Vom Acker bis zum Einkaufskorb
Vom Acker bis zum Einkaufskorb
Lisa Rentsch, Selina Fahrni
02.07.2026
Stallarbeit
Bild: Selina Fahrni
Wie sieht die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft aus und welche Rolle spielen wir als Konsumentinnen und Konsumenten dabei? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden des BNE-Kurses «Landwirtschaft der Zukunft?». Während der Woche besuchten sie verschiedene Landwirtschaftsbetriebe, arbeiteten selbst auf einem Bauernhof mit und setzten sich mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion auseinander. Ziel der Woche war es herauszufinden, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte und was es dafür von Seiten der Landwirt/-innen, der Konsument/-innen und der Politik braucht.
Die Woche begann mit einer Einführung ins Thema. Anschliessend besuchten die Schülerinnen und Schüler die Gemüsekulturen der Firma Bösiger. Dort erhielten sie einen Einblick in die Produktion von Gemüse und lernten den Prozess von der Saat bis zum fertigen Produkt kennen. Dieser Besuch blieb vielen Teilnehmenden in Erinnerung. Sie beschrieben ihn als eines der Highlights der Woche, weil sie den gesamten Produktionsprozess kennenlernen konnten und über die fabrikähnliche Produktion erstaunt waren.
Am Dienstag besuchte der Kurs das Agrarmuseum Burgrain. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie sich die Landwirtschaft im Laufe der Zeit verändert hat und welche Entwicklungen sie in Zukunft prägen könnten. Das Museum stellt Kurzvideos zum Thema zur Verfügung, aus diesen Videos nahmen sie viele interessante Fakten mit.
Die Schülerinnen und Schüler erzählten zum Beispiel, dass sie lernten, dass die Produktion eines T-Shirts aus Baumwolle 2'700 Liter Wasser benötigt. Ein weiterer Schwerpunkt der Woche war die praktische Arbeit. Am Mittwoch half die Gruppe auf dem Bauernhof der Kursleiterin Eveline Sidler mit. Gemeinsam erhielten sie einen direkten Einblick in den Arbeitsalltag eines Landwirtschaftsbetriebs und unterstützten bei verschiedenen Arbeiten. Zu diesen Arbeiten gehörten das Zubereiten des Mittagessens, das Füttern von Tieren, Nüsse knacken, Unkraut jäten, Beeren ernten sowie das Pflegen der Landschaft. Den Lehrpersonen war es wichtig, möglichst viel praktische Arbeit in das Programm einzubauen. Durch den Vergleich verschiedener Betriebe sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die unterschiedlichen Formen der Landwirtschaft kennenlernen.
Im Interview erzählten die Schülerinnen und Schüler, dass sie sich bereits vor dem Kurs für Landwirtschaft interessiert hätten. Viele wohnen in einem Dorf oder haben einen persönlichen Bezug zur Landwirtschaft. Während der Woche lernten sie, beim Einkaufen bewusster auf Labels zu achten und wenn möglich Schweizer Produkte zu bevorzugen. Für ihren Alltag nahmen sie mit, dass sie mit einem bewussten Einkaufverhalten die Schweizer Landwirtschaft unterstützen können. Dabei wollten sie vor allem auf Regionalität, Saisonalität und Labels achten.
Nachhaltige Lebensmittel vom Bauernhof
Bild: Lisa Rentsch
Auch über die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft machten sie sich im Rahmen der BNE-Woche Gedanken. Sie sehen Herausforderungen vor allem darin, dass kleine Bauernhöfe gegenüber grossen Betrieben immer weniger Chancen haben mitzuhalten. Gleichzeitig könnten moderne Maschinen zwar die Produktion vereinfachen und Lebensmittel günstiger machen, der persönliche Bezug zu den Produkten gehe dadurch jedoch verloren und es entstünden grosse Landschäden, welche schädlich sind für den Boden sowie die Biodiversität.
Damit die Schweizer Landwirtschaft in Zukunft nachhaltig bleibt, wünschen sich die Schülerinnen und Schüler mehr Unterstützung für kleinere Bauernbetriebe, mehr Biodiversität sowie ein bewussteres Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten.
Exkursion auf den Bauernhof
Bild: Selina Fahrni