Gegen jeden Krieg
Der 8.März ist unser feministischer Kampftag, an dem wir uns unserer Solidarität versichern, weltweit, in dem wir unsere Kämpfe miteinander verflechten und dem Patriarchat, auch in seiner brutalen Form des Krieges entgegentreten.
Staat, Nation, Militär, Gewalt und Aggression sind Realitäten, in denen sich Männlichkeitsideale wie Mut, Tapferkeit, Gewaltbereitschaft, Heroismus und Härte ausdrücken. Männer geben vor, Frauen im Krieg zu schützen, aber sie vergewaltigen im Krieg und auch im Alltag. Männer, die angeblich moralische Werte und Territorien verteidigen und sich damit Macht, Hegemonie, Handelswege, Land und Körper von Frauen, Lesben, inter*-, nicht-binäre und agender Personen kurz:FLINTA aneignen. Männer, die militärische Sicherheit behaupten und damit soziale Sicherheit zerstören. Der Krieg nach außen ist immer auch ein Krieg nach innen. Er fordert und fördert soziale Gewalt, Zerstörung, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und vieles mehr. Er fördert ein patriarchales Selbstverständnis: spricht FLINTA Personen jegliche Selbstbestimmung ab, stellt sich gegen Abtreibung, für die patriarchale Kleinfamilie, für Recht und Ordnung und primitiven Nationalismus.
Hier wird Krieg vorbereitet und woanders wird Krieg geführt. Wir sollen uns an die Normalität des Krieges gewöhnen. Schleichend sickert der Krieg in unser Unterbewusstsein, es darf keine Alternative zum Krieg geben. Das ist kognitive Kriegsführung. Wir stecken mittendrin.
Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass Kapitalismus etwas Zivilisatorisches erzeugt. Es herrscht eine faschistische Zeitenwende: das Gesundheitssystem kollabiert, der Bildungsbereich soll nur angepasste nichtdenkende und möglichst nichtfühlende Menschen produzieren, Wohnungen werden unbezahlbar, Antifa ist gleich Terrorismus, Vielfalt reduziert sich auf Binäres, die Zerstörung der Erde schreitet fort, Big Data kontrolliert uns, die Konsequenzen tragen wir.
Die monströse aktuelle Verschuldung treibt uns in den Krieg. Und diese Ökonomie ermöglicht eine immer weitere Verschuldung und verhindert die Transformation in ein Leben in Würde für alle: in der wir lernen wieder mit der Natur zu leben, uns mit den Menschen verbünden, die Arbeitszeit radikal verkürzen, wenn wir Notwendiges und Sinnvolles produzieren.
Wir wissen, dass sich die patriarchale Macht mittels Krieg über Wasser hält. Diese Kriege zertrümmern Strukturen, in denen Frauen/Mädchen FLINTA sich einen Raum an gesellschaftlicher Teilhabe erobert haben, sie brechen weg, soziales Leben verschwindet. Sie gehen nicht mehr auf die Straße, nicht in die Schule, nicht zur Arbeit. Marodierende Männerbanden brutalisieren den Alltag. Ohne die patriarchale Zurichtung der Männer blieben uns Femizide und viel Gewalt erspart.
Die Militarisierung fördert den Soldaten, den Söldner, die private Sicherheitskraft, den Polizisten, den Vergewaltiger. Der Ausnahmezustand regiert, auch in vielen Staaten des Westens, eingeübt in der Corona Pandemie. Gewalt wird permanent reproduziert und eingeübt in den Kriegen, im Alltag, in der patriarchalen Familienstruktur, in der Heteronormativität.
Unsere Welt ist eine Gesamtheit sozialer Beziehungen. Deshalb brauchen wir gemeinsame Demonstrationen gegen den Wahnsinn im Iran, in Rojava, im Kongo, im Sudan, in Gaza und der Westbank, in der Ukraine. Lasst uns auf die eine Welt schauen und nicht auf 1000 Einzelkriege.
Weltweit kämpfen Millionen FLINTA für ein gewaltfreies Leben in Würde. Mit ihnen sind wir verbunden. Wir stellen uns gegen jeden Krieg. Krieg und Patriarchat sind unzertrennlich. Unsere feministische Antwort lautet: Aufwiegelung und Verrat, streut Sand ins Getriebe der Kriegsmaschinerie.
Wir wollen keinen Kriegsdienst, keine Wehrpflicht!!!
Stoppt die Kriegstreiber aller Parteien
Wir überwinden die Politik der Feindkonstruktionen, der Spaltungen und des Ausnahmezustands
Wir setzen auf Empathie und wollen den Schmerz der Anderen begreifen
Wir wollen alle lebend
Wir wollen eine Gesellschaft, die Sorge füreinander übernimmt
Ein Leben in Würde für Alle – darin liegt unsere Sicherheit
Krieg beginnt hier – feministischer Widerstand auch!
Feministische Friedenskampagne 8. März 2026