Bücherlust update

Letzte Änderung: 13.03.2024

Die Gretchenfrage von Klaus Wagenbach: „Wie überlebt man gute Bücher?“
Dies meint: Wie erfindet man sich (als Verlag) immer wieder neu, ohne seine Überzeugungen dem Zeitgeist zu opfern.

„Wer fragt noch übermorgen danach, wer der Verleger von Kafka oder Trakl war.“
(Kurt Wolff, 1887 – 1963)

„Ich griff nach schönen, gewichtigen Büchern und sagte mir, ich würde das in der Vergangenheit Versäumte schon noch nachholen.“
(Christine de Pizan, französische Schriftstellerin und Philosophin,  1364 bis nach 1429)

"Ole Oevermanns Stimme klang genau so, wie man sich die Stimme eines Buchhändlers vorstellte:
tief, bassig, bedeutungsvoll und warm."
(aus: Anja Baumheier: Die Buchverliebten)

"Es ist etwas Besonderes um Menschen, die am gedruckten Wort Interesse haben.
Sie sind eine eigene Spezies: kundig, freundlich, wißbegierig – einfach menschlich.“
(Nathan Pine)

"Auch den Möbelpackern sind  Leute, die  Bücher lesen, zuwider.
Aber sie haben wenigstens einen  guten Grund  dafür."
(Gabriel Laub, polnisch-deutscher Schriftsteller, 1928 - 1998)

"Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche  seinen Boden  und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken."
(Hermann Hesse)

"Der wahre Zweck  eines Buches  ist, den  Geist hinterrücks zum eigenen Denken zu verleiten"
(Marie von Ebner-Eschenbach)

"Eine ausgewählte Büchersammlung ist und bleibt der Brautschatz des Geistes und des Gemütes."
(Karl Julius Weber)

"Ew wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn  man  die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte."
(Arthur Schopenhauer)

"Ein Leben  ohne  Bücher ist wie eine  Kindheit ohne  Märchen,
ist wie eine Jugend  ohne Liebe,
ist wie ein Alter ohne Frieden."
(Carl Peter Fröhling)

Bücherwürmer sind glücklicher:
Relaxen ist wichtig für eine positive Grundstimmung.
Laut einer britischen Umfrage entspannen wir am besten beim Schmöckern.
Wer mehr als dreieinhalb Stunden pro Woche liest, hat eine um 23 Prozent höhere Lebenserwartung als ein Nichtleser.
(Quelle: unbekannte Frauenzeitschrift 2023; s. a.  https://www.mullermartini.com/de/newsroom/presseinformationen/panorama/panorama-artikel-wollen-sie-langer-leben-dann-lesen-sie-bucher!)

"Übe dich selbst,
indem du liest,
und tu dazu etwas Nützliches,
indem du schreibst."
(Hrabanus Maurus)

"Bücher sind Viktualien."

Ein Gedicht: "Autorenabend":
"Muse, kein Boxer zu sein bedeutet, gar nicht zu sein. /
Das brüllende Publikum hast du uns nicht gegönnt. /
Zwölf Zuhörer sind im Saal /
Zeit anzufangen. /
Die Hälfte ist da, weil es regnet /
der Rest sind Verwandte.
Muse!"
(Wislawa Szymborska)

Köstliche Verballhornungen aus dem Buchhändleralltag:
„Ehepinguine von Taurus“ statt "Iphigenie auf Taurus"
”Kannibale und Liebe” statt "Kabale und Liebe"
”Zehn Eier” - gemeint war ”Jane Eyre” von Charlotte Brontë
Und dann war da auch noch:
”Ist Effi Briest da?” Die Antwort ist naheliegend: ”Die arbeitet hier nicht”.

"Von allen Dingen liebte ich Bücher am meisten." (Nikola Tesla)

"Bücher sind Knochengerüste des Geistes." (Carsten Vogt, Buchhändler)

„Lesen ist für mich Reisen ohne wegzugehen.“ (Egon Ammann, Verleger, 1941-2017)

""Ich kümmere mich um Dinge, die ich nicht verstehe," (Ein Buchhändler)

"Je nach Leser und Buch handelt es sich um Lektüre oder Abenteuer.""
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph, * 18. Mai 1913 , † 17. Mai 1994)

"Ernsthafte Bücher belehren nicht, sondern fragen an."
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph, * 18. Mai 1913 , † 17. Mai 1994)

"Jede neue Wahrheit, die wir erlernen, lehrt uns eine andere Weise des Lesens."
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph, * 18. Mai 1913 , † 17. Mai 1994)

"Zur Literatur gehört jedes Buch, das man zweimal lesen kann."
(Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph, * 18. Mai 1913 , † 17. Mai 1994)

„Ich stand vor der Universität eingekeilt zwischen Studenten in Uniform, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. (…) Es war widerlich.“
So beschreibt Erich Kästner die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Mai 1933. Über 20.000 Bände wurden allein in Berlin im Feuer vernichtet. Die neue virtuelle Ausstellung der Universitätsbibliothek Augsburg widmet sich dem Sammler Georg P. Salzmann und seiner „Bibliothek der verbrannten Bücher“. Über 30 Jahre hat Salzmann die deutschsprachigen Erstausgaben der verbrannten Literatur gesammelt und in seiner Bibliothek zusammengetragen. Eine sehr berührende Ausstellung!
https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/verbrannte-buecher

Tsundoku (japanisch 積 ん 読, deutsch „aufstapeln“ und „lesen“ umschreibt, dass man Lektüre erwirbt, welche sich dann aber zu Hause stapelt, ohne gelesen zu werden.

"[W]as ein Buch sey bekümmert mich immer weniger; was es mir bringt, was es in mir aufregt das ist die Hauptsache."
(Johann Wolfgang von Goethe an Carl Friedrich Zelter, 20. Februar 1828, in: Goethes Werke, Weimarer Ausgabe, Abteilung IV, Band 43, 1908, Seite 284)

"Über jedem guten Buch muss das Gesicht des Lesers von Zeit zu Zeit hell werden.Die Sonne innerer Heiterkeit muss sich zuweilen von Seele zu Seele grüßen."(Christian Morgenstern)

„So habe ich eine nahezu unausrottbare Leidenschaft für die Bücher,und ich habe das Bedürfnis, mich beständig zu belehren, zu studieren,ebenso, wenn du willst, wie ich es nötig habe, mein Brot zu essen.“(Vincent van Gogh: Briefe)

„In seiner Körperlichkeit ist ein Buch, wenngleich das Wichtigste sein Inhalt ist, etwas ganz Reales, das wir anfassen, begreifen können. Sein Material, seine Gestaltung, ja sein Geruch geben sinnliche Qualitätssignale. Ungelesen im Regal ist ein Buch eine stete Aufforderung, es zu lesen, und zwar, je nachdem, wo wir es hinstellen, mehr oder weniger dringend.“ (Georg Siebeck, Verleger)S. a. https://www.boersenblatt.net/archiv/330201.html

Für Karl Lagerfeld war der Geruch von frisch bedrucktem Papier der schönste Duft der Welt.

Philippe Dijian: "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht zur Apotheke, sondern zum Buchhändler."

"Ohnehin neigt keine Branche in Deutschland so stark zu Weltuntergangsfantasien wie der deutsche Literaturbetrieb." (Denis Scheck)

"Das Buch gehört augenblicklich zu den entbehrlichsten Gegenständen des täglichen Lebens. Man treibt Sport, man tanzt, man verbringt die Abende am Radio oder im Kino." (Samuel Fischer, Verleger, im Jahr 1926)

"Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn." (Erasmus von Rotterdam), s.a. http://falschzitate.blogspot.com/2018/04/der-umgang-mit-buchern-fuhrt-zum.html 

"Aber so eine Buchsaison ist auch nichts anderes als eine Neueröffnung von einem Friedhof, nicht. Wenn hunderttausend Neuerscheinungen sind, die in Frankfurt vorg’stellt werden, sind’s wie hunderttausend neueröffnete Gräber mit Papierkränzen." (Thomas Bernhard)

Alfred Andersch sagte einmal : „Ein Buch schreiben, das ist Mord.“

"Buchhändler sind ein bißchen empfindlicher als andere Menschen, ein bißchen ängstlicher, ein bißchen kindlicher, meist kindischer, ein bißchen schlauer, ein bißchen dümmer, ein bißchen fröhlicher, ein bißchen trauriger, ein bißchen eitler, ein bißchen größenwahnsinniger. Ganz normale Menschen, aber eben alles ein bißchen mehr." (Freie Adaption nach unbekannter Quelle.)

