Der Burgfelsen, auf dem die heutige Ruine Steinschloss steht, wurde bereits in der Urnenfelderzeit vor mehr als 3000 Jahren als Brandopferplatz benutzt. Das beweisen Keramikfunde in einer Brandschicht.
Die ältesten Baureste der Burg finden sich im Bergfrieduntergeschoss und im Bereich der Kapelle und stammen aus der Zeit um 1100 n.Chr.
Steinschloss war eine Gründung der Eppensteiner, die allerdings schon 1122 ausstarben. Ihre nächsten Verwandten, die Traungauer, erbten ihre Besitzungen.
Im 12. und 13. Jh. wird dann das Geschlecht von Stein als Burgherren genannt. Sie errichten eine Wehrburg, ausgehend von der älteren Anlage.
Ende des 12. Jh. wurde die Burg Opfer eines Großbrandes und 1279 verkaufte Otto von Stein die Burg an die Liechtensteiner. Sie bauten die Burg zur ersten Großanlage aus. Für die Liechtensteiner verwalteten bereits Pfleger, also Vögte, die Burg.
1480 wurde Neumarkt von den Ungarn belagert, als sich ein türkisches Heer von Süden näherte. Die Neumarkter ließen die Ungarn in die Stadt, in der Hoffnung, sich gemeinsam besser verteidigen zu können. Die Türken zogen aber weiter ohne die Stadt anzugreifen. Die Ungarn nützten die Situation aus und besetzten Neumarkt bis 1486. Niklas von Liechtenstein verbündete sich mit dem Ungarnkönig Matthias Corvinus und öffnete ihm unter anderem seine Burg Stein. 1486 konnten die kaiserlichen Truppen Neumarkt zurück erobern. Die Burg Stein wurde erst 1490 nach dem Tod des Ungarnkönigs von den Habsburgern übernommen.
Die Liechtensteiner waren durch ihre Beziehungen zu den Ungarn bei den Habsburgern in Misskredit gefallen und sahen sich daher 1503 dazu genötigt, die Burg und die dazugehörigen Besitzungen an das Stift St. Lambrecht zu verkaufen.
Der St. Lambrechter Abt Valentin Pierer baute von 1525 bis 1542 einen Teil der zentralen Burg zu einem repräsentativen Schloss aus. Daher kommt auch der heutige Name der Burg "Steinschloss". Auch die restliche Burg wurde modernisiert und ausgebaut. So wurden Artillerietürme (Rondells) errichtet. Anfang des 17. Jh. kam eine neue große Vorburg dazu.
1786 wurde das Stift St. Lambrecht durch Kaiser Joseph II. aufgehoben, womit auch der Verfall der Burganlage begann. 1802 kehrten die Mönche zwar ins Kloster zurück, die Burg wurde aber nicht wieder saniert. In den folgenden anderthalb Jahrhunderten diente die Ruine als "Steinbruch" für die Bewohner der Umgebung.
2000 wurde der Burgverein Steinschloss gegründet und ab 2001 begannen Erhaltungsarbeiten für die bestehende Bausubstanz, um den Verfall zu stoppen. Parallel dazu fanden auch immer wieder archäologische Grabungen durch den Verein FIALE um Astrid Steinegger statt.
Text: R. Jöbstl
Die Burg Steinschloss auf einer Ansicht von Georg Matthäus Vischer, 1681