Briefmarken-Insel besuchen

Korea-Reise: Versuch eines Vor-Ort-Besuches
 
Der Weg nach Südkorea ist sowohl mit deutschen als auch koreanischen Flugzeugen von Frankfurt/M. aus möglich. Günstige Alternativen bieten sich z.B. via Paris oder Amsterdam. Von Seoul aus muss man auf die Insel Ullung-do fahren, wenn die Reise nach Dokdo gehen soll. Es fahren stündliche, sehr bequeme Expressbusse, die über zugewiesene Sitzplätze und einen Fernseher verfügen. Auf Ullung-do gibt es das bekannte Dokdo-Museum.

Während der Reiseplanung im Januar 2005 gab es keine touristischen Angebote zum Besuch der Insel. Auf den Karte der Koreanischen Zentrale für Fremdenverkehr KNTO (s.u.) ist zwar die 92 km lange Fährverbindung verzeichnet; ohne spezielle Genehmigung konnte die Fahrt jedoch nicht stattfinden.


Besucher der Insel (bislang fast ausschließlich Koreaner) mußten einen gewichtigen Grund (etwa geologische Forschungsprojekte) vorweisen, zudem musste das Militär und die Regierung des Landkreises zustimmen. Die Beantraung mußte mind. drei Wochen vor der Reise gestellt worden sein. Nach einer Vorsprache bei der Zentrale der KNTO in Seoul gab ich das Vorhaben auf. Erst Ende März 2005 wurde die Insel im Rahmen des offensiven Vertretens der Position in Bezug auf Dokdo durch das südkoreanische Außenministerium, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die oben gezeigten Fotos entstammen daher dem Koreanischen Übersee-Informationsdienst aus April 2005.

Der Autor fuhr statt dessen auf die Insel Namhae-do. Dort gibt es ein Deutsches Dorf. Die Koreanischen Einwohner lebten lange Zeit in Deutschland; meist als Krankenschwestern, die einen Deutschen Ehemann fanden.

Während die Insel Dokdo in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte, gab es patriotische Demonstrationen, auf denen etwa Dokdoanhänger für Mobiltelefone verteilt wurden. Fremdsprachenstudenten gaben in ihrer Freizeit Auskunft in Touristenvierteln über Ihre Meinung zur Insel. Es kam vor der japanischen Botschaft Mitte März sogar zu einer versuchten Selbstverbrennung eines Koreaners als Ausdruck seines Protestes. Solche Bilder sind nicht für eine Briefmarkendokumentation geeignet.
 
 
 
Sehenswert ist jedoch ein Beispiel aus der Geschäftswelt.

Eine Einzelhandelskette warb damit, 1% des Umsatzes beim Kauf bestimmter Produkte für die "Dokdo-Aktion" zu spenden. Siehe rechtes Foto. Doch auch vor dieser Welle der Dokdo-Aktionen benannten sich Restaurants nach der Insel, wie auf dem oberen Bild zu erkennen ist.
Die koreanische postalische Adresse der Insel lautet übrigens: Dokdo-ri 1~37 San, Ulleung-eup, Ulleung-gun, Gyeongsangbuk-do.
 

 © InselMarken.de
Auf nach Dokdo - Regierung erlaubt Zivilisten Besuche der Insel, KBS, 25.03.2005, ungekürzter Nachdruck

Die Koreanische Behörde für Kulturerbe wird bis 30. April neue Bestimmungen für Besuche der Ostmeerinsel Dokdo festlegen. Bereits festgelegt wurde, dass pro Tag maximal 140 Besucher auf Südkoreas östlichster Insel zugelassen werden sollen.

Dokdo setzt sich aus zwei aus dem Wasser emporragenden großen Felsen und 36 kleinen Felsen und Riffen zusammen. Die Felsen vulkanischen Ursprungs liegen 87 Kilometer östlich von Ulleungdo, der größten Insel des Landes im Ostmeer mit rund 11.000 Einwohnern. Besucher werden jedoch nur den östlichen Teil der Insel betreten können, da der westliche Teil geschützter Bereich ist. 1982 war Dokdo zum Naturdenkmal Nr. 336 bestimmt worden. Später hatte die Regierung aus Umweltschutzgründen Besuche durch Zivilisten verboten. 1999 hatten Südkorea und Japan ein neues Fischereiabkommen geschlossen, das die Kontroverse über die Souveränität über die Felseninsel wieder aufleben ließ. Seit Jahrzehnten stationiert Südkorea auf der Insel Polizisten und unterhält dort eine Wetterstation.
  • Jahrzehntelang verfolgte Südkorea in der Dokdo-Frage eine stille Diplomatie. Wegen der Ausrufung eines Tags in Japan zu Ehren der Insel und den Protesten in Südkorea rückt Dokdo jedoch international als Streitobjekt ins Bewusstsein. Zahlreiche angesehene internationale Behörden gehen mittlerweile sogar davon aus, dass die Insel japanisch sei oder zumindest die Besitzverhältnisse ungeklärt seien.
Da Japan offensiv für seine Ansprüche wirbt, muss auch Südkorea künftig mit mehr Nachdruck für seine Position werben. Aus Rücksicht auf die Beziehungen mit Japan an der stillen Diplomatie festzuhalten wäre falsch.
 