"... denn jedes literarische Produkt ist, neben allem anderen, eine Ware wie ein Pfund Butter." (Kurt Tucholsky)

"Bücher sind nicht nur Begleiter, sie bringen dich dorthin, wo du noch nie warst." (Unbekannte Herkunft)

"Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Fantasie."
(angeblich James Daniel (1946 - 2012), US-amerikanischer Schriftsteller)

"Bücher sind einzigartige tragbare Magie." (Stephen King, amerikanischer Schriftsteller)

" "Das ist ein gutes Buch", sagte er, klopfte gegen den Einband und hielt das Buch lauschend ans Ohr. "Gutes Material, das. Ist das ´ne Lügengeschichte oder ein Geschichtsbuch?" " (Martin Andersen Nexø: Pelle der Eroberer)

"Schnellhase. Die Schnelligkeit des Hasens dient zur Veranschaulichung der Arbeitsweise eines bestimmten Setzers, nämlich eines solchen, der recht zügig, gleichwohl ordentlich seine Aufgaben zu erledigen vermag. Wenn er auch gelegentlich mit dem grob anmutenden Ausdruck "Draufstecher" bezeichnet wird, ist er doch sehr geschätzt." (Lexikon der Buchdruckerkunst, 1895)

"Titulbier nennt man in den Druckereyen dasjenige Tranckgeld, welches ein Verleger, oder ein Verfasser eines Buches den Gesellen bei Druckung eines rothen Tituls giebt, um sie dadurch zu ermuntern, daß sie desto genauere Aufsicht darauf verwenden, weil dieser mit zur Zierde eine Buches gehöret." (Christian F. Geßner: Die so nöthig als nützliche Buchdruckerkunst und Schriftgiesery, um 1760)

"Manchmal muß schon etwas ganz oder gar Ungewöhnliches getan werden, wobei man alles Begonnene liegenläßt und sich der Erfüllung der eiligst dazwischen geschobenen Aufgabe annimmt - da wird dann wohl vom "Strümpfebesohlen" gesprochen." (Dieter Nadolski: Kleines Lexikon der Schwarzen Kunst, 1990)

"Gurkenhobel. Das ist zwar ein Allerweltswort, angewandt auf jedwede klapprig gewordene Maschine, in der Druckerei ist damit allerdings immer eine veraltete und ausgemergelte Schnellpresse gemeint." (Dieter Nadolski: Kleines Lexikon der Schwarzen Kunst, 1990)

"Üblicherweise ist die Druckfarbe schwarz, und das Drucken selbst scheint ebenso Arbeit wie Kunst zu sein - so wird das Gewerbe als "Schwarze Kunst" ausgewiesen. Bekanntlich steht der Begriff aber auch für die Hexerei oder Zauberei, und so mag in der Vergangenheit mancher das Druckwesen empfunden haben." (Dieter Nadolski: Kleines Lexikon der Schwarzen Kunst, 1990)

"Bücher sind gedruckte Arzneimittel. Lesen macht glücklich, weil es Mühe bereitet, lautet die These der Verhaltensforschung. Das Ergebnis der Mühe ist eine meditative Konzentration, ein verändertes Zeitgefühl und die Überwindung beengender Ich-Grenzen - es entsteht der Flow , ein spezifisches Glücksgefühl." (Bild der Wissenschaft)

" "... unser Metier zwingt uns, der Zeit Bücher zu entreißen. Haben wir sie einmal aus ihrer gemütlichen Behausung herausgerissen, stellen wir sie in den Raum..." Er lächelte, als wolle er sich entschuldigen. "... auf die Auslagetische einer Buchhandlung zum Beispiel." "(Erik Orsenna)

"Die Welt ist da, um ein schönes Buch zu werden." (Stéphane Mallarmé) oder in Variation "Alles auf der Welt existiert, um in ein Buch zu münden." (Stéphane Mallarmé) 

"Ich bin sicher, das Buch wird das letzte Wort haben." (Günter Grass)

Zwischen "Himmel und Erde" ist die Hölle: Ehemaliger Vorsteher des Börsenvereins de Deutschen Buchhandels wegen Untreue angeklagt https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Schormann-wegen-Untreue-angeklagt;art71,382511#HP-Slider2

Tags: Vorsteher, Börsenverein, Börsenvereinsvorsteher, Schormann, Dieter, Dieter Schormann, Buchhandel, Gießen, Hessen, Deutschland, Fliege, rote, Schal, roter Date: 31.01.2018

https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Untreue-Prozess-gegen-Schormann-vertagt;art71,384839 Date: 04.02.2018

Für Alfred Polgar war das „selige Gefilde der Verleger“ dort, „wo die Auflagen unendlich sind, der Absatz ewig und die Pleite nie“.

"Lesen ist für den Geist das, was Gymnastik für den Körper ist." (Joseph Addison)

"Buchhändler kommen nicht in den Himmel, weil sie ja schon den Himmel auf Erden haben." (Hermann Hesse, Literat. selbst gelernter Buchhändler)

"Der Mensch lebt nicht vom Buch allein." (unbekannte Herkunft)

"Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann." (Mark Twain)

Arbeitstitel für das skurrilste Buch 2017: "Es war der Tag, als Martin Luther auf der Reise zum Papst nach Rom im Café verweilte, um mit Mohammed zu sprechen."

Wir haben uns daran gewöhnt, "a tempo zu lesen, nämlich alle stets das Selbe,… das Neueste", so Arthur Schopenhauer bereits vor 150 Jahren und: „Weil die Leute, statt des besten aller Zeiten, immer nur das Neueste lesen,..., verschlammt das Zeitalter immer tiefer in seinem eigenen Dreck.“ (Quelle: nach WIWO online; Tauchsieder; Das Buch - eine Grabrede; 27. Januar 2018)

"Ich brauche keine Drogen, ich habe genügend Bücher!" (Carsten Vogt, Buchhändler)

„Das Buch gehört augenblicklich zu den entbehrlichsten Gegenständen des täglichen Lebens. Man treibt Sport, man tanzt, man verbringt die Abende am Radio oder im Kino.“ (Zitat von Samuel Fischer aus dem Jahre 1926)

"Um ein guter Verleger zu sein, muss einem mindestens einmal richtig in die Fresse gehauen worden sein.“ (Axel Matthes)

"Bücher sind nur dann gefährlich, wenn Ihnen ein Bücherregal auf den Kopf fällt." (Carsten Vogt, Buchhändler)

Autoren, egal ob Romanciers, Sachbuchautoren oder auch Fachbuchautoren, leben in der Fiktion, daß sie sich Renommee erkaufen können durch Autorentätigkeit. Einigen gelingt dies tatsächlich recht gut. "Es gibt wohl nicht eitlere Menschen, als Autoren. Sie wollen gepflegt und gehegt werden, bestenfalls täglich mehrfach. Wenn er, der Autor, beim Verleger, gar Buchhändler, oder welch Graus, beim Leser selbst auf Abneigung stoßen sollte, ist dies nicht am Verfasser liegend, es liegt immer nur am dümmlichen Rezipienten." (Carsten Vogt, Buchhändler)

Memento:

„Fernsehen bildet. Immer wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.“ (Groucho Marx)

"Bibliotheken rechnen sich nicht, aber sie zahlen sich aus.“ (unbekannte Herkunft)

„In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.“ (Thomas Carlyle)

 "Ut conclave sine libris, ita corpus sine anima." ("Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele." (Marcus Tullius Cicero))

"Von allen Welten, die der Mensch geschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste." (Heinrich Heine)

"Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur die langweilige nicht." (Voltaire, französischer Philosoph und Schriftsteller; auch Credo des Diogenes-Verlags) 

„Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.“ (Voltaire, französischer Philosoph und Schriftsteller)

"Gestern Abend, auf der Rückfahrt von der Frankfurter Buchmesse, komme ich im Zug mit einem anderen Reisenden in Gespräch. "Sie sehen gar nicht wie ein Buchhändler aus.", so eine Bemerkung von ihm. Ich frage mich nun, wie ein Buchhändler typisch aussieht.???!" (Carsten Vogt, 14.10.2012) Anmerkung: Welche sehr strengen, höchst geheimen Kriterien stecken dahinter, die mir und meinem Stand zu denken geben sollten?

Wie man ein kleines Vermögen macht: „Man nehme ein großes Vermögen, kaufe einen Verlag und wird sehr bald ein kleines Vermögen haben.“ (Bernd Lunkewitz, ehemaliger Aufbau-Verleger)

"Ohne Buchhandlungen hätten wir nur noch Bücher ohne Handlung! Und das will doch keiner." (Jan Weiler)

Gerne erzähle ich die Geschichte, daß der damals noch im Wörterbuchsegment marktführende Langenscheidt-Verlag ca. 1997 seine Ladenpreise für Bücher pünktlich zum Jahreswechsel um einige wenige Pfennige (es war vor der Euro-Einführung 1999) erhöhte. (Ein Unding, vom Vertrieb undurchdacht.) Ich wurde damals (fast) verrückt, da ich die Preise auf sehr vielen Büchern händisch ändern mußte.  - Lakonischer Kommentar einer derzeitigen (und geschätzten) Kollegin: "Jetzt wissen wir, warum sie verrückt sind!" (07.07.2017)

2017: 25 Jahre Dummies in Deutschland http://www.buchmarkt.de/archiv/dummies-jetzt-mit-roll-a-book-serie/

"Ich suche die Schullektüre "Kannibale und Liebe" von Schüller." (Gemeint war: Schiller: Kabale und Liebe.)

"Führen sie auch "Ehepinguine auf Taurus" von Götte?" (Gemeint war: Goethe: Iphigenie auf Tauris.)

"Gesucht wurde auch: "Josef Mann: Die Thomas-Romane"." (Gemeint war: Thomas Mann: Joseph und seine Brüder.)

"Und auch: Satanisches Fernsehen." (Gemeint war: Salman Rushdie: Satanische Verse.)

"Ein durchaus kurioses Druckwerk ist die "Karte des Bücherlandes", die in bibliophilen Kreisen nicht ganz unbekannt ist: In der farbigen Lithographie „Karte des Bücherlandes“ stellte der Münchner Graphiker und Illustrator Alphons Woelfle (1884 –1951) 1938 das deutsche Buch- und Verlagswesen schmunzelnd dar. Die Originalkarte entstand 1938 auf Initiative des Münchener Verlegers Dr. Ernst Heimeran, der für die Gestaltung den bekannten (Buch-)Illustrator Alfons Woelfle gewinnen konnte. In barocker Manier mit Kartusche, Allegorie und antiken Lettern zeichnete der eine farbige Phantasiekarte und verortete alle Details, die dazugehören. Hier nur einiger Stichworte: Vereinigte Buchhandelsstaaten mit der Hauptstadt Officina, Boulevard der Massenauflagen, Villenviertel der Verleger, Vertragshaus mit Irrgarten und Vorschussquelle, Leser-Republik, unerforschtes Absatzgebiet, Höhlen der Bücherwürmer, Bestsellerie-Plantagen, Siedlung der Schleuderer und Ramscher… Schon 1941 neu aufgelegt, erlebte die Karte bis zum Anfang der 50er Jahre zahlreiche Nachdrucke."

