Diese Frage bezieht sich auf folgende Aussage in der Danksagung im Buch Fucking fucking schön:
„Dank geht an [...] Marlen Riedel, die als Sexualpädagogin und Freundin die Texte teilweise gelesen hat und vor allem in ersterer Funktion (also als Sexualpädagogin) auf eine gute Art und Weise streng mit mir war.“ (S. 168, Dank geht an:)
Marlen:
In der Sexualpädagogik ist es wichtig, sich nicht nur auf die eigene Sichtweise oder persönliche Erfahrungen zu verlassen. Stattdessen muss man sich in unterschiedliche Lebensrealitäten hineinversetzen. Zum Beispiel in einen 14-jährigen Jugendlichen mit einer Essstörung oder eine asexuelle Person.
Dabei spielt auch die Sprache eine grosse Rolle: Begriffe und Konzepte entwickeln sich stetig weiter, und es ist wichtig, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Ein Teil meiner Arbeit besteht also darin, mich in Kinder und Jugendliche hineinzuversetzen. Deshalb konnte ich mir teilweise etwas besser vorstellen, was ein Kind oder ein Jugendlicher in einer Situation denken würde.
Eva:
Zum Beispiel habe ich einmal beschrieben, dass sich ein Junge den Samenerguss wie einen wirklichen Pflanzensamen vorstellt, der aus dem Penis kommt. Marlen hat mich anschliessend darauf hingewiesen, dass sich Kinder das gar nicht so vorstellen würden und eher an einen Hahn denken.
Marlen hat mir im Allgemeinen geholfen die Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen realitätsnäher zu beschreiben.