Zollinger Schulgeschichte
Neubeginn nach 1945
Die Entwicklung der Schule in Zolling seit 1945 ist untrennbar mit der Geschichte der Gemeinde selbst verbunden. Was sich im Schulhaus abspielte, war stets Teil der allgemeinen Lebensverhältnisse im Ort: der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, das Wachstum der Bevölkerung, bauliche Veränderungen und die sich wandelnden Anforderungen an Bildung und Erziehung.
Als im Frühjahr 1945 der Krieg zu Ende ging, kam auch das schulische Leben in Zolling vollständig zum Erliegen. In den letzten Kriegsmonaten hatte ohnehin nur noch ein eingeschränkter Notunterricht an wenigen Tagen in ungeheizten Räumen stattgefunden. Im April wurde der Unterricht schließlich ganz eingestellt.
Erst im September 1945 begann mit der Lehrerin Marilise Lederle ein vorsichtiger Neubeginn. Rund 150 Kinder mussten unterrichtet werden – über ein Jahr lang war sie dabei ganz auf sich allein gestellt. Es waren Jahre großer Not: Es fehlte an Heizmaterial, an Strom, an geeigneten Räumen, an Schulbüchern und vor allem an Lehrkräften. Der Schulbetrieb konnte nur unter erheblichen Einschränkungen aufrechterhalten werden.
Trotz dieser schwierigen Ausgangslage wurde die Schule rasch wieder zu einem festen Bestandteil des dörflichen Lebens. Der Wiederaufbau des Unterrichts war nicht nur eine organisatorische Aufgabe, sondern auch ein gemeinsames Anliegen der Gemeinde. Von hier aus entwickelte sich die Zollinger Schule in den folgenden Jahrzehnten Schritt für Schritt weiter – getragen von Lehrkräften, Verantwortlichen in der Gemeinde und vielen engagierten Menschen vor Ort.
Erstes Schulhaus "Beim Mesner" (Schulweg 8 - gegenüber der Kirche)
Altes Schulhaus im Schulweg, 1909
1945 bis 1957: Neubeginn unter schwierigen Bedingungen
Mit der Ernennung von Hauptlehrer Fritz Toth zum Schulleiter im November 1947 begann für die Zollinger Schule eine Phase der Stabilisierung und des Aufbaus. Nach den entbehrungsreichen ersten Nachkriegsjahren gelang es ihm, Schritt für Schritt wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen.
In den folgenden Jahren wurden dringend notwendige Reparaturen am Schulgebäude durchgeführt. Gleichzeitig setzte Toth wichtige Impulse über den Unterricht hinaus: Er trug dazu bei, das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde wieder zu beleben und die Schule als festen Mittelpunkt im Ort zu stärken.
Die Entwicklung der Schülerzahlen spiegelt diese Aufbruchsjahre deutlich wider. Um 1950 erreichte die Schule mit über 200 Kindern ihren Höchststand, bevor die Zahlen in den folgenden Jahren wieder etwas zurückgingen. Dennoch blieb der Platzbedarf hoch, und die Anforderungen an Ausstattung und Infrastruktur wuchsen.
Auch im Schulalltag zeigten sich nach und nach spürbare Verbesserungen. Als die Schule im Jahr 1954 mit modernen Spülklosetts ausgestattet wurde, hielt der Chronist Toth nicht ohne Erleichterung fest, dass damit auch der „üble Schulhausgeruch“ verschwunden sei.
Die Jahre unter Fritz Toth markierten damit den Übergang von der unmittelbaren Nachkriegsnot hin zu einer Phase des geordneten Schulbetriebs – und sie legten den Grundstein für die weitere Entwicklung der Schule in Zolling.
Vom Dorfschulhaus zum zentralen Schulort
Mitte der 1950er Jahre zeichnete sich immer deutlicher ab, dass die bestehende Schule den Anforderungen der wachsenden Gemeinde nicht mehr gerecht werden konnte. Neue Entwicklungen im Ort, insbesondere durch geplante Wohnbauten der Amperwerke im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbau, ließen einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen erwarten.
Diese Veränderungen wurden vor Ort nicht nur als Chance, sondern auch mit Sorge betrachtet. Schulleiter Fritz Toth warnte angesichts der geplanten Eingriffe im Umfeld der Schule sogar vor einer „totalen Zerstörung“. Letztlich gelang es jedoch, eine für den Ort verträgliche Lösung zu finden und die Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken.
Die Konsequenz war klar: Eine Erweiterung des Schulhauses wurde unumgänglich. Mit der Einweihung des erweiterten Gebäudes im Jahr 1958 erhielt die Schule mehr Raum und bessere Bedingungen für den Unterricht. Gleichzeitig zeigte sich immer deutlicher, dass die Zollinger Schule über ihre ursprüngliche Funktion als reine Dorfschule hinauswuchs.
In diesen Jahren begann sich Zolling Schritt für Schritt zu einem zentralen Schulort für die umliegenden Gemeinden zu entwickeln. Die Schule wurde zunehmend von Kindern aus einem größeren Einzugsgebiet besucht, und ihre Bedeutung für die Region nahm spürbar zu.
