Liebe Mitstreiter*innen und Genoss*innen,
Wir sind vom Kollektiv 1487. Heute ist der 8. März. Heute gehen wir gemeinsam auf die Straße, um für eine feministische Zukunft zu kämpfen.
Für mich fühlt sich jede Blume und jede Beglückwünschung zum "Weltfrauentag" wie Spott an. Denn dann wurde nicht verstanden, worum es geht. Dieser Tag ist kein Feiertag, sondern ein Kampftag – der Tag, an dem wir zusammenkommen und für eine feministische Zukunft kämpfen.
FLINTA* erleben im Patriarchat täglich Gewalt, Abwertung und Ungerechtigkeit – daran erinnern wir heute.
Was wir wollen, ist, dass endlich hingesehen wird bei diesen Ungerechtigkeiten.
Was wir wollen, ist Veränderung.
Was wir wollen, ist ein Ende der Gewalt.
Und dafür müssen wir uns weiter wehren!
In den letzten Jahren spitzt sich die Situation immer weiter zu: Antifeminismus geht Hand in Hand mit einem globalen Rechtsruck.
Unterschiedliche Gruppen von uns spüren das unterschiedlich stark – Migrantische, behinderte, queere und armutsbetroffene FLINTA* sind besonders stark von dieser Bedrohung betroffen. Aber wir alle spüren es.
Personen, die schwanger werden können, werden bedroht und kriminalisiert. trans* Personen wird medizinische Versorgung und Selbstbestimmung verwehrt. Queere Menschen erleben zunehmende Anfeindungen und Gewalt. Migrantische FLINTA* werden ausgebeutet. FLINTA* mit Behinderungen werden unsichtbar gemacht.
Was wir uns für diese Bewegung wünschen, ist, dass wir diese unterschiedlichen Formen der Unterdrückung anerkennen. Dass wir sehen, wie sie zusammenhängen. Dass wir begreifen, dass sie ihren Ursprung in patriarchalen und kapitalistischen Strukturen haben. Und dass wir solidarisch Hand in Hand kämpfen und uns gegenseitig ernst nehmen und zuhören - auch und gerade bei spezifischen Gewalt- und Unterdrückungserfahrungen, die uns selber nicht betreffen!
Wir kämpfen für eine Welt ohne Gewalt.
Ohne Sexualisierung.
Ohne Übergriffe.
Ohne Unterdrückung.
Eine Welt, in der der Kampf um Sicherheit und Selbstbestimmung für alle FLINTA* nicht mehr notwendig ist.
Wir wissen, warum wir hier sind. Wir wissen, was falsch läuft. Wir wissen es, weil wir es tagtäglich erleben. Weil unsere Genoss*innen, unsere Geschwister, unsere Freund*innen es uns erzählen. Weil wir die gleiche Trauer und die gleiche Wut teilen.
Und wir wissen auch, wie verdammt anstrengend es ist, immer wieder für Veränderung zu kämpfen und diese Kämpfe Tag für Tag erklären zu müssen.
Es reicht nicht, einmal im Jahr ein Demoschild hochzuhalten, um sich solidarisch zu nennen. Solidarität zeigt sich im Alltag. In der Übernahme von Verantwortung. In Care-Arbeit. Im Widerspruch gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit. Im aktiven Eingreifen statt Wegsehen. In der Bereitschaft, Privilegien zu reflektieren und Macht zu teilen.
Wir müssen noch lauter werden. Wir müssen noch wütender werden. Gerade jetzt es wichtig, dass wir zeigen:
Wir hören nicht auf. Wir kämpfen weiter. Für uns und für alle FLINTA* weltweit.
Wir kämpfen für das uneingeschränkte Recht auf körperliche Selbstbestimmung.
Für reproduktive Gerechtigkeit.
Für sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Für das Recht auf Transition und medizinische Versorgung.
Wir kämpfen auch für diejenigen von uns, die aufgrund von Gewalt und Femiziden, aber auch aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen heute nicht mit uns hier stehen können. Wir sind für euch mit laut. Wir werden euch in diesem Kampf nicht vergessen!
Wir kämpfen für ein Leben in Würde und Sicherheit für alle FLINTA*!
Und wir kämpfen für unsere mutigen Genoss*innen weltweit, die in feministischen Revolutionen ihr Leben riskieren und lassen. Für FLINTA* in Kriegsgebieten, die verfolgt werden, die massiver sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind, die inmitten der Trümmer ihres Zuhauses ums Überleben kämpfen. Für diejenigen, für die es ungleich gefährlicher ist, laut zu werden – und die es trotzdem tun. Im Iran, in Rojava, in Palästina, im Sudan, im Kongo, in Afghanistan, in der Ukraine und in so vielen weiteren Regionen der Welt.
Hoch die internationale Solidarität.
Hoch die Solidarität mit allen FLINTA*! Hier und überall.
Heute, morgen und so lange, bis wir alle gemeinsam in einer feministischen und friedlichen Welt leben.