Hartshausen ist ein Ort mit einer langen und gut dokumentierten Geschichte, deren Anfänge bis in das 9. Jahrhundert zurückreichen. Die Frage nach der ersten Nennung ist dabei nicht eindeutig zu beantworten. In der Forschung wird unter anderem eine Urkunde aus dem Jahr 849 herangezogen, in der ein gewisser Crimolf seinen Besitz „ad Hardhuson“ übergibt. Ob diese Nennung bereits dem heutigen Hartshausen in der Gemeinde Zolling zuzuordnen ist, wird unterschiedlich bewertet.
Sicher belegt ist der Ort in den Freisinger Traditionen des 10. Jahrhunderts. Zwischen 957 und 972 erscheint Hartshausen dort unter der Bezeichnung „hardhusa“. In dieser Zeit tauschte Bischof Abraham von Freising Besitz in Hartshausen gegen Eigentum in Thonhausen, Haselbuch und weiteren Orten ein. In den folgenden Jahrhunderten wird Hartshausen mehrfach in Urkunden genannt, unter anderem mit den Namensformen Hartshusun und Harthusuen.
Im Laufe des 11. und 12. Jahrhunderts gelangte schließlich der gesamte Ort in den Besitz der Freisinger Bischöfe. Diese Zugehörigkeit zum Hochstift Freising blieb bis zur Säkularisation im Jahr 1803 bestehen und prägte die Entwicklung Hartshausens über viele Jahrhunderte. Der Ortsname selbst weist auf die ursprüngliche Siedlungslage hin und bedeutet „Häuser im Wald“.
Die hier gezeigte Darstellung von Albert I. von Freising befindet sich im Fürstengang auf dem Domberg in Freising.
Sie gehört zu einer Serie von Bischofsbildern, die im Zuge der barocken Ausgestaltung des Fürstengangs im späten 17. Jahrhundert um 1700 entstanden. Die Bildfolge wurde unter Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck in Auftrag gegeben.
Es handelt sich nicht um ein zeitgenössisches Porträt aus dem 12. Jahrhundert, sondern um eine historisierende Erinnerungsdarstellung, die Albert symbolisch in die Reihe der Freisinger Bischöfe einordnet und dem Darstellungsstil ihrer Entstehungszeit entspricht.
Bischof von Freising (1158–1184)
Ein berühmtes historisches Kind unserer Gemeinde ist Albert von Harzhausen, der im 12. Jahrhundert als Bischof von Freising wirkte. Seine Herkunft wird in der historischen Überlieferung mit Harzhausen beziehungsweise dem heutigen Hartshausen im Gemeindegebiet von Zolling in Verbindung gebracht und macht ihn bis heute zu einer bedeutenden Persönlichkeit der lokalen Geschichte.
Albert, der in den Quellen als Albert von Harzhausen bezeichnet wird, war von 1158 bis 1184 Bischof von Freising. Die Bezeichnung „von Harzhausen“ wird bereits in der frühneuzeitlichen Geschichtsschreibung, insbesondere bei Johann Georg Meichelbeck in seiner Historia Frisingensis, mit Harzhausen verbunden, das in der regionalen Überlieferung mit dem heutigen Hartshausen im Ampertal identifiziert wird.
Über Alberts frühes Leben sind nur wenige gesicherte Angaben überliefert. Nach der Überlieferung entstammte er einer Familie von Dienstmannen des Hochstifts Freising. Er trat in den kirchlichen Dienst ein und wurde Mitglied des Freisinger Domkapitels.
Eine wichtige Rolle für seinen Aufstieg spielte Otto von Freising, der bedeutende Gelehrte und Bischof von Freising. Unter dessen Amtszeit war Albert in Verwaltung und Kanzlei des Hochstifts tätig. Nach Ottos Tod wurde Albert im Jahr 1158 zu dessen Nachfolger gewählt.
Im Jahr 1159 ereignete sich ein schwerer Brand auf dem Domberg Freising, bei dem große Teile der damaligen Bebauung zerstört wurden. Betroffen war auch die Marienkirche, der Vorgängerbau des heutigen Freisinger Doms.
Albert leitete als amtierender Bischof den anschließenden Wiederaufbau. Unter seiner Verantwortung begann der Neubau des Doms als romanische Anlage. Aus dieser Bauphase stammen wesentliche Teile des heutigen Bauwerks, insbesondere die romanische Hallenkrypta, die als größte ihrer Art in Deutschland gilt. Der Wiederaufbau prägte die weitere Entwicklung des Dombergs nachhaltig.
Alberts Amtszeit fiel in eine politisch konfliktreiche Phase des Reiches. Er geriet im Zusammenhang mit dem päpstlichen Schisma des 12. Jahrhunderts in Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Reich. Dabei stand er dem römisch-deutschen Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegenüber.
Albert vertrat die Rechte und Besitzungen des Hochstifts Freising und bemühte sich zugleich, offene Eskalationen zu vermeiden. Die historischen Quellen beschreiben ihn als einen Bischof, der die Eigenständigkeit seines Bistums wahrte, ohne den offenen Bruch mit der kaiserlichen Macht zu suchen.
Albert von Harzhausen zählt zu den prägenden Bischöfen des Hochstifts Freising im 12. Jahrhundert. Seine Amtszeit ist eng mit dem Wiederaufbau des Dombergs nach dem Brand von 1159 sowie mit den kirchenpolitischen Konflikten seiner Zeit verbunden.
Die Überlieferung seiner Herkunft aus Harzhausen beziehungsweise Hartshausen im Ampertal macht ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit der regionalen Geschichte und verbindet das heutige Gemeindegebiet Zolling mit der überregionalen Geschichte des Hochstifts Freising.
Text: Manuela Flohr - auf Anregung von Franz Strobl
Quellenverzeichnis
Hartshausen: Brückl, Josef / Widmann, Adolf (1994): Zolling. Eine Gemeinde im Ampertal. Freising: Freisinger Druck- und Verlags-GmbH.
Bischof Albert I. von Hartshausen:
Foto: Wolfgang Rieger, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:F%C3%BCrstengang_Bisch%C3%B6fe_23_-_Albert_I._von_Harthausen.jpg
Meichelbeck, Johann Georg (1724): Historia Frisingensis. Augsburg.
Brückl, Josef / Widmann, Adolf (1994): Zolling. Eine Gemeinde im Ampertal. Freising: Freisinger Druck- und Verlags-GmbH.
Wikipedia: Albert I. von Freising. https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_I._von_Freising , Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.
Wikipedia: Domberg (Freising). https://de.wikipedia.org/wiki/Domberg_(Freising), Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.
Wikipedia: Freisinger Dom (Dom St. Maria und St. Korbinian). https://de.wikipedia.org/wiki/Freisinger_Dom, Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.
Wikipedia: Fürstengang (Freising). https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstengang, Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.
Wikipedia: Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Franz_Eckher_von_Kapfing_und_Liechteneck, Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.
Bayerische Staatsbibliothek München: Johann Georg Meichelbeck – Historia Frisingensis (Digitalisat). https://www.digitale-sammlungen.de, Stand der Onlinequelle: Abruf 2025.