Eingriffliger Weißdorn und Zweigriffliger Weißdorn
Man sammelt die jungen Blätter und Blüten von April bis Mai, die Früchte von Mitte September bis Mitte Oktober.
Eingriffliger Weißdorn (abweichende Merkmale des Zweigriffligen Weißdorns in Klammern): Stark verzweigter, Strauch oder kleiner Baum bis 8 Meter Wuchshöhe. Die Dornen sind 2 cm lang. Die spitzlappigen Blätter (stumpflappig) sind verkehrt einförmig und wechselständig angeordnet, 3 bis 7-lappig geteilt, ganzrandig, ledrig fest und die Blattnerven nach außen (einwärts) gebogen; die Oberseite des Blattes ist matt (glänzend), die Unterseite blau-grünlich (matt). Die Blüte ist weiß und duftend, mit einem (2-3) Griffel in der Blütenmitte, umgeben von rosafarbenen Staubbeuteln. Die Blüte erscheint 2 Wochen nach der Blütezeit des Zweigriffligen Weißdorns. Die Früchte haben nur einen Stein (2-3 Steine)!
Beide Arten sind in Mitteleuropa beheimatet. Weißdorn ist anspruchslos und anpassungsfähig an Hitze, Trockenheit und Wind. Seine Austriebskraft ist gewaltig und das Wurzelsystem tief reichend. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte man die positive Wirkung des Weißdorns auf die Funktionsweise des Herzens. Blätter, Blüten und Früchte beider Unterarten werden dazu meist als Tee verwendet. Weißdorn fördert die Durchblutung des Herzens, schützt vor Stress und wirkt ausgleichend: Zu hoher Blutdruck wird gesenkt, zu niedriger erhöht. Die Blätter enthalten Flavonoide, die Blüten bis zu 0,15 % ätherisches Öl. Die Früchte enthalten ebenso Flavonoide, allerdings in geringeren Mengen. Dennoch lohnt sich das Sammeln und Trocknen besonders für die Herstellung von Tee.
Junge Blätter als Zutat im Salat, Kräuterdip oder Wildgemüse. Kaltwasserauszug aus den Blüten für Blütengelee und Sirup. Für die Herstellung des Tees werden Blüten, Blätter und Früchte zu gleichen Teilen verwendet.
Weissdorn gehört zu den sogenannten Speiselaubbäumen (wie Linde und Ulme) und die getrockneten und gemahlenen Blätter können in den Brotteig gemischt werden