Zur Entstehungsgeschichte der Karte des Bücherlandes lesen wir in Librarium, Zeitschrift der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft, Jg. 1 (1958), Nr 2, S. 40 f.

„Der 1884 in Freising geborene Alfons Woelfle, bekannt als Buchillustrator, Maler und Mitarbeiter bei der «Jugend» und beim «Simplicissimus», kam im Jahre 1938 ins Haus des Münchener Verlegers Dr. Ernst Heimeran mit einer nachgezeichneten Barockkarte über das Thema «Land der Liebe». Dr. Heimeran hatte grosse Freude an der Art des Werkes, konnte sich aber nicht entschliessen, die Nachzeichnung einer schon vorhandenen Karte zu veröffentlichen. Im Gespräch mit Woelfle kam er aber auf ein neues, noch nie aufgegriffenes Thema: das Land der Bücher. Es begann nun, im Wetteifer mit Woelfle, im Verlag ein lustiges Überlegen, und jeder steuerte etwas bei – es ging zu wie bei einer richtigen grossen Familienbastelei. Zum Schluss war die unterhaltsame, unter Sammlern sehr beliebte Gattung der Phantasiekarten ein neues Gebilde vermehrt, das vollendet in den allen beschwingten Einfällen offenen, humorvollsten und kauzigsten aller deutschen Verlage passte. Im Kernpunkt der 25 x 35 cm messenden handkolorierten Karte liegen die Vereinigten Buchhandelsstaaten mit der Provinz Antiquaria, vor deren Grenzen bedenklich nahe die Schleuderer und Ramscher siedeln. Die Hauptstadt heisst Officina, zu deren von Lektoren bemannten Wällen ein sehr schmaler Autorenpfad hinaufführt. Im angegliederten Land Makulaturia ragen die Pyramiden der Ladenhüter hoch in die Luft. Um das Kernland des Buchhandels lagern nacheinander drei Staaten: im Süden das Reich der hohen Poesie, das sinnigerweise den Umriss einer meerumrauschten Leier hat, und vor dem die Flachländer der Massenschreiber und der Rezensenten sich ausdehnen, zum Teil bis in die Republik der Leser mit ihren noch unerforschten Absatzgebieten hinein. Nach Norden folgen die Zonen der materialliefernden Tintenseen und Zellulosewälder, während im Osten die bibliophilen Erlesenheiten als Inseln aus dem Meer der Neuerscheinungen ragen. Eine kleine Reise durch die assoziationsreichen Landschaften dieser Karte, die spielerisch «Geographie» und Literatur durcheinandermischt, bietet dem Bücherfreund allerlei ergötzliche Überraschungen. Für den Liebhaber der Musik stellte Wolfgang Felten im gleichen Verlag eine «Karte des Notenmeeres» zusammen, während Alfons Woelfle für Heimeran noch eine «Karte von Goethes Lebensreise» zeichnete."

- Weiterführende Literatur: Roth, Lotte: Alphons Woelfle 1884 – 1951. Illustrator und Buchkünstler, Leben und Werk. München, Verlag Robert Wölfle 1998. 132 S., Gr.-8° mit vielen Abbildungen und dem Werkverzeichnis (Illustrierte Bücher und Mappen, Einzelblätter, Bucheinbände, Exlibris, Gebrauchsgraphik, Zeitschriftenillustrationen)

- Eine Bibliographie zum Genre literarischer Karten bietet: Language of the land: The Library of Congress book of literary maps Washington : Library of Congress : 1999 : XVI, 304 S. : Ill., Kt. http://www.loc.gov/loc/lcib/9909/litmap.html s.a. Artikel http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/2446/48_BIS03-09_Druck.pdf

„Unsere Leidenschaft gilt den Büchern, denn sie bewegen Menschen, sie helfen Menschen, sie bringen Menschen weiter. Was auch immer geschieht, wie auch immer sich unsere Welt verändert – unsere Kunden, unsere Mitarbeiter, unsere Autoren sollen wissen: Wir glauben an Bücher.“ (Mayersche Buchhandlung, Aachen; Jacob Anton Mayer (1782 – 1857))

Beste Immunisierung gegen Depression "Die beste Immunisierung (Anmerkung der Redaktion: gegen Depression) für den Buchhändler besteht darin, dass er selber Sortimentskompetenz zeigt: Dass er ein leidenschaftlicher Leser ist, der seinen eigenen Geschmack in das Sortiment projiziert und auf diese Weise zu einem Partner des Publikums wird. Der Buchhändler soll wie ein Sommelier zwischen den Weinstöcken und den Gläsern stehen. Er muss die literarischen Ströme besser dekantieren. Sobald das qualitative Element sich mit der Ausübung des Berufs untrennbar verbindet, entsteht ein metierspezifischer Stolz – und Stolz ist das stärkste Antidepressivum." (Peter Sloterdijk im Interview mit Torsten Casimir im Börsenblatt 37/2015, S. 28 – 31)VORSICHT Buch! 

"Was soll das heißen, ich habe zu viele Bücher? Ich habe zu wenig Regale!""Geld allein macht nicht glücklich. Man muß schon Bücher und Schokolade davon kaufen.""Die einen nennen es Buchhandlung. Ich nenne es Komfortzone.""Wer viel liest, hat weniger Zeit für groben Unfug.""Bewerbe mich als Vollzeitleser. BIN BEREIT FÜR ÜBERSTUNDEN."

"Die Vertreter sind die natürlichen Feinde des Lektors." (Unbekannte Herkunft.)

lat. bibliopolium oder lat. taberna libraria: Buchhandlung

Wieder entdeckt/wiederentdeckt: Stefan Zweig: Buchmendel https://de.wikisource.org/wiki/Buchmendel

Jean Paul (Richter): Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal http://www.zeno.org/Literatur/M/Jean+Paul/Romane+und+Erz%C3%A4hlungen/Die+unsichtbare+Loge/Zweiter+Teil/Leben+des+vergn%C3%BCgten+Schulmeisterlein+Maria+Wutz+in+Auenthal

Anne Vegter: „Das Geheimnis des Buchhändlers“ / „Het geheim van de boekhandelaar“

"Du verkaufst Bücher aber eigentlich reichst du Liebe weiterdu gibst Ratschläge aber eigentlich öffnest du Fernsichtendu nennst einen Autor aber eigentlich weckst du ein Verlangendu wartest auf eine Frage aber eigentlich stellst du Fragen

Du verkaufst Bücher aber eigentlich bewegst du Sprachedu zeigst auf Regale aber eigentlich sind es Horizontedu sagst Umsatz aber eigentlich flüsterst du Kapitalbanddu nennst einen Titel aber eigentlich teilst du Flügel aus

Du verkaufst Bücher aber eigentlich erzählst du Geschichtendu erhältst Hinweise aber bist eigentlich des Lesers Leserdu zitierst „schön ist die menschliche Rede und unzerstörbar“du bist eine Insel, aber eigentlich verkaufst du Rettungsleinen."(aus dem Niederländischen von Gisela Trahms) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/frankfurter-anthologie-anne-vegter-das-geheimnis-des-buchhaendlers-14481464.html

"Ein kultivierter Mensch muß nicht alle Bücher durchgesehen haben." (René Descartes)

"Eine Buchhandlung braucht keine großen Schaufenster, keine Verführung zum Eintritt, keine himmelhohen Stöße, die ›abverkauft‹ werden müssen. Sie braucht kenntnisreiche Menschen mit großer Zuneigung zu den Büchern, Sucher und Finder." (Ursula Krechel, Schriftstellerin)

Verleger 

"Freunde, was ist denn ein guter Verleger? Ein guter Verleger ist jemand, der ein schlechtes Buch gut verkaufen kann." (Marcel Reich-Ranicki, 26.12.1988) 

"Wir werden uns nicht einigen und wir sollen und müssen uns nicht einigen. Freunde, wir sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Marcel Reich-Ranicki, und der hatte es von Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan)

"Ich nörgele über die meisten Bücher, die gelesen werden. Ich kann nicht anders: Ich muss nörgeln." (Marcel Reich-Ranicki, 9.12.1991)

"Ich investiere in ranzige Bücher, nicht in lausige Geldanlagen." (Spruch ist inspiriert durch einen Wilsberg-Fernsehkrimi.)

„Lesen bereichert den Menschen, mündlicher Gedankenaustausch macht ihn gewandt. Niederschriften verhelfen zu genauerem Wissen.“ (Sir Francis von Verulam Bacon (1561 - 1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften)

Räume der Erkenntnis: Kleine Geschichte der Bibliothekskultur

Die professionelle bibliothekarische Erfassung Tausender von Publikationen ist eine Herausforderung, eine eigene Wissenschaft. Verschiedene Zeiten haben verschiedene Arten der Aufbewahrung von Büchern hervorgebracht: Der Bibliotheksbau hat eine lange Geschichte.  http://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2016/2/Historische_Bibliotheken.php#.VvPjpen2Y-U

"Die Kunst des Verlegens ist, nein zu sagen." (Johannes Thiele, Verleger)

„Lesesucht, die Sucht, d.h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.“ (Joachim Heinrich Campe, Schriftsteller und Verleger, 1746 - 1818) 

"Das Lesen, das einmal als Seltenheit galt, betreibt nun jeder, auch die Schichten, die nicht dazu bestimmt seien. Durch das Lesen verliert man die Kontrolle über seine Geschlechtstriebe. (Karl G. Bauer, Pädagoge in "Über die Mittel dem Geschlechtstrieb eine unschädliche Richtung zu geben" (1787)) 

"Ein Buch lesen, um bloß die Zeit zu tödten, ist Hochverrath an der Menschheit, weil man ein Mittel erniedrigt, das zur Erreichung höherer Zwecke bestimmt ist.“ (Johann Adam Bergk, Philosoph, 1769 – 1834 - Die Kunst, Bücher zu lesen, 1798)

"Du öffnest die Bücher, und sie öffnen dich." (Dschingis Aitmatov)

„Bücher riechen gut, Zeitungen nicht. Mit Büchern umgeben sich die Menschen, aber ich kenne niemanden, der gerne mit Zeitungsstapeln lebt. Die gelesene Zeitung schmeißt man weg, ein Buch kann man nicht wegwerfen.“ (Reinhold Neven DuMont)

Eugen Roth: Das Hilfsbuch 

"Ein Mensch, nichts wissend von >Mormone<Schaut deshalb nach im LexikoneUnd hätt es dort auch rasch gefunden -Jedoch er weiß, nach drei, vier Stunden

Von den Mormonen keine Silbe -Dafür fast alles von der Milbe,Von Mississippi, Mohr und Maus:Im ganzen >M< kennt er sich aus.

