Die Reform zur „Neuen Grundsicherung“ im Juni 2026 markiert eine Zäsur für die Arbeit in den Jobcentern. Mit der Neujustierung von Solidarität und Eigenverantwortung sollen Vermittlung und Verbindlichkeit wieder konsequent in das Zentrum der Integrationsarbeit rücken.
In diesem dynamischen Umfeld fungiert der Kooperationsplan weiterhin als das operative Herzstück – doch seine Rolle wird grundlegend neu kalibriert. Er ist nicht mehr nur ein „gemeinsamer Fahrplan“, sondern ein präzises Steuerungsinstrument, das individuelle Förderung mit klaren Erwartungs-haltungen verknüpft. Aufbauend auf einer qualifizierten Potenzialanalyse sichert der KO-Plan durch die Vorgabe persönlicher Kontakte und verbindlicher Angebote die Qualität und Geschwindigkeit des Integrationsprozesses.
Gleichzeitig stärkt der Gesetzgeber den Handlungsspielraum der Jobcenter: Eigenbemühungen können bei Bedarf nun rascher via Verwaltungsakt rechtssicher festgelegt und sanktioniert werden.
Das Seminar unterstützt die Teilnehmenden dabei, diesen Spagat zwischen motivierender Beratung und konsequenter Forderung professionell zu meistern.
Rechtsänderungen 2026 im Überblick und ihre Auswirkungen
Rechtliche Regelungen zur Potential-analyse und zum Kooperationsplan
Regelungen mit Auswirkung auf die Erstellung und Umsetzung von KOP und VA
Potentialanalyse als Ausgangspunkt für die weitere Integrationsarbeit
Kooperationsplan im Überblick und im Detail, u.a.:
Zwingende und optionale In-halte
Angebote des Jobcenters
Eigenbemühungen und Maßnahmeteilnahme
Berücksichtigung gesundheitlicher Einschränkungen
Exkurs in das Verwaltungsrecht: VA und Aufhebung von VA
Formen des Verwaltungsakts nach § 15a SGB II im Überblick und im Detail
Umgang mit Widerständen
Rückkehr zum Kooperationsplan
Gelungen Formulieren in Kooperationsplan und VA
Praktische Beispiele und Übungen (z.B.):
Sinnvolle Formulierungen im Kooperationsplan im Hinblick auf die Ergebnisse der Potenzialanalyse.
Vermeidung von (Form)Fehlern.
Eigenbemühungen vereinbaren, nachhalten und ggf. festlegen
Umgang mit Textbausteinen.
Weitere Arbeits- und Hilfsmittel
MitarbeiterInnen der zugelassenen kommunalen Träger, die im Rahmen des Integrationsprozesses Potenzialanalysen durchführen, Kooperationspläne aufstellen und deren Umsetzung begleiten.
Das Seminar richtet sich ausschließlich an Mitarbeitende zugelassener kommunaler Träger und wird nicht für Mitarbeitende gemeinsamer Einrichtungen angeboten.
Im Rahmen des Seminars erschließen die Teilnehmenden die alten und geänderten Rechtsgrundla-gen rund um den Kooperationsplan und lernen den wirksamen Einsatz des Instrumentes und die dazugehörigen Prozesse kennen. Dadurch sollen nicht nur Fehler in der Rechtsanwendung vermie-den, sondern dieses Wissen auch für die systematische Fallarbeit genutzt werden können. Die Teil-nehmenden erhalten Anregungen für ihre praktische Integrationsarbeit. Zudem soll die Akzeptanz für das umgestaltete Instrument hergestellt werden.
Lernform: Präsenzseminar
Veranstaltungsform: Inhouseseminar
Dauer: 2 Tage (08:00h - 15:30h)
Teilnehmendenzahl: min. 10 / max. 20
Anzusprechende: Juliana Plakebotti
Mail: Seminare@jobcentertraining.de
Telefon: 05374 9642977
Fax: 0321 23310977