispiel für Frieden, Liebe, Respekt und ein humorvolles Miteinander zu sein.
Denn vielleicht ist die größte Zirkusnummer überhaupt nicht die des Dompteurs oder des Clowns.
Vielleicht ist die größte Nummer, wenn Menschen lernen, trotz ihrer Unterschiede gemeinsam in derselben Manege aufzutreten.
Vorhang auf. Die Vorstellung läuft bereits.
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Menschen melden sich, wenn sie sich denken:
„Hier werde ich verstanden“ weil sie jetzt auch Brunnenkresse essen.
…und nicht:
„Hier werde ich bewertet“
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