Auch was ihn sonst gekümmert nie,Physik zum Beispiel und Chemie,Liest er jetzt nach, es fesselt ihn:Was ist das: Monochloramin?

>Such unter Hydrazin<, steht da.Schon greift der Mensch zum Bande >H<Und schlägt so eine neue BrückeZu ungeahnter Wissenslücke.

Jäh fällt ihm ein bei den HormonenEr sucht ja eigentlich: Mormonen!Er blättert müd und überwacht:Mann, Morpheus, Mohn und Mitternacht...

Hätt weiter noch geschmökert gern,Kam bloß noch bis zum Morgenstern.Und da verneigt er sich tiefNoch vor dem Dichter - und - entschlief."

(Anmerkung: Ein gutes Beispiel für Serendipität (englisch serendipity).)

Merke, Leser: Von dir handelt die Geschichte! De te fabula narratur.

Zwischen zwei Buchdeckeln die ganze Welt, das Universum, ein Zitat aus dem "lachenden" und schwer entzifferbaren Labyrinth "Der Name der Rose" "In omnibus requiem quaesivi, et nusquam inveni nisi in angulo cum libro." Übersetzung: "In allem habe ich Ruhe gesucht, und habe sie nirgends gefunden, außer in einer Ecke mit einem Buch." (Umberto Eco, Semiotiker; hatte angeblich 50.000 Bücher in seiner Privatbibliothek)

"Es ist ein Gerücht, dachte Perdu, daß sich Buchhändler um Bücher kümmern. Sie kümmern sich um Menschen." (Nina George: Das Lavendelzimmer)

"Verleger sind gut beraten, wenn sie auf das hören, was Ihnen die Leser und Buchhändler zu sagen haben." (Carsten Vogt)

"Ja, das grenzenloseste aller Abenteuer der Kindheit, das war das Leseabenteuer." (Astrid Lindgren)

"Gott grüß die Kunst" Buchdrucker, Schriftsetzer, Lithografen und andere „Jünger der Schwarzen Kunst“ grüßten und grüßen sich bis in die Gegenwart sowohl mündlich als auch schriftlich mit dem Buchdruckergruß "Gott grüß die Kunst" - auf den "Gott grüße sie" erwidert werden sollte. Beachtenswert ist, dass im Gegengruß das sie kleingeschrieben wird, denn es bezieht sich auf die Kunst, nicht auf den Grüßenden. Erstmals gedruckt ist der einleitende Buchdruckergruß 1740 nachgewiesen.

"Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen." (Francis Bacon)

"Papier ist für mich keine lästige Notwendigkeit, sondern etwas zutiefst Sinnliches. Papier hat Geruch. Papier hat Aura. Die Schönheit des Buchs ist ein Teil seiner Botschaft." (Gerhard Steidl)

"Ein schönes Buch ist ein Kompliment an seinen Autor - und eine Liebeserklärung an den Leser." (Karin Schmidt-Friderichs, Verlag Hermann Schmidt, Mainz)

Mascha Kalèko: Ansprache eines BücherwurmsDer Kakerlak nährt sich vom Mist,  Die Motte frißt gern Tücher, Ja selbst der Wurm ist, was er ißt. Und ich, ich fresse Bücher.Ob Prosa oder Poesie, Ob Mord – ob Heldentaten –Ich schmause und genieße sie Wie einen Gänsebraten.

Ich bin ein belesner Herr, Nicht wie die andern Viecher!Daß Bücher bilden, wisst auch ihr, Und ich – ich fresse Bücher.Die Nahrung, sie behagt mir wohl, Verleiht mir Grips und Stärke.Was andern Wurst mit Sauerkohl, Das sind mir Goethes Werke.

Ich fraß mich durch die Literatur So mancher Bibliotheken;Doch warn das meiste, glaub es nur, Bloß elende Scharteken.Das Bücherfressen macht gescheit. So denken sich´s die Schlauen.Doch wer zuviel frisst, hat nicht Zeit, Es richtig zu verdauen.

Drum lest mit Maß, doch lest genug, Dann wird´s euch wohl ergehen.Bloß Bücher fressen macht nicht klug! Man muß sie auch verstehen.

Nach einer echten Begebenheit:

Kam ein Häslein in den Bücherladen, rieb sich auch an manchen Waden.Wollte doch kein Büchlein kaufen, ist ganz flott davongelaufen.Und die Moral von der Geschicht: Hasen lesen Bücher nicht!

Gedanken-Splitter:

"Ich lobe das Papier: Papier ist ein besonderer Stoff. Ohne Papier würde es manche Kunst nicht geben. Und was fast noch wichtiger ist: Es würde das geschriebene Wort nicht diese Verbreitung finden." (Carsten Vogt, Buchhändler)

"Booked. Wie Sie Bücher erschaffen, die süchtig machen." (Carsten Vogt, Buchhändler)

"Als ich morgens stolperte, fiel ich in ein Büchermeer." (Carsten Vogt, Buchhändler)

"Wann ist der Tag des letzten Buches?" (Carsten Vogt, Buchhändler)

"Bücher haben, genau wie Menschen, ihren Erfolg oft ihrem Titel zu verdanken." (Peter Sirius)

"Im Bett soll man nur leichte und unterhaltende Lektüre zu sich nehmen, sowie spannende und beruhigende, ferner ganz schwere, wissenschaftliche und frivole sowie mittelschwere und jede sonstige; andere Arten gibt es nicht." (Kurt Tucholsky)

"Die höchste Schule der Verlegerei ist die Autorengesellungslehre." (Carl Hanser)

SuB = Stapel ungelesener Bücher

1789 schrieb der Pädagoge Joachim Heinrich Campe: „Das unmäßige und zwecklose Lesen macht zuvörderst fremd und gleichgültig gegen alles, was keine Beziehung auf Literatur und Bücherideen hat.“

Der Papa will Jan zum Lesen ermuntern und sagt: „In Deinem Alter hab´ ich die Bücher verschlungen.“ Darauf meint Jan: „Ich will aber keine Bücher essen, Papa!“

Lustiges wird aus dem Stark-Verlag, Freising, inzwischen zu Pearson Education gehörend, berichtet: Im Stark-Verlag wurden jahrzehntelang nur Frauen eingestellt, denn es gab keine Herrentoilette. (Der Verleger Hannes Stark hatte seine eigene Toilette.)

Über die Veränderung eines Zitats

"Habent sua fata libelli" "Sie haben ihre je eigenen Schicksale, die Büchlein": Das bekannte Zitat stammt aus einer Schrift des spätantiken Philologen Terentianus Maurus "Über die Silben" und ist ein reizvolles Beispiel dafür, welche Schicksale Zitate "erleiden". Prof. Klaus Bartels hat dem Zitat in einem gerade bei Philipp von Zabern erschienenen Band nachgespürt:

1493 sei Terentianus Maurus' längst vergessene Schrift in der italienischen Benediktiner-Abtei S. Colombano bei Bobbio (Provinz Piacenza) wieder aufgefunden worden, berichtet Bartels: "Im Nachwort hatte Terentianus, wie die rhetorische Kunst es empfiehlt, die zu erwartende herbe Kollegenkritik vorweggenommen: Vielleicht werde einer dieser Kritikaster nicht anstehen zu sagen, das Buch mache allzu viele Worte; vielleicht werde ein 'weit Verdienstvollerer' meinen, es bringe doch nur wenig Neues – er selbst habe schon weit mehr gefunden; vielleicht werde ein träger und ungeduldiger Geist es für allzu dunkel, allzu schwer verständlich halten: Forsitan hunc aliquis verbosum dicere librum, non dubitet; forsan multo praestantior alter pauca reperta putet, cum plura invenerit ipse. Deses et impatiens nimis haec obscura putabit.

Und nachdem er so genüsslich vier Verse weit ausgeholt hat, schlägt er mit dem fünften zu: 'Pro captu lectoris habent sua fata libelli', 'Je nach der Fassungskraft des Lesers haben sie ihre Schicksale, die Büchlein'. Er meint es im Sinne des Lichtenbergschen Aphorismus: 'Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstossen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?' Nach der Erstausgabe der Terentianischen Schrift im Jahre 1497 mochten die Humanisten des 16. Jahrhunderts, die späten Kollegen und damit Konsorten, 'Schicksalsgenossen, Leidensgenossen', jenes Terentianus Maurus, das gelehrte Zitat auf mancherlei unliebsame, eitle Beckmesserei münzen, und die Kenner unter sich auch ohne den Klartext jenes 'Pro captu lectoris ...', dafür mit einem fröhlichen Augenzwinkern."

