Eine Kollegin baut mit rot-weißen Stangen ein Konstrukt neben dem Profil und schreit laut nach „Schatten!“ Für einen Moment bin ich sprachlos, wir stehen Mitte Feld, in der prallen Sonne. Ein weiterer Kollege und eine Kollegin rücken mit einer grünen Plastikplane an und machen tatsächlich Schatten für den Bereich im Foto.
Ich erfahre, archäologische Fotos sind eine Sache für sich. Sie müssen stets mit einer Tafel versehen sein – derzeit steht hier „Nordprofil“ drauf, darüber, wo die Grabung ist, ein Zahlenkomplex, der für die so genannte „Maßnahmennummer“ steht, und das Datum. Man fotografiert aber nicht nur die Kanten, sondern auch die Schichten am ebenen Boden. Da legt man dann einen Pfeil dazu, der Norden anzeigt. Jede Bodenschicht hat auch ihre eigene Nummer und wird in eine Liste eingetragen und jede stratigraphische Einheit (SE) bekommt eine eigene Beschreibung.
Es gibt Fotos mit und ohne Fototafel – die ohne landen dann vielleicht in der Publikation. Alle Fotos werden auf einer Fotoliste eingetragen. Auf der Kamera bekommen sie Nummern und so schreibt man sie dann der Reihe nach in eine Tabelle. Die Fotografin erklärt, dass die „Regenschicht“ auf Grabung sehr oft heißt, derartige Listen oder Beschreibungen oder Tagebucheinträge auf dem Computer abzutippen.
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Text: A. Schmölzer