Wir kämpfen – antikapitalistisch
Weil die Krise im System steckt! Im Kapitalismus stellt die Ausbeutung der arbeitenden Klasse die Grundlage des Systems dar. Dabei werden die Profite der Herrschenden immer über das Leben der lohnabhängigen Klasse gestellt. Wir Arbeiter:innen müssen Überstunden und manchmal mehrere Jobs gleichzeitig in Kauf nehmen, um bei schlechtester Bezahlung über die Runden zu kommen.
Wir Frauen und queers werden darüber hinaus vom Patriarchat unterdrückt und doppelt ausgebeutet: In der Erwerbsarbeit auch heute noch konsequent schlechter bezahlt und in der unbezahlten Care-Arbeit als selbstverständlich gesehen. Uns fehlt es im Alltag an Lohn und Entlastung, an Sicherheit und Schutz vor Gewalt. Wir werden nicht nur häufig durch patriarchale Beziehungen isoliert, auch die Rolle der Versorger:in und Pfleger:in, in die das System uns mit aller Kraft zurückdrängen will soll uns ausschließlich im Haushalt stattfinden lassen. Konservative Vorstellungen von Geschlechterrollen und Partnerschaft sollen das System am Laufen halten:
Wir sollen unbezahlt den Haushalt schmeißen, Familienangehörige pflegen, Kinder erziehen und dem Mann eine gute Partnerin sein.
Der Kapitalismus ist ein krisenhaftes System. Was es bedeutet, wenn diese Krise sich zuspitzt, spüren wir alle jeden Tag: Imperialistisches Wettrüsten und Kriege weltweit. Sonderausgaben in Höhe von 100 Milliarden für die Bundeswehr und Kriegspropaganda an den Schulen.
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Unter der gesellschaftlichen Krise leiden insbesondere Frauen und Queers. Wir sind es, die trotz massiver Überlastung und Unterbezahlung das System am Laufen halten. Die in gewaltvollen Beziehungen verbleiben müssen, wenn Notunterkünfte und
Hilfsangebote aufgrund der Haushaltssperre dicht machen. Der Staat spart wo er kann, um aufzurüsten und Deutschland kriegstüchtig zu machen. Ob Hilfsstrukturen für Frauen und Queers, im Gesundheitssektor oder Angebote für Geflüchtete und Migrant:innen.
Wir streiken – feministisch
Weil Streik ein Mittel im Kampf für ein gutes Leben für alle ist. Die Rechte die wir als Arbeiter:innen heute haben, wurden uns von den Herrschenden niemals geschenkt, sondern von uns erstreikt und erkämpft. Im Betrieb streiken wir für verbesserte Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Arbeitszeitverkürzung. Wir wollen nicht länger ausgebeutet werden, um die Profite der Herrschenden zu maximieren und ihr System weiter zu tragen.
Und wir wollen endlich Wertschätzung und Entlohnung von Care-Arbeit. Wir streiken für eine Lebensrealität, die nicht nur dadurch geprägt ist, dass wir uns in den Burnout arbeiten um zuhause dann ohne Pause mit Kindererziehung, Pflege und Haushalt weiter zu machen und dann erschöpft ins Bett zu fallen.
Es reicht!
Wir wollen eine Lebensrealität in der wir fair entlohnt werden, für die Arbeit in unseren Berufen aber auch für die im Haushalt.
Egal ob wir in der Kita, im Betrieb oder im Haushalt streiken: In dem wir uns vernetzen und organisieren setzen wir unserer doppelten Ausbeutung etwas entgegen.
Und das ist momentan so nötig wie lange nicht mehr. Während die Stadt Köln sagt, sie habe kein Geld und deswegen wichtigen Hilfsstrukturen die Gelder kürzt, wird gleichzeitig angekündigt, dass Olympia bald in Köln stattfinden soll. Daran erkennt man: das Geld ist da! Doch statt es in das
Wohl der Bürger:innen zu investieren wird es nur in Profite gesteckt. Und wir, die Personen die tagtäglich das System zum laufen bringen sehen davon keinen Cent.
Wenn wir streiken, können wir zeigen, dass die Welt ohne uns Frauen still steht! Ohne uns gibt es keine Pflege, keine Kita, keine unbezahlte Care-Arbeit. Denn wir lassen uns nicht mehr Ausbeuten!
Wir arbeiten nicht mehr für einen Lohn der gerade so die Miete deckt und wir lassen uns nicht für die Interessen des Staats verbrennen! Weder Herd noch Heer!
Wir leben – solidarisch
Weil wir diesem ausbeuterischen System eine Perspektive entgegensetzen. Diese Perspektive muss konsequent feministisch und solidarisch sein. Kapitalismus und Patriarchat gehen Hand in Hand.
Wenn wir das Patriarchat bekämpfen wollen, müssen wir auch den Kapitalismus bekämpfen.
Feministisch solidarisch; das heißt für uns:
Wir sind solidarisch mit unseren Schwestern weltweit. Unser Kampf ist der selbe, auch wenn unsere Lebensrealität eine ganz andere ist. Uns vereint keine nationale Zugehörigkeit, sondern unser Kampf gegen das Patriarchat und unsere Klassenzugehörigkeit.
Uns vereint der Kampf für ein besseres Leben für alle. Sei es in Rojava, wo unsere Schwestern jetzt gerade an der Waffe ihre Revolution verteidigen oder im Sudan, wo sie sich aus den Fesseln eines reaktionären Gewaltsystems befreien wollen! Weltweit verstärken Kriege die Gewalt, der Frauen und Queers ausgesetzt sind.
Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Schwestern in den Kriegen der Herrschenden benutzt und
ermordet werden! Dass patriarchale Gewalt sie vereinzelt oder isoliert! Im Kampf gegen diese
Gewalt können wir uns auf Staat und Polizei nicht verlassen. Denn sie sind maßgebliches Teil des Problems. Sie schützen das kapitalistische und damit patriarchale System. Ihr Ziel ist nie Gerechtigkeit oder Schutz, sondern immer Profit.
Auf Gewalt gegen uns können wir nur mit feministischer Organisation und Selbstverteidigung antworten. Dabei müssen wir uns nicht nur gegen die Täter, sondern auch gegen den Staat, der diese Gewalt zulässt richten.
Denn dieser Staat schützt mich nicht, meine Schwestern schützen mich.
Wir lassen uns von diesem System in keine Rolle zurückdrängen. Wir sehen nicht tatenlos zu wie der Staat immer weiter aufrüstet, die Wehrpflicht einführt und gleichzeitig uns Frauen immer weiter in den Haushalt zurückdrängen will. Wir sehen nicht weiter zu wie unsere Schwestern international
unterdrückt und patriarchaler Gewalt ausgesetzt werden.
Um dem Patriarchat den Kampf anzusagen müssen wir uns organisieren. Wir müssen zusammen stehen und Schulter an Schulter für unsere Rechte kämpfen. Nicht nur für uns sondern für jede Schwester auf der Welt, die von Unterdrückung und Gewalt betroffen ist.
Wir müssen streiken und damit zeigen, dass ohne uns nichts läuft.
Wenn ihr Kapitalismus und Patriarchat gemeinsam den Kampf ansagen wollte, dann kommt heute mit uns in den antikapitalistischen Block! Auf eine gemeinsame kämpferische Demo!