Bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich lediglich um Gedankenspiele, welche im Rahmen des Unterrichts angewandt werden können, es handelt sich um keine offiziellen Theorien oder ggf. verwertbare Vorschläge. Lassen Sie sich einfach nur gedanklich auf die Anregungen ein und nutzen diese, um sich mit den Auswirkungen des Corona Virus auf die Volkswirtschaft auseinanderzusetzen.
Die Zentralbanken können im Rahmen Ihrer Geldpolitik die Zinsen bspw. senken. Durch eine Zinssenkung steht für den Konsum weiterhin zu sehr attraktiven Konditionen Geld zur Verfügung. Kredite können günstig vergeben werden, damit ist die Geldbeschaffung sichergestellt.
Die Möglichkeit Eurobonds als Instrument zur Stabilisierung heranzuziehen sind sehr kontrovers im Dialog.
Stand von Ende Oktober 2020:
Die EZB hat eine Reihe von Maßnahmen im Bereich der Geldpolitik und der Bankenaufsicht ergriffen, um den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft des Euroraums entgegenzutreten und alle Menschen in Europa zu unterstützen. Z.B. u.a. durch:
Bezahlbare Kreditaufnahme (Leitzinsen / aktueller Link zu den Leitzinsen)
Vorübergehend ist die EZB nicht so streng, was die Höhe der Mittel (bzw. des Kapitals) angeht, welche Banken als Puffer für schwierige Zeiten vorhalten müssen. Auch im Bereich der Bankenaufsicht räumt die EZB den Banken bei den Zeitplänen, Fristen und Verfahren derzeit mehr Flexibilität ein. Alle genannten Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Banken im Euroraum in dieser außergewöhnlichen Zeit auf ihre zentrale Rolle als Kreditgeber konzentrieren können. Von den Banken wird erwartet, dass sie frei gewordene Mittel zur Verlustübernahme und zur Unterstützung der Wirtschaft einsetzen und von Dividendenausschüttungen absehen.
Ein zurückhaltender Konsum ist zu erwarten. Die Presse spricht sehr häufig von einer eintretenden Rezession. Allein die bestehende Ungewissheit der Auswirkungen auf die Wirtschaft führt dazu, dass Konsum reduziert wird. Diese Reduzierung führt zu einem Konsumverzicht. Dieser Verzicht bedeutet, dass Geld aus dem Wirtschaftskreislauf gezogen wird. Die Folgen sind, dass Nachfrage und damit realisierte Absätze sinken, dieses führt dann ggf. zu einem wirtschaftlichen Abschwung (Rezession). Rezession ist, wenn zwei aufeinander folgende Quartale im Vergleich zu den Vorquartalen negativ sind.
Der Corona Virus ist ein Schatten der Globalisierung, so jedenfalls einige Wissenschaftler. Damit ist gemeint, dass durch die Globalisierung Menschen stärker vernetzt und im Austausch sind. Vernetzung und Austausch sorgt dafür, dass auch ein Virus, wie bspw. der Corona Virus sich schneller verbreiten kann. Durch die engen Verknüpfungen der Volkswirtschaften, so werden bspw. China Bauteile erstellt, die für die Fertigung in der deutschen Automobilindustrie benötigt werden.Es kann passieren, dass aufgrund der Betriebsschließungen in China, keine Lieferungen nach Deutschland erfolgen können. Ist die Lieferkette unterbrochen, so ist keine finale Fertigstellung von Produkten möglich, das führt ggf. zu Kurzarbeit und Knappheit von Gütern.
Neben dem erwähnten Beispiel leiden insbesondere die Tourismusbranche unter der reduzierten Reiseaktivität, welche aus Vorsichtsmaßnahmen der Reisenden erfolgen oder aufgrund von Reisewarnungen. Die Absage von Großveranstaltungen führt dazu, dass Hotels keine bis geringere Auslastung haben.
Eine Unterstützung dieser Branche ist durch finanzielle Hilfen des Staates möglich. Eine Unterstützung der notleidenden Branchen muss zeitnah erfolgen, da Lohn und Gehalt zeitnah gezahlt wird, eine versetzte Unterstützung wirkt nicht, führt eher zu einer Reduzierung der Mitarbeiterkapazitäten und somit zu einer möglichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit.
Unternehmen haben die Möglichkeit Kurzarbeitergeld zu beantragen (Leistung der Bundesagentur für Arbeit), weitere Infos unter dem nachfolgenden Link: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-arbeitgeber-unternehmen
Pandemie ist eine Naturkatastrophe (exogener Schock), damit keine Fehlentwicklung im Wirtschaftssystem
Es handelt sich damit und keine Finanzkrise. Theoretisch kann aus dieser Krise eine Finanzkrise entstehen.
Stand Anfang April sind Preise für Häuser und Wohnungen in den zehn größten deutschen Städten bislang stabil geblieben. Bisher sind in Städten wie Berlin, München oder Düsseldorf keinerlei extreme Marktschwankungen zu beobachten. Das darf aber nicht als Entwarnung verstanden werden. Anders als bei den Kapitalmärkten wirken konjunkturelle Krisen in der Regel verzögert auf den Immobilienmarkt durch. Ein Einbruch ist theoretisch noch möglich, muss aber nicht sein.
Diese Frage lässt sich nicht verbindlich beantworten, es ist davon auszugehen, dass es zu einer negativen Entwicklung des Wirtschaftswachstums kommen wird. Die Frage zur Dauer und Intensität kann nicht verbindlich beantwortet werden. Es gibt Prognosen, welche Sie sich im nachfolgenden Dokument ansehen können.
Erste valide Aussagen können zur Entwicklung des BIP getroffen werden (Update Ende Oktober 2020):
Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2020 um 10,1 % niedriger als im Vorquartal. Eine Liste mit Quartalsergebnissen zur Entwicklung des BIP gibt es unter folgendem Link: Entwicklung BIP seit 1970
Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal 2020 um 8,2 % höher als im Vorquartal
Mit Stand von Ende Oktober 2020 ist Wirtschaftsleistung aber noch 4,2 % unter Vorkrisenniveau