Zolling liegt im Ampertal nördlich von Freising und bildet den südlichen Übergang zur Hallertau. Der Ort verbindet die offene Flusslandschaft der Amper mit den sanft ansteigenden Hügeln des Hopfenlandes und wurde deshalb schon früh als „Tor zur Hallertau“ bezeichnet.
Bis heute prägen gewachsene Hofstrukturen und die Nähe zur Natur das Ortsbild, während sich Zolling zugleich als lebendige, moderne Gemeinde mit starkem historischen Bewusstsein weiterentwickelt hat.
Die erste urkundliche Erwähnung Zollings stammt aus dem Jahr 744 n. Chr.
In einer Schenkungsurkunde überträgt Moatbert aus Zolling gemeinsam mit seiner Frau Totana seinen gesamten ererbten Besitz in der Gemarkung Zolling an das Marienkloster in Freising. Die Schenkung umfasst Höfe, Häuser, Felder, Wiesen, Weiden, Wälder sowie Vieh und Inventar und gilt als die älteste überlieferte Schenkung an das Hochstift Freising.
Die Urkunde wurde unter Herzog Odilo ausgestellt und von Bischof Ermbert (Erimbert) bestätigt. Auch wenn das Original nicht mehr erhalten ist, liegt eine frühe Abschrift des Freisinger Mönchs Kozroh vor.
Die Entwicklung Zollings bis zur Säkularisation im Jahr 1803 ist eng mit seinen frühen Hofstellen verbunden. Rund um die Kirche als geistliches und wirtschaftliches Zentrum des Ortes entstand über Jahrhunderte ein dichtes Geflecht aus Höfen, Sölden und Handwerkeranwesen. Besonders entlang der Rotnpeckstraße, der Freisinger Straße und der Moosburger Straße lassen sich diese Strukturen bis heute nachvollziehen.
Zu den ältesten und bedeutendsten Anwesen zählten die sogenannten Urhöfe, darunter der Kratzerhof und der Deanmayrhof. Von ihnen gingen zahlreiche kleinere Hofstellen aus, die als Sölde, Tagwerkerhäusl oder handwerkliche Betriebe genutzt wurden und in enger Abhängigkeit zu Kirche, Grundherrschaft und Dorfgemeinschaft standen. Besitzverhältnisse, Abgabenpflichten und Nutzungsrechte prägten das Leben der Bewohner ebenso wie die Lage an wichtigen Verkehrswegen und Übergängen, etwa an der Amper.
Die hier vorgestellten Hofstellen beruhen auf archivalischen Überlieferungen, Urkunden und historischen Beschreibungen, wie sie insbesondere durch die sorgfältige Heimatforschung von Josef Brückl dokumentiert wurden. Seine Recherchen bilden eine zentrale Grundlage für das Verständnis der frühen Siedlungs- und Besitzgeschichte Zollings und machen sichtbar, wie eng Geschichte, Landschaft und Alltag miteinander verflochten waren.
Quellenverweis
Urkunde:
Kozroh's, Mönches zu Freising, Renner über die ältesten Urkunden des Bissthumes Freising / 1. 724 - 810
Bavarikon: https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-MDZ-00000BSB10377834