Besucher auf die Insel zu lassen ist ein erster Schritt. Südkoreaner treten seit Jahren dafür ein, Dokdo weltweit als ihr Territorium bekannt zu machen. Den Bemühungen auf zumeist privater Ebene müssen nun langfristige Pläne der Regierung folgen. Die Regierung muss so viele Fakten und Dokumente wie möglich über Dokdo zusammentragen und sich auf verschiedene Szenarien eines möglichen Territorialstreits mit Japan vorbereiten. Eigentlich sollte kein Zweifel daran bestehen, dass Dokdo zum südkoreanischen Territorium zählt. Japans Hauptargument lässt sich schnell entkräften. Dokdo gilt im Fischereiabkommen mit Japan nicht als Ausgangspunkt der 200-Meilen-Zone, in der Staaten eine Ausschließliche Wirtschaftszone (EEZ) festlegen können.
  • Laut Seerechtskonvention der Vereinten Nationen können unbewohnbare Felseninseln nicht als Ausgangspunkt einer EEZ dienen. Für Japan heißt das im Umkehrschluss, dass Dokdo eine unbewohnbare Felseninsel sei, über die Souveränität beansprucht werden könne. Dokdo ist aber durchaus bewohnbar und hatte zeitweise sogar einen Einwohner. Zudem sind dort Wachposten stationiert. Nun werden auch Touristen auf die Insel gelassen, um noch deutlicher zu zeigen, dass die Insel zum südkoreanischen Gebiet gehört und genutzt wird.

Präsident Roh Moo-hyun hatte diese Woche versprochen, dass seine Regierung im Inselstreit alles in ihrer Macht Stehende unternehmen werde. Das Staatsoberhaupt vertritt damit die Ansicht der Bevölkerung, die im Dokdo-Streit keinen Zentimeter zurückweichen will. Dabei geht es nicht nur um eine Insel, sondern darum, zu verhindern, dass Japan Fehler aus der Vergangenheit wiederholt. +++

Touristen und Journalisten besuchten Dokdo-Insel / KBS, 28.03.2005


 Erstmals haben Touristen die südkoreanische Ostmeerinsel Dokdo besucht. Die Fähre „Sambong“ hatte um 7:30 Uhr die Ulleung-Insel verlassen und nach zwei Stunden und 20 Minuten die Dokdo-Insel erreicht. Wegen Unwetter hatte die Fähre zuvor drei Mal umkehren müssen. Insgesamt 60 Touristen und Journalisten konnten etwa eine Stunde lang die Insel besichtigen. Die südkoreanische Regierung hatte vor fünf Tagen Besuche der Dokdo-Insel durch Zivilisten erlaubt, um das Besitzrecht zu untermauern. Die Maßnahme gilt als Antwort auf Japans Territorialansprüche auf die Insel.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die in Seoul ansässige Nachrichtenagentur Yonhap informierte am 15.04.05 ihre Leser mit einem Foto (li.) über den ungebrochenen Ansturm auf Reiseangebote nach Dokdo. Die Besucher, die vom koreanischen Festland aus anreisen nutzen vielfach diese Gelegenheit zu öffentlichen, patriotischen Veranstaltungen, auf denen Fahen, Losungen und Landkarten gezeigt werden. Die war vom ersten Tag der Öffnung dieser Reiseroute so, wie das Bild der Korea Times (re.) vom 24.03.05 zeigt. In den TV-Nachrichten wurden zudem Reisenden singend und skandierend gezeigt. Zahlreiche Bilddokumente wurden in Medien veröffentlicht.                            
Fotos: © Mit freundl. Genehmigung 2050328k4912203 durch Yonhap News

Die Koreanische Zentrale für Fremdenverkehr (KNTO) brauchte nicht lange, um per Fax an die Interessenten auf die touristischen Möglichkeiten des neu beworbenen Zieles hinzuweisen.

Die Inselgruppe Dokdo wurde am 24. März 2005 für den Tourismus ganz freigegeben

Nach der Einführung des „Takeshima (japanischer Name der Inselgruppe)-Tags“ der japanischen Präfektur Shimane hob die südkoreanische Regierung das Besuchsverbot für die Inseln völlig auf. Daraufhin beantragten zahlreiche Interessierte beim Bezirksamt Ulleung eine Fahrt auf die Dokdo Inselgruppe. Doch man wird etwa mit einem Monat Wartezeit rechnen müssen bis man Dokdo tatsächlich besuchen kann.

Zwar sind 140 Besucher pro Tag auf Dokdo möglich, doch fehlt noch bis anhin jegliche Infrastruktur. Deshalb wird ein Besuch bis zum Infrastrukturaufbau schwierig sein.
 
Dem zuständigen Bezirksamt Ulleung zufolge wird es voraussichtlich einen Monat in Anspruch nehmen bis Entdeckungspfade, Geländer und Toiletten errichtet sind. Während dieser Zeit könne das Bezirksamt keine Anträge entgegennehmen. Für die Schiffrundfahrt um Dokdo gibt es jedoch keine Einschränkungen.

Das Schiff Sunflower, welches von Pohang nach Ulleungdo fährt, soll ab dem 3. April jeden Samstag auf dem Weg nach Ulleungdo eine Dokdo-Umfahrung in die Strecke einbauen. Wer mit diesem Schiff nach Ulleungdo fährt, kann zwar nicht auf Dokdo aussteigen, doch er kann die Insel aus nächster Nähe betrachten. Auch das von Ulleungdo startende Schiff Sambong bietet eine Dokdo-Umfahrung zweimal am Tag an.