Handcreme dokumentieren
Bild: Anouk Knoll
Handcreme dokumentieren
Bild: Anouk Knoll
Kosmetik im Labor: Wie aus natürlichen Stoffen nachhaltige Schönheit wird
Boris Trifunovic, Kieran Zingg, Lorik Salihu
01.07.2026
Im Rahmen der BNE-Projektwoche beschäftigten sich die Teilnehmenden des Kurses «Nachhaltige Kosmetik» mit der Entwicklung nachhaltiger Kosmetikprodukte. Unter der Leitung von Guido Sauter stellten sie unter anderem Handcrème, Mascara und Lippenstift her und lernten dabei die chemischen Grundlagen hinter diesen Produkten kennen.
Am Montag arbeiteten die Schülerinnen und Schüler im Chemiezimmer an der Herstellung einer Handschutzcrème. Dazu wurden Bienenwachs, Lanolin als Emulgator, Kokosfett, Öl und Gurkensaft sorgfältig abgewogen und verarbeitet. Mit Waagen, Bechergläsern, Wasserbädern und Rührstäben entstanden so eigene Kosmetikprodukte.
Gearbeitet wurde in Zweiergruppen, wobei ein hohes Mass an Präzision gefordert war.
Guido Sauter, der früher in der Kosmetikbranche tätig war, wollte den Teilnehmenden zeigen, dass viele Kosmetikprodukte auch selbst hergestellt werden können. Er kritisierte insbesondere unnötige Zusatzstoffe in kosmetischen Produkten. Auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe wurde im Kurs bewusst verzichtet.
Diese können laut Sauter Allergien auslösen, die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen oder bei langfristigem Gebrauch sogar krebserregend wirken.
Was die Teilnehmenden aus dem Kurs mitnehmen
Neben der praktischen Arbeit lernten die Teilnehmenden auch wichtige chemische Prozesse kennen. So spielt bei der Herstellung von Crèmes die sogenannte Emulsion eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Wasser und Öl, die durch einen Emulgator stabilisiert wird. «Mascara ist im Grunde eine dickere Creme mit schwarzem Pigment, Lippenstift eine Creme mit Farbe», erklärte Sauter in einem Interview.
Die Teilnehmerin Océane Gasche hatte den Kurs aus Interesse an Kosmetik und Chemie gewählt. Sie lernte, dass viele Inhaltsstoffe in herkömmlichen Produkten nicht zwingend notwendig sind. Überrascht habe sie vor allem, dass für die Herstellung einer Handcrème ein Emulgator benötigt wird.
Den Kurs würde sie weiterempfehlen: «Man kann praktisch und theoretisch arbeiten. Für Leute, die Chemie mögen, ist er perfekt.»
Lili-Kate, eine weitere Teilnehmerin, war besonders von der grossen Anzahl Zusatzstoffen in vielen herkömmlichen Kosmetikprodukten überrascht. Dank des Kurses wolle sie künftig die Inhaltsstoffe genauer kontrollieren und vermehrt auf natürliche Produkte achten.
Ergänzend zu den praktischen Experimenten und den theoretischen Grundlagen erhielten die Teilnehmenden somit einen Einblick in die nachhaltige Herstellung von Kosmetikprodukten. Der Kurs zeigte, dass sich viele Produkte mit einfachen, natürlichen Zutaten selbst herstellen lassen und dass ein bewusster Umgang mit Inhaltsstoffen einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.
Abwiegen von Lanolin
Bild: Boris Trifunovic
Kursleitung von Guido Sauter
Bild: Boris Trifunovic