Während man in einer indoeuropäischen Sprache zur Angabe von räumlichen Verhältnissen zirka ein Dutzend verschiedener Präpositionen und genausoviele ortsbestimmende Adverbien zur Verfügung hat – wobei speziell im Deutschen noch jeweils eine adjektivistische Version wie z.B. „oberer, ~e, ~es” hinzukommt –, ist es damit im Ungarischen noch längst nicht getan.
Hier gibt es zwar die selben grammatikalischen Kategorien (wegen der umgekehrten Logik der Sprache natürlich mit Postpositionen statt der Präpositionen), aber, bedingt durch die agglutinierende Bauweise und die dadurch gegebene Kombinationsmöglichkeit der einzelnen Kategorien, erhöht sich die Zahl der zur Auswahl stehenden, begrifflich verwandten Wörter auf sage und schreibe 330, von denen die meisten wie üblich nicht einmal in einem Wörterbuch zu finden wären (wobei die Liste hier nicht ganz vollständig ist).
Wie gewohnt stehen wir also wieder vor der Wahl, entweder all diese Wörter auswendig zu lernen (viel Spaß dabei, obwohl es mit diesen Vokabeln Nr. 2 machbar wäre), oder die eher einfache Logik ihres Aufbaus zu verinnerlichen. Dabei sollte man sich vor allem die Bedeutung der Endungen einprägen, sowie auf die jeweils benutzten Wortstämme achten.
Etwaige Unregelmäßigkeiten der Wortbildung sind im nachstehenden Präsentationsvideo farblich hinterlegt. Von diesem gibt es übrigens auch eine PDF-Version, in der man auch rückwärts blättern und suchen kann. (Die Animation wird in Firefox nur dann sichtbar sein, wenn ihre Anzeige zuvor mit der links der Adressleiste stehenden Taste freigegeben wird.)
Der Klassifizierung der Orts- und Richtungsbestimmungen liegt folgende Einteilung zugrunde:
Die obigen 26 Kategorien sind →in der Animation am Anfang der Seite jeweils einzeln in einem „Würfel” (kubo auf Esperanto) dargestellt. Diese Gruppen ergeben insgesamt 330 Wörter, die aus 12 abstrakten Begriffen durch 19, auch miteinander kombinierbare Suffixe abgeleitet werden.
Um mit dieser ungeheuerlichen Vielfalt umgehen zu können, ist es hilfreich, sich sowohl die Ähnlichkeiten als auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Begriffen einzuprägen. In der nachstehenden Tabelle sind erstere mit einem „✔” (wenn ein abstrakter Begriff die gegebene Endung aufweist) oder mit einem „☑” (wenn die zuletzt in der Spalte aufgeführte unregelmäßige Form als Stamm benutzt wird) markiert, während letztere einfach ausgeschrieben werden, wobei ein „~”-Zeichen für das abstrakte Radikal steht.
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