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13.06.2021 - Gesellschaft der Ideen

"Die Gesellschaft der Ideen" ist eine vom BMBF initiierte Ausschreibung für Verbundprojekte, die zivilgesellschaftliche Akteur:innen unterstützen, ihre Ideen zur Verbesserung der Gesellschaft zu realisieren. Eine besondere Rolle spielen dabei neue Medientechnologien, die zur Realisierung von sozialen Innovationen genutzt werden.

Für mich als Wissenschaftspartner stellt sich hierbei eine besondere Herausforderung: für die Medienwissenschaft noch ungewohnt geht es um die Entwicklung von transformativen Forschungsansätzen, die in Form von Reallaboren zu sozialen Veränderungen mit beitragen sollen. Vgl. dazu: (1), (2), (3)

Derzeit bin ich von mehreren Projekten angefragt worden und d.h. mit mehreren Anträgen gleichzeitig (Compliance Probleme wurden im Vorfeld mit allen Beteiligten geklärt) an der Initiative beteiligt: STADTTEILGESCHICHTEN und AMA (sowie im Beirat von GAME OF RAIN). Dabei experimentiere ich mit medienethnographischen Ansätzen sowie Ansätzen von neueren dokumentarischen Projekten wie i-docs, webdocumentaries bzw. open space documentaries, um transformative Begleitforschung zu organisieren.

Da das Antragsformat "Gesellschaft der Ideen" für den weiteren Auswahlprozess ein Publikumsvotum vorsieht, wird um die Unterstützung von Interessierten gebeten: Bitte dem Link folgen und eines der Projekte anklicken (dort finden sich auch die Beschreibung des Konzepts, das man sich durchlesen sollte). Die unter dem Link zu beantwortenden Fragen sind dann relativ schnell in wenigen Minuten zu beantworten: https://www.gesellschaft-der-ideen.de/.

Der Call zur Team-Unterstützung läuft noch bis zum 21.6.2021.

12.06.2021 - NECS Panel

NECS-Panel: Voices and Visions. Doing Documentary beyond mass media practices, Sa 14-16 Uhr mit Jasmin Kermanchi, Anna Wiehl und mir, eingeleitet und moderiert von Julia Schumacher unter Mitwirkung von Meike Boldt. Die drei Slots passten hervorragend zueinander und ergaben ein sich ergänzendes Bild der Darstellung von Migrant:innen in neuen dokumentarischen Formaten:

  • Doing history and the negotiation of postmigrant identities in participatory documentaries (Thomas Weber)

  • Giving voice to refugees. The non-profit documentary project DADAAB-Stories between new collaborative practices and the tradition of social documentary film (Jasmin Kermanchi)

  • The I, the eye and the other. Regimes of Gaze as means of (dis-)immersion in interactive documentary (Anna Wiehl)

Leider gab es nur ein kleines Publikum. Die Anschlussdiskussion war immerhin sehr produktiv. Da die von uns vorbereiteten Videos und Präsentation schon sehr filmisch aufgebaut sind und sehr gut zusammenpassen, wurde angeregt, dass wir sie technisch noch einmal etwas überarbeiten und zu einem gemeinsamen Film zusammenschneiden. Aktuell können wir aus rechtlichen Gründen leider noch keinen Einblick in die Präsentationen geben.

31.05.2021 - SUB Hamburg erwirbt Lizenzen für Onlinekurse

Die SUB Hamburg hat den Kauf der Lizenzen für die von uns produzierten Onlinekurse der AVINUS Akademie wiederholt und auf Grund der Nachfrage sogar um 20% erhöht. Damit können wir ab dem Wintersemester 2021 wieder zahlreichen Studierenden der Universität Hamburg einen kostenlosen Zugang zu den Onlinekursen ermöglichen.

Mehr unter: akademie.avinus.org

1.2.2021 - Finanzsituation der Universität Hamburg

Die Finanzsituation der Universität Hamburg ist problematisch.

Am 1.2.2021 haben wir - alle Professoren, die Mitglieder im akademischen Senat der Universität Hamburg sind - an den ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg einen offenen Brief geschrieben, in dem wir unsere Sorge um die weitere Zukunft der Universität Hamburg zum Ausdruck gebracht haben.

Dem gingen langwierige Diskussionen im APH und im AS mit dem Präsidenten und dem Kanzler der Universität sowie der Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank voraus.

Anschaulich erklärt wird das Problem von Till Petersen, einem studentischen Mitglied des APH, in einem kurzen Informationsvideo.

