Unsichtbares sehen im Neumarkter Hochtal

In der Charta von Lausanne heißt es:

"Die Präsentation des archäologischen Erbes für die allgemeine Öffentlichkeit ist ein wesentliches Mittel zur Förderung des Verständnisses für Ursprung und Entwicklung der modernen Gesellschaften. Zugleich ist sie das wichtigste Mittel, um begreiflich zu machen, daß das archäologische Erbe geschützt werden muß.“

(Charta von Lausanne, Charta für den Schutz und die Pflege des archäologischen Erbes, Artikel 7)


Aber was heißt das jetzt genau für die Region des Neumarkter Hochtals und seine archäologischen Schätze?

Das Neumarkter Hochtal wurde bisher von der Archäologie eher stiefmütterlich behandelt. Das einzige Highlight war für lange Zeit die Ausgrabung von „Noreia“ unter Walter Schmid in den 1930er Jahren, unter diesem Schlagwort die Region auch meistens bekannt ist.

Sie hat jedoch viel mehr zu bieten: Insgesamt 266 Fundstellen, aufgeteilt auf Einzelfunde, größere Komplexe, Altgrabungen und archäologische Unternehmungen jüngerer Vergangenheit, lassen das Gebiet in einem gänzlich neuen Licht erstrahlen. Zeitlich umfassen die Funde und Befunde ein Spektrum von der Urgeschichte bis in die Neuzeit. So war oftmals ein und dieselbe Fundstelle Schauplatz menschlicher Besiedlung und Tätigkeit über mehrere Epochen hinweg.

Das Neumarkter Hochtal bietet viele Geheimnisse und spannende antike Orte, sehr viel Unsichtbares, das man nun durch die Archäologie sehen und erfahren kann.


Karte mit allen 266 Fundstellen im Neumarkter Hochtal.

Zeitliche Aufteilung der bekannten 266 Fundstellen im Neumarkter Hochtal.

Text: A. Schmölzer