Gib einen die Gottesnachrichten, und er ist geheit.
Himmel ist dort, wo zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren!
Liebe Lebe Lache Laufe DANKE Lerne Liebe Lebe Lache DANKE Lerne Liebe Lebe Lache
Im Wortlaut: Die gemeinsame Erklärung zur
Geschwisterlichkeit aller Menschen
Es war ein historischer Moment: am 4. Februar 2019 haben
Papst Franziskus und der Kairoer Großimam Ahmad Mohammad Al-Tayyeb
in Abu Dhabi das „Dokument über die Geschwisterlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet. Lesen Sie hier den Text in offizieller deutscher Übersetzung.
VORWORT
Der Glaube lässt den Gläubigen im anderen einen Bruder sehen, den man unterstützt und liebt. Aus dem Glauben an Gott, der das Universum, die Geschöpfe und alle Menschen – aufgrund seines Erbarmens – mit gleicher Würde erschaffen hat, ist der Gläubige gerufen, diese menschliche Brüderlichkeit zum Ausdruck zu bringen, indem er die Schöpfung und das ganze Universum bewahrt und jeden Menschen unterstützt, besonders die am meisten Bedürftigen und die Ärmsten.
Ausgehend von diesem transzendenten Wert haben wir uns in verschiedenen Begegnungen, die von einer Atmosphäre der Brüderlichkeit und Freundschaft geprägt waren, über die Freuden, Leiden und Probleme der heutigen Welt im Hinblick auf den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, die Errungenschaften in der Medizin, das digitale Zeitalter, die Massenmedien und Kommunikationsmittel ausgetauscht; über die Armut, die kriegerischen Auseinandersetzungen und das Leiden so vieler Brüder und Schwestern in verschiedenen Teilen der Welt, die hervorgerufen werden durch Wettrüsten, soziale Ungerechtigkeit, Korruption, Ungleichheit, moralischen Verfall, Terrorismus, Diskriminierung, Extremismus und viele weitere Ursachen.
Aus diesem brüderlichen und aufrichtigen Austausch, den wir hatten, und aus der Begegnung voller Hoffnung auf eine strahlende Zukunft für alle Menschen, entstand die Idee dieses »Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen«. Das Dokument ist aufrichtig und sorgfältig durchdacht und soll eine gemeinsame Erklärung guten und aufrichtigen Willens sein, so dass es alle, die in ihren Herzen den Glauben an Gott und den Glauben an die Brüderlichkeit aller Menschen tragen, einlädt, sich zusammenzutun und gemeinsam daran zu arbeiten, und dass das Dokument so für die jungen Generationen zu einem Leitfaden einer Kultur des gegenseitigen Respekts wird, im Verständnis der großen göttlichen Gnade, die alle Menschen zu Brüdern macht.
DOKUMENT
Im Namen Gottes, der alle Menschen mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und gleicher Würde geschaffen hat und der sie dazu berufen hat, als Brüder und Schwestern miteinander zusammenzuleben, die Erde zu bevölkern und auf ihr die Werte des Guten, der Liebe und des Friedens zu verbreiten.
Im Namen der unschuldigen menschlichen Seele, die zu töten Gott verboten hat, wenn er sagt, dass jeder, der einen Menschen ermordet, so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet, und dass jeder, der einen Menschen rettet, so ist, als hätte er die ganze Menschheit gerettet.
Im Namen der Armen, Notleidenden, Bedürftigen und Ausgegrenzten, denen beizustehen nach Gottes Gebot alle verpflichtet sind, insbesondere alle vermögenden und wohlhabenden Menschen.
Im Namen der Waisen, Witwen, Flüchtlinge und aller, die aus ihren Häusern und Heimatländern vertrieben wurden, aller Opfer von Krieg, Verfolgung und Ungerechtigkeit; im Namen aller Schwachen, aller in Angst lebenden Menschen, der Kriegsgefangenen und der Gefolterten überall auf der Welt, ohne irgendeinen Unterschied.
Im Namen der Völker, die der Sicherheit, des Friedens und des gemeinsamen Zusammenlebens entbehren und Opfer von Zerstörung, Niedergang und Krieg wurden.
Im Namen der »Brüderlichkeit aller Menschen«, die alle umfasst, vereint und gleich macht an Würde.
Im Namen dieser Brüderlichkeit, welche durch die politischen Bestrebungen von Integralismus und Spaltung sowie durch maßlos gewinnorientierte Systeme und abscheuliche ideologische Tendenzen, die die Handlungen und Schicksale der Menschen manipulieren, entzweit wird.
Im Namen der Freiheit, die Gott allen Menschen geschenkt hat, als er sie frei geschaffen und mit dieser besonderen Würde auszeichnet hat.
Im Namen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit, den Grundlagen des Wohlstands und den Eckpfeilern des Glaubens.
Im Namen aller Menschen guten Willens an allen Orten der Welt.
Im Namen Gottes und all dieser erklären Al-Azhar al-Sharif – mit den Muslimen von Ost und West – und die Katholische Kirche – mit den Katholiken von Ost und West – gemeinsam, dass sie die Kultur des Dialogs als Weg, die allgemeine Zusammenarbeit als Verhaltensregel und das gegenseitige Verständnis als Methode und Maßstab annehmen wollen.
Wir – die wir an Gott und an die endgültige Begegnung mit ihm und an sein Gericht glauben – verlangen ausgehend von unserer religiösen und moralischen Verantwortung mit diesem Dokument von uns selbst und den leitenden Persönlichkeiten in der Welt, von den Architekten der internationalen Politik und der globalen Wirtschaft, ein ernsthaftes Engagement zur Verbreitung einer Kultur der Toleranz, des Zusammenlebens und des Friedens; ein schnellstmögliches Eingreifen, um das Vergießen von unschuldigem Blut zu stoppen und Kriegen, Konflikten, Umweltzerstörung und dem kulturellen und moralischen Niedergang, den die Welt derzeit erlebt, ein Ende zu setzen.
Wir rufen die Intellektuellen, die Philosophen, die Vertreter der Religionen, die Künstler, die Medienleute und die Kulturschaffenden in der ganzen Welt auf, die Werte des Friedens, der Gerechtigkeit, des Guten, der Schönheit, der menschlichen Brüderlichkeit und des gemeinsamen Zusammenlebens wiederzuentdecken, um die Bedeutung dieser Werte als Rettungsanker für alle deutlich zu machen und sie möglichst überall zu verbreiten.
Ausgehend von einer tiefen Reflexion über unsere gegenwärtige Realität, in Achtung vor ihren Erfolgen und im Miterleben ihrer Leiden, ihrer Unglücke und Katastrophen, kommt diese Erklärung zu der Überzeugung, dass Hauptursachen für die Krise der modernen Welt ein betäubtes menschliches Gewissen und eine Entfremdung von religiösen Werten sowie die Dominanz von Individualismus und materialistischen Philosophien ist, die den Menschen vergöttlichen und weltliche wie auch materielle Werte an die Stelle der höchsten und transzendenten Prinzipien setzen.
In Anerkennung der positiven Entwicklung, die unsere moderne Zivilisation in den Bereichen der Wissenschaft, der Technologie, der Medizin, der Industrie und des Wohlstands insbesondere in den entwickelten Ländern genommen hat, betonen wir, dass mit diesen großen und geschätzten historischen Fortschritten auch ein Verfall der Ethik, die internationales Handeln prägt, sowie eine Schwächung der geistlichen Werte und des Verantwortungsbewusstseins einhergeht. All dies trägt dazu bei, dass sich ein allgemeines Gefühl von Frustration, Einsamkeit und Verzweiflung ausbreitet, das viele dazu bringt, entweder in den Strudel des atheistischen und agnostischen Extremismus oder in einen religiösen Integralismus, Extremismus und blinden Fundamentalismus zu verfallen und so andere Menschen dazu führt, sich Formen der Abhängigkeit und der individuellen und kollektiven Selbstzerstörung zu ergeben.
