Landkarten

Die Darstellung der Insel auf Landkarten

Am 14. Mai 2004 wurde für den deutschsprachigen Raum unter dem Titel GEOGRAFIE-POSSE - Asiatischer Kartenkrieg erreicht Deutschland! in SPIEGEL ONLINE ein Beitrag veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:
  • "Zwischen Südkorea und Japan schwelt ein bizarrer Namensstreit: Darf das "Japanische Meer" auch "Ostmeer" heißen? So weit, so nebensächlich - wäre da nicht die Gefahr, dass jetzt auch Deutschland in den Streit verwickelt wird. Ein Düsseldorfer Verlag hat es gewagt, eine Karte mit beiden Namen zu drucken." Alexander Neubacher, der Autor des Artikels schreibt: "Das raue Gewässer liegt zwischen Russland, Korea und Japan, erstreckt sich über eine Fläche von knapp einer Million Quadratkilometern und ist bei seinen Anrainern nicht nur wegen der Fischgründe ein steter Quell des Streits."
 
Der Artikel kommt dann auf die umstrittenen Briefmarken wie folgt zu sprechen: "Anfang des Jahres provozierte die südkoreanische Post einen diplomatischen Eklat, als sie die von koreanischen Möwen okkupierte, politisch aber von Japan beanspruchte Insel Tokdo mit einer Sonderbriefmarke würdigte. Jetzt droht auch die Bundesrepublik in den südostasiatischen Nachbarschaftsstreit hineingezogen zu werden:
Japanische Spitzendiplomaten werfen einem deutschen Unternehmen einen politischen Fauxpas vor, der die deutsch-japanischen Beziehungen schwerwiegend belaste. Man schade, erregt sich Japans Generalkonsul Takahiro Shinyo, "den Interessen unserer Regierung"."
 
Unter der Zwischenüberschrift Japan fährt schweres Geschütz auf ist in SPIEGEL ONLINE auch zu lesen, wie die Reaktion aussieht:
 
"Mit allen Mitteln versucht Japan nun, die Publikation der derart beschrifteten Landkarte zu verhindern. Bei Verlagschef Tim Kober ging ein Brief der Botschaft ein. "Mit Nachdruck" wende man sich gegen den Versuch, einen 'allgemein eingebürgerten geografischen Namen ohne berechtigten Grund' zu ändern. Offenbar sei der Verlag der Propaganda Südkoreas auf den Leim gegangen, das, so die Japaner, 'einseitig fordert, eine bisher international nicht anerkannte Bezeichnung, die nicht auf historischen Tatsachen beruht, über die Verwendung im eigenen Land hinaus als internationalen Standard zu verwenden'.
 
Japans Generalkonsul Shinyo verlangt deshalb von Kober und zugleich von der Messeleitung und vom Düsseldorfer Oberbürgermeister, die Publikation der Weltkarte 'sofort einzustellen und sie nicht weiter auf der Messe zu verteilen'. Es sei 'äußerst bedauerlich', dass die Druckmesse 'zu einem politischen Akt missbraucht' werde."

Japan und Korea tragen seit einigen Jahren Ihre unterschiedlichen Ansichten zur Bezeichnung des sie verbindenden Meeres auf dem internationalen Parkett aus. Beispielhaft hierfür soll ein Teil der von den Redakteuren der Informationsseite KOREAheute zusammengetragenen Angaben dokumentiert werden.

Anfang des 20. Jahrhunderts, als Korea unter der Kolonialherrschaft Japans stand, wurde die Bezeichnung "Ostmeer" von den Landkarten gelöscht. Dieser Prozess begann, als auf der ersten Konferenz der Internationalen Hydrographischen Organisation eine Resolution angenommen wurde, die die Grenzen der Ozeane und Meere festlegte und ihnen für eine sichere Navigation entsprechende Namen gab. Eine japanische Delegation war bei dieser Konferenz anwesend, jedoch keine koreanische. Entsprechend dieser Resolution wurde das Ostmeer 1923 als "Japanisches Meer" registriert. Kein anderes Mitgliedsland erhob Einspruch. In der Folge wurde auch auf der Konferenz in Monaco 1929 eine Resolution angenommen, des Inhalts, dass eine Sonderpublikation Nr. 23 mit dem Titel "Grenzen der Ozeane und Meere" veröffentlicht wurde. Diese basierte auf unlängst gesammelten Daten und sollte international anerkannt werden. Im Anschluss daran verwendeten die Kartographen weltweit die durch diese Publikation standardisierten Bezeichnungen und der Name "Ostmeer" verschwand von den Landkarten. Neue Ausgaben der Publikation "Grenzen der Ozeane und Meere" erschienen 1937, 1952 und 1986, und bis heute heißt das Ostmeer "Japanisches Meer".