Nördlicher Erweiterungsbau im Schulweg
Reformen, Schulverband und neue Verantwortung 1969
Mit dem Schuljahr 1969/70 setzte eine grundlegende Neuordnung des Schulwesens in Bayern ein, die auch für Zolling weitreichende Veränderungen mit sich brachte. Aus der bisherigen Volksschule entstand die Grund- und Hauptschule, zugleich wurde die Schulpflicht auf neun Jahre verlängert. Mit der Einführung des „Qualifizierenden Hauptschulabschlusses“ erhielten die Schüler erstmals die Möglichkeit, einen anerkannten Abschluss zu erwerben.
Für die Gemeinde bedeutete diese Reform vor allem eine neue Form der Zusammenarbeit. Mehrere Gemeinden schlossen sich zu einem Schulverband zusammen, der fortan für die Ausstattung und den Unterhalt der Schule verantwortlich war. Damit wurde die Schule noch stärker zu einer gemeinsamen Aufgabe über die Ortsgrenzen hinaus.
Den Vorsitz dieses neu gegründeten Schulverbandes übernahm der Zollinger Bürgermeister Karl Wiesheu. In enger Abstimmung zwischen Schule, Gemeinde und staatlichen Stellen wurden in den folgenden Jahren die organisatorischen und räumlichen Voraussetzungen für den erweiterten Schulbetrieb geschaffen.
Auch personell begann eine neue Phase: Die Leitung der Schule übernahm Rektor Alfred Penkert, unterstützt von Josef Unger als Konrektor. Sie standen vor der Aufgabe, die neuen Strukturen mit Leben zu füllen und die Schule auf die veränderten Anforderungen auszurichten.
Die Reform von 1969 markiert damit einen entscheidenden Wendepunkt: Aus der gewachsenen Dorfschule wurde eine modern organisierte Bildungseinrichtung mit regionaler Bedeutung – getragen von mehreren Gemeinden und eingebunden in die bildungspolitischen Entwicklungen ihrer Zeit.
Hauptschule Mainburger Straße/ Heilmaierstraße 1973
1972: Die Hauptschule an der Mainburger Straße
Die schulischen Reformen der späten 1960er Jahre brachten nicht nur inhaltliche und organisatorische Veränderungen mit sich, sondern führten in Zolling vor allem zu einem gravierenden Mangel an Schulraum. Bereits 1970 begann deshalb der Bau eines neuen Hauptschulgebäudes an der damaligen Mainburger Straße, der heutigen Heilmaierstraße.
Das neue Haus war auf die Anforderungen der modernen Lehrpläne ausgerichtet. Neben den notwendigen Klassenzimmern entstanden Fachräume für Physik und Chemie, für Werken und Handarbeit, ein Schreibmaschinenraum, ein Fotolabor und sogar ein Sprachlabor.
Als das Gebäude im September 1972 – mit einer Woche Verspätung – bezogen wurde, glich es in manchen Bereichen noch einer Baustelle. Dennoch konnten die bis dahin in Attenkirchen, Haag, Oberhaindlfing und Tünzhausen ausgelagerten Hauptschulklassen endlich in Zolling zusammengeführt werden. Die Grundschule sowie die Schulküche verblieben zunächst im alten Gebäude am Schulweg.
Die Baukosten wurden mit 3,95 Millionen D-Mark angegeben. Zur Einweihung schrieb die Presse:
„Zollings Hauptschule hat eine eingebaute Zukunft.“
Mit dem Neubau veränderte sich auch der Schulalltag. In Zolling wurde die 5-Tage-Woche eingeführt, verbunden mit der Notwendigkeit von Nachmittagsunterricht. Die Schülerzahl war inzwischen auf 547 angestiegen, die Klassendurchschnitte lagen durchwegs bei 35 bis 36 Kindern. Trotz dieser großen Klassen sprach man damals von einem „Lehrerüberschuss“ – viele ausgebildete Lehrkräfte fanden keine Anstellung, da entsprechende Mittel im Staatshaushalt fehlten.
Die räumlichen Verbesserungen konnten nicht alle Probleme lösen. Für den Sportunterricht stand weiterhin nur eine Einfach-Turnhalle zur Verfügung, sodass viele Stunden ausfallen mussten – ein Zustand, der über Jahre hinweg bestehen blieb.
Gleichzeitig veränderte die ab 1971 einsetzende Gemeindegebietsreform das Einzugsgebiet der Schule erheblich.
Das neue Schulhaus wurde zudem über den Unterricht hinaus genutzt. Das Kreisbildungswerk Freising bot dort Kurse für Erwachsene an, etwa in Fotografie, Maschinenschreiben, Englisch, Italienisch und Mengenlehre – ein Hinweis darauf, dass die Schule zunehmend auch als Bildungsort für die Gemeinde und ihr Umfeld diente.
Auch zeitgeschichtliche Ereignisse spiegeln sich im Schulalltag wider. Während der „Ölkrise“ im Winter 1972/73 wurden die Weihnachtsferien um eine Woche verlängert. 1977 erhielt die Schule eine modern ausgestattete neue Schulküche mit separatem Essraum, die jedoch weiterhin im Grundschulgebäude untergebracht war.
Ein Jahr später beschloss der Schulverband, das Lehrschwimmbecken in Nandlstadt für den Schwimmunterricht zu nutzen; die Klassen fuhren dazu im Drei-Wochen-Rhythmus dorthin.