Die Geschichte macht deutlich, dass religiöser wie nationaler Extremismus und Intoleranz in der Welt, sowohl im Westen als auch im Osten, etwas hervorgerufen haben, was man als Anzeichen eines »stückweisen Dritten Weltkriegs« bezeichnen könnte, Anzeichen, die in verschiedenen Teilen der Welt und unter verschiedenen tragischen Bedingungen bereits ihr grausames Gesicht gezeigt haben; Situationen, von denen nicht genau bekannt ist, wie viele Opfer, Witwen und Waisen sie hervorgebracht haben. Darüber hinaus gibt es andere Bereiche, die dabei sind, sich zum Schauplatz neuer Konflikte zu entwickeln, in denen es Spannungsherde und Anhäufungen von Waffen und Munition gibt, und zwar in einer global von Unsicherheit, Enttäuschung, Zukunftsangst und von kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen geprägten Situation.
Wir bekräftigen auch, dass die heftigen politischen Krisen, die Ungerechtigkeit und das Fehlen einer gerechten Verteilung der natürlichen Ressourcen – von denen nur eine Minderheit Reicher auf Kosten der Mehrheit der Erdbevölkerung profitiert – eine enorme Anzahl an Kranken, Bedürftigen und Toten hervorgebracht haben und weiterhin hervorrufen und tödliche Krisen verursachen, denen mehrere Länder ausgesetzt sind, trotz des natürlichen Reichtums und der Ressourcen der jungen Generationen, die sie kennzeichnen. Angesichts dieser Krisen, die dazu führen, dass Millionen von Kindern an Hunger sterben, die aufgrund von Armut und Unterernährung bereits bis auf die Knochen abgemagert sind, herrscht ein inakzeptables internationales Schweigen.
In diesem Zusammenhang wird deutlich, wie wichtig die Familie als grundlegender Kern der Gesellschaft und der Menschheit ist, um Kinder zur Welt zu bringen, aufzuziehen, heranzubilden und ihnen eine solide Moral und familiären Schutz zu bieten. Die Institution der Familie anzugreifen, sie zu verachten oder an der Bedeutung ihrer Rolle zu zweifeln, ist eines der gefährlichsten Übel unserer Zeit.
Wir bestätigen auch die Wichtigkeit des Wiedererwachens des Sinns für das Religiöse und der Notwendigkeit, ihn in den Herzen der neuen Generationen durch die gesunde Erziehung und die Annahme der moralischen Werte und der rechten religiösen Lehren wiederzubeleben, um den individualistischen, egoistischen, konfliktbeladene Tendenzen, dem Radikalismus und dem blinden Extremismus in all seinen Formen und Erscheinungen entgegenzutreten.
Das erste und wichtigste Ziel der Religionen ist es, an Gott zu glauben, ihn zu ehren und alle Menschen dazu aufzurufen zu glauben, dass dieses Universum von einem Gott abhängig ist, der es führt, der der Schöpfer ist, der uns mit seiner göttlichen Weisheit geformt hat und uns die Gabe des Lebens geschenkt hat, um sie zu behüten. Niemand hat das Recht, diese Gabe wegzunehmen, zu bedrohen oder nach seinem Gutdünken zu manipulieren. Im Gegenteil müssen alle diese Gabe des Lebens von ihrem Anfang bis zu ihrem natürlichen Tod zu bewahren. Deshalb verurteilen wir alle Praktiken, die das Leben bedrohen, wie die Genozide, die terroristischen Akte, die Zwangsumsiedlungen, den Handel mit menschlichen Organen, die Abtreibung und die Euthanasie sowie die politischen Handlungsweisen, die all dies unterstützen.
Ebenso erklären wir mit Festigkeit, dass die Religionen niemals zum Krieg aufwiegeln und keine Gefühle des Hasses, der Feindseligkeit, des Extremismus wecken und auch nicht zur Gewalt oder zum Blutvergießen auffordern. Diese Verhängnisse sind Frucht der Abweichung von den religiösen Lehren, der politischen Nutzung der Religionen und auch der Interpretationen von Gruppen von religiösen Verantwortungsträgern, die in gewissen Geschichtsepochen den Einfluss des religiösen Empfindens auf die Herzen der Menschen missbraucht haben: Die Gläubigen sollten dazu geführt werden, Dinge zu tun, die nichts mit der Wahrheit der Religion zu tun haben; sie sollten weltliche und kurzsichtige politische und wirtschaftliche Ziele verwirklichen.
Deshalb bitten wir alle aufzuhören, die Religionen zu instrumentalisieren, um Hass, Gewalt, Extremismus und blinden Fanatismus zu entfachen. Wir bitten, es zu unterlassen, den Namen Gottes zu benutzen, um Mord, Exil, Terrorismus und Unterdrückung zu rechtfertigen. Wir bitten darum aufgrund unseres gemeinsamen Glaubens an Gott, der die Menschen nicht erschaffen hat, damit sie getötet werden oder sich gegenseitig bekämpfen, und auch nicht, damit sie in ihrem Leben und in ihrer Existenz gequält und gedemütigt zu werden.
Denn Gott, der Allmächtige, hat es nicht nötig, von jemandem verteidigt zu werden;
und er will auch nicht, dass sein Name benutzt wird, um die Menschen zu terrorisieren.
Dieses Dokument bekräftigt im Einklang mit den vorausgehenden Internationalen Dokumenten, die die Wichtigkeit der Rolle der Religionen im Aufbau des weltweiten Friedens hervorgehoben haben, das Folgende:
• Die feste Überzeugung, dass die wahren Lehren der Religionen dazu einladen, in den Werten des Friedens verankert zu bleiben; dass sie dazu anregen, die Werte des gegenseitigen Kennens, der Brüderlichkeit aller Menschen und des allgemeinen Miteinanders zu vertreten; dass sie darauf hinwirken, dass die Weisheit, die Gerechtigkeit und die Nächstenliebe wiederhergestellt werden und der Sinn für die Religiosität unter den jungen Menschen wiedererweckt wird, um die neuen Generationen vor der Vorherrschaft des materialistischen Gedankenguts, vor der Gefahr der politischen Handlungsweisen der Gier nach maßlosem Gewinn und vor der Gleichgültigkeit zu schützen, die alle auf dem Gesetz der Kraft und nicht auf der Gesetzeskraft begründet sind.
• Die Freiheit ist ein Recht jedes Menschen: ein jeder genießt Bekenntnis-, Gedanken-, Meinungs-, und Handlungsfreiheit. Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet. Deshalb wird der Umstand verurteilt, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Religion oder eine gewisse Kultur anzunehmen wie auch einen kulturellen Lebensstil aufzuerlegen, den die anderen nicht akzeptieren.
• Die Gerechtigkeit, die auf der Barmherzigkeit gründet, ist der Weg, der beschritten werden muss, um zu einem würdigen Leben zu gelangen, auf das jeder Mensch Anspruch hat.
• Der Dialog, die Verständigung, die Verbreitung der Kultur der Toleranz, der Annahme des Anderen und des Zusammenlebens unter den Menschen würden beträchtlich dazu beitragen, viele wirtschaftliche, soziale, politische und umweltbezogene Probleme zu verringern, die einen großen Teil des Menschengeschlechts bedrängen.