Die Koreaner bemühen sich darum, den Namen "Ostmeer" wieder auf den Landkarten erscheinen zu lassen Historisch betrachtet wurde die Bezeichnung "Ostmeer" lange Zeit nicht nur in Korea, sondern auch in China, Russland, Japan und Europa verwendet.

 

 

  

"Ostmeer" war der anerkannte Name und ebenso wie die "Nordsee" in Europa nicht nur eine reine Richtungsangabe. Daher wäre es nicht richtig, die Bezeichnung "Japanisches Meer" länger zu dulden. Man denke hierbei beispielsweise an das Mittelmeer, das zahlreiche Anliegerstaaten hat. In Dokumenten, die seit Anfang der 70er Jahre verfasst wurden, haben u.a. viele Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass die Verwendung des Namens "Japanisches Meer" völlig unbegründet ist. Kurz nach dem Beitritt Koreas in die Vereinten Nationen stellte die koreanische Regierung während der Sechsten UN-Konferenz über die Standardisierung geographischer Namen 1992 den Antrag, diese fälschliche Verwendung zu korrigieren.

Damals wurde Korea von der UN geraten, die betreffenden Länder zu konsultieren. Japan war gegen eine Änderung der Bezeichnung. Bei den Treffen der UN-Expertengruppe über geographischen Namen 1994 in New York und 1996 in Genf machte Korea die unbegründete Namensanwendung öffentlich. Im April 1997 forderte Korea, die Bezeichnung im Buch "Grenzen der Ozeane und Meere" auf der 15. Internationalen Hydrographischen Konferenz in Monaco zu ändern. Dieser Forderung wurde in der Ausgabe von 1999 Rechnung getragen. Zusätzlich bemüht sich die koreanische Regierung kontinuierlich darum, dass renommierte kartographische Verlage, Rundfunk- und Fernsehstationen, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage die Bezeichnung "Ostmeer" verwenden. In den neueren Publikationen von Rand McNally, einem amerikanischer Kartographieverlag, findet man bereits beide Bezeichnungen gleichberechtigt nebeneinander.

 

Nachfolgend finden Sie die Bezeichnungen Tok-do, Dokdo und Takeshima auf offiziellen Karten aus Japan, Süd- und Nordkorea

 
© Map Publishing House, DPRK

Dieser Ausschnitt stammt aus dem Dem. Volksrepublik Korea, 1986 herausgegeben vom "Map Publishing House, DPRK, Pyongyang" im Maßstab 1:1.500.000. Auffallend ist, dass der Kartenrand eigens aufgrund der Darstellung der Insel Tok-do erweitert wurde. Deutlich zu erkennen ist weiterhin die Bezeichnung "East Sea of Korea", anstelle der in Südkorea gebräuchlichen Bezeichnung "East Sea". (Einzelheiten hierzu weiter unten.)

Die nordkoreanische Landkarte wird überschrieben durch einen Ausspruch Kim Il Sungs, der nach der Verfassung als sog. Ewiger Präsident auch nach seinem Tode dieses Amt inne hat: "Unser Land ist eine einheitliche Nation mit einer 5.000 jährigen Geschichte; es ist eine mutige, strebsame Nation, die tapfer gegen ausländische Angreifer und frühere, hintereinander folgende rückschrittliche Herrscher kämpfte; und es ist eine begabte Nation, die großartig zur wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Menschheit beitrug."


 
© Mit freundlicher Genehmigung des japanischen Generalkonsulats, Düsseldorf

Die von der Japanischen Botschaft versandte offizielle Karte unter dem Titel "Map of Japan" wurde 1997 im Maßstab 1:28.000.000 gedruckt. Nord-westlich der Oki-Inseln, von denen aus bekanntlich eine Gruppe Japaner 2004 Insel dem japanischen Festland zugehörig zu. Weiter westlich ist gut die koreanische Insel Ullung-do zu erkennen, die jedoch als nicht-japanisches Territorium auf dieser Karte nicht mehr beschriftet wird.

Auf dieser Karte wird für das Gewässer zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel ausschließlich der Begriff SEA OF JAPAN verwandt.


 
© Japanische Fremdenverkehrszentrale

Im Jahr 2001 gab die Japan National Tourist Organisation die englischsprachige Tourist Map of Japan heraus.
Sie gibt im Maßstab 1:2.000.000 detailliert Auskunft über die bedeutenden Land- und Flugwege Japans.

Die Insel Takeshima wurde gesondert in einem Kasten eingezeichnet, um den Maßstab einhalten zu können.

 

 


 
© Japanisches Außenministerium

Die Broschüre Japan erforschen zeigt auf Seite 1 eine Karte Japans im Format DIN A 4, in der alle Inseln abgebildet und bezeichnet sind. Daher ist Takeshima sehr deutlich zu erkennen.