Zum 1. Mai 1978 endete die Amtszeit des langjährigen Bürgermeisters und Schulverbandsvorsitzenden Karl Wiesheu. Seine Nachfolge trat Franz Obermeier an, der diese Funktionen ebenfalls in Personalunion übernahm.
Die zweite Hälfte der 1970er Jahre war erneut von personellen Engpässen geprägt. Der Schulleiter beklagte wiederholt den Mangel an Lehrerstunden; selbst Ausfälle durch Krankheit oder Unfall konnten nicht ersetzt werden. Unterricht musste zusammengelegt oder gestrichen werden.
In den folgenden Jahren gingen die Schülerzahlen zurück. Im Schuljahr 1982/83 besuchten noch 436 Kinder die Schule. Mit diesem Schuljahr trat Rektor Alfred Penkert in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Alfons Brunner, der zuvor viele Jahre in Zolling tätig gewesen war und zuletzt als Konrektor in Allershausen gearbeitet hatte.
Altes Schulhaus mit Gemeindekindergarten - Südansicht Schulweg 2020
Das Schulzentrum entsteht
Zu Beginn der 1990er Jahre setzte sich die bauliche und organisatorische Entwicklung der Schule weiter fort. Nachdem der Neubau einer Turnhalle zunächst nicht verwirklicht werden konnte, beschloss der Schulverband stattdessen 1992 den Bau von Freisportanlagen. Gleichzeitig wurde die räumliche Struktur der Schule neu geordnet.
Mit dem Schuljahr 1992/93 wurden die Jahrgangsstufen 3 und 4 an die Heilmaierstraße verlegt. Im Gebäude am Schulweg verblieben damit nur noch die ersten und zweiten Klassen. Schritt für Schritt konzentrierte sich der Schulbetrieb an einem Standort. Die Schülerzahlen stiegen wieder an und erreichten bald knapp 500.
Parallel dazu entstand im alten Schulgebäude am Schulweg eine neue Einrichtung mit Bedeutung für die Gemeinde: Ein privater Trägerverein richtete dort das „Zollinger Kinderstüberl“ ein, einen Kinderhort für die Betreuung nach dem Unterricht. Als Vorsitzende wirkte über viele Jahre Roswitha Wiesheu, die sich mit großem Engagement für dieses Pilot-Projekt einsetzte.
Im Jahr 1994 beteiligte sich die Schule an den Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Jubiläum der Gemeinde Zolling. Beim historischen Festzug erinnerte sie mit einem eigenen Beitrag an Pfarrer Johann Peter Roider, der sich bereits im frühen 19. Jahrhundert um das Schulwesen in Zolling verdient gemacht hatte.
Die wachsenden Schülerzahlen führten erneut zu Platzproblemen. Mitte der 1990er Jahre mussten bereits einzelne Klassen provisorisch untergebracht werden. Der Schulverband beauftragte deshalb das Architekturbüro Wacker in Nandlstadt, verschiedene Varianten für eine weitere Erweiterung zu prüfen. Die Diskussionen darüber verliefen teilweise kontrovers, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob gleichzeitig eine Turnhalle errichtet werden könne.
Gleichzeitig entwickelte sich die Schule auch im Bereich der Betreuung weiter. Auf Anregung der Schulleitung beschloss der Schulverband 1995, neben dem bestehenden Hort auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6 eine Mittagsbetreuung mit Verpflegung und Hausaufgabenhilfe einzurichten. Damit reagierte man auf veränderte Lebensverhältnisse der Familien und einen steigenden Bedarf an ganztägiger Betreuung.
Im selben Jahr konnte ein lange bestehender Mangel zumindest teilweise behoben werden: Der schuleigene Sportplatz wurde eingeweiht. Zuvor hatte der Sportunterricht über viele Jahre hinweg auf dem Gelände des örtlichen Sportvereins stattfinden müssen.
Zum Schuljahresbeginn 1995/96 waren bereits über 550 Schülerinnen und Schüler an der Schule eingeschrieben. Die personelle Ausstattung wurde entsprechend erweitert, unter anderem durch die Einrichtung einer zweiten Konrektorenstelle. Gleichzeitig wuchs auch der Verwaltungsbereich.
Die Entwicklung dieser Jahre zeigt deutlich, wie sich Schule in Zolling zunehmend zu einem zusammenhängenden Schulzentrum wandelte. Unterricht, Betreuung und außerschulische Angebote rückten räumlich und organisatorisch näher zusammen. Zugleich blieb die enge Verbindung zur Gemeinde bestehen – sowohl in baulichen Fragen als auch in der Unterstützung durch engagierte Einzelpersonen und Einrichtungen vor Ort.
Nördlicher Erweiterungsbau Heilmaierstraße 1990
1989/90 Erweiterungsbau an der Heilmaierstraße
Obwohl das Hauptschulgebäude an der Heilmaierstraße noch keine zwanzig Jahre alt war, zeigten sich gegen Ende der 1980er Jahre bereits erhebliche bauliche Mängel. Das Flachdach war undicht, in manchen Klassenräumen mussten bei Regen Kübel aufgestellt werden. Eine wirksame Wärmedämmung fehlte nahezu vollständig.
