Das Bedingungslose Grundeinkommen ist aber kein »Gehalt«.
Ein Grundeinkommen ist ein »Einkommen«. - Es soll den Menschen die Existenzsicherung ermöglichen. - Die heutigen Arbeitseinkommen werden immer geringer, sodass die Leute kaum noch davon leben können. - Ein Einkommen, monatlich, muss eine entsprechende Höhe haben, damit sich die Bürger alle Güter nehmen können, die sie brauchen.
Und das soll ein Bedingungsloses Grundeinkommen gewährleisten.
»Warum gehen die Menschen arbeiten? Wegen des Geldes?«, wird im Film gefragt, aber dann beantwortet der Sprecher die selbstgestellte Frage nicht. - Wissen die Autoren vielleicht die Antwort nicht?
Beiträge, in denen die Macher ihre eigene Position offenlassen, helfen letztlich nicht weiter. Natürlich ist es möglich, ewig ein Thema zu diskutieren, aber irgendwann sollten die Bürger eine Haltung zum Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE) haben. - Bin ich dafür? Setze ich mich dafür ein? Sollten wir jetzt über die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens abstimmen? - Ja!
Insgesamt aber ein guter Beitrag zum bGE. - Ach ja, »Warum gehen die Menschen arbeiten?«
Vielleicht, weil sie die Produkte und Dienstleistungen brauchen, die sie »erarbeiten«.
Grundeinkommens-Gegner würden einwenden, dass das bGE einer »Gießkannen-Förderung« gleich komme. - Da wäre aber von den Machern des YouTube-Beitrags zu erwarten, dass sie solche Einwände erstmal selbst überprüfen. - Hat das Grundeinkommen etwas mit »Förderung« zu tun? Nein. Aber eine »Existenzsicherung« braucht jeder. - Warum verwenden sie dann in ihrem Beitrag einen Begriff, der so leicht zu widerlegen ist?
Auch in diesem Beitrag geben sich die Autoren des Films »neutral« und stellen »brav« Pro und Contra gegenüber. - Die »Kritikpunkte«, die die Autoren auf Seiten der bGE-Gegner anführen, sind jedoch kaum haltbar. - Beim Grundeinkommen geht es nicht um »unterschiedliche Bedürftigkeit«, sondern um den vergleichbaren Alltag von uns Menschen. Und der alltägliche Bedarf muss von keiner Kontrollbehörde extra überprüft werden. - Es ist klar, dass ich mein Leben lang Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie brauche. - Das ist eine Selbstverständlichkeit. Jeden Tag gehen die Leute in den Supermarkt einkaufen die Frischeprodukte, Konserven, Drogerieartikel, und kaufen sich Kleidung und suchen abends ihre Wohnung auf, in der sie sich einrichten, machen die Heizung an, oder den Herd für’s Kochen. - Müssen diese Bedarfe von Behörden extra überprüft werden, ob sie der Mensch braucht? - Das ist doch absurd.
»Wer im Einzelfall über den Grundbetrag hinaus Unterstützung benötigt.«, heißt es im Film, käme mit einem Grundeinkommen womöglich zu kurz. - Wer aber die heutige Lage sieht, die Armut in Deutschland, die Rigorosität, mit der Hartz4-Empfänger behandelt und »sanktioniert« werden, der kann diesen bGE-Gegnern kaum glauben, dass sie sich sorgen, um die Grundeinkommens-Bezieher. - Klar ist doch, dass es mit einem Grundeinkommen den Menschen besser gehen soll, als es heute der Fall ist. - Was würde sich in Bezug auf die heutige Situation ändern? Die Zwangsarbeit würde wegfallen, die faktisch besteht für alle, die sich »geldbedürftig« melden, beim Arbeitsamt. - Die Behörden verbreiten heute die Botschaft, »Du kriegst nur dann Geld, wenn du dich bereit erklärst, jegliche Arbeit anzunehmen, die wir dir vermitteln.«
In einer bGE-Gesellschaft würde diese »Zwangsarbeit« endlich ein Ende finden. - Aber wird das auch in dem Film angesprochen? - Nein. Die heutige Armuts- und Hartz4-Zwangsarbeitsgesellschaft wird in dem Streifen mit keinem Wort erwähnt.