16.12.2020 - Neuerscheinungen

Ende 2020 sind gleich mehrere Aufsätze von mir erschienen:

Weber, Thomas (2020): "Wie wir uns erinnern werden. Zur medialen Transformation des Holocausts". In: Rothstein, Anne-Berenike, Pilzweger-Steiner, Stefanie (Hrsg): Entgrenzte Erinnerung. Erinnerungskultur der Postmemory-Generation im medialen Wandel. Oldenbourg: DeGruyter, S. 13-37


Der Band ist das Ergebnis einer herausragend organisierten Tagung in Konstanz (auf der Insel Mainau), die wichtige Theoretiker:innen (wie Aleida Assmann) und Wissenschaftler:innen der Erinnerungskultur mit Praxis-Vertreter:innen von Museen, Gedenkstätten oder auch Entwickler:innen neuer Medientechnologien für die Erinnerungsarbeit zusammenbrachte und alle Beteiligten noch lange inspirieren wird.

Mein Beitrag ist einerseits Zusammenfassung von bisherigen Arbeiten (wie z.B. zu medialen Transformationen des Holocausts) und andererseits Ausblick auf neue, durch Technologien geprägte Formen der Erinnerungskultur. Dabei gehe ich insbesondere auch auf die Problematik des Verschwindens von Videos aus den Archiven ein.

Blum, Philipp; Weber, Thomas (2020): "Film und Politik." In: Groß , Bernhard; Morsch , Thomas. (Hrsg.): Handbuch Filmtheorie. Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-09514-7_15-1 (17 Seiten)


Bernhard Groß hatte mich gebeten, das Thema "Film und Politik" für das Handbuch Filmtheorie zu bearbeiten. Hauptproblem dabei ist eine sinnvolle Eingrenzung dieses Themenfeldes. Ohne die Diskussion mit Philipp Blum und eine gemeinsame Entscheidung für eine begrenzte Anzahl von Perspektiven (die jeweils verschiedene Theorien bündeln), wäre es schwer gefallen, dieses Thema seriös zu bearbeiten.

Weber, Thomas (2020): "Mediologie (Régis Debray)". In: Ritzer, Ivo (Hrsg.): Schlüsselwerke der Medienwissenschaft. Wiesbaden: Springer VS,. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29325-3_14 (14 Seiten)


Ivo Ritzer hatte mich gebeten, noch einmal die Debatte über Mediologie, die in Frankreich seit Anfang der 1990er Jahre, in Deutschland seit Ende der 1990er Jahren geführt wurde, pointiert zusammenzufassen und die Besonderheiten des transdisziplinären Ansatzes der Mediologie herauszustellen. Die Fokussierung auf die Prozessualität von Übermittlungsprozessen ist dabei mithin einer der wichtigsten Impulse, die die Mediologie auch heute noch zu einem richtungsweisenden wissenschaftlichen Ansatz macht, der neben der ANT und praxeologischen Ansätzen vor allem für medienökologische, prozessorientierte Analysen geeignet ist.

Weber, Thomas (2020): "Perspektiven einer europäischen Medienwissenschaft", in: Wagner, Hedwig (Hrsg.): Europäische Medienwissenschaft. Zur Programmatik eines Faches. Bielefeld: transcript, S. 113 - 126


Der Band geht zurück auf eine Tagung an der Europa-Universität Flensburg, die von Hedwig Wagner organisiert wurde. In meinem Aufsatz beschreibe ich Überlegungen zur Epistemologie der Medienwissenschaft und eine potentielle europäische Dimension der jeweiligen epistemologischen Ansätze, die ich anhand von aktuellen Projektarbeiten erläutere.

10.12.2020 - Neuerscheinung: Medienwissenschaft an der Universität Hamburg

Hickethier, Knut; Weber, Thomas (2020): Medienwissenschaft an der Universität Hamburg. Zur Genealogie eines Modells. Hamburg: AVINUS

Der vorliegende Band rekonstruiert die Geschichte der Medienwissenschaft an der Universität Hamburg; er gibt Einblicke in die Entstehung des Faches Medienwissenschaft, seine konzeptionelle Ausrichtung und institutionelle Entwicklung – und seine Transformationen; nicht zuletzt wird das Engagement der Personen herausgestellt, die das Fach geprägt und zu seiner Entfaltung maßgeblich beigetragen haben.

Wir haben den kleinen Band in der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung herausgegeben (die in besonderer Weise mit dem Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg verbunden ist). Dabei ist es uns gelungen, die über dreißigjährige Entwicklung der Medienwissenschaft an der Universität Hamburg mit zahlreichen Fotos zu bebildern, die uns von ehemaligen Mitarbeiter:innen zur Verfügung gestellt wurden.