Durch Reparaturmaßnahmen konnten die größten Schäden zunächst behoben werden. Gleichzeitig zeichnete sich jedoch ab, dass die vorhandenen Räume den künftigen Anforderungen nicht mehr genügen würden. Die Schülerzahlen sollten nach den damaligen Prognosen in den kommenden Jahren wieder deutlich ansteigen. Ein Erweiterungsbau wurde daher notwendig.
Im Mai 1989 begannen die Bauarbeiten. Bereits im September 1990 konnte der neue Gebäudeteil – der heutige Nordtrakt – bezogen werden. Die Baukosten beliefen sich auf rund acht Millionen D-Mark. Zu Beginn des Schuljahres 1990/91 besuchten 396 Schülerinnen und Schüler die Schule.
Eine Besonderheit entstand im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Pausenhalle. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wurde im Kellergeschoss ein Schutzraum für 199 Personen eingerichtet, im Sprachgebrauch häufig als „Atombunker“ bezeichnet. Da dieser Raum nicht zum eigentlichen schulischen Bedarf zählte, konnte er nicht über die üblichen Fördermittel finanziert werden. Die Gemeinde stellte daher einen gesonderten Antrag, der vom Bundesamt für Zivilschutz bewilligt wurde. Der Bau wurde mit rund 250.000 D-Mark gefördert.
Der neue Schultrakt gehörte zudem zu den ersten öffentlichen Gebäuden in Zolling, die an die Fernwärmeversorgung angeschlossen wurden. Die Außenanlagen blieben zunächst unvollständig, da sie im Zusammenhang mit einer geplanten Dreifach-Turnhalle gesehen wurden. Obwohl der Gemeinderat Anfang 1991 den Bau dieser Halle grundsätzlich befürwortete, konnte das Vorhaben wegen der veranschlagten Kosten von rund elf Millionen D-Mark vorerst nicht umgesetzt werden.
Parallel zu den baulichen Entwicklungen bemühte sich die Schule weiterhin, ihre Aufgaben über den Unterricht hinaus wahrzunehmen. Veranstaltungen wie der „Literarische Herbst“, bei dem regelmäßig Schriftsteller nach Zolling eingeladen wurden, sowie die Zusammenarbeit mit der im Haus angegliederten Gemeindebücherei sollten das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Lesen fördern.
Auch die Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt wurde gezielt gestärkt. Bereits vor der später verbindlichen Einführung von Betriebspraktika bot die Schule entsprechende Möglichkeiten an. Vertreter des Handwerks und der Wirtschaft wurden zu Gesprächen eingeladen, um die Bedeutung der beruflichen Ausbildung zu unterstreichen und auf den zunehmenden Mangel an Nachwuchskräften aufmerksam zu machen.
Die Einweihung des Erweiterungsbaus am 12. April 1991 fand im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt, darunter Staatssekretär Dr. Otto Wiesheu und Landrat Ludwig Schrittenloher. In der Presse wurde das neue Gebäude als „Meisterwerk in Optik und Funktion“ bezeichnet.
Grundschultrakt im Süden der alten Hauptschule 2000
1997–1999: Erweiterungsbau Grundschule
Mit dem weiter steigenden Bedarf an Unterrichtsräumen und dem baulichen Zustand älterer Gebäudeteile wurde Mitte der 1990er Jahre eine grundlegende Neuplanung notwendig. Der bestehende Südtrakt des Hauptschulgebäudes sollte abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Ziel war es zugleich, die Grundschule vollständig in das Schulzentrum an der Heilmaierstraße zu integrieren.
Während der Bauphase mussten einzelne Klassen ausgelagert werden. So wurden nach den Osterferien 1997 mehrere Klassen vorübergehend in der Grundschule Attenkirchen untergebracht.
Am 2. Juli 1997 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau. Verbandsvorsitzender Georg Wiesheu, Schulleiter Alfons Brunner und Architekt Peter Wacker setzten gemeinsam mit Vertretern des Schulverbandes und unter Beteiligung von Grundschulkindern den symbolischen Startpunkt. In der Urkunde zur Grundsteinlegung wurde die damalige Situation klar benannt: Der steigende Raumbedarf, die notwendige Erneuerung alter Gebäudeteile und das Ziel, den Schulstandort Zolling für mehrere hundert Kinder dauerhaft zu sichern.
Die Bauarbeiten schritten zügig voran. Ende 1997 konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Zum Beginn des Schuljahres 1998/99 war der Neubau weitgehend fertiggestellt und konnte bezogen werden. Das neue Gebäude wurde bei ersten Besichtigungen als helle, freundliche Schule mit viel Licht und Farbe beschrieben.
Mit dem Neubau wurde auch die Betreuung neu geregelt. Der bereits seit Jahren bestehende Bedarf an Nachmittagsbetreuung war zuvor durch das „Zollinger Kinderstüberl“ getragen worden. Im Zuge der seit Mitte der 1990er Jahre eingeführten staatlichen Programme zur schulnahen Mittagsbetreuung ging diese Aufgabe verstärkt auf die Kommunen über. Die Gemeinde Zolling übernahm die Verantwortung und integrierte die Mittagsbetreuung in den schulischen Bereich
Die offizielle Einweihung fand am 14. Mai 1999 im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt, darunter Staatsminister Dr. Otto Wiesheu, der frühere Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzende Franz Obermeier, stellvertretender Landrat Hans Neumaier sowie Vertreter aus Schule und Kommunalpolitik der Region.