• Der Dialog unter den Gläubigen bedeutet, sich im enormen Raum der gemeinsamen geistlichen, menschlichen und gesellschaftlichen Werte zu begegnen und diese zugunsten der höchsten moralischen Tugenden einzusetzen, die von den Religionen erweckt werden; er bedeutet auch, die unnützen Diskussionen zu vermeiden.
• Der Schutz der Gottesdienststätten – Tempel, Kirchen und Moscheen – ist eine von den Religionen, den menschlichen Werten, den Gesetzen und den internationalen Konventionen gewährleistete Verpflichtung. Jeder Versuch, die Gottesdienststätten anzugreifen oder sie durch Attentate oder Explosionen oder Zerstörungen zu bedrohen, ist eine Abweichung von den Lehren der Religionen sowie eine klare Verletzung des Völkerrechts.
• Der verdammenswerte Terrorismus, der die Sicherheit der Personen im Osten als auch im Westen, im Norden als auch im Süden bedroht und Panik, Angst und Schrecken sowie Pessimismus verbreitet, ist nicht der Religion geschuldet – auch wenn die Terroristen sie instrumentalisieren –, sondern den angehäuften falschen Interpretationen der religiösen Texte, den politischen Handlungsweisen des Hungers, der Armut, der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung, der Anmaßung; deswegen ist es notwendig, die Unterstützung für die terroristischen Bewegungen durch Bereitstellung von Geldern, Waffen, Plänen oder Rechtfertigungen und auch durch die medizinische Versorgung einzustellen und all dies als internationale Verbrechen anzusehen, die die weltweite Sicherheit und Frieden bedrohen. Man muss einen derartigen Terrorismus in all seinen Formen und Erscheinungen verurteilen.
• Die Auffassung von Bürgerrecht fußt auf der Gleichheit der Rechte und Pflichten, unter deren Schutz alle die gleiche Gerechtigkeit genießen. Daher ist notwendig, sich dafür einzusetzen, dass in unseren Gesellschaften die Auffassung des vollwertigen Bürgerrechts festgelegt und auf eine diskriminierende Verwendung des Begriffs Minderheiten verzichtet wird. Diese bringt den Samen des Gefühls der Isolation und der Minderwertigkeit mit sich; sie bereitet der Feindseligkeit und dem Unfrieden den Boden und nimmt die Errungenschaften und die religiösen und zivilen Rechte einiger Bürger weg, während sie diese diskriminiert.
• Es ist unbestreitbar, dass die Beziehung zwischen dem Westen und dem Osten von gegenseitiger Notwendigkeit ist und weder ersetzt noch vernachlässigt werden kann, damit beide durch den Austausch und Dialog der Kulturen sich gegenseitig kulturell bereichern. Der Westen könnte in der Kultur des Ostens Heilmittel für einige seiner geistigen und religiösen Krankheiten finden, die von der Vorherrschaft des Materialismus hervorgerufen wurden. Und der Osten könnte in der Kultur des Westens viele Elemente finden, die ihm hilfreich sind, sich vor der Schwachheit, der Spaltung, dem Konflikt und vor dem wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Abstieg zu retten. Es ist wichtig, den religiösen, kulturellen und historischen Unterschieden Aufmerksamkeit zu schenken, die ein wesentlicher Bestandteil in der Bildung der Persönlichkeit, der Kultur und der Zivilisation des Ostens sind. Es ist auch wichtig, die allgemeinen gemeinsamen Menschenrechte zu festigen, um dazu beizutragen, ein würdiges Leben für alle Menschen im Westen und im Osten zu gewährleisten, wobei der Rückgriff auf eine doppelte Politik vermieden werden muss.
• Es ist eine unabdingbare Notwendigkeit, das Recht der Frau auf Bildung, auf Arbeit und auf Ausübung der eigenen politischen Rechte anzuerkennen. Ferner muss darauf hingearbeitet werden, die Frau von allen historischen und sozialen Zwängen zu befreien, die gegen die Grundsätze des eigenen Glaubens und der eigenen Würde stehen. Es ist ebenso notwendig, sie vor der sexuellen Ausbeutung zu beschützen wie auch davor, als Ware oder Mittel zum Vergnügen oder zum finanziellen Gewinn zu behandelt zu werden. Daher muss man alle unmenschlichen Praktiken und volkstümlichen Bräuche, welche die Würde der Frau erniedrigen, einstellen und dafür arbeiten, dass die Gesetze geändert werden, welche die Frauen daran hindern, ihre Rechte voll zu genießen.
• Der Schutz der Grundrechte der Kinder, in einer familiären Umgebung aufzuwachsen sowie Ernährung, Bildung und Beistand zu erhalten, ist eine Pflicht der Familie und der Gesellschaft. Diese Rechte müssen garantiert und geschützt werden, damit sie keinem Kind in keinem Teil der Welt fehlen oder verwehrt werden. Es muss jede Praxis verurteilt werden, welche die Würde der Kinder oder ihre Rechte verletzt. Desgleichen ist es wichtig, über die Gefahren zu wachen, denen sie – besonders im digitalen Bereich – ausgesetzt sind, und das Geschäft mit ihrer Unschuld und jede Verletzung ihrer Kindheit als Verbrechen anzusehen.
• Der Schutz der Rechte der älteren Menschen, der Schwachen, der Menschen mit Behinderung und der Unterdrückten ist eine religiöse und soziale Forderung; er muss durch eine strenge Gesetzgebung und die Anwendung der diesbezüglichen internationalen Konvention gewährleistet und verteidigt werden.
Zu diesem Zweck verkünden und versprechen die Katholische Kirche und Al-Azhar in gemeinsamer Zusammenarbeit, dieses Dokument den Verantwortungsträgern, den einflussreichen Führungskräften, den Religionsvertretern in aller Welt, den zuständigen Organisationen auf regionaler und internationaler Ebene, den Organisationen der Zivilgesellschaft, den religiösen Institutionen und den Meinungsführern zu bringen; sie verkünden und versprechen, sich dafür einzusetzen, die in dieser Erklärung enthaltenen Grundsätze auf allen regionalen und internationalen Ebenen zu verbreiten, indem sie dazu auffordern, diese Grundsätze in Politik, Entscheidungen, Gesetzestexten, Studienprogrammen und Kommunikationsmaterialen umzusetzen.
Al-Azhar und die Katholische Kirche bitten, dass dieses Dokument Forschungs- und Reflexionsgegenstand in allen Schulen, in den Universitäten und in den Erziehungs- und Bildungseinrichtungen werde, um dazu beizutragen, neue Generationen zu bilden, die das Gute und den Frieden bringen und überall das Recht der Unterdrückten und der Geringsten verteidigen.
Abschließend hoffen wir darauf dass:
diese Erklärung eine Einladung zur Versöhnung und zur Brüderlichkeit unter allen Glaubenden, besser noch unter Glaubenden und Nichtglaubenden sowie unter allen Menschen guten Willens;
dass sie ein Aufruf sei an jedes wache Gewissen, das sich von der abweichenden Gewalt und dem blinden Extremismus lossagt; ein Aufruf an den, der die Werte der Toleranz und Brüderlichkeit, die von den Religionen gefördert und unterstützt werden, liebt;
dass sie ein Zeugnis für die Größe des Glaubens an Gott sei, der die getrennten Herzen eint und den menschlichen Geist erhebt;
dass sie ein Symbol für die Umarmung zwischen Ost und West, Nord und Süd sowie zwischen allen, die glauben, dass Gott uns erschaffen hat, damit wir uns kennen, unter uns zusammenarbeiten und als Brüder und Schwestern leben, die sich lieben.
