Requiem für Max I.

Zum 500. Todestag eines der bekanntesten Herrscher der europäischen Geschichte gestaltet die vox nova in Madrigalbesetzung a cappella Konzerte mit Hofweisen, Oden und Motetten von Ludwig Senfl, Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer und Thomas Stoltzer.

Die Leitung und Moderation hat Christian Seidler.

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Aus dem Leben des bedeutenden Monarchen

Der von seinen Zeitgenossen so genannte "letzte Ritter" gilt als Begründer der Habsburger Dynastie und als einer der bedeutendsten Politiker der frühen Neuzeit. Die Welt Maximilians spiegelt sich in der Musik seiner Zeit.

Verschiedenen Aspekten der schillernden Persönlichkeit des Kaisers begegnen wir in den Hofweisen und Volksliedern Ludwig Senfls. Die Werke des Münchner Komponisten reflektieren die ständischen Verhältnisse. Sie vermitteln zarte Gefühle, aber auch Derbheiten aus alter Zeit.

Die archaische Königsmotette "Virgo prudentissima", welche Senfls Lehrer Heinrich Isaac vermutlich anlässlich des Konstanzer Reichstags 1507 komponiert hat, besingt die Regentschaft des "vornehmsten Monarch[en] der Christenheit".

Das Experimentieren mit der Übertragung antiker Metren in die Musik des 16. Jahrhunderts ist vom zeitgenössischen Humanismus inspiriert und dem Vokalwerk des kaiserlichen Organisten Paul Hofhaimers zu verdanken.

In die tiefe Frömmigkeit des alten Kaisers, dessen irdische Majestät vor der des Todes weichen muss, führt die große Psalmmotette "Herr, neige Deine Ohren" Thomas Stoltzers.

Programm

Ludwig Senfl (1486 - 1543)

Kein Höhers lebt

Hoscha, wenn wir wöll fröhlich sein

Mag ich Unglück nit wiederstan

Weil ich groß Gunst trag zu der Kunst

Heinrich Isaac (1450 - 1517)

Virgo prudentissima

Paul Hofhaimer (1459 - 1537)

Mecoenas atavis

Sic te diva

Vides ut alta

Ludwig Senfl

Ach Elslein / Es taget vor dem Walde

Mag ich Herzlieb erwerben Dich

Im Maien

Thomas Stoltzer (1480 - 1526)

Herr, neige Deine Ohren

bisherige Aufführungen

24. Februar 2019, St. Michael Wolfratshausen

2. März 2019, St. Benno München

4. März 2019, Immanuelkirche München

sueddeutsche.de, 25. Februar 2019

Den intrikaten Stimmkreuzungen kann man gespannt zuhören, da die mittlere Größe des Chores zu klanglicher Durchsichtigkeit führt und erlaubt, sich auf die Klangkombinationen dieser selten gehörten Musik einzulassen. So wird die Gedenkstunde für den "Vater der Landsknechte" zur Schule des Hörens.