Bereits im Jahr zuvor, im April 1999, hatte ein weiterer lange verfolgter Schritt begonnen: der Bau der sogenannten „Turnhalle 2000“. Nachdem der Schulverband die Finanzierung nicht tragen konnte, übernahm die Gemeinde Zolling selbst die Bauherrschaft. Damit wurde ein Projekt verwirklicht, das über viele Jahre hinweg als notwendig erkannt, aber aus finanziellen Gründen immer wieder zurückgestellt worden war.
Mit dem Neu- und Erweiterungsbau sowie dem Beginn des Turnhallenbaus war ein entscheidender Abschnitt der Schulentwicklung erreicht. Die Grundschule wurde vollständig in das Schulzentrum integriert, und die baulichen Voraussetzungen für einen zusammenhängenden Schulstandort in Zolling waren geschaffen.
Dreifach-Turnhalle Heilmaierstraße 2000
Alte Mehrzweckhalle mit Sportunterricht an der Moosburger Straße - heute Bürgerhaus
2001–2003: Schule im Spannungsfeld gesellschaftlicher Entwicklungen
Der Beginn der 2000er Jahre war nicht nur von innerer Schulentwicklung geprägt, sondern auch von Ereignissen und Themen, die weit über den Schulalltag hinausgingen und diesen unmittelbar beeinflussten.
Der 11. September 2001 fiel in Bayern mit dem ersten Schultag zusammen. Die Terroranschläge in den USA prägten auch den Schulbeginn in Zolling. In einem Informationsbrief an die Eltern wurde dazu aufgerufen, den Kindern bei der Verarbeitung der Ereignisse zu helfen und die Schule als Ort der interkulturellen Bildung zu stärken. Fragen von Toleranz, Verständigung und dem Umgang mit unterschiedlichen Kulturen rückten stärker in den Mittelpunkt.
Diese Themen spiegelten sich auch im schulischen Alltag wider. Begegnungen mit Partnerschulen, etwa aus Storo im Trentino und aus Gmünd in Kärnten, wurden bewusst als Beitrag zur Verständigung zwischen unterschiedlichen Ländern und Lebenswelten verstanden. Austauschprogramme, gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte wurden fortgeführt und vertieft.
Gleichzeitig sah sich die Schule mit Herausforderungen konfrontiert, die auch regional für Aufmerksamkeit sorgten. Der Amoklauf im Februar 2002 an der Wirtschaftsschule in Freising und in einem Ehinger Betrieb erschütterte die gesamte Region. Die Ereignisse führten zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Fragen der Sicherheit an Schulen und hatten auch Auswirkungen auf die Arbeit vor Ort.
Neben diesen Entwicklungen blieb die Schule in engem Austausch mit Eltern und Öffentlichkeit. Veranstaltungen zu Erziehungsfragen, Integration und gesellschaftlichen Veränderungen wurden regelmäßig angeboten. Ein Beispiel dafür war ein Treffen von türkischen und deutschen Frauen, das den gegenseitigen Einblick in unterschiedliche Lebensweisen ermöglichen sollte.
Auch im schulischen Alltag wurden neue Formen der Auseinandersetzung gesucht. Projekte wie die Beschäftigung mit dem Jugendstrafrecht, bei denen Schülerinnen und Schüler Einblick in Gerichtsverfahren erhielten, sollten Konsequenzen von Fehlverhalten verdeutlichen. Gleichzeitig entstanden Initiativen, die bewusst Alternativen aufzeigten, etwa Aktionen zum Verzicht auf Fernsehen oder gemeinsame schulische Veranstaltungen.
Die Jahre um 2000 zeigen damit eine Schule, die auf gesellschaftliche Entwicklungen reagierte und versuchte, diese aktiv in ihre Arbeit einzubeziehen – sei es im Umgang mit internationalen Ereignissen, mit regionalen Krisen oder mit Veränderungen im sozialen Umfeld der Schülerinnen und Schüler.
2003–2006: Rückgang der Schülerzahlen und neue Herausforderungen
Zu Beginn der 2000er Jahre zeigte sich eine deutliche Veränderung in der Entwicklung der Schülerzahlen. Mit der Einführung der sechsjährigen Realschule und dem damit verbundenen Übertritt bereits nach der 4. Jahrgangsstufe ging die Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Hauptschule in Zolling spürbar zurück. Im Schuljahr 2003/2004 sank sie auf 490.
Diese Entwicklung wurde vor Ort mit Sorge betrachtet. Der Schulstandort erschien trotz guter baulicher Voraussetzungen nicht mehr selbstverständlich gesichert. Gleichzeitig verschärfte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Immer mehr Schulabgänger hatten Schwierigkeiten, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Informationsveranstaltungen mit Vertretern aus Handwerk, Wirtschaft und Arbeitsagentur sollten hier Orientierung geben und die Anforderungen an die Jugendlichen und ihre Familien verdeutlichen.