Die Broschüre wurde im März 2004 gedruckt.

 

 

 

 


 
© Japanisches Außenministerium

Das Faltblatt Japan Basic Data zeigt unter dem Titel "Places to visit in Japan" die Insel Take-shima.

Beachtenswerter Weise wird diese hier mit Bindestrich geschrieben. Das Faltblatt hatte die Drucklegung in 2003.

 

 

 

 

 


 
© Kongress-Verlag Berlin, 1956

In seinem Buch "Land der Morgenfrische" beschreibt Max Zimmering den Wiederaufbau Nordkoreas nach dem Krieg, bei dem die DDR u.a. Architekten nach Hamhung entsandte.

Die Kartenbeschriftung erfolgte hier folgendermaßen: " ÖSTLICHES (JAPANISCHES) MEER. Ergänzt wird die Bezeichnung durch "KOREA-GOLF". Die südkoreanische Hauptstadt wird nicht nach der internationalen Schreibweise mit Seoul bezeichnet, sondern nach den Regeln der Koreanistik in Ost-Berlin, als Söul.

 

 



© Korean Information Service, Seoul

Diese Karte, die auch Japan abbildet, wurde vom "National Geography Institute" unter dem Ministerium für Bau und Transport der Rep. Korea im Maßstab 1:3.000.000 herausgegeben. Die Insel Tok-do wird durch die deutliche Darstellung der Seegrenze (siehe rot unterlegte Grenzlinie) dem koreanischen Hoheitsgebiet zugeordnet.

Ferner wird eigens der verwendete Begriff "East Sea" durch eine Fußnote wie folgt erläutert: "Das Ostmeer wird in Japan als Japanisches Meer bezeichnet. Starke historische Fakten verleihen jedoch der Bezeichnung Ostmeer als angemessenerem Namen Glaubwürdigkeit. Es ist der Standpunkt der Regierung der Republik Korea, dass dieses Meer als Ostmeer bezeichnet werden sollte, einem neutralen Namen, der bedeutet, dass das Meer östlich des Eurasischen Kontinentes liegt, einem Titel der oftmals in geschichtlichen Dokumenten und Landkarten für die Region seit dem Beginn des ersten Jahrhunderts Verwendung fand.

 
© Koreanische Zentrale für Fremdenverkehr, KNTO

Hierbei handelt es sich um die Karte, die von der Koreanischen Zentrale für Fremdenverkehr weltweit an Touristen kostenfrei abgegeben wird. Sie erscheint regelmäßig im Maßstab von 1:800.000 und wird produziert von Hyun Dai Atlas, mit Zustimmung der Korean Association of Surveying & Mapping, 2003.

Die Insel Tok-do wurde separat in zwei Kästchen eingezeichnet. Hier werden die zwei Felsen namens So-do und Tong-do, aus denen Tok-do sich zusammensetzt, einzeln aufgeführt. Daher handelt es sich um die detaillierteste Karte in bezug auf Dokdo. Das Meer zu Japan wird Englisch als East Sea und Koreanisch als Tong Hae ausgewiesen.

 

 


 
© VEB H. Haack

Im Atlas der Erdkunde (Herausgeber: VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha/Leipzig, 1981), der vom "Ministerium für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik" als Schulbuch bestätigt wurde, wird "Tokdo" deutlich Korea zugeordnet und in einem Wort geschrieben.

Zwischen Süd- und Nordkorea wurde keine Staatsgrenze eingezeichnet, sondern lediglich eine Demarkationslinie. Die politische Zuordnung lautet "KDVR", während "Südkorea" lediglich als geographische Bezeichnung Verwendung findet. Der Maßstab beträgt 1:10.000.000.

Beachtenswert ist, dass die DDR weder der süd-, noch der nordkoreanischen Bezeichnung "East Sea", bzw. "East Sea of Korea" folgte, sondern den Begriff "Japanisches Meer" verwendet.

 

© Falk Verlag, Ostfildern

Herausgeber dieser bundesdeutschen Karte unter dem Titel "Die Welt" ist der Falk Verlag in Ostfildern, 1996. Der Maßstab beträgt 1:4.500.000. Bemerkenswert ist, dass die betreffende Insel sowohl mit dem koreanischen, als auch mit dem japanischen Namen eingezeichnet ist. Auf eine Grenzmarkierung wurde auf dieser Höhe verzichtet!

Das Gewässer zwischen Korea und Japan wird als "Japanisches Meer" bezeichnet.

 

 

 

 


 
© KOREA Now

Diese Historische Chinakarte erschien 1932 in Deutschland. Diese zeigt auch das Gebiet zwischen Japan und Korea. Hierbei ist die Insel farblich Korea zugeordnet.

Der Text wurde wie folgt gewählt: "Takenosima à la Corée". Rechts unterhalb ist Oki zu erkennen.