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Recurvebögen biegen sich an den Enden vom Schützen weg. Daruch steht die Sehne bereits im aufgespannten Zustand unter grösserer Spannung. Recurves können gegenüber Langbogen folgende Vorteile haben: [B2]
Höhere Pfeilgeschwindigkeit
Der Bogen ist bei gleicher Leistung kürzer als ein vergleichbarer Langbogen
Weniger stacking (dank kleinerem Sehnenwinkel)
Weniger Handschock (dank kürzeren Armen)
Diese Vorteile müssen allerdings durch einige Herausforderungen beim Bau und Schiessen des Bogens "erkauft" werden: Kürzere Wurfarme verstärken kleine Fehler beim Halten des Bogens und beim Lösen des Schusses. Der Spine-Wert der Pfeile (Mass für die Steifigkeit) muss genauer auf den Bogen abgestimmt sein, und Recurves bringen nur bei kurzen Bögen einen Vorteil, weil sie dicker bzw. schwerer sein müssen um stabil genug zu sein. [B2]
Recurves können in zwei Varianten gebaut werden:
Arbeitende Recurves
Die Wurfarmenden öffnen sich während des Auszugs (sie "rollen sich auf")
Statische Reruves. Die Wurfarmenden bleiben beim Auszug steif.
Planskizze für den Rohling Recurve 1. Oben: Aufsicht; unten: Seitenansicht; Massangaben in Zoll
Holz: Eibe (Parkeibe vom Standort GymThun Schadau)
Länge: 63 "; arbeitende Recurves (10 ")
Breite der Wurfarme: 1 1/2 "
Ziel-Gewicht: 35 Pfund bei 27.5 " Auszug
Der Rohling hatte kaum Kernholz im Berich der Wurfarme. Am Griffstück musste ein Astloch mit Epoxidharz gefüllt werden.
Der Bogen ist während des Tillerns beim Abspannen gebrochen. Der Grund ist in erster Linie in der falschen Spannmethode zu suchen. Dass solche Fehler auch Besseren passieren, zeigt folgendes Zitat von Jim Hamm: [B2]
"Als mir einmal beim Spannen die Hand abrutschte und sich infolgedessen der obere Recurve eines Bogens verabschiedete, an dem ich drei Wochen lang gearbeitet hatte, brach ich alle gültigen Rekorde im Dauerfluchen der Freistilklasse."
Planskizze für den Rohling Recurve 2. Oben: Aufsicht; unten: Seitenansicht; Massangaben in Zoll
Holz: Eibe (nur Kernholz)
Länge: 60 "; arbeitende Recurves (10 ")
Breite der Wurfarme: 1 3/4 "
Sehnen-Backing: 2 Lagen
Ziel-Gewicht: 45 Pfund bei 27.5 " Auszug
Die Sehne hat bei diesem Bogen zwei Funktionen: Sie ersetzt das fehlende Splintholz und sie soll dem Bogen genügend Stabilität und Kraft für ein Auszugsgewicht von 45 Pfund verleihen.
Die Sehne wurde nach 2 Wochen Trocknungszeit geschliffen und der Bogen ist bereit für den Tillerprozess, sobald die Sehne vollständig durchgetrocknet ist (2 - 3 Monate).
Planskizze für den Rohling Recurve 3. Oben: Aufsicht; unten: Seitenansicht; Massangaben in Zoll
Holz: Eibe
Länge: 66.5 "; arbeitende Recurves (10 ")
Breite der Wurfarme: 1 1/2 "
Gewicht: 30 Pfund bei 27.5 " Auszug
Der Splint wurde auf 0.5 cm Dicke mit durchgehendem Jahrsring reduziert. Zur Verstärkung der Tips wurden Platten aus Wasserbüffelhorn aufgeklebt. Beim Tillern hat sich aufgrund eines verwitterten Astloches im Zentrum der Griffzone ein Stück Holz gelöst. Dieses wurde ganz abgetrennt, von der Verwitterung gereinigt und wieder verleimt.
Der Bogen wurde bis auf 25 " getillert und hat die ersten 100 Schuss hinter sich. Als nächstes wird er geschliffen, die Griffzone fertig geformt und mit einer Lederwicklung versehen.
Planskizze für den Rohling Mary-Rose. Oben: Aufsicht; unten: Seitenansicht; Massangaben in Zoll
Holz: Eibe
Länge: 68 "
Griff: nicht abgesetzt, biegt sich mit
Breite der Wurfarme: 3/4 "
Gewicht: 35 Pfund bei 27.5 " Auszug
Dieser Bogen ist an den Typ Mary-Rose angelehnt, ist allerdings in seinen Massen und dem Zuggewicht an einen heutigen Schützen angepasst. Die Griffzone biegt sich beim Auszug nur schwach mit. Die Art der Horntips wurde ebenfalls nicht gemäss dem Original, sondern als aufgeklebte Verstärkungen auf dem Rücken gestaltet. Zudem wurde in der Griffzone eine Lederwicklung sowie eine Hornverstärkung am Pfeildurchlass angebracht.
Der Bogen wurde mit Leinölfirnis behandlet und hat die ersten 100 Schuss hinter sich.