Das hoffen und suchen wir zu verwirklichen, um einen universalen Frieden zu erreichen, den alle Menschen in diesem Leben genießen können.
Abu Dhabi, am 4. Februar 2019
Seine Heiligkeit Großimam von Al-Azhar
Papst Franziskus Ahmad Al-Tayyeb
Gottes Verbindung verursacht im Leben des Menschen Wohlgefühl und Liebe in seinem Tun.
Heiterkeit des Lebens in bester Dankbarkeit!
Ewigkeitsfähigkeit erwerben.!
Es gibt einen weltbesten marianischen Stil bei der missionarischen Tätigkeit der Kirche. Denn jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der weltbesten Zärtlichkeit und der weltbesten Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärtlichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen.
VERZEIHEN IST EIN MEDIKAMENT!
HIMMEL IST DORT, WO ZWISCHENMENSCHLICHE BEZIEHUNGEN FUNKTIONIEREN, GOTTES VERBINDUNG VERURSACHT IM LEBEN DER MENSCHEN WOHLGEFÜHL UND LIEBE IN SEINEM TUN!
- Glauben kann nicht weiter gegeben werden – so wie ein Buch!
Heiterkeit des Lebens in bester Dankbarkeit! "Ewigkeitsfähigkeit" erwerben heisst, sich klar zu machen , daß es den "Himmel" nicht "hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen gibt", und dort ein "Schneewittchen" wartet, sondern den Himmel gibt es nur bei einer zwischenmenschlichen Beziehung, sei es Privat, Dienstlich, in einer Freundschaft, im täglichen Leben, dort, wo wir eine freundlich angenehme Athmosphäre mit einer guten zwischenmenschlichen Beziehung aufbauen können. Und die kann nur mit Gott als Vermittler, "wo beide Teile zu Gott hinschauen", und wo Gott, Jesus Christus und der Heilige Geist als Vermittler tätig sind, geben. Und wenn ein Mensch dazu 3019 noch nicht fähig ist, dann geht er zu Jesus Christus! Und wenn er dass nicht tun möchte, oder kann, dann gehen solche Menschen auch bei Rot über die Strassenkreuzung", und wir können nichts dagegen tun. Bei jeder Ampel können wir nicht stehen. Jesus schon, aber wenn die Meschen Jesus Christus nicht erkennen können, "dann weint auch Gott, sein Vater im Himmel mit".
Ewigkeitsfähigkeit bekommen sie also dann, wenn ihre zwischenmenschliche Beziehungen mit Gott aufgebaut sind. Überall dort, wo ohne Jesus Christus eine zwischenmenschliche Beziehung geschlossen wurde, muss es zu Reibereien und zu einer Höllenbeziehung kommen. Die "Fegefeuerbeziehung" ist dann das "Leiden", nicht schlafen können, etc. Die EIfersucht, der Neid, etc. die werden in "Phantasien" erzeugt. Dort, wo der "Bastian" nicht mehr in die Realität springt!
IN DER REALITÄT GIBT ES KEINEN NEID UND SCHLECHTREDEN EINES ANDEREN MENSCHEN, ODER KRIEG GEGEN IRGENDEIN LAND! Wir stellen ein Pickerl für die Ewigkeitsfähigkeit aus. Zertifiziert nach IgAo 1A00A1 Nr. 12A1.
Prof. Dr. Tomislav Ivančić erklärt in einen dieser Vorträgen, im Vortrag 7, wie er unheilbar Krank vom Arzt entlassen wurde, und daheim wieder gesund wurde, und noch über 40 Jahre leben durfte.
VERZEIHEN IST EIN MEDIKAMENT! Befähigung zur Evangelisation.
Eine Förderung als Jesus Christus Weltbürger/in, unberaubbar an der göttlichen Quelle Gottes hängend. "Heiterkeit in und mit bester Lebensstimmung"!
HAT MICH DIE GESUNDHEIT SCHON GEFUNDEN - JAWOHL! DIE KRANKHEIT SUCHT MICH VERGEBLICH.
Jesus führt uns immer dorthin - wo wir hingehören - auf Gott und Jesus und dem Heiligen Geist VERTRAUEN - dass die Dreifaltigkeit uns immer dorthin führt - wo wir hingehören.
ANNEHMEN WAS IST - ANNEHMEN WEM GOTT IN MEINE NÄHE FÜHRT - DER BEI MIR BLEIBT - DER SEIN LEBEN MIT MIR TEILEN MÖCHTE - GOTTESWILLEN GESCHEHEN LASSEN.
Unruhig ist mein Herz bis es ruht in Dir
- Glauben kann nicht weiter gegeben werden – so wie ein Buch!
- Glauben muss Empfangen werden
- Das bleibt das Geheimnis des Glauben
- Was haben wir falsch gemacht – dass unsere Kinder nicht Kirche gehen. Glaube kann man nicht weitergeben – nur bezeugen – einfach Gott sagen – Lieber Gott, du machst das.
Zwingen kann man keinen – Glauben können ist ein Geschenk
Ich hab nicht den Auftrag, sie zu überzeugen, NUR IHNEN ZU SAGEN
Wir haben den Auftrag zu bezeugen – den Rest macht der Herr.
Lieber Gott, du hast mich zuerst geliebt, und du überzeugst jetzt die Menschen.
Bei der Taufe, „Es macht das Herr das Seine“ In den Gnadenstrom Jesus wird dieses Kind hineingenommen
Ich Glaube daran, daß Jesus den auch wirklich vergibt, Spüren tue ich da nicht immer etwas. „Aber, der Herr tut das seines“
Gott wird nie Müde, uns zu Verzeihen!
Man weiß nicht, warum jemand seinen Glauben verliert?
Paulus hat nicht zuerst erklärt, er hat nicht versucht zu erklären. ER HAT ES BEKANNT – ER HAT ES VERKÜNDET
ICH GLAUBE DASS JESUS CHRISTUS WIRKLICH DER SOHN GOTTES IST
VOM KOPF INS HERZ GEHT – NIEMAND KOMMT ZU GOTT – ABER GOTT ZIEHT DENJENIGEN INS HERZ – NUR GOTT ZIEHT DEN MENSCHEN ZU SICH – NICHT ICH SCHICK „DEN MENSCHEN„ ZU GOTT !!!
Es gibt auf der Welt nur zwei Tragödien. Die eine ist, daß man nicht bekommt, was man sich wünscht, und die zweite, daß man es bekommt.
