Sammelbände als Herausgeber

Sammelbände als Herausgeber

Carsten Heinze/Thomas Weber (Hrsg.): Medienkulturen des Dokumentarischen. Wiesbaden: Springer VS 2017.

Taschenbuch, ca. 500 Seiten, 69,99 EUR

Der Band analysiert dokumentarische Formen des Films, die in aktuellen Medienkulturen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen und für die Kommunikation in modernen Gesellschaften maßgeblich verantwortlich sind. Durch neue Technologien und veränderte Formen der Produktion, Distribution und Rezeption sowie innovative ästhetische Konzepte kommt es zu einer Ausdifferenzierung der dokumentarischen Praktiken in ihren jeweiligen Medienkulturen, die nicht zuletzt auch das Verständnis dessen verändern, was unter dokumentarischen Filmen jeweils zu verstehen ist. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, auf die Autorinnen und Autoren aus der Medien- und Kulturwissenschaft, der Geschichtswissenschaft, der Kunstwissenschaft und der Soziologie in diesem Band Antworten geben.

Christa Hasche/Eleonore Kalisch/Thomas Weber (Hrsg.)

Der dramaturgische Blick. Potenziale und Modelle von Dramaturgie im Medienwandel. Berlin: AVINUS 2014

Band 1 der Reihe Beiträge zur Medienkulturforschung

Hardcover, 320 S., ISBN 978-3-86938-059-9, 48.00 EUR

Ist Dramaturgie die strukturelle Einteilung einer Handlung? Beschreibt sie ein Set von technischen Gestaltungsmitteln? Oder ist sie vor allem das Management von Emotionen? Lässt sich Dramaturgie losgelöst von konkreten Medien betrachten, gleichsam als ihr textuelles Skelett? Kann man sie nur auf den narrativen Kern einer Handlung reduzieren? Oder muss man sich auf die Besonderheiten von Medien, gar auf deren inter- bzw. transmediales Zusammenspiel, einlassen?

Neben Skizzen der historischen Entwicklung des Dramaturgie-Begriffs finden sich vergleichende Analysen von Dramaturgien verschiedener Medien wie auch Untersuchungen zur Funktionsweise von transmedialen Dramaturgien. Der Band führt die Ansätze ganz unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und Beispiele aus der Praxis zusammen und stellt das jeweilige epistemologische Potenzial im Umgang mit dem Begriff „Dramaturgie“ heraus.

Mit Beiträgen von: Joan Kristin Bleicher, Michael Franz, Christa Hasche, Stefanie Husel, Eleonore Kalisch, Daniel Kulle, Nicole Labitzke, Florian Mundhenke, Jens Peters, Pauline Peyrade, Tobias Plebuch, Gerd Rienäcker, Kerstin Stutterheim und Thomas Weber

Keitz, Ursula von / Weber, Thomas (Hrsg.): Mediale Transformationen des Holocausts. Berlin 2013. 516 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-86938-039-1, 58,00 EUR

Kaum eine historische Phase des 20. Jahrhunderts ist so oft und immer wieder aufs Neue mediatisiert worden wie das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg. Und kaum ein Ereignis hat so viele mediale Bearbeitungen erfahren wie der Holocaust. Der vorliegende Band untersucht die Geschichte und die verschiedenen Ausformungen dieser Mediatisierung. Kinofilme, Fernsehsendungen, Romane, Comics und Websites werden daraufhin befragt, wie sie eine unablässige Aufarbeitung und Remediatisierung des Holocausts organisieren und damit das mediale Spektrum unserer Erinnerungskultur erweitert haben.

Welche materialen Probleme ergeben sich bei der medialen Darstellung des Holocausts? Wie kann Authentizität hergestellt oder gewahrt werden, auch wenn Zeitzeugen nicht mehr leben oder materiale Spuren der Vernichtung verloren sind? Welche Rolle spielen dabei mediale Eigendynamiken? Welchen neuen Spielregeln folgt eine mediatisierte Erinnerung? Stehen wir gar vor einem epochalen Wandel der Gedenkkultur?

Diesen Fragen widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz unterschiedlicher disiziplinärer und nationaler Herkunft: Andrea Brait, Marcus Burkhardt, Tobias Ebbrecht, Michael Eble, Kirstin Frieden, Andreas Grünes, Marc Hieronimus, Christian Hißnauer, Kay Hoffmann, Anne Hélène Hoog, Judith Keilbach, Ursula von Keitz , Ewout van der Knaap, Burkhardt Lindner, Andree Michaelis, Sandra Nuy, Markus Roth, Kerstin Stutterheim, Yannis Thanassekos, Thomas Weber und Lea Wohl.

Lahire, Bernard: Doppelleben – Schriftsteller zwischen Beruf und Berufung. Berlin 2011 (AVINUS)

Hardcover, 700 Seiten, ISBN 978-3-86938-018-6, 72.00 EUR

Herausgegeben und kommentiert von Michael Tillmann (Übersetzer aus dem Französischen) und Thomas Weber

Was ist ein Schriftsteller? Ein Autor, der durch das Schreiben seinen Lebensunterhalt verdient? Ein Autor, der bei Kollegen anerkannt ist, auch wenn er von seinen schriftstellerischen Arbeiten nicht leben kann? Oder jeder, der sich einfach nur so nennt, auch wenn er hauptberuflich etwas anderes macht? Wie finanzieren sich Schriftsteller eigentlich? Bernard Lahire geht diesen Fragen auf den Grund. In der bisher weltweit größten Studie zu diesem Thema (basierend auf einer Befragung von rund 800 Schriftstellern) untersucht Lahire die verschiedenen Spielarten des Berufsfelds.

Entstanden ist eine breit angelegte Studie, die am Beispiel Frankreichs historisch kenntnisreich argumentierend die soziale Situation von Schriftstellern analysiert.

Brilliant und differenziert geschrieben analysiert Lahire, wie sich das Selbstverständnis von Autoren und ihre Auffassung von Kunst in einer Gesellschaft wandelt, in der die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen immer mehr zur Regel wird. Lahire durchleuchtet die alltäglichen Heraus- und Überforderungen, mit denen Autoren versuchen, ihre verschiedenen, fragmentierten und oft gegensätzlichen Rollen miteinander in Einklang zu bringen.

Mediologie als Methode.Berlin 2008 (AVINUS) zsm. mit Birgit Mersmann, 352 Seiten, ISBN 978-3-930064-89-2, 36.00 EUR

Die Mediologie setzt in ihrer Analyse beim Prozess der kulturellen Übermittlung bzw. Übertragung – der transmission culturelle – an, d. h. bei der Tatsache, dass alle Formen kulturell vermittelten Wissens ma­­teriale, technische, soziale oder auch ökonomisch geprägte Übertragungs- oder Über­mitt­lungs­pro­zesse durchlaufen, die nicht allein nur vordergründige Bedeutungen übertragen, sondern immer zugleich auch implizite Regeln der Übertragung selbst mit übermitteln.

Obwohl dieser Ansatz keineswegs ohne Vorläufer ist, zielt die Mediologie in der Zuspitzung dieser Problematik auf einen blinden Fleck des Wissenschaftsdiskurses: auf die Frage nach der Medialität kultureller Übermittlungspro­zesse (und mithin eigener Erkenntnisse).

Was verbindet Autoren ganz unterschiedliche Fachdisziplinen, wenn sie mediologische Fragestel­lungen aufgreifen? Gibt es eine Lücke im Wissen­schafts­betrieb, die mit den Mitteln der jeweiligen Fächer nicht zu schließen ist? Oder öffnet die Mediologie gar neue Perspektiven, stellt also Fragen, an die bisher gar nicht gedacht wurde?

Der Band Mediologie als Methode versammelt Beiträge von Vertretern ganz unterschiedlicher Disziplinen und sucht Antworten auf die Frage, ob und in welcher Weise Mediologie als transdisziplinäre Methode in den verschiedenen Fachgebieten angewandt werden kann.

Das Elend der Armut. Über den Pauperismus; von Alexis Tocqueville. Berlin 2007 (AVINUS) zsm. mit Manfred Füllsack und Michael Tillmann (Übersetzer aus dem Französischen) 90 S., ISBN 978-3-930064-75-5, 14.00 EUR

Die Pauperismus-Studie des französischen Historikers, Soziologen und Politikers Alexis de Tocqueville zählt in Frankreich längst zu den Klassikern der Armutsforschung. In Deutschland ist sie dagegen weitgehend unbekannt. Das ist umso bedauerlicher, als Tocqueville hier dem Problem der Massenarmut im Zuge der einsetzenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert mit derselben intellektuellen Schärfe, sprachlichen Präzision und vergleichenden Methodik zu Leibe rückt, die auch seine berühmten Schriften zur Demokratie in Amerika und zum vorrevolutionären Frankreich kennzeichnen. Tocqueville untersucht die Armut als gesellschaftspolitisches Phänomen zwischen den beiden Extrempolen individuelle Verantwortung und gemeinschaftlich organisierte Solidarität, die – in sehr unterschiedlicher Gewichtung – auch für den modernen Sozialstaat in den entwickelten Industrieländern konstitutiv sind. Die Armutsphänomene bzw. Verarmungstendenzen in einem ausgebauten Wohlfahrtsstaat wie Deutschland zeigen, dass Tocquevilles Erkenntnisse auch heute noch überraschende Brisanz besitzen.

Mit einem ausführlichen Nachwort von Manfred Füllsack, der Tocquevilles Schriften vor dem zeitlichen Hintergrund ihres Entstehens erläutert und aus heutiger Sicht kommentiert.

Wegweiser durch die französische Medienlandschaft. Marburg 2001 (Schüren)

zsm. mit Stefan Woltersdorff

183 S., 3-89472-333-5 kart.: EUR 14.80

Wer wissen will, wie Kommunikation und öffentliche Meinungsbildung in Frankreich funktionieren, sollte zu diesem Buch greifen. Behandelt werden Ausbildung, Printmedien, TV und Radio, Kino, Neue Medien und Verlage in Frankreich. Früher galt: Jedes Land hat seine eigene Auffassung von Kommunikation. Doch ist diese These heute noch aufrecht zu erhalten? Im Zeichen von Europäisierung und Globalisierung werden die Grenzen immer undeutlicher, nationale Sonderwege zum ökonomischen Wagnis.

Mittlerweile bestimmen knallharte ökonomische Strukturen auch in Frankreich das Geschäft, wobei nationale oder gar individuelle Merkmale oft auf der Strecke bleiben.

Literatur zu diesem komplexen Themenfeld ist im deutschsprachigen Raum bislang noch selten. Mit dem vorliegenden Buch soll daher der Versuch unternommen werden, ein wenn auch vorläufiges Panorama der französischen Medienlandschaft zu skizzieren. Es richtet sich bewusst nicht allein an Fachleute, sondern durchaus an ein breites, an Frankreich interessiertes Publikum. Es stehen grundlegende Strukturbedingungen und deren aktuelle Entwicklung im Vordergrund.

Mémoire & Médias. Paris 2001 (Éditions AVINUS)

zsm. mit Louise Merzeau

978-2951