Seit der Renaissance sei jene Schrift "Über die Silben" zum zweiten Mal der Vergessenheit verfallen, erläutert Bartels: "Nicht so das geflügelte 'Habent sua fata libelli'; das hatte sich bald, seiner ursprünglichen besonderen Bezüge beraubt – oder eher: davon befreit – zu seiner heute geläufigen allgemeinen Bedeutung gemausert und leichtbeflügelt in den Zitatenhimmel aufgeschwungen. In der Verkürzung auf die zweite Vershälfte, ohne das voraufgehende 'Pro captu lectoris ...', gewann das nun an die erste Stelle geratene 'Habent ...' ein besonderes Gewicht, und so zitieren wir das Wort heute in dem schicksalsträchtigen Sinne: 'Ja, sie haben ihre je eigenen Schicksale, die Bücher' – nunmehr ohne fröhliches Augenzwinkern, dafür mit bedeutender Schicksalsmiene.

'Habent sua fata libelli':  Das ist zum geflügelten Hoffnungs- oder Trostspruch geworden für alle um ihre 'Büchlein' und ihr daran geknüpftes Rühmlein besorgten Autorinnen und Autoren und entsprechend, mutatis mutandis, für Verlegerinnen und Verleger, Buchhändlerinnen und Buchhändler. Im Jahre 1888, bei der Einweihung des Deutschen Buchhändlerhauses in Leipzig,  hat der Wappenzeichner Emil Döpler das Wort zur beziehungsreichen Devise des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erhoben. So, wie wir die hintersinnige, hinterhältige Pointe jenes antikischen Kollegen Terentianus Maurus heute verstehen und zitieren, ist sie da ja genau am rechten Ort. Aber von seiner Herkunft her taugte dieses geflügelte 'Habent sua fata libelli' doch eher zum selbstironischen Motto einer literarischen oder wissenschaftlichen  Rezensionszeitschrift, in der die 'weit verdienstvolleren' Autoren und Gelehrten, die selbst schon sehr viel mehr gefunden haben, die mit allzu vielen Worten und wenig Neuem daherkommenden, allzu dunklen und schwer verständlichen Büchlein ihrer weniger verdienstvollen Kollegen kunstgerecht zerrupfen."

Der Text stammt aus Klaus Bartels Sammlung "Geflügelte Worte aus der Antike – woher sie kommen und was sie bedeuten". Verlag Philipp von Zabern, 168 S., 19,99 Euro. Von Bartels ist im gleichen Verlag im Frühjahr in 14. Auflage das Nachschlagewerk "Veni vidi vici. Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen" erschienen.

Die zitierten Stellen stammen aus: Terentianus Maurus: "De litteris, syllabis et metris", 1282ff.; Georg Christoph Lichtenberg: "Sudelbücher" D 399, vgl. E 215

Der gesamte Text ist übernommen von www.boersenblatt.net/635365

Gerhart Herrmann Mostar:In diesem Sinn vergnügte Messe! Eine Rede in Versen zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 1962. Erschienen 1962 im Henry Goverts Verlag StuttgartMit Illustrationen von Kurt Halbritter

Bearbeitet nach www.uni-leipzig.de/~buchwiss/pix/Gerhart%20Hermann%20MostarTEXT.pdf

Die Leute, welche Bücher lesen,  Sind meist durchaus normale Wesen;Doch ach! wie ändern sich die Sachen Bei Leuten, welche Bücher machen!Wo des Normalen Wünsche kreisen Um schöne Fraun und gute Speisen, da stürzen sie in wilder Gier Nur auf das eine: auf Papier! 

Was kümmert sie die heiße Mühe Der Männer, die die zähe Brühe Aus schlechten Holz und schmutzigen Lumpen Mit List entfärben und entklumpen, Bis daß man, weiß und zart und glatt, Papier in frohen Händen hat! Dann welche Freude, welche Zier Ist so ein leeres Blatt Papier, 

So rein, so keusch, und könnt`s so bleiben, Es wäre – nun: nicht zu beschreiben. Doch ach, schon naht der Büchermacher, Des Reinen alter Widersacher, Ein Schillerwort im argen Herzen, Liebt er`s, das Strahlende zu schwärzen,Und zwar, o ränkevolle Welt, Mit Druckerschwärze, denn die hält!

Indes: verzeiht ihm. Richtet nicht.  Der Mann ist krank. Der Facharzt spricht Von unheilbarem Bücherdrang Und von Papierbesudlungszwang. 

Er sagt jedoch, weil er Lateiner, Statt >> Buch << meist >> liber <<, das klingt feiner, Und definiert die Zwangspsychose Als >> perniziöse Liberose << . Die leichte und akute Form Befällt auch den, der nicht abnorm, Und pflegt in frühen Jünglingsjahren Fast jedermann zu widerfahren. 

Der Knabe zwar, laut Fachbefund, Verhält sich zum Papier gesund, Hat durchaus Sinn für leere Bogen Und läßt von strengen Pädagogen Sich nur höchst widerwillig zwingen, Was Schriftliches drauf anzubringen – Kurzum, die Forschung bucht als Fakt: Normal ist sein Papierkontakt. 

Indes kaum naht die Jünglingszeit, Da naht auch schon die erste Maid,Bei der man, wenn man`s fertig brächte, Was sagen, fragen, wagen möchte – Doch kaum will sich da was entwickeln, Schon hemmen Angstschweiß, Stimmbruch, Pickeln, 

Und nun, im Drang, sich auszudrücken, Strömt man sein Sehnen und Entzücken,

Den Traum von ihr, den Schrei nach ihr Aufs stets geduldige PapierUnd hat nun ein beschriebnes Blatt, Was einen großen Vorteil hat: Die Maid ist, was man auch geschrieben, Ein unbeschriebnes Blatt geblieben.Hier liegt der Sinn der Minnedichtung:  Sie gibt der Libido die Richtung 

Nach innen und, wie nicht zu streiten,  Erübrigt Pupertätlichkeiten. 

Doch wenn die Umwelt nun auch schwört, Man sei papierkontaktgestört – Der Anfall geht vorbei, fast jeder Greift bald zur Frau anstatt zur Feder, Denn Lyrik bleibt, wie man entdeckt, Bei Frauen ohne Nutzeffekt – Wenn die schon ein Poem entflammt, Dann ist´s das Ja im Standesamt. Nun gut. Das weiß der Frauenkenner. Doch leider gibt`s auch schwächere Männer. Man kann die Frauen, steht geschrieben, Entweder kennen oder lieben; 

Sie aber sind die seelenvollen Romantiker, die beides wollen, Und dieser Typ des Lustnervösen, Er kann sich vom Papier nicht lösen, Denn nur auf dem Papiere gibt Es den, der weiß – und trotzdem liebt. 

Und also bleibt und schreibt er weiter Papierkontaktgestört, doch heiter, Er wühlt in Phantasiegestalten, Er kann die Tinte nicht mehr halten Und zählt, obwohl normal geboren, Zu den Autoren. Hier fragt, wer Psychopathen kennt, Warum man so was Autor nennt. >> Autor <<, so sagt das Lexikon, Heißt >> Urheber <<.  Jedoch, wovon? Was hat er nur, der Ahnungslose? Wir ahnen es: die Liberose! 

Ja, würde man ihn isolieren – Die Umwelt würde nichts riskieren. Verbannt ins eigne Innenleben, Wär er verhindert, urzuheben, Und könnte nirgends Unheil stiften Als einz`ger Leser seiner Schriften. 

Wie friedevoll in jedem Sinn Zög unsre Welt im All dahin, Ganz ohne Buch, nur Bild und Ton, Nur Fernsehen, Radio, Grammophon, Kein Aufgeschriebnes und Bedrucktes, Nur Angehörtes und Begucktes, 

Lautsprecherklang auf fernster Flur, Kurz, nur Kultura, nix Kultur, Versunken in die Schönheit ihres, Auch sittlich sauberen Papieres! Doch leider, leider gibt es Herren, Die, statt den Autor einzusperren, 

Noch Vorteil ziehn aus seinem Wahn Und sich ihm als Versucher nahn: >> Warum, mein Lieber, so bescheiden? Warum verstecken Sie ihr Leiden? An ihrer Krankheit, sag ich ihnen,  Da können Sie sogar verdienen! << 

Der Autor, wenn auch Idealist, Wehrt sich nur scheinbar und auf Frist: Empfand er es bisher als Pein, Stets arm und drum im Druck zu sein, Jetzt rufen sie`s ihm ins Bewußtsein: Im Druck zu sein, kann Lust sein! 

Wenn sie ihn eine Zeit beknieten, Erliegt er seinen Parasiten. Kurzum, er ist, halb wider Willen, Nur der Erreger der Bazillen, Hingegen tragen die Verbreiter Die Infektion freiwillig weiter –

Und diese Art Bazillenträger Nennt man Verleger. Denn ach! Durch ihre Kunstgebräuche Wird erst der Einzelfall zur Seuche.Denn wenn es keinen Autor gibt,  Der nicht mit seinem Herzblut tippt,

So braust durch das Verlegerherze Die düstre Flut der Druckerschwärze,Die, kaum noch durch Vernunft gehemmt, Des Autors Werk ins Weite schwemmt. Das bringt zwar nicht viel ein – indessen Auch der Verleger ist besessen,

Drum pfeift er auf die Absatzfrage, Auf Markt- und auf Bedürfnislage –>> Denn nicht der Leser <<, schließt er scharf. >> Ich selbst bin`s, der des Buchs bedarf!<<So zieht er los in edlem Grimme, Gehetzt von seiner inneren Stimme, 

Unhaltbar wie der alte Blücher, Und wo er hintritt, wachsen Bücher,>> Die Hand drauf, das bedrucken wir! << Der Strom der Titel will nicht endenUnd strömt zurück als Remittenden, Und jetzt – der eignen Bücher Flut

Verschlingt ihn schon… er hält sich gut … Ein Lustschrei: >> Noch einen Titel mehr!! << - -Dann hat er keine Mittel mehr. Der Ozean trägt ihn ins Weite, Er spürt den kühlen Wind der Pleite,Schon riecht es auf der Meeresflur Verdächtig nach Makulatur –

Da, als schon fast sein Auge bricht, Sieht er ein Schiff, sieht er ein Licht Und liest am Bug, der rettend naht: >> Modernes Antiquariat <<.Er kommt davon, ein armer Schlucker, Und borgt Papier und pumpt beim Drucker,

Geht wieder ein und hat noch immer Im irren Aug` ein Hoffungsschimmer Und ruhet nimmer! Was trotzdem durch Jahrhunderte Schon die Autoren wunderte,Ist, daß es den Bazillenträgern Weit besser geht als den Erregern.