Auch innerhalb der Schule wurden neue Maßnahmen ergriffen. Projekte zur Auseinandersetzung mit dem Jugendstrafrecht, Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen wurden weitergeführt. Als Folge der Ereignisse der vorangegangenen Jahre entstand zudem ein Sicherheitskonzept, das gemeinsam mit Elternbeirat, Polizei, Feuerwehr und Schulverband erarbeitet wurde.
Ein weiterer Schritt war die Verstetigung der Schulsozialarbeit. Nach einer zunächst befristeten Einführung wurde die Stelle dauerhaft eingerichtet und die Präventionsangebote auch auf die Grundschule ausgeweitet.
Im Schuljahr 2005/2006 begann zudem ein in Bayern für Hauptschulen ungewöhnliches Projekt: Die Schule nahm eine Außenklasse der Fröbelschule Freising, heutige Lebenshilfe, auf. Ziel war es, behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten und dadurch neue Formen des Miteinanders und der Inklusion zu ermöglichen.
Trotz rückläufiger Schülerzahlen konnte die Schule auch positive Ergebnisse vorweisen. Bei zentralen Leistungstests in Deutsch und Mathematik gehörte sie zu den besten Hauptschulen in Bayern. Gleichzeitig entwickelte sich die Schule in Zolling weiter als Ort schulischer und außerschulischer Aktivitäten, unterstützt durch Gemeinde, Eltern und regionale Partner.
Mit dem Schuljahr 2005/2006 endete eine prägende Phase: Rektor Alfons Brunner ging nach 23 Jahren als Schulleiter in den Ruhestand. Mit ihm verband sich eine Zeit intensiver Entwicklung, die sowohl baulich als auch pädagogisch die Grundlage für die weitere Zukunft der Schule in Zolling geschaffen hatte.
Ab 2006: Neue Leitung und Weiterentwicklung des Schulstandorts
Mit Wirkung vom 1. August 2006 übernahm Richard Bauer die Leitung der Schule. Er trat die Nachfolge von Alfons Brunner an und übernahm eine Einrichtung mit 422 Schülerinnen und Schülern in Grund- und Hauptschulklassen. Der Wechsel in der Schulleitung markierte keinen Bruch, sondern eine Fortführung der begonnenen Entwicklung.
Bewährte Elemente des Schullebens wurden weitergeführt. Dazu gehörten unter anderem schulische Veranstaltungen, die Beteiligung am Gemeindeleben sowie wiederkehrende Wettbewerbe und Projekte. Die Schule blieb damit fest im örtlichen Umfeld verankert.
In den folgenden Jahren zeigte sich eine allmähliche Stabilisierung der Schülerzahlen. Gleichzeitig wurden neue organisatorische Formen erprobt. Im Schuljahr 2007/2008 übernahmen Schülerinnen und Schüler erstmals Verantwortung im Projekt „Sport in Schule und Verein“, indem sie als Mentoren Bewegungsangebote für andere Kinder organisierten.
Auch auf kommunaler Ebene kam es zu Veränderungen. Zum 30. April 2008 trat Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Georg Wiesheu in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Max Riegler, der damit auch die Verantwortung im Schulverband übernahm.
Im Jahr 2008 unterzog sich die Schule erstmals einer externen Evaluation. Eine Kommission überprüfte Leitung, Unterricht, Schulprofil und Organisation. Die Schule erhielt dabei eine sehr gute Bewertung.
Parallel dazu wurden weitere Maßnahmen zur Modernisierung eingeleitet. So erhielten zunächst die Hauptschulklassen und anschließend auch die Grundschule Zugang zum Internet in den Klassenzimmern. Für das Schulgebäude wurden Investitionen vorgesehen, unter anderem für die Sanierung der Fenster, die Erneuerung der Heizungssteuerung und die Verbesserung der sanitären Anlagen.
Zugleich entwickelte sich das Betreuungsangebot weiter. Die bisherige Mittagsbetreuung wurde zur offenen Ganztagsschule ausgebaut und um feste Strukturen ergänzt, darunter gemeinsames Mittagessen, betreute Hausaufgabenzeiten und zusätzliche Angebote am Nachmittag.
Die Entwicklung dieser Jahre zeigt eine Phase der Konsolidierung. Nach den Veränderungen der vorhergehenden Jahrzehnte wurde der Schulstandort Zolling organisatorisch gestärkt und schrittweise an neue Anforderungen angepasst.
2010–2013: Mittelschulverbund und Umwandlung zur Mittelschule
Im Dezember 2010 wurden wesentliche Entscheidungen für die Zukunft des Schulstandorts getroffen. Die Grund- und Hauptschulen Allershausen, Au in der Hallertau, Nandlstadt und Zolling schlossen sich zum Mittelschulverbund Ampertal–Holledau zusammen. Ziel dieser Kooperation war es, den Schulstandort zu sichern und den Schülerinnen und Schülern ein erweitertes Bildungsangebot zu ermöglichen.
Mit dem Schuljahr 2011/2012 wurde aus der bisherigen "Grund- und Hauptschule" die "Grund- und Mittelschule Zolling". Damit war eine grundlegende Weiterentwicklung der Schulart verbunden. Die Mittelschule bot nun die Möglichkeit, mit den mittleren Bildungsabschluss vor Ort zu erwerben und eröffnete damit neue Perspektiven für die Schülerinnen und Schüler.
