Ich verwende hier nur das Zahlenmaterial aus seinem Beitrag, und nicht die Schaubilder.
Fünf Leute haben unterschiedliche Einkommen:
10, 20, 30, 50, und 100
Vierzig Prozent von ihren Einkommen geben sie in einen Topf, um ein Grundeinkommen zu finanzieren. Das sind bei jedem:
4, 8, 12, 20 und 40
In dem Topf befinden sich nun:
84
Dieser Betrag, das bGE, wird nun zu gleichen Teilen an alle ausgezahlt. Jeder erhält:
16,80
Eine andere Möglichkeit auf dieses Ergebnis zu schauen, ist, dass jeder folgende Beträge gezahlt hat:
-12,80, -8,80, -4,80, 3,20, 23,20
Die drei Ärmsten haben einen negativen Betrag bezahlt, das bedeutet, sie erhalten Geld und die zwei Reichsten haben einen positiven Betrag gezahlt, das bedeutet, sie geben Geld. - Wenn wir die negativen Beträge addieren und die beiden positiven Beträge ebenso, dann sehen wir, sie sind gleich:
26,40
Dieser Geldbetrag wechselt den Besitzer. - Von den beiden Reicheren geht er zu den drei Ärmeren.
Was sind nun die „Kosten“ für das Grundeinkommen? - Der Betrag von „84“, der eingesammelt wurde. Oder der Betrag, der den Besitzer gewechselt hat, „26,40“?
Es ist der Betrag, der den Besitzer gewechselt hat. Die Kosten für das Grundeinkommen wären somit weniger als ein Drittel des eingesammelten Betrages.
In einer kürzlich erschienenen OECD-Studie wurden die Kosten für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) so errechnet, dass die Anzahl der Empfänger mit einem angenommenen Grundeinkommens-Betrag multipliziert wurde.
http://www.oecd.org/els/soc/Basic-Income-Policy-Option-2017-Brackground-Technical-Note.pdf
Also zum Beispiel:
(1000 Euro Grundeinkommen) mal (12 Monate) mal (82 Millionen Einwohner in Deutschland) = 984.000.000.000 Euro
Santens sagt jetzt, dass diese Rechnung falsch ist, weil sie nur die zu verteilende Summe (Bruttokosten) berücksichtigt, aber nicht, dass im Vergleich zu dieser Gesamtsumme, das Geld, welches tatsächlich umverteilt wird, eine viel geringere Summe ist (Nettokosten).
Was kostet es jemanden, ein Grundeinkommen von 12000 Euro zu erhalten, wenn er 12000 als Steuer in den Topf gibt? 0 Euro.
Die Kosten für ein Grundeinkommen errechnen sich somit aus dem Betrag, den die Nettoempfänger erhalten, minus dem Betrag, den die Nettoempfänger einzahlen können. - Die Nettozahler bleiben unberücksichtigt, weil sie den Betrag, den sie als Grundeinkommen erhalten, vorher als Steuern eingezahlt haben.
Kosten für bGE = Betrag (Nettoempfänger) – Einzahlungen (Nettoempfänger)
Als Grundlage für diese Rechnung hat Scott Santens das Steuermodell „Flat Tax“ genommen: eine Einfach-Einkommenssteuer, ohne Progression. Das heißt, jeder zahlt den gleichen Prozentsatz an Steuern auf sein Einkommen. Zum Beispiel 40%.
Die von Scott Santens dargestellte Rechnung ist interessant, weil das Finanzierungsmodell von Götz Werner zwar eine andere Steuer zur Grundlage hat, die Konsumsteuer, aber das Ergebnis bei der Finanzierung des Grundeinkommen dasselbe ist. – Nämlich nur die Nettoempfänger, diejenigen, die heute zu wenig, beziehungsweise weniger als die vereinbarte Summe an Grundeinkommen haben, zum Beispiel 1000 Euro, würden tatsächlich mehr Geld erhalten, was als »Kosten« dargestellt werden könnte.
Somit ist über verschiedene Finanzierungs-Modelle hinweg, der Effekt, der gleiche.