»Schlecht bezahlte oder anstrengende Jobs« würden nicht mehr gemacht, heißt es im Film. - Auch in diesem Fall hätten die Autoren diesen Einwand schon mal selbst überprüfen sollen, dann wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass sich in einer Grundeinkommens-Gesellschaft »anstrengende« Jobs auf »mehr« Menschen verteilen ließen und »schlecht bezahlt« relativ ist, wenn die Leute bereits ein Grundeinkommen haben und sie die Arbeit, die sie machen, vielleicht wichtig finden oder ein persönliches Interesse am Arbeitsergebnis haben.
Bei der Finanzierung gehen die Autoren einer Auseinandersetzung aus dem Weg. - Sie hätten wenigstens erwähnen können, dass die einen wollen, dass das Grundeinkommen mit bestehenden Einkommen verrechnet wird (substitutives bGE), und andere bGE-Befürworter das Grundeinkommen »oben drauf« packen wollen, auf bestehende Einkommen (additives bGE). - Das ist natürlich ein gravierender Unterschied und hat beträchtliche Folgen für die Finanzierung.
Hier machen es sich die »Medienschaffenden« zu einfach. Der Beitrag sieht dann doch eher nach »schick dargebotenem Wenigwissen und Wegschauen« aus.
Woher kommt Armut? Die Ressourcen sind nicht »gut genug verteilt«, sagt Attac. - Existenzsicherung und »gesellschaftliche Partizipation« müssen für uns alle sichergestellt sein.
Ist es »ungerecht«, wenn die, die nicht arbeiten, auch noch Geld dafür bekommen?
Diejenigen, die bislang »unbezahlt«, ehrenamtlich gearbeitet haben, bekommen mit einem Grundeinkommen endlich auch ein Einkommen.
Heutiger Reichtum ist zu einem großen Teil das Ergebnis der Leistungen vorheriger Generationen. Und dieser Anteil ist das Erbe, das uns allen zusteht.
Attac sagt in dem Film, es gibt genug »Ressourcen«, um uns allen ein gutes Leben zu ermöglichen. »Sie müssen nur gerechter verteilt werden.«
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. - Mit dem Begriff »Ressourcen« wird außerdem ein eher unpassendes Wort verwendet, weil gemeinhin »Bodenschätze« und sonstige natürliche Güter, wie »Luft, Wasser« und dergleichen damit gemeint sind. - Beim Grundeinkommen geht es aber sehr wohl um von uns Menschen hergestellte, »veredelte« Güter. - Es geht an erster Stelle um die Güter »Nahrung, Kleidung, Wohnen und Energie«, weil sie existenzsichernd sind und weil wir diese Güter selbst herstellen und vorbereiten, zubereiten.
Bei diesen Gütern kann man allerdings nicht so einfach sagen, dass es sie »gibt« und nur »ungleich verteilt« wären. Sondern sie müssen alle von uns Menschen erarbeitet werden. - Das muss schon gesagt sein, dass für diese Arbeit auch in einer Grundeinkommens-Gesellschaft immer genügend Menschen vorhanden sein müssen, die diese Arbeit machen. - Und es ist eigentlich kein Problem, das zu leisten, weil wir durch beständige Automation, Rationalisierung immer weniger Menschen in diesen Arbeitsbereichen brauchen.
Gut gemachter Film, der inhaltlich stimmig ist.
»Grundeinkommen ist das, was jeder bekommt, was er braucht, einfach dafür, dass er ein Mensch ist.« - Ja, das ist wahr. Scheint kompliziert, ist aber doch ganz einfach.
Beim »Amt« muss ich beweisen, dass mit mir irgendwas nicht stimmt, weswegen ich nicht arbeiten kann. - Dann bekomme ich »ein kleines Einkommen«, solange ich keine Arbeit habe. - So ist es heute.
In einer Grundeinkommens-Gesellschaft,wenn ich ein (Arbeits)Einkommen habe, dann bildet das Grundeinkommen »den Kern« meines Einkommens.
