Eine Anzahl von Leuten tut sich zusammen und trägt ein Banner vor sich her. Auf dem steht, wofür die Gruppe eintritt. Soziale Ziele, Menschenrechte, eine bessere Welt. Sie organisieren sich, geben ihrem Verein eine Struktur, mieten Räume, werben um noch mehr Zustimmung für ihr Anliegen, bitten um Gelder, bitten um unsere Stimme bei »Wahlen«.
Das war doch schon immer so.
In welcher Situation befinden wir uns heute. Diese Organisationen verschlimmbessern die gesellschaftliche Lage ständig. Sie schaden uns Bürgern mit ihrem Handeln, nichts wird besser. Seit Ende der 90er Jahre steigt das »Armutsrisiko«.
Sie zu wählen, ist ein Wagnis. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Lebenssituation für alle Menschen, nicht stabil und menschenwürdig halten, ist vorhanden. Parteifunktionäre und Parteimitglieder sind mittlerweile eine Belastung für die Bürger geworden. Deshalb gibt es auch einen sehr großen »Nichtwähler-Anteil« bei vielen Wahlen. - Allerdings interessiert das die Parteien nicht besonders, weil sie nicht auf die Nichtwähler angewiesen sind. Sie zählen einfach nur die »abgegebenen« Stimmen zusammen und ziehen daraus ihr Recht, »für alle« sprechen und handeln zu dürfen. - Natürlich haben sie dieses Recht nicht. Aber die Bürger, die das Treiben der Politiker nicht mehr mitmachen wollen, sind ohnmächtig. Sie können sich nicht gegen diese »Außerkraftsetzung der Demokratie« wehren. - Jetzt beginnen mühsam einige Menschen, einen anderen Weg einzuschlagen, um das Ruder wieder herumzureißen, zugunsten eines »Bürgerstaates«. [1] - Aber bis sich das realisiert, wird noch Zeit vergehen, und in diesem Zwischenstadium kann das »Regime«, was es ja eigentlich ist, noch versuchen, die letzten Reste demokratischer Zusammenhänge aufzulösen. - Es wird zwar viel über diktatorische Verhältnisse in anderen Staaten geredet, aber eigentlich haben wir auch hier einen »Obrigkeitsstaat«, der die Bürgerinnen und Bürger bevormundet, ihnen vorschreiben will, welche Medien sie zu bezahlen haben, in welchem »Job« sie arbeiten sollen. Und wer nicht pariert, wird »totalsanktioniert«. [2]
Ja, Parteien sind ein Auslaufmodell. Wir haben mit dem Internet schon längst die technischen Voraussetzungen, um »direktdemokratisch« unsere Gesellschaften selbst zu regieren. Das Internet kann uns die Information zur Verfügung stellen und über das Internet können wir »online abstimmen«. - Keine langwierigen Anreisen mehr zu »Bundesparteitagen«, keine Delegation der eigenen Stimme an »Parlamentarier«. - Der Bürgerwille kann sich schon längst »direkt« äußern.
Aber warum setzen wir das nicht um? Dazu müssen wir uns »persönlich vernetzen«, mit anderen Menschen, und mit ihnen in Kampagnen und Aktionen unsere gemeinsamen Ziele verfolgen.
Jetzt wird jemand vielleicht sagen, aber das haben wir doch in Form von »Parteien«. Dann muss noch erwähnt werden, das »bevor« wir in der Lage sind, uns persönlich zu vernetzen, wir erst einmal eine »individuelle Position« uns erarbeiten müssen, von der aus wir erst in der Lage sind, uns zu vernetzen. Ohne diese individuelle Entwicklung haben wir keine »eigene Position«. Und keine eigene Position zu haben, ist typisch für den Parteienstaat. In ihm lernt der Einzelne, sich zurückzunehmen, zugunsten des Parteiinteresses, was ja angeblich auch sein Interesse wiederspiegelt. - Aber derjenige, der eine eigene Individualität entwickelt, passt sich nicht »unterwerfend« der Parteilinie an. Er betont und besteht vielmehr darauf, sich »ganz klar« von den anderen und ihren Ansichten zu unterscheiden. Und jemand, der auf seine eigene Sicht pocht, ist kein Parteigänger.
Eine Bürgergesellschaft ist kein Parteienstaat. Sie lebt von der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit seiner Mitbürger. Diese Individuen können es sich leisten, ihre Unterschiedlichkeit zu zeigen, weil sie wissen, dass die Gemeinschaft genau das schützt und fördert. Und diese Individuen verbünden sich und arbeiten zusammen, weil ihr gemeinsames Interesse es ist, ein funktionierendes Gemeinwesen zu haben. In Bürgerabstimmungen entscheiden sie fast alle Themen gemeinsam.
Noch sind die Individuen nicht so weit, dass sie dieses »freihändige Einwirken« auf ihre Lebenswelt beherrschen. Deswegen wird immer wieder zurückgegriffen, auf die alten Formen der Gesellschaftsgestaltung. Obwohl doch eigentlich alle ahnen und wissen, dass diese nicht mehr angemessen sind.
So schauen wir also den Leuten zu, die sich zusammentun. Was machen sie? Jetzt wählen sie gerade ihren »Vorstand«. Der Verein wurde von ein paar Leuten gegründet. Einer von ihnen hatte in einem YouTube-Video über seine Arbeit und seine Beweggründe gesprochen, warum er das alles macht, warum er diesen Verein gegründet hat, und welche Schritte er sich für diesen Verein als Nächstes vorstellt. Das Ganze wirkte auf den Zuschauer sehr sympathisch. Dann gab es eine Person, die auf ihrem Blog sich zu den Zielen des Vereins äußerte. Auch das wirkte professionell und abgeklärt. Beide hatten sich dann um »Vorstandsposten« beworben, wurden aber von den ca. 200 Vereinsmitgliedern nicht gewählt. Außer einer bekannten Person, wurden zwei »No-Name« Teilnehmer gewählt und eine Person, die gerne rechnet.
Was hat das jetzt mit dem Bürger zu tun? Ja, eigentlich nichts. Sollen sie doch machen, was sie wollen, in ihrem Verein. Wen interessiert das schon. Dabei hätte es so gut gepasst, den zu wählen, der die ganze Sache aufgebaut hatte, und die zu wählen, die einen professionellen Eindruck macht. Aber nein, die Vereinsmitglieder haben aus welchen Gründen auch immer, anders entschieden.
Der einzige Trost ist, dass auch die Wähler anders entscheiden können, und ohne diese Gruppen sich in die Zukunft hinein entfalten.
[1]
http://artikel20gg.de/index.htm
[2]