Poetische Nachhaltigkeit: Wie Sprache zum Umdenken anregen kann
Poetische Nachhaltigkeit: Wie Sprache zum Umdenken anregen kann
Boris Trifunovic, Kieran Zingg, Lorik Salihu
02.07.2026
“Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass man nicht immer schnell auf gute Ideen kommt und wie wichtig es ist, kreativ zu bleiben, besonders in einer Zeit, die von Künstlicher Intelligenz geprägt ist.” Dies erklärte uns der Kursleiter und U20-Schweizermeister im Poetry Slam Jeremy Chavez,nachdem er uns Methoden gezeigt hatte, mit welchen man das Lampenfieber umgehen und besser performen kann.
Genau darum drehte sich der Kurs “Slam @ School” während der BNE-Woche. Die Teilnehmenden schrieben eigene Poetry-Slam-Texte und lernten, diese wirkungsvoll vorzutragen.
Das Ziel des Kurses bestand darin, Kreativität und Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit der Sprache zu steigern. Chavez erklärte, dass es gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wichtig sei, eigene Gedanken zu entwickeln und dranzubleiben. Wer seine Ideen weiterverfolge und ausprobiere, könne spannende und überraschende Texte entstehen lassen.
Kursleiter Jeremy Chavez erklärt wichtige Tools für eine fesselnde Performance
Bild: Kieran Zingg
Zu Beginn beschäftigten sich die Teilnehmenden damit, wie man Ideen findet und daraus einen interessanten Text entwickelt. Die Themen durften sie grundsätzlich selbst wählen, sie wurden jedoch in Richtung Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) gelenkt. Dabei setzten sie sich kreativ mit der Frage auseinander, was Nachhaltigkeit für sie persönlich bedeutet.
Ein wichtiger Teil des Kurses war die Vorbereitung auf den Auftritt. Die Schülerinnen und Schüler lernten verschiedene Methoden kennen, um ihre Texte lebendig vorzutragen. Laut Stephanie Spahr, welche auch Teil der Kursleitung war, müssten Text und Performance zusammenpassen. Eine gute Performance könne das Publikum mitreissen, funktioniere aber nur, wenn sie zum Inhalt des Textes passe. Auch der Umgang mit Lampenfieber wurde thematisiert. Dabei wurde erklärt, dass es verschiedene Typen von Menschen gebe, die unterschiedlich mit Nervosität umgehen. Mit den richtigen Werkzeugen könne man jedoch lernen, besser damit umzugehen.
Welchen Nutzen der Kurs mit sich bringt
Neben dem Poetry Slam selbst vermittelte der Kurs auch kreative Schreibmethoden, die später im Unterricht für andere Textsorten genutzt werden können.
So erhielten die Teilnehmenden verschiedene Werkzeuge, um Ideen zu entwickeln und Texte abwechslungsreicher zu gestalten. Ein Teilnehmer berichtete, er habe den Kurs ursprünglich gewählt, weil noch Plätze frei gewesen seien. Besonders gefallen habe ihm die spannende Ausdrucksweise des Poetry Slams. Am schwierigsten sei es gewesen, die richtigen Wörter zu finden, damit ein Text gut klinge und sich angenehm vorlesen lasse. Er meinte zudem, dass der Kurs das Selbstvertrauen stärken könne.
Während des Besuchs herrschte eine lockere und kreative Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler übten verschiedene Methoden, um zu performen und tauschten sich über ihre Ideen aus. Dabei wurde deutlich, dass Poetry Slam nicht nur Schreiben bedeutet, sondern auch Mut erfordert, die eigenen Gedanken vor anderen Menschen zu präsentieren.
Der Kurs zeigte, dass Sprache weit mehr sein kann als ein Schulfach. Wer Freude am Schreiben und am kreativen Ausdruck hat, konnte hier lernen, eigene Gedanken in Worte zu fassen und ihnen auf der Bühne eine Stimme zu geben.