Mit einem Grundeinkommen können wir »frei« gestalten, die Gesellschaft gestalten. - Mit einem Grundeinkommen würden womöglich Menschen ihre Arbeit aufgeben, aber dafür gibt es andere, die dann bereit sind, eine Arbeit zu ergreifen. - Die Produktivität wird in etwa dieselbe bleiben.
»Die Piratenpartei möchte gerne eine Enquete-Kommission zusammenrufen.« Ja, das ist gut. - Das Video mit Marina Weisband ist von 2013. Und jetzt 2017, sagte Ronald Trzoska vom »Bündnis Grundeinkommen«, dass die LINKEN und die GRÜNEN diese Kommission hätten beantragen können, aber die GRÜNEN haben das jetzt letztlich nicht gewollt. - So sieht es also aus, mit den »Alt-Parteien«.
Professioneller, gut gemachter Videobeitrag zum bGE.
Katholischer Arbeitnehmerverband, Köln zum »Garantierten Grundeinkommen«. - Regelmäßiger Geldbetrag zur »freien Verfügung«.
Aber warum nennen sie es »garantiertes« Grundeinkommen und nicht »bedingungsloses« Grundeinkommen?
Es geht um die Reform des »Sozialstaates« und um eine gerechte Gesellschaft. »Denn jeder hat ein Recht auf Einkommen.«, und einer sorgenfreien Teilhabe am sozialen Leben.
Diese Aussage ist richtig, bedingt aber doch, dass wir alle wissen, dass selbstverständlich irgendwelche Leute jeden Tag die Arbeit machen müssen, die uns versorgt. - Nur gehen wir davon aus, dass sich das »von selbst« regelt, indem die Branchen, die Mitarbeiter brauchen, das kundttun, und sich dann auch genügend Menschen einfinden, die die Arbeit machen. - Und die Grundeinkommens-Befürworter haben das Vertrauen, dass das auch so gelingt, weil sie wissen, durch Rationalisierung und Digitalisierung werden immer weniger Menschen benötigt, um alle zu versorgen.
Was den katholischen Arbeitnehmern hoch anzurechnen ist, dass sie ganz unverblümt das Hartz4-Unrecht ansprechen. Allerdings etwas zu sachlich. Sie hätten ruhig daraufhinweisen können, dass der Staat keine Demokratie mehr ist, durch Hartz4. - Ein Regime mit »freundlich grinsenden Politikern«?
Flexible Ausgestaltung der individuellen Lebenszeit ist möglich, mit einem garantierten Grundeinkommen.
Ein »gesetzlicher Mindestlohn« sei eine wichtige Rahmenbedingung für die Einführung des garantierten Grundeinkommens. Echt? - Oder wird da nur die »alte Welt« in die neue Grundeinkommens-Gesellschaft mit herübergeschleift?
»Arbeitszeitverkürzungen, damit alle eine Chance auf Erwerbsarbeit bekommen.« - Wie jetzt. »Angeordnete« Arbeitszeitverkürzungen? - Das sieht eher wie »Planwirtschaft« aus, statt wie Grundeinkommens-Gesellschaft.
Bildungsoffensive und Ausbau der öffentlichen Infrastruktur.
Garantiertes Grundeinkommen in Höhe von 776 Euro? Der Videobeitrag ist aus dem Jahre 2013. Plus 291 Euro extra im Falle von Krankheit oder Schwangerschaft. Aha. Das ist aber kein »bedingungsloses« Grundeinkommen. Ach so. Deswegen heißt es auch »garantiertes« Grundeinkommen. Wessen Bedürftigkeit geprüft wurde, der bekommt »garantiert« sein Geld. - Das ist damit also gemeint.
Für Alleinerziehende gibt es noch »extra Geld« und Wohngeld ebenfalls. - Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung wollen sie auch beibehalten. - Das erscheint doch sehr seltsam. Da geht es wohl eher darum, das alte Sozialsystem »durch ein weiteres« zu ergänzen, statt ein neues Konzept der Gesellschaftsgestaltung einzuführen.