Und falls du nun der Autor bist, So rat ich dir als Mensch und Christ:Wenn sie auch mehr an dir verdienen Als umgekehrt – sei gut zu ihnen! Ist deiner eine Nervensäge, Ertrage ihn und überlege:

Du hast nur ihn, der dich erkoren, Er hat`s zu tun mit viel Autoren,Und die sind einzeln manchmal Klasse, Indessen fürchterlich als Masse!Auch leidet er, trotz äußerer Haltung, Notwendig an Bewußtseinsspaltung, 

Dieweil nun mal, das ist sein Fluch, Das eine Buch dem andern BuchDiametral entgegensteht: Das gute Buch dem Buch, das geht.Wer in Geschäft plus Buch verliebt is`, Hängt zwischen Scylla und Charybdis: 

Das gute Buch, zu dem`s ihn zieht, Verschlingt sein Bargeld und Kredit,Das andre bringt zwar Geld ins Haus, Doch die Kritik speit`s brüllend aus.So druckt er denn mit Gott die schlechten, Weil`s die Plebejer gerne möchten,

Und finanziert damit die guten, Die nur Patrizier zuzumuten, Und stöhnt des nachts im Sorgenbette:  >> Ja, wenn ich die Courths-Mahler hätte – Fürwahr, ich hätte ausgelitten Und brächte Musil glatt auf Bütten! << 

Bedenk auch dies, o Literast:  So viel du auch geschrieben hast Von edlen Menschen, edlen Trieben – Nie hast du über ihn geschrieben, Der zwar kaum vorschießt und nie borgt, Doch dich verlegt, umhegt, umsorgt!

Ist er beleidigt? Rächt er sich? Mitnichten: er schreibt über dich!Er pflegt in kurzen Augenblicken Der Muße sich was rauszudrücken,Ein Sätzchen da, ein Sätzchen hier, Und jedes Sätzchen spricht von dir, 

Denn was er in Etappen kleckst, Das nennt sich Klappentext.Er weiß: nicht, was das Buch enthält – Nein wie man`s aufmacht, das bringt Geld,Es kommt halt auch in geistigen Sachen drauf an, die Klappe aufzumachen,

Denn wem nach einem Buch der Sinn steht, Der kauft, was draufsteht, nicht, was drin steht! Und was steht drauf! Was schreib der Gute! Dir wird ganz blümerant zumute:Du bist der größte aller Dichter, Du bist das hellste aller Lichter,

Du bist das Höchste, wenn du fühlst, Du bist das Tiefste, wenn du wühlst, Wer anfängt, dich zu lesen, muß Dich fertig lesen bis zum Schluß (Er selbst fing nicht erst an, der Brave, Verlegern gibt`s der Herr im Schlafe) –

Du liest, denkst erst bescheidentlich: Er hat mehr Phantasie als ich,Jedoch nach kurzem fällt dir ein: Wenn er`s schreibt, muß es richtig sein!Du bist, weil Deutscher und Poet, Nur Autor – er Autorität, 

Und schreibt die was, ist`s gut, man glaubt es – Kurz, du begreifst erhobnen Hauptes:Ist auch die Vorschußrate winzig – Der Vorschußlorbeer – der hat`s in sich!Bedenke schließlich: dein Verleger, Dein Brötchenherrr, dein Musenpfleger,

Als Inbegriff des Vorschußgebens Der Rothschild deines Dichterlebens – Selbst er, von Majestät umwittert, Hat einen Feind, vor dem er zittert,Und wie er zittert! Denn den kennt er: Den Sortimenter.

Das ist ein Kämpfer von Beruf! Denn was auch der Verleger schuf,Er schuf`s, ob Titelei, ob Klappe, In mildem Klima der Etappe Im Hinterlande des Büros – Beim Sortimenter – da geht`s los! Hier, wo man angstschweißübersprüht

Das Weiß im Aug` des Lesers sieht, Hier gilt`s, durch Drohen oder FlehenIhm Bücher wirklich anzudrehen, Hier, fern am Ladenhorizont,Hier weht der scharfe Wind der Front! Und welcher Front! Bedenk einmal: Wie leicht hat`s heut ein General,

Er bombt in Massen und auf Massen Mit Bomben, die für jeden passen;Den Kunden muß man hingegen Streng individuell erlegen,Man muß aus dreißigtausend Titeln Das richtige Geschoß ermitteln 

Und findet meistens erst nach Stunden Fürs richtige Buch den richtigen Kunden:Ob Schiller, Thriller oder Knüller Für Lehmann, Schulze oder Müller,Ob Kästner, Köppen oder Kuby Für Vater, Mutter oder Bubi,

Ob die Lolita, den Schiwago,Für Nordseeküste oder Lago, Ob mehr Remarque, ob mehr Adorno Und falls mehr graphisch, ob mehr porno –Kurzum, man ist schon halb bedeppert,  Bevor die Ladenkasse scheppert.

Und wenn der falsche Büchertyp Am falschen Kunden hängen blieb,  Zum Beispiel, weil er geistumnachtet Den Klappentext für wahr erachtet – Wem haut`s der Kunde um die Ohren?

Den Herrn Verlegern? Den Autoren? Dem Sortimenter! Er beweist es: Er ist der Frontsoldat des GeistesUnd seufzt im Stübchen hinterm Laden: Die Front hat`s immer auszubaden –Denn Bücher macht man leicht auf Erden; Das Kunststück ist, sie loszuwerden! 

Doch ist dies Kunststück dann vollbracht, Ist eines tröstlich: Bargeld lacht.In diesem Punkt hat er`s bequemer: An ihn bezahlt der Endabnehmer,So kann er denn bei vollen Kassen Die Herrn Verleger stocken lassen

Und seinen Racheakt an diesen Wie Adenauer kalt genießen – Kein Schotte hortet konsequenter Sein Bargeld als der Sortimenter.Erst bleibt`s mal in den dunklen Ecken Der Kasse ein paar Wochen stecken,Woraus sich`s träg zur Bank bewegt, Wo`s möglichst lange Zinsen trägt,Bis sich`s von einer Hälfte trennt,  Die zum Verleger schleicht, nicht rennt. Der, falls er nicht inzwischen pleite, Legt eine Kleinigkeit beiseite

Und zahlt sie ein- bis zweimal jährlich Dem Autor aus, falls sie entbehrlich.Der Autor, wenn auch nicht betrogen, Weint, weil der Vorschuß abgezogen,Und wirft als letzter in der Runde Den Rest vor die Finanzamtshunde – 

Will er auf Nahrung nicht verzichten, Bleibt nur die Losung: >> Weiterdichten! <<Der Buchkreislauf wird noch nervöser, Die Liberose perniziöser,Der Unheilsring der Buchgenossen Hat sich geschlossen.

Doch sursum corda! Es winkt Rettung Am tiefsten Punkt der Zwangsverkettung! Es hat sich die Verlegerschaft Zu einem Kraftakt aufgerafft:Bedrängt, bemißtraut von zwei Seiten Und müde solcher Schwierigkeiten

Beschloß sie edel, schlau und klar: Wir zeigen künftig Jahr für JahrSo Sortimentern wie Autoren In Frankfurts Messekorridoren Ganz gleich auf gleich und ganz kommun, Was wir für alle beide tun!

Wir lassen uns das etwas kosten (Zumal`s ein absetzbarer Posten),Ja, wir, die allem Jahrmarktstreiben Aus Standesstolz sonst ferne bleiben,Verlassen die Verlagspaläste Und preisen vor dem Schwarm der Gäste

In schrecklich engen Holzverschlägen Persönlich an, was wir verlegen – Kurzum, es weicht im Messegelände Der Stolz des Standes dem Holz der Stände.Leutseligkeit bei hohen Herrn – Man weiß, die Kleinen haben`s gern,

Und sieh, schon nahen sie in Haufen, Die Bücher schreiben und verkaufen.Der Autor freilich kommt zumeist Ein bißchen ängstlich angereist, Zumal für ihn, wie sich versteht, Die Reise nicht auf Spesen geht,

Auch, wenn er zur Besichtigung startet, Kein freier Eintritt ihn erwartet,Weil er die Bücher ja nicht machte, Nein, nur verfaßte und erdachte –So fühlt er sich im Bücherbabel Als qualité, doch négligeable.

Indes er wandelt trotzdem gern Von Standesherrn zu Standesherrn, Grüßt artig auch den Herrn Direktor, Den Herrn Producer, den Herrn Lektor, Die Sekretärin, eine Lust, Intelligent, jedoch mit Brust, 

Mit Brille, was er trotzdem gern sieht, Weil sie ja damit liest, nicht fernsieht,Dazu im Schmucke schick genähter - Sakkos die wendigen Herrn Vertreter Als leichte Bücherkavallerie – Und Sortimenter wie noch nie,

Die Bücher, nichts als Bücher tanken – Da denkt der Autor den Gedanken,Der seine Stimmung jählings hebt: >> Nein, was so alles von mir lebt … ! <<Und der Verlagschefs stolze Scharen – Mein Gott, was ist in die gefahren! 

Der zart gepflegte Mannesduft Versinkt im Mief der Messeluft,Bei schmaler Kost aus lauen Würsteln Beginnt es sie nach Blut zu dürsteln,Das Hocken in den Bücherschlünden Bringt jede Hemmung zum Verschwinden,

Das Aug` belauert haßentbrannt Die Konkurrenz im Nachbarstand,Und sann der Urmensch in der Höhle, Wie er das Weib des Nächsten stehle,so treibt`s den Urverleger eilends Zum Kampfspiel des Autorenkeilens.

