Hirtentäschel ist eine ein- oder zweijährige, krautige Pflanze mit einer dicken Pfahlwurzel. Aus der grundständigen Blattrosette wächst ab dem Frühjahr ein straff aufrechter, oft auch verzweigter Trieb. Die Blätter am Boden sind länglich-lanzettlich, entweder glattrandig oder tief eingeschnitten und fiederartig – ähnlich wie ein Löwenzahnblatt. Die Stängelblätter dagegen stehen wechselständig, werden nach oben hin immer kleiner und umfassen mit ihrem pfeilförmigen Blattgrund den Stängel. Die zahlreichen, 4 mm kleinen, weißen Blüten bilden zusammen einen aufrechten, traubigen Blütenstand. Die Kelchblätter der Blüten sind grün und behaart, die 4 weißen Blütenblätter stehen sich kreuzförmig gegenüber. Am Blütenstand sieht man meist zeitgleich Knospen, aufgeblühte und verblühte Blüten sowie Früchte. Diese sind 6-8 mm lange Schoten mit einer typisch herzförmig bis dreieckigen Form und sollen wie die früheren Umhängetaschen der Hirten aussehen.
Man sammelt die Blätter ganzjährig, Hauptsaison im Winter und Frühling, die Wurzel im Oktober bis März. Junge Blätter und die Herzen der Blattrosetten kommen als Zutat in den Salat, Gemüsegerichte und Kräuterquark. Die Blüten und grüne, noch unreife Früchte verwendet man als essbare Dekoration und Gewürz. Die Wurzel schmeckt dem Ingwer ähnlich und kann, klein geschnitten, ebenso als Gewürz verwendet werden. Das Hirtentäschel enthält viel Vitamin C, Kalium und Kalzium sowie Flavonoide und scharf schmeckende Senfglykoside. Volksmedizinisch findet die Pflanze als Tee oder Tinktur Anwendung bei Blutungen aller Art.