Zentraler Bestandteil dieser Neuausrichtung war der sogenannte M-Zug, der in Zolling eingerichtet wurde. Bereits im ersten Jahrgang bereiteten sich Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Mittlere Reife vor. Trotz der zuvor rückläufigen Schülerzahlen konnte damit eine neue Grundlage für die Weiterentwicklung des Standorts geschaffen werden.
Die Veränderungen standen im Zusammenhang mit einer landesweiten Initiative zur Stärkung der Hauptschulen. Hintergrund waren sinkende Schülerzahlen und ein verändertes Übergangsverhalten nach der Grundschule. Durch die Einführung der Mittelschule sollte ein breiteres Bildungsangebot geschaffen und gleichzeitig der Erhalt der Schulstandorte gesichert werden.
Auch im schulischen Alltag wurden neue Akzente gesetzt. So entstand eine „Bayerisch-AG“, die sich bewusst mit Dialekt und regionalem Brauchtum beschäftigte.
Gleichzeitig wuchs, auch bedingt durch Nähe und Wachstum des Flughafens, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, was neue Anforderungen an Förderung und Integration mit sich brachte.
Die Entwicklung dieser Jahre zeigt einen erneuten Wendepunkt in der Geschichte der Schule in Zolling. Durch die Einbindung in den Mittelschulverbund und die Einführung neuer Bildungswege konnte der Schulstandort stabilisiert und langfristig gesichert werden.
Ab 2013: Wachstum, Integration und Neubau des Mitteltrakts
Nach der Einführung der Mittelschule zeigte sich ab dem Schuljahr 2013/2014 eine erneute Stabilisierung der Schülerzahlen, die in den folgenden Jahren deutlich anstiegen. Die Schule wurde wieder stärker nachgefragt und entwickelte sich zu einem gefestigten Bildungsstandort im Ampertal. Gleichzeitig nahm die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu, wodurch Fragen der sprachlichen Förderung und Integration stärker in den Vordergrund traten.
Eine zentrale Rolle übernahm hierbei die Nachbarschaftshilfe Zolling. Auf Initiative von Rosemarie Obermeier entstand ein Deutschpatenprogramm, in dem ehemalige Lehrkräfte und ehrenamtlich Engagierte Kinder zusätzlich beim Spracherwerb unterstützten. Für diese Arbeit wurden im Bereich der Bücherei eigene Räume eingerichtet. Das Projekt wurde durch Bürgemeister Max Riegler sowie durch Fördermittel unterstützt und entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der schulischen Förderung.
Mit Einsatz der Flüchtlingswelle 2015 konnte somit auf bereits bestehende Strukturen aufgebaut werden. Die Hausaufgaben- und Schulbegleitung des Helferkreis Asyl im Wohnheim an der Amper galt und gilt noch heute als große Unterstützung und Erleichterung im Schulalltag vieler Flüchtlingskinder.
Die steigenden Schülerzahlen führten erneut zu räumlichem Handlungsbedarf. Der sogenannte Mitteltrakt aus dem Jahr 1972 entsprach weder baulich noch funktional den aktuellen Anforderungen. Eine Sanierung wurde geprüft, jedoch als unwirtschaftlich verworfen. Stattdessen fiel die Entscheidung für einen Neubau.
Im Mai 2015 begann die Planung durch das Architekturbüro Wacker, im April 2016 erfolgte der Spatenstich. Während der Bauzeit mussten Teile des Altbestands abgebrochen werden; zugleich wurden Klassen in provisorischen Räumen untergebracht. Der Schulbetrieb konnte dennoch ohne größere Unterbrechungen fortgeführt werden.
Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 wurde der neue Gebäudeteil bezogen. Gleichzeitig wurden auch bestehende Gebäudeteile modernisiert. Der Neubau erfüllte die Anforderungen an Barrierefreiheit, energetische Standards und zeitgemäße pädagogische Nutzung.
Im Frühjahr 2018 konnten die Außenanlagen fertiggestellt werden, darunter ein neu gestalteter Pausenhof sowie ein Verkehrsübungsplatz. Die offizielle Einweihung im Juni 2018 fand im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Verwaltung statt. In den Ansprachen wurde der Neubau als zukunftsweisender Schritt für den Schulstandort Zolling gewürdigt.
Neben der baulichen Entwicklung blieb die Schule weiterhin eng im Gemeindeleben verankert. Kooperationen mit örtlichen Einrichtungen, Projekte im sozialen und kulturellen Bereich sowie Formen des gemeinsamen Lernens – etwa durch Partnerklassen – prägten den schulischen Alltag.
Ab 2020: Corona-Pandemie und neue Anforderungen an Schule und Gemeinde
Mit dem Jahr 2020 trat für die Schule eine neue, nicht vorhersehbare Herausforderung ein. Mit dem Amtsantritt von Rektor Thomas Dittmeier fiel diese Phase unmittelbar in eine Zeit grundlegender Umbrüche. Die Corona-Pandemie stellte den Schulbetrieb vor völlig neue Anforderungen.
Phasen von Schulschließungen, Distanzunterricht und eingeschränktem Präsenzbetrieb machten deutlich, dass die bestehenden Strukturen an ihre Grenzen stießen. Gleichzeitig entstand die Notwendigkeit, den Unterricht kurzfristig zu digitalisieren und technisch neu auszurichten.