Im Dickicht seiner Büchermauer Legt er sich listig auf die Lauer,Und wenn im Gang ein Autor naht – Dann auf zur Tat!Die Whiskeyflasche in der Linken Verlockt das Opfer, viel zu trinken, 

Der Vorschußbarscheck in der Rechten Hypnotisiert den Trunkgeschwächten,Und wenn der meint, daß er nicht frei, Nein, durch Vertrag gebunden sein,Dann heißt es: >> Wenn es sonst nichts ist, Den bricht bei uns der Hausjurist! <<,

Und wenn der Autor stottert, nein, Ihm falle absolut nichts ein,Dann heißt es nur: >> Daß ich nicht lache, Das ist bei uns Lektorensache! <<, Und will der Autor ehrlich bleiben Und sagt : >> Ich kann ja nicht mal schreiben! <<,

Dann heißt es: >> Nur nicht so sublim – Die Schreibe, die macht unser Team! <<Und damit geht die Sache glatt, Der ist gekeilt, wer hat der hat,Wenn der auch kein Geschäft verspricht, Ein andrer hat ihn nun mal nicht, 

Und nächstes Jahr, das wird ein Leben, Wird`s vierzigtausend Titel geben!Der Autor seinerseits bemerkt: Sein Selbstbewußtsein ist gestärkt.Vielleicht ist er, er fühlt es brausend, Auch einer von den Vierzigtausend.

Vielleicht, er wünscht sich`s und geniert sich, Ist er gar einer von den Vierzig, Die sich von vierzigtausend Mann Die Mitwelt (höchstens!) merken kann.Vielleicht zählt er, ihn faßt ein Schauern, Zu jenen Vier, die überdauern,

von deren Ruhm aus guten Gründen Sogar Erinnerungsbücher künden, Und wär`s auch nur ein Messklamottchen, Zum Beispiel: >> Ich war Mostars Lottchen <<… Doch soll man niemals überschätzen Die Lottchens, die ein Denkmal setzen:

Sie machen nur der Nachwelt klar, Daß man auch Lottchens Mostar war.Drum bleibt nur einer ganz integer Als Denkmalspfleger: dein Verleger!Als du noch jung und unentdeckt, Hat er in dich schon Geld gesteckt; 

Nun will er`s, was ja zu verstehen, Mit Zinseszinsen wiedersehen,Und gerade wenn das lange dauert, Wird eure Freundschaft untermauert:Zwangsläufig hat er das Bestreben, Dich fortgesetzt herauszuheben,

Wenn`s Not tut, noch am Grabesrand (Gesamtausgabe letzter Hand), Wenn`s schon zu spät, am frischen Grabe (Einmalige Gedenkausgabe), An den Geburts- und Sterbetagen (Sonder-, Fest und Neuauflagen), 

Ja, schon der Schutzfrist Schluß im Nacken (Sammelbände, lumgebacken) – Und dein Verleger triumphiert: >> Jetzt hat er sich amortisiert! <<Doch dies, wenn auch recht spät gekommen, Dient auch zu Autors Nutz und Frommen:

Wer, wenn die Rechte nicht mehr erblich, Verkäuflich bleibt, der ist unsterblich,Was sehr für den Verleger spricht, Denn ohne diesen wärst du`s nicht – Kurzum, es ist, und dies beachte, Nicht zu entscheiden, wer wen machte,

Er dich, du ihn – wie`s nun auch war: Ihr seid ein Paar!Nehmt an: am Literatenhimmel Hoch über Frankfurts Messgewimmel Sitz ein Verleger, lichtumfächelt, Blickt seinen Autor an und lächelt: 

>> Schaut her, Ihr steht noch wie ein Gott da – Und ich? Ich war nur Goethes Cotta! <<Der andere hebt im Neonlicht Das sonnenhafte Aug` und sprichtBedachtsam in die Abendröte: >> Mitnichten. Ich war Cottas Goethe! <<

Das wär`s. Und daß ich`s nicht vergesse:  In diesem Sinne: Vergnügte Messe!Hinweis: Trotz intensiver Recherche konnte kein Rechtsnachfolger des Verlages noch von Herrn Mostar ausgemacht werden. Sollten Sie Rechte an diesem Werk besitzen und gegen die Veröffentlichung sein, bitten wir Sie uns zu kontaktieren. Vielen Dank! 

"Später entdeckte ich die Stadtbibliothek und auch, daß man Bibliothekare verblüffen kann, wenn man Bücher bestellt, die andere nicht lesen. Von Literatur wußte ich nichts. Trotzdem las ich als kleiner Snob erstmal nicht Karl May, sondern Johann Wolfgang Goethe. Seinen Namen hatte ich schon gehört, und daß er der Größte sei auch. Ich begann beim ersten Band der Gesammelten Werke, alles Gedichte, holte mir den zweiten Band, wieder Gedichte. Das Staunen der Bibliothekare machte mir Spaß, und daß ich ein besonders netter Bub war und nicht ein böser, der Karl May liest, das machte mir auch Spaß". (Peter Bichsel: Der Leser. Das Erzählen. Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Luchterhand 1982, S. 36 - 37)

"Mir sind alle Bücher zu lang." (Voltaire)

"Ein Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz." (aus Persien)

‎"Man sollte die Macht der Bücher nie unterschätzen." (Paul Auster)

"Mit tiefstem Dank an die drei am wenigstens gewürdigten und am härtesten arbeitenden Missionare des geschriebenen Wortes: unabhängige Buchläden, Bibliothekare und Lehrer." (Gail Carriger; Brennende Finsternis)

"Der wahre Gegner des Buches und der Literatur ist die Reizüberflutung, nicht nur durch andere Medien." (Carsten Vogt)

"Mein Kurzweil aber ist gewesen, von Jugend auf Bücher zu lesen." (Hans Sachs)

"Lesen heißt durch fremde Hand träumen." (Fernando Pessoa)

"Alles, was die Menschheit getan, gedacht, erlangt hat oder gewesen ist, es liegt wie in zauberartiger Erhaltung in den Blättern der Bücher aufbewahrt."(Thomas Carlyle)

"Die meisten Schriftsteller verstehen von der Literatur nicht mehr als die Vögel von Ornithologie." (Marcel Reich-Ranicki)

"Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat, allerdings mit der Schreibmaschine." (Agatha Christie)

"Was hat mich zum Lesen gebracht? Das neugierige Verlangen, in fremde Welten einzutauchen, ziemlich wahllos war ich büchersüchtig." (Gabriele Wohmann)

"Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält." (William Somerset Maugham)

"Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling. Leicht liegt es in der Hand, entführt uns von einer Blüte zur nächsten. Und lässt den Himmel ahnen." (Lao-Tse)

"Haben Sie keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie völlig harmlos." (unbekannte Herkunft)

"Nicht diejenigen haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in ihren Schränken aufheben, sondern sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken." (Erasmus von Rotterdam)

"Ein Buch ist ein Freund, der deine Fähigkeiten aufdeckt, es ist ein Licht in der Finsternis und ein Vergnügen in der Einsamkeit; es gibt und nimmt nicht." (Mosche Ibn Esra)

"Bücher sind die weisesten Greise, Bücher sind die tapfersten Männer, Bücher sind die mütterlichsten Frauen, Bücher sind die lieblichsten und zärtlichsten Mädchen. Wer sieben gute Bücher hat, braucht keinen Menschen mehr." (Börries Freiherr von Münchhausen)

"Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen." (Joseph Joubert)

"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen." (Friedrich Nietzsche)

"Liest du ein Buch zum ersten Mal, lernst du einen Freund kennen. Liest du es ein zweites Mal, begegnet dir ein alter." (Sprichwort aus China)

"Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden." (Ludwig Feuerbach)

"Bücher sind Bienen, die lebenszeugenden Blütenstaub von einem Geist zum andern tragen." (James Russell Lowell)

"Das beste Buch ist das, welches dem Leser seinen eigenen Reichtum fühlbar macht." (Waldemar Bonsels)

"Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen." (Hans Derendinger)

"Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen." (Anton Tschechow)

"Ein Buch - ein Haufen toter Buchstaben? Nein, ein Sack voll Samenkörner!" (André Gide)

"Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten." (Aldeous Huxley)

"Alle Bücher dieser Welt Bringen dir kein Glück Doch sie weisen dich geheim In dich selbst zurück."(Hermann Hesse)

"Auch Bücher haben ihr Erlebtes, das ihnen nicht entzogen werden kann." (Johann Wolfgang von Goethe)

"…wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wie viel wir lernen oder vergessen." (Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes)

"Man sollte niemals ein Buch lesen, bloß weil es auf irgendeiner Bestsellerliste steht oder weil es einem zeitgenössischen Trend entspricht. Richtiges Lesen ist Bürsten gegen den Strich." (Doris Lessing)

"Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen." (Charles-Louis de Montesquieu)

»Ich sage Euch, Herr, es ist das Ende der Welt da. Man hat wohl niemals solche Zügellosigkeiten der Studentenschaft gesehen! Das kommt aber von den verfluchten Erfindungen dieses Jahrhunderts, die noch alles verderben: von den Geschützen, Feldschlangen und Donnerbüchsen, und vor allem vom Buchdruck, dieser zweiten deutschen Pest. Giebt's keine Manuscripte mehr, giebt's keine Bücher mehr! Der Buchdruck vernichtet den Buchhandel. Das Ende der Welt ist nahe.« " (aus: Der Glöckner von Notre Dame, Victor Hugo) 

"Die einen lieben Pferde, die anderen Vögel, wieder andere wilde Tiere, mir aber ist von Kindheit an die unbesiegbare Sehnsucht nach dem Besitz von Büchern angeboren." (Marcus Aurelius)

"Bücher sind eine Art Handfeuerwaffe gegen die Dummheit." (Werner Mitsch)

"Bücher sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart." (Heinrich Laube)

"Bücher sind geschriebene Fragen." (Stefan Zweig)

"Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie." (James Daniel)

 "Je mehr ich las, um so näher brachten die Bücher mir die Welt, um so heller und bedeutsamer wurde für mich das Leben." (Maxim Gorki)

"Menschen die lesen, erleben 1.000 Leben, Menschen die nicht lesen, erleben nur eins." (Frei zitiert.)