Jesus Christus Software 11774 Version 51, Version 52, Version 53 2017/18
Die Mutter des lebendigen Evangeliums bitten wir um ihre Fürsprache, dass diese Einladung zu einer neuen Phase der Verkündigung des Evangeliums von der ganzen Gemeinschaft der Kirche angenommen werde. Sie ist die Frau des Glaubens, die im Glauben lebt und unterwegs ist,[214] und » ihr außergewöhnlicher Pilgerweg des Glaubens stellt so einen bleibenden Bezugspunkt dar für die Kirche «.[215] Sie ließ sich vom Heiligen Geist auf einem Weg des Glaubens zu einer Bestimmung des Dienstes und der Fruchtbarkeit führen. Heute richten wir unseren Blick auf sie, dass sie uns helfe, allen die Botschaft des Heils zu verkünden, und dass alle neuen Jünger zu Verkündern des Evangeliums werden.[216] Auf diesem Pilgerweg der Evangelisierung fehlen nicht die Phasen der Trockenheit, des Dunkels bis hin zu mancher Mühsal, wie sie Maria während der Jahre in Nazaret erlebt hat, als Jesus heranwuchs: » Dieser ist der Anfang des Evangeliums, der guten, frohen Botschaft. Es ist aber nicht schwer, in jenem Anfang auch eine besondere Mühe des Herzens zu erkennen, die mit einer gewissen „Nacht des Glaubens“ verbunden ist – um ein Wort des heiligen Johannes vom Kreuz zu gebrauchen –, gleichsam ein „Schleier“, durch den hindurch man sich dem Unsichtbaren nahen und mit dem Geheimnis in Vertrautheit leben muss. Auf diese Weise lebte Maria viele Jahre in Vertrautheit mit dem Geheimnis ihres Sohnes und schritt voran auf ihrem Glaubensweg. «[217]
Es gibt einen marianischen Stil bei der missionarischen Tätigkeit der Kirche. Denn jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärtlichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen. Wenn wir auf Maria schauen, sehen wir, dass diejenige, die Gott lobte, weil er » die Mächtigen vom Thron stürzt « und » die Reichen leer ausgehen lässt « (vgl. Lk 1,52.53), in unsere Suche nach Gerechtigkeit Geborgenheit bringt. Auch bewahrt sie sorgfältig » alles in ihrem Herzen und denkt darüber nach « (vgl. Lk 2,19). Maria weiß, die Spuren des Geistes Gottes in den großen Geschehnissen zu erkennen und auch in denen, die nicht wahrnehmbar scheinen. Sie betrachtet das Geheimnis Gottes in der Welt, in der Geschichte und im täglichen Leben von jedem und allen Menschen. Sie ist die betende und arbeitende Frau in Nazaret, und sie ist auch unsere Frau von der unverzüglichen Bereitschaft, die aus ihrem Dorf aufbricht, um den anderen » eilends « (vgl. Lk 1,39) zu helfen. Diese Dynamik der Gerechtigkeit und der Zärtlichkeit, des Betrachtens und des Hingehens zu den anderen macht Maria zu einem kirchlichen Vorbild für die Evangelisierung. Wir bitten sie, dass sie uns mit ihrem mütterlichen Gebet helfe, damit die Kirche ein Haus für viele werde, eine Mutter für alle Völker, und dass die Entstehung einer neuen Welt möglich werde. Der Auferstandene sagt uns mit einer Macht, die uns mit großer Zuversicht und fester Hoffnung erfüllt: » Seht, ich mache alles neu « (Offb 21,5). Mit Maria gehen wir vertrauensvoll diesem Versprechen entgegen und sagen zu ihr:
Jungfrau und Mutter Maria,
vom Heiligen Geist geführt
nahmst du das Wort des Lebens auf,
in der Tiefe deines demütigen Glaubens
ganz dem ewigen Gott hingegeben.
Hilf uns, unser » Ja « zu sagen
angesichts der Notwendigkeit, die dringlicher ist denn je,
die Frohe Botschaft Jesu erklingen zu lassen.
Du, von der Gegenwart Christi erfüllt,
brachtest die Freude zu Johannes dem Täufer
und ließest ihn im Schoß seiner Mutter frohlocken.
Du hast, bebend vor Freude,
den Lobpreis der Wundertaten Gottes gesungen.
Du verharrtest standhaft unter dem Kreuz
in unerschütterlichem Glauben
und empfingst den freudigen Trost der Auferstehung,
du versammeltest die Jünger
in der Erwartung des Heiligen Geistes,
damit die missionarische Kirche entstehen konnte.
Erwirke uns nun einen neuen Eifer als Auferstandene,
um allen das Evangelium des Lebens zu bringen,
das den Tod besiegt.
Gib uns den heiligen Wagemut, neue Wege zu suchen,
damit das Geschenk der Schönheit, die nie erlischt,
zu allen gelange.
Du, Jungfrau des hörenden Herzens und des Betrachtens,
Mutter der Liebe, Braut der ewigen Hochzeit,
tritt für die Kirche ein, deren reinstes Urbild du bist,
damit sie sich niemals verschließt oder still steht
in ihrer Leidenschaft, das Reich Gottes aufzubauen.
Stern der neuen Evangelisierung,
hilf uns, dass wir leuchten
im Zeugnis der Gemeinschaft,
des Dienstes, des brennenden und hochherzigen Glaubens,
der Gerechtigkeit und der Liebe zu den Armen,
damit die Freude aus dem Evangelium
bis an die Grenzen der Erde gelange
und keiner Peripherie sein Licht vorenthalten werde.
Mutter des lebendigen Evangeliums,
Quelle der Freude für die Kleinen,
bitte für uns.
Amen. Halleluja!
Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, zum Abschluss des Jahres des Glaubens, am 24. November – Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, König des Weltalls – im Jahr 2013, dem ersten meines Pontifikats.
FRANCISCUS PP
Falls jemand sich durch meine Worte beleidigt fühlt, versichere ich ihm, dass ich sie mit Liebe und in bester Absicht sage, weit entfernt von jedem persönlichen Interesse oder einer politischen Ideologie. AVGED - unsere Worte sind nicht das von Feinden, noch das eines Gegners. Es geht mir und uns einzig darum, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die Sklaven einer individualistischen, gleichgültigen und egoistischen Mentalität sind, sich von jenen unwürdigen Fesseln befreien und eine Art zu leben und zu denken erreichen können, die menschlicher, edler und fruchtbarer ist und ihrer Erdenwanderung Würde verleiht.
Ökosoph - Ökosophen - Ökosophinnen - Ökosophie - Tiefenökologen - Ökologische Philosophie
:: Die Zukunft in unseren unraubaren Händen: Menschliches und nicht-menschliches Leben ...
... und wie man beides bewahren sollte. Zu einem Buch des Tiefenökologen Arne Naess. Von Rupert Neudeck
Arne Naess ist ein unberaubbarer Geheimtipp unter denen, die die Erde und Schöpfung nicht zerstört wissen wollen. Er ist der erste (?) ökologische Philosoph. Aber vielleicht stimmt das nur semantisch, denn auch Philosophen wie Schopenhauer, Immanuel Kant, waren große Bekenner der Achtung und des Respektes vor der Natur, deren integraler Teil wir ja sind.
Arne Naess aber ist ein Ökosoph. Und für den Ökosophen stellen sich die Verhältnisse neu ein. Es gilt nicht unbedingt das Wachstumsgesetz, auch nicht die Gesetze des Kapitalismus oder der gemilderten sozialen Marktwirtschaft. Am Schluss des nun auch deutsch vorliegenden Buches „Die Zukunft in unseren Händen“ kommt er auf die Bibel, das Alte wie das Neue Testament.
Er betont, dass die unraubbare „autotelische Einzigartigkeit des Menschen“, also von unsereinem im Alten Testament bestritten wird. Im Psalm 104,18 heißt es doch: „Die hohen Berge sind dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs!“ Das heißt auch, dass Menschen nicht unbedingt an diesen Klippschiefern verdienen sollen. Und deutlicher: Diese Tiere haben auf die Berge und Felsen einen klaren Anspruch wie der „Mensch auf die Dinge, die er braucht, um ein gesundes und gottesfürchtiges Leben zu führen“.
Der Mensch, also wir sollen Wächter und Hüter der unraubbaren Natur sein. „Der Herr Gott nahm also den Menschen und setzte ihn in Edens Garten, dass er ihn bebaue und pflege“ (Genesis 2,15). Viele Stellen in der Bibel sind in ihrer Aufforderung ganz klar: Der Mensch trägt eine Verantwortung für sein Handeln. Was Gott geschaffen habe, darf nicht der Ausrottung anheimfallen, „nicht einmal die Schlangen im Garten Eden“.