Unter der Verantwortung des Schulverbands und des Ersten Bürgermeisters Helmut Priller wurden staatliche Förderprogramme genutzt, um die digitale Ausstattung der Schule auszubauen. Lehrkräfte wurden mit mobilen Endgeräten ausgestattet, die technische Infrastruktur wurde erweitert. Die Schultafel mit Kreide wurde vom Whiteboard abgelöst.
Parallel dazu rückten auch Fragen der Gebäudenutzung in den Mittelpunkt. Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas, etwa durch Temperaturmessungen und die Prüfung von Lüftungssystemen, wurden eingeleitet.
Ab 2023: Neue Schulleitung und Weiterentwicklung
Mit dem Wechsel von Rektor Thomas Dittmeier in das Schulamt übernahm zunächst kommissarisch und seit Ende 2023 offiziell Regina Elzenbeck die Leitung der Grund- und Mittelschule Zolling.
Die Aufgaben dieser Phase lagen weniger im baulichen Bereich als in der Weiterentwicklung des Schulalltags. Die Anforderungen an Schule hatten sich in den Jahren zuvor deutlich verändert. Eine zunehmend heterogene Schülerschaft, neue pädagogische Konzepte sowie die Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie erforderten eine Anpassung bestehender Strukturen.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Weiterentwicklung von Lernformen und Raumkonzepten. So wurde begonnen, das sogenannte Lernhausprinzip einzuführen, das unterschiedliche Arbeitsformen und individuelle Lernwege stärker berücksichtigt. Auch die Gestaltung der Schulräume und ihrer kindgerechten Möblierung wurde schrittweise an diese Anforderungen angepasst.
Gleichzeitig entstand nun aus einer Elterninitiative ein Förderverein, der die Schule in ihrer Arbeit unterstützt und zusätzliche Projekte ermöglicht. Damit zeigte sich erneut die enge Verbindung zwischen Schule und Gemeinde.
Die Entwicklung dieser Jahre ist geprägt von einer Phase der Konsolidierung und Weiterführung. Nach den baulichen Erweiterungen und den strukturellen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte steht nun die inhaltliche Ausgestaltung des Schulbetriebs im Mittelpunkt.
Betrachtung
Die Entwicklung der Grund- und Mittelschule in Zolling seit 1945 zeigt in ihrer ganzen Breite, wie eng schulische Arbeit mit den jeweiligen Zeitumständen verbunden ist. Aus den schwierigen Anfängen der Nachkriegszeit heraus entstand Schritt für Schritt ein Schulstandort, der sich immer wieder an neue gesellschaftliche, politische und demografische Anforderungen anpassen musste.
In unserer Gegenwart zeigt sich diese Entwicklung als Ergebnis eines über Jahrzehnte gewachsenen Zusammenspiels.
Im Mittelpunkt steht dabei unverändert nur eines: der einzelne Schüler, das Kind, der Jugendliche – und die Aufgabe einer Gemeinde und ihrer Menschen, ihn in seiner persönlichen Entwicklung zu begleiten.
Damit dies gelingen kann, braucht es mehr als Unterricht: Es erfordert geeignete Räume, verlässliche Betreuungsangebote, qualifizierte Lehrkräfte und ergänzende Förderstrukturen.
In Zolling ist dieses Gefüge über viele Jahre hinweg entstanden und weiterentwickelt worden. Einrichtungen wie das Kinderstüberl, die schulische Mittagsbetreuung oder Ganztagsgruppe, Ferienangebote der Vereine, das Deutschpatenprogramm der Nachbarschaftshilfe sowie die Unterstützung durch den Helferkreis Asyl, Elternbeirat und Förderverein stehen beispielhaft für dieses Zusammenwirken. Sie zeigen, dass Schule stets eine gemeinsame Aufgabe von Gemeinde und Bürgerschaft war und ist.
Aus der aufgezeigten historischen Entwicklung heraus ergibt sich damit auch ein Blick in die Zukunft:
Die Anforderungen an Schule und Gemeinde werden sich weiter verändern. Entscheidend bleibt jedoch, dass die gewachsene Zusammenarbeit erhalten bleibt und weitergeführt wird. Nur im Zusammenspiel aller Beteiligten kann Schule ihre Aufgabe erfüllen:
Junge Menschen auf ihrem Weg zu eigenständigen Persönlichkeiten zu begleiten
– als Teil unserer zukünftigen Gemeinschaft.
Text: Manuela Flohr
Quellen:
Brunner, Alfons: Zollinger Schulgeschichte seit 1945 (Manuskript), Hauptquelle
Schulchronik der Grund- und Mittelschule Zolling
Brückl/Widmann: Zolling – eine Gemeinde im Ampertal
Internet-Auftritt der Schule
Online-Quellen
Gemeinde Haag a. d. Amper: Bericht Schulverband Zolling, 12.07.2021
Gemeinde Wolfersdorf: Bericht Schulverband Zolling, 18.12.2023
Gemeinde Zolling: Bericht Gemeinderat, 01.08.2023
UB Zolling: Bericht Schulverbandsversammlung, 12.07.2021
UB Zolling: Bericht Schulverbandsversammlung, 15.07.2024