das erste f
Er ist das Produkt der Nassen Aufbereitung. Der Samen des Kaffees ist –pflanzenanatomisch betrachtet – noch von der innersten, relativ zähen Schicht der Fruchtwand (Endokarp) umhüllt.
In diesem Ausschnitt des Buchstabens f erkennen wir ganz deutlich, dass zumindest die untersten zwei Pergaminobohnen aus einer Frucht stammen müssen, die 3 Samen beherbergte.
Wir unterscheiden je nach Zahl der voll entwickelten Samenanlagen zwischen 360°- (1), 180°- (2) und 120°-Bohnen (3).
Die 360°-Bohne wird auch Perlbohne, pea berry oder caracoli genannt. Ihr Gehalt an Koffein und anderen Inhaltsstoffen unterscheidet sich nicht von den genannten Bohnentypen.
Einzig ihre Form und ihr maximaler Quotient Oberfläche/Volumen dürfte einen positiven Effekt in der Röstung haben, was uns die AnalytikerInnen mit modernen Methoden noch zeigen müssen, siehe Lit.
Zitat aus Lit. (Baumann und Seitz, 1992): "Die Ernte, die frei von unreifen Kirschen sein muss, wird in einen mit Wasser gefüllten Tank gekippt. Bereits am Baum eingetrocknete oder von Insekten zerfressene Kirschen schwimmen obenauf, während die reifen Kirschen auf den Grund sinken, wo sie über einen Siphon zum Pulper geleitet werden. In diesem werden die Kirschen mechanisch gequetscht. Die rote Haut (=Exokarp) und ein Teil des Fruchtfleisches (=Teil des Mesokarps) lösen sich dabei als aufgerissene Hülle (=Pulpa) ab. Zurück bleiben die (meist beiden) Samen, ein jeder umgeben – von innen nach aussen – von der Silberhaut (=Testa), der Hornschale (=Endokarp) und den schleimigen Resten des Mesokarps, die fest an der Hornschale haften. Das Ziel der anschliessenden Fermentation, welche meist im Wasser durchgeführt wird, besteht darin, den Schleim, der vorwiegend aus Pektin besteht, aufzulösen, damit der resultierende Hornschalen-Kaffee saubergewaschen werden kann. Unter leicht sauren Bedingungen wird das Pektin durch in der Frucht bereits vorhandene Pektinasen abgebaut. Diese Reaktion wird offenbar durch verschiedene Mikroorganismen mit pektinolytischer Aktivität beschleunigt. Die Dauer der Fermentation, welche bei Umgebungstemperatur abläuft, beträgt in den Höhenlagen des Arabica-Anbaus etwa 48 h. Nach gründlichem Waschen wird der Hornschalenkaffee entweder an der Sonne oder seltener maschinell getrocknet."
Um die grüne Kaffeebohne freizusetzen, muss der Pergamino maschinell im Huller geschält werden. Dabei fallen die Hornschalen an. Sie dienen in der Regel als Brennmaterial, können aber auch in der Kompostierung eingesetzt werden. Neuere Studien befassen sich mit ihrer Verwendung (Fasern, Phenole) in der Nahrungsmittelindustrie, sei es in der Ernährung oder für (essbare) Verpackungen.