"Bücher müssen schwer sein, weil die ganze Welt in ihnen steckt." (Cornelia Funke in "Tintenherz".)

"Bücher sollen deine Gefährten sein und deine Bücherschränke und Regale deine Vergnügungsplätze und Obstgärten." (Judah ibn Tibbon)

"Zu mir hat mal ein Berliner Antiquar gesagt, „Wenn du anfängst zu sammeln, dann ist es so wie ein Wirt, der anfängt zu saufen!“  (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

“Wahrlich, ich sage Euch: Eher existiert ein Buch über einen Gegenstand, der noch nicht existiert, als dass ein Gegenstand existiert, über den noch kein Buch existiert.” [Wilhelm Junk, 1962]  (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

"Für die Schätzung eines Buches ist es ein großer Unterschied, ob ein Buch so selten ist, dass bei intensivem Suchen erst nach Monaten ein einzelnes Exemplar gefunden werden kann, (Rarum); ob es so selten vorkommt, das kein Suchen etwas nützt, (Rarissimum), oder gar, dass es so selten ist, dass jede Hoffnung, ihm noch einmal zu begegnen, ausgeschlossen werden muss und jeder Versuch, es zu erjagen, im voraus zu Ergebnislosigkeit verdammt ist (Introuvable).“ [Wilhelm Junk] (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

"Als der Antiquar Leopold Baer vor 50 Jahren einen Besucher durch sein Geschäftshaus in Frankfurt führte und dieser die großartigen Schätze an Inkunabeln, Handschriften etc. bewunderte, sagte Baer, indem er den Gast in ein unscheinbares Kämmerlein treten ließ: ‚Hier zeige ich Ihnen das Kostbarste, was ich besitze’. Es war die Jahrzehnte alte Kartei der Firma.“ [Wilhelm Junk] (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

"Das Geheimnis des Einzelhandels ist äußerst simpel: Mache es den Leuten nahezu unmöglich, beim Anblick des Geschäfts nicht den Wunsch zu verspüren, hineinzugehen. Mache es ihnen dann unmöglich, hinauszugehen, ohne etwas gekauft zu haben." (Louis Buss: „Der Luxus des Exils“. Antiquariatsroman.)  (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

„Hast Du nicht genügend Absonderlichkeiten, werde nicht Antiquar oder Apotheker. Suche dir lieber einen Beruf zwischen dem Anfangsbuchstaben C und Z aus. Ich sage nicht ‚zwischen B und Z’. Denn auch als Bibliothekar kämst Du nicht weiter.“ [Wilhelm Junk] (Quelle: SWR2 LITERATUR: GELEHRTER ALS KAUFMANN, KAUFMÄNNISCHER ALS DER GELEHRTE. REQUIEM AUF DEN ANTIQUARIATSBUCHHANDEL. VON FLORIAN FELIX WEYH. SENDUNG  /// 09.10.2012 /// 22.05 UHR)

"Wenn du unterwegs bist, wird ein E-Book nie zur Last." (Carsten Vogt)

"Gebührende Aufmerksamkeit für das Innere der Bücher und gehörige Verachtung für ihr Äußeres ist das rechte Verhältnis eines verständigen Mannes zu seinen Büchern." (Earl of Chesterfield)

"Lesen heißt durch fremde Hand träumen." (Fernando Pessoa)

http://lesenacht.wordpress.com/zitate-ubers-lesen/

"Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler." (Philippe Dijan)

Ein Buchhändler muß sich im Spannungsfeld zwischen Gelehrsamkeit und kaufmännischem Denken, zwischen Kultur und Kommerz behaupten.

„Plötzliche Regenfälle können zum Betreten einer Buchhandlung zwingen. Meistern Sie Ihre Unsicherheit in der ungewohnten Umgebung. Beim Blättern in Büchern, Handschuhe und Fäustlinge (auch nasse) anbehalten, um Verschmutzung der teils wertvollen Werke durch die bloße Hand zu vermeiden. Das Herausreißen einzelner Seiten verrät geistige Regsamkeit. Merke: Nicht auf die Bücher spucken." (Loriot)

"Wenn Sie ein Buch aufschlagen, ist in der Mitte die Naht, und je nach Dicke und Güte der Bindung wölben sich rechts und links Pobacken. Ein aufgeschlagenes Buch ist also gleichsam der abwesende Arsch, mit der geneigte Leser sich sogleich befassen möchte. Da kommt die Konzentrationsschwäche beim Lesen her. Anzumerken ist: Wenn man einen Po betrachtet und infolgedessen an Bücher denkt, liegt eine noch abnormere Unkonzentriertheit vor." (Thomas Kapielski, Rabenkalender 2008)

"Die Welt ist gleichsam ein Buch, von dem man nur die erste Seite gelesen hat, wenn man nichts als seine Heimat kennt." (Stendhal)

"Das Buch bleibt. Es nährt. Und ist so wichtig wie die Biene. „Bücher sind Bienen, die lebenzeugenden Blütenstaub von einem Geist zum andern tragen“, schrieb der amerikanische Lyriker James Russell Lowell. Ich glaube, er hat Recht."  (Thomas Vogel; im Nachspann seines Romans "Hinter den Dingen")

"Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.“  (Ludwig Feuerbach)

"Man werfe das Buch weg, bei dem man merkt, daß man in eine dunklere Region gerät, als die eigene ist!" (Schopenhauer)

"Bücher und Freunde sollte man wenige und gute haben." (Spanisches Sprichwort.)

"Lesen ist Sex im Kopf."Das kleinste Buch der Welt  ist wohl Josua Reicherts Bilder-ABC. 

In einem in Leder gebundenen Büchlein von unglaublicher Kleinheit werden die schönsten farbigen Buchstabenbilder von Josua Reichert gezeigt. Die wunderbaren Kreationen eines Typografikers von Weltrang wurde auf japanisches Seidenpapier gedruckt und von der Kunst- und Verlagsbuchbinderei Leipzig in entnervender Handbindearbeit zum kleinsten Buch der Welt zusammengeführt, das im Auflagendruck hergestellt worden ist. 2,4 x 2,9 mm, 32 Seiten, Ledereinband. Buch unter Lupendeckel in Edelholzschatulle.

Geist vs. Körper: Kürzlich eine buchkaufende Kundin: "Lieber was für den Geist, als für den Körper." (Hatte eine Parfümerietasche dabei in der Hand.) :-)Medienwechsel

Kurztext: Da ist das Beispiel des Abtes Johannes Trithemius, der im Jahr 1492 in seinem Traktat gegen den Buchdruck wetterte und sich vehement für die klösterliche Zunft der (Hand-)Schreiber einsetzte. Die Ironie an der Sache: Sein Traktat vervielfältigte er dann über die Druckerpresse.

Langtext: Im Jahre 1492, 50 Jahre, nachdem Johannes Gutenberg die erste Bibel gedruckt hatte, erschien eine kleine Schrift, die sich vehement gegen die heraufziehenden modernen Zeiten stemmte. Ihr Titel "De laude scriptorum manualium" - "zum Lob der Schreiber". Verfasst hatte sie der Abt Johannes Trithemius, der in seinem Traktat gegen den Buchdruck wetterte und sich vehement für die klösterliche Zunft der Schreiber einsetzte, die bislang für die Vervielfältigung von Schriften gesorgt hatten und sich nun von der neuen Technik in ihrer Existenz bedroht sahen. Vervielfältigt wurde sein Traktat aber nicht von den (Hand-)Schreibern, die die Klöster in großer Zahl beschäftigten, sondern es lief über die Druckerpresse. Denn nur so waren Trithemius’ Gedanken schnell und preiswert unter die Leute zu bringen!

´s Hohelied von Buchhändler (aus Leipzig)

Wer is der Mann, so frag ich eich (ihr gennt ihn gans gewiß),der stets fiersch Helle geht ins Zeig, der haßt, was finster is?

Der des Gedankens Sämerei´n gedruckt auf Lager fiehrt?Un heeflich  sie in Galb und Schwein der Menschheet offeriert ?

Wer wärd in diesen Zeitvertreib marode nich noch matt?wer äschpert sich, daß Mann un Weib  stets was ze lesen hat?

wer dut's mit seiner Handelsschaft den andern all'n zevor?wen zieht's mit dausend Ferdekraft zun Ideal embor?

Wer sorgt, daß der Boet nich nur Ambrosia blos verdaut,nich Nekdar schlirft in eener Dour un Lorbeerblädder gaut -

nee, daß vielmehr er dann un wann sei Schälchen Heeßen trinkt,ä Beffsteck sich bestellen gann un beinah Austern schlingt?

Wer breidet seine Wohldat aus selbst bis urs liewe Vieh?wer mieht sich, daß de Biecherlaus hibsch satt wärd spät un frieh?

Eee Dier blos gibt's, uf das er heift des Hasses Schwerenot -das Dier, was rickwärts leift, un wemmer'sch gocht, wärd's rot.

Wer is es, ruf ich schließlich aus, der sich das heit'ge Fest,der den Gandade-Sonntagsschmaus ze Schmer gedeihn sich läßt?

Uf ihn sei jetzt in Freidenstorm dies Glas hinabgespielt -hoch lewe wie der Dhomasdhorm, wer sich getroffen fiehlt!Text: Edwin Bormann, 1888 Melodie: Carl Meyer "Spree-Walzer" Quelle: http://www.leipzig-lese.de