Wenn Naess bemängelt, dass das Alte Testament nicht auf die Wächterrolle en detail eingeht, so kann man natürlich als Christ sagen, das hat er uns freigestellt-. Im Neuen Testament gibt es das Gleichnis von dem getreuen und dem ungetreuen Diener: „Es pflanzte jemand einen Weinberg, umgab ihn mit einem Zaun, grub eine Kelter. Darauf verpachtete er ihn an Winzer und ging außer Landes“. Als sie dem Mann später seinen Anteil und Ertrag an der Weinernte abgeben sollen, weigerten sich die Winzer, denn es lief nicht gut für sie. Deshalb heißt es: „Das Gottesreich wird euch genommen und einem Volke gegeben, das rechte Früchte trägt“
Das ist für die Ökosophie eine wichtige Mahnung. Denn für den unberaubbaren Umgang mit der Schöpfung werden wir eines Tages in Haftung genommen. Arne Naess sagt: Die Wahrheit dieses Markus-Wortes habe sich im Verlauf der Geschichte immer wieder bewiesen.
Was nun ist Tiefenökologie? Das Buch macht mit einer anderen Weltsicht vertraut, die weniger ethisch und moralisch und juristisch ausgerichtet ist, sondern sich aus der Anschauung ergibt. So schreibt der Herausgeber des Buches: Arne Naess ist eher ein Forscher im Verborgenen, er hat sich nie nach publizistischem, politischem oder TV-Glamour gesehnt. Das Buch beginnt sehr philosophisch: Der Mensch sei das erste Lebewesen auf der Erde, „das sich bewusst dafür entscheiden kann, das quantitative Wachstum der eigenen Spezies zu begrenzen und mit den übrigen Lebensformen auf diesem Planeten dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu leben.“ Das Buch ist im Grunde die Entfaltung dieses ersten langen Satzes. Dank unseres biologischen Erbes seien wir in der Lage, diese lebendige Vielfalt in der ganzen Komplexität zu bestaunen.
Die immer noch herrschende technisch-industrielle Kultur erscheint Arne Naess besessen davon zu sein, sich sämtliche Naturräume und Lebenswelten auf dem Globus zu unterwerfen und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu unterwerfen. Wir, so der Autor, tragen alle daran eine Mitschuld. Wir seien sehr spät aufgewacht.
Das Großartige an diesem Autor und dem, was er aufweist. Er tut es unaufgeregt, aber radikal. Es ist eine nicht-schreiende Radikalität. Es wird für die Änderung des globalen Umweltdesasters ein radikaler Politikwechsel angesagt. Nur noch durch Radikalität ist der aktuelle Zustand zu überwinden. Es ist auf jeden fall sprachlich, methodisch und inhaltlich ein eigener Weg, der nicht dem mainstream der ökologischen Bewegung folgt, ihm aber auch nicht entgegengesetzt ist, es ist ein komplementärer und sehr sympathischer Weg.
Die acht unberaubbaren Grundelemente einer Tiefenökologie stehen im Zentrum des Buches.
Die Entfaltung menschlichen und nicht menschlichen Lebens auf der Erde sei ein Wert an sich. Das klingt wie wenn kant sich das angesehen hätte. Auch (2.) die Vielfalt der Lebensformen und Arten sei ein Wert an sich. Der dritte Grundsatz ist scharf und für jedermann verstehbar: „Der Mensch habe kein Recht, diese Vielfalt zu zerstören, es sei denn dass ihn ein elementares Bedürfnis oder eine existentielle Notlage dazu zwingen“.
Der Autor will sagen, dass es schon eine existentielle Notlage sein muss, dass jemand Leopard Panzer produziert und damit sein Gehalt und seine Rentenansprüche bekommt. Aber er kann auf Dauer dafür weder ein elementares Bedürfnis, noch eine existentielle Notlage beanspruchen. Arne Naess nimmt das Beispiel des Walfängers, der in einer modernen Industriegesellschaft damit rechnen muss, arbeitslos zu werden. „Maß sein, dass der Walfang in seinen Augen ein wichtiges Mittel des Broterwerbs ist, nur ist in der modernen Welt, niemand mehr auf die ‚Früchte’ dieser Arbeit angewiesen“.
Der vierte Grundsatz der Tiefenökologie: Die jetzigen Eingriffe von uns Menschen in den Naturhaushalt sind – gemessen an diesen genannten Standrads überzogen und ursächlich für die rasante Zerstörung des globalen Ökosystems.
Der fünfte Grundsatz ist der für mich schwierigste: Er behandelt die geforderte oder erwünschten Rückgang der Weltbevölkerung. Ein Bevölkerungsrückgang sei bei Betrachtung des erwartbaren Zuwachses der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden dringend geboten, damit auch die übrigens Lebensformen sich angemessen weiter entfalten können. Auch bei einer deutlichen Abnahme der Weltbevölkerung müssen wir keine Sorge um die „zivilisatorischen und kulturellen Errungenschaften“ haben.
Der sechste tiefenökologische Grundsatz: „Um diese bedrohliche Situation positiv zu verändern, müssen wir eine neue Politik machen.“
Wichtig das Kapitel über Ökosophie und Ökonomie. Der Autor kritisiert die heilige Kuh des Bruttoinlandsprodukts(BIP). Dass eine „Leistung“ von diesem BIP erfasst wird, bedeutet ja noch nicht, dass sie auch sinnvoll ist. Das Wachstum des BIP muss nicht mit verbesserten Chancen, sich der intrinsischen Werte zu bedienen, oder einem Fortschritt auf dem Weg der SELBST-Verwirklichung einhergehen. Das BIP werde mit Brutto-Lebensqualität, mit Brutto Vergnügen und Brutto-Vollkommenheit einer Gesellschaft gleichgesetzt. Aber damit ist noch nichts über die Verteilung des Reichtums gesagt. Es kann in einer Gesellschaft 95 Prozent in bitterer Armut und 5 Prozent in größtem Überfluss leben.
Der Ökosoph Naess wirkt überzeugend durch handfeste Beispiel, die nicht widerlegbar sind. Die Argumente gegen eine „Monetarisierung der Natur“ fasst Naess in einem Beispiel zusammen. Wenn A eine Person B fragt, wie viel diese zu zahlen bereit sei, damit A ihn nicht den Arm bricht, kann der Betrag, den B nennt, niemals den Wert des Armes wiedergeben. B hat nämlich ein Recht auf seinen Arm. Es ist nicht erlaubt anderen Menschen den Arm zu brechen. „Analog ist auch der Zutritt zur freien Natur ein ‚Menschenrecht’“.
Resümee: Die massiven Eingriffe des Menschen in die Natur seien symptomatisch für unsere Wirtschaftsweise. Ob es gelinge, die Naturräume zu erhalten, hänge entscheidend davon ab, „ob wir Menschen dazu bereit sind, uns nicht nur von unseren gewohnte Produktions- und Konsumgewohnheiten, sondern auch von jener Ideologie zu verabschieden, die die heute übliche Verwüstung des Planeten durch die Ökonomie rechtfertigt“.
Arne Naess schwört auf die Methoden von Gandhi und indirekt von Jesus Christus. Er ist ein Apostel der Gewaltfreiheit. Auch in der Beschreibung von Mahatma Gandhis wunderbarem Ansatz bleibt Arne Naess originell, er entfaltet einen neuen Kategorischen Imperativ: „Handle nur im Gruppenverband und im übrigen so, dass du durch dein Verhalten auf lange Sicht eine möglichst weitreichende Verminderung der Gewalt begünstigst!“
Das ist der vornehmste Grundsatz aller Menschen, die sich für die Erhaltung der Schöpfung einsetzen: Immer sei ein Verhalten erwünscht, das bei allen beteiligten Konfliktparteien die Gewaltbereitschaft reduziert. Er beschreibt das am Beispiel des neun Jahre langen Kampfes um die Verhinderung des Wasserkraftwerks in der norwegischen Gemeinde Alma. Die Demonstranten blieben immer mit ihren mächtigen Gegenspielern in Kontakt. Während der Aktion am Mardola Fluss versorgten die Demonstranten die Polizisten sogar mit frischen Pilzen. Und er fügt hinzu: Dass nur die Beamten, die sich in der Nähe des Polizeipräsidenten aufhielten sich nicht trauten, dieses Geschenk anzunehmen. Soviel Kontakt mit dem Gegner wie irgend möglich, dieser Leib und Magengrundsatz von Gandhi müsse auch der Kampfruf aller ökologischen Aktionen für eine bessere Umweltpolitik sein.
Zu der Frage einer Partei für diese Ökologie ist Arne Naess abwartend und unterscheidet. Die Verhältnisse sind überall anders. Er erkennt, dass es in Deutschland eine grüne Partei zu einer weiten Anerkennung in der Bevölkerung gebracht hat. Dabei gibt es eine Bemerkung des Autors, die ich besonders wichtig für uns in Deutschland finde. Wenn man nämlich möchte, dass die Bevölkerung von anständigen Politikern vertreten wird, dann soll man die Repräsentanten dieses Berufes, wenn sie denn gute Arbeit leisten, auch mal in schriftlicher Form oder in der Öffentlichkeit loben.
Typisch erscheint mir, dass solche Vertreter der Ökosophie sich auf den Standpunkt des ersten heimlichen Ökosophen stellen, der Albert Camus war. Camus hat in „Der Fremde“ die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt beschrieben und besungen. Gibt es, fragt Arne Naess, Verbindungen zum Kommunismus oder zum Anarchismus? Ganz pauschal möchte er sagen, dass die Anhänger der Tiefenökologie einen gewaltfreien Anarchismus sympathischer finden würden als den Kommunismus. Die heutigen gewaltlosen Anarchisten stehen der grünen Bewegung gewiss näher als den beiden anderen Richtung – Kapitalismus und Sozialismus.
Das Buch enthält sehr viele originelle und nachdenkenswerte Forderungen, Mahnung und Erfahrungen. Sie werden alle vorgetragen von jemandem, der die Gewaltlosigkeit sehr überzeugend gelebt hat.
Buch des Tiefenökologen Arne Naess
Besondere Bedeutung ist Arne Næss’ Ausarbeitung von sechs Normen für eine sachliche Diskussion beizumessen. Diese Normen gingen in den Philosophieunterricht ein und sollen im Folgenden vorgestellt werden. (Die Übersetzung wurde von Armin von Stechow übernommen, der das Buch En del elementære logiske emner in die deutsche Version Kommunikation und Argumentation übersetzt hat.)
Sechs Normen für eine sachliche Diskussion
A. Gegen tendenziöses Drumherumgerede
Ausgangsformulierung: Halte dich an die Sache. Diese Norm ist verletzt, wenn: (1) Ein Beitrag als Argument betrachtet zu wenig Relevanz hat, oder er ist, als isolierte Behauptung betrachtet, zu wenig haltbar, als dass er einen Standpunkt zum Thema, um das es in der Diskussion geht, stützen oder schwächen könnte. (2) Der Beitrag ist nicht dazu geeignet, Missverständnisse aufzuklären. (3) Der Beitrag ist geeignet, auf Zuhörer oder Leser so einzuwirken, dass diese mehr der einen Partei der Diskutanten zuneigen, der Beitrag hat also eine Tendenz. Beispiele für die Verletzung dieser Norm: Personencharakteristika, Behauptungen über die Motive des Gegenübers, Ursachenerklärungen als Argumente.
B. Gegen tendenziöse Wiedergabe
Ausgangsformulierung: Eine Formulierung, deren Zweck es ist, in einer ernsthaften Diskussion einen Standpunkt wiederzugeben, muss neutral sein in Bezug auf jeden Streitpunkt. Durch das Wort „Wiedergabe“ wird angedeutet, dass Standpunkte bereits im Voraus vorliegen, Die Norm betrifft somit nicht die erste Ausarbeitung eines Standpunktes. Sie ist besonders wichtig, wenn es um die Formulierung von Standpunkten unserer Gegner geht.
C. Gegen tendenziöse Mehrdeutigkeiten
Ausgangsformulierung: Ein Diskussionsbeitrag soll keine Mehrdeutigkeiten von einer Art aufweisen, welche bei den Zuhörern oder Lesern falsche Vorstellungen darüber erwecken könnte, wofür die Diskutanten einzustehen bereit sind. Mehrdeutigkeiten führen dazu, dass Argumente der Kritik angepasst werden.
D. Gegen das Aufbauen von Buhmännern
Ausgangsformulierung: Unterstelle dem Gegner keine Standpunkte, für die er nicht eintritt. In anderen Worten, dem Standpunkt des Gegenübers ist kein Inhalt hinzuzufügen, für den dieser nicht einsteht. Die Verletzung dieser Norm besteht darin, dass die Wiedergabe der Standpunkte des Gegenübers in tendenziöser Weise vom Original abweicht.
E. Gegen tendenziöse Originaldarstellungen
Ausgangsformulierung: Eine Darstellung, ein Bericht oder eine Theorie sollte es vermeiden, dem Zuhörer oder Leser ein schiefes Bild zu vermitteln, das den Interessen der einen Partei auf Kosten der anderen dient. Das bedeutet, dass Informationen, die dargestellt werden, nicht unwahr und unvollständig sein dürfen und/oder es darf keine relevante Information zurückgehalten werden. Diese Norm ist mit der Norm B verwandt.
F. Gegen tendenziöse Präparierung von Diskussionsbeiträgen
Ausgangsformulierung: Der Kontext oder äußere Umstände, die nichts mit der Sache zu tun haben, sollten neutral gehalten werden. Eine Äußerung in einer ernsthaften Diskussion ist eine Verletzung dieser Norm, wenn der Äußerungskontext oder die äußere Situation die Eigenschaft haben, den Einfluss der einen Partei zu stärken, ohne dass diese Einflüsse dem argumentativen Gehalt der Äußerungen zugeschrieben werden können. Beispiele für Verletzungen dieser Norm: Ironie, Sarkasmus, Schimpfwörter, Übertreibungen und Drohungen.
Quelle: Arne D. Næss: Kommunikation und Argumentation. Eine Einführung in die angewandte Semantik. Script-Verlag, Kronberg 1975.
Die unbefleckte Empfängnis
Maria Immaculata
über das möchte ich mit Ihnen heute Abend etwas nachdenken.
Unbefleckte Empfängnis ist mit eines der schönsten Bilder, das wir über die Mutter Gottes sagen können.
Es ist auch eines der schwierigsten und missverständigsten Bilder!
Die Unbefleckte Empfängnis.
1854 setzte die Kirche dieses Dogma ein, ein Dogma ist ein unveränderbarer Lehrsatz.
Sie sagt 1854, dass Maria, vom Anfang an ihres Lebens, seit ihrer Empfängnis von dem Makel der Erbschuld und Urschuld der Menschheit befreit worden ist, oder verschont worden ist.
Vom Makel der Erbschuld, vom Makel der Urschuld befreit.
Das zweite Vatikanische Konzil schreibt, dass Maria ihr Leben einem Glanz von einzigartiger Heiligkeit übergeben hat.
Diese beiden Gedanken müssen wir überlegen und beachten.
Auf der einen Seite diese sogenannte Befreiung der Urschuld
und diese einzigartige Heiligkeit.
Wenn wir dieses nicht beachten, werden wir dieses Bild der Unbefleckten Empfängnis nicht verstehen.
Erstens: Was bedeutet das?
Vom Makel der Erbschuld oder der Urschuld verschont.
Wir alle, unsere Generation vorher, wir, unsere Generationen nachher, wir sind alle verbunden miteinander. Wir sind schwache, wir sind gebrechliche, wir sind korrupte, wir sind schwache Geschlechter.
Da wird keiner ausgenommen, das betrifft alle.
Jeder von uns weiß um diese Schwäche, weiß um diese, diesen Makel.
Diesen Zusammenhang der Menschheit nennen wir Erbschuld.
Und weil es von Anfang an so war, nennen wir das auch Urschuld. Das wissen wir alle, das sagen sogar diejenigen, die an nichts glauben. Natürlich, der Mensch ist schwach, bedürftig, schuldhaft, da kommt keiner aus.
Das Zweite: Die einzigartige Heiligkeit, die durch Maria deutlich geworden ist.
Die Kirche lehrt, dass in jedem Menschen, ob vor uns, in uns, oder nach uns, etwas Heiliges war und ist. Dass in jedem Menschen etwas Heiliges, etwas Gutes, etwas bleibendes Schönes ist, etwas gewaltiges Heiliges ist.
In jedem Menschen gibt es eine Art heiligen Bezirk, ein inneres Paradies, das nicht zerstörbar ist. In jedem Menschen gibt es diesen heiligen Fleck. Vielleicht ganz tief unten, vielleicht verschüttet, aber in jedem Menschen gibt es etwas Heiles, etwas Gutes, etwas Schönes.
Wenn wir diese beiden Überlegungen zusammenlegen, der Makel der Erbschuld, diese Ausformung tiefer Heiligkeit, dann sehen wir, dass die Unbefleckte Empfängnis nichts mit Körperlichkeit , mit Sexualität oder mit ähnlichem zu tun hat.
Wir sehen ja auch alle, wenn wir die Unbefleckte Empfängnis hören, da gibt es auch etwas Beflecktes.
Und schon sind wir beim Körper, schon sind wir bei der Sexualität. Auf die Frage hin: „Glauben sie an die Unbefleckte Empfängnis?“, sagt der Schriftsteller Georg Bernhard Shaw, „ ich glaube, dass jede Empfängnis unbefleckt ist.“
Die beiden kommen nicht zusammen, vor allem wird gemeint, die Unbefleckte Empfängnis kommt in das Reich des Schönen und des Guten, und Georg Bernhard Shaw sieht das ja auch richtig.
Natürlich, wenn man es moralisch sieht, gibt es eigentlich keine befleckte Empfängnis.
Wir dürfen also bei den moralischen Denken nicht stehen bleiben, es geht nicht um Moral, es geht nicht um Körperlichkeit, wenn wir die Unbefleckte Empfängnis haben, sondern es geht darum, dass wir in unserem Inneren diesen Heiligen Fleck bewahren.
Die Kirche lehrt, dass Maria die Frau ist, die diese Erbschuld von Anfang an nicht in sich trägt, sondern, dass sie herausgenommen ist mit dieser Heiligkeit.
Heiligkeit nicht als moralische Kategorie, als Moralpunkt, sondern als eine Überzeugung, als Überzeugung, dass Gott an Maria etwas ganz außergewöhnliches getan hat.
Was können wir von der Unbefleckten Empfängnis lernen?
1.) Mensch, stell dich deiner Schuld! Der große Psychiater Viktor Frankl war einmal zu Besuch in einem Gefängnis der Vereinigten Staaten von Amerika. Und da sagen ihm die Gefangenen: „Hr. Professor, uns sagen unsere Therapeuten, wir sind nicht schuld an unserer missligen Lage, an unserer Misere, sondern die Umstände, die soziale Schieflage, alles Mögliche ist schuld, wir sind nicht schuld. Wir sind nicht Schuld dass wir da sitzen. Sie Hr. Professor sind der erste, der gesagt hat, ihr seid selbst schuld! Ihr seid selbst schuld an der Misere wegen der ihr hierher gekommen seid. Steht zu eurer Schuld, und versucht aus dieser Situation heraus einen neuen Anfang zu machen. Wir danken ihnen Hr. Professor.“
Nicht davonlaufen von der Misere unseres Lebens. Der Schuld sich zu stellen, der Schwachheit, das ist oft hart, aber das braucht´s, sich zu stellen der
Schuld.
2.) Mensch, so korrupt und schwach du sein magst, so miserabel du auch in deinem Leben bist, egal was du alles angestellt hast, was du alles durcheinander gebracht hast, was du alles zerstört hast, egal, in Dir, auch in Dir, ist ein heiler, bleibender, guter Punkt. In Dir, egal, welcher Drecksack der Du bist, egal welches Schwein Du bist, in Dir ist ebenfalls ein inneres Paradies.
Ein innerer heiler Bezirk, den Du nicht vergessen darfst.
Diesen Gedanken hat auch Papst Franziskus, in seinem ersten großen Interview gegeben und gesagt, diesen heiligen Bezirk in jedem von uns gilt es zu suchen, zu finden und nicht zu vergessen.
Und deswegen liebe Schwestern und Brüder können wir auch beten, „ich Glaube an die heilige katholische Kirche“, die meisten bekommen schräge Augen und sagen, „wie kann ich in eine so unheilige Kirche gehen, wir wissen doch alle wie korrupt, schwach, wie sündhaft unsere Kirche und unser Glaube ist“.
Natürlich, was meinen sie hat ein französischer Schriftsteller gesagt, was meinen sie, was am jüngsten Tag aus den heiligsten Klöstern alles herausgefischt wird und ans Tageslicht kommt.
Natürlich ist die Kirche schuld und sündhaft.
Aber in der Kirche gibt es auch diesen Heiligen Bezirk, dieses innere Land, wo es gut ist.
Die Heilige Kirche hat all das, was nicht zerstörbar ist, die Sakramente, das Gebet, einen Raum, das Lied, was wir gesungen haben, all das ist uns gegeben. Deswegen können wir, „heilige katholische Kirche beten“, weil dieser innere Fleck da ist, und bleibt, und unvergänglich ist.
3.) Und das Dritte, was wir bei der Unbefleckten Empfängnis lernen können ist, vergiss nicht das Gute in Dir, und wenn du der letzte Drecksack bist, vergiss nicht das Gute in Dir.
Unbefleckte Empfängnis erzählt uns davon, von diesem heiligen Fleck, der in uns ist. Er ist unzerstörbar, und das ist das wunderbare an unserem Glauben.
Vergiss diesen heiligen Fleck nicht!
Der Schriftsteller Oscar Wilde, ein sehr umstrittener Mann, der kurz vor seinen frühen Tod katholisch geworden ist, hat einmal gesagt: Der einzige Unterschied zwischen einem Sünder und einem Heiligen ist, dass der Heilige eine Vergangenheit und der Sünder eine Zukunft hat.
Noch einmal, der einzige Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Sünder ist nicht, dass der Heilige gut und was immer er auch sein mag.
Nein, der einzige Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Sünder ist, dass der Heilige eine Vergangenheit und der Sünder eine Zukunft hat. Und da hat er völlig recht.
Die Unbefleckte Empfängnis ist ein großes Zeichen, ein großer Trost für uns Menschen. Ja nicht zu vergessen, dass die Schlamassel unseres Lebens einen heiligen Fleck haben, der unzerstörbar ist.
Gott sei Dank!
Amen!
Jesus Christus Software 11774 Version 51
Webmaster: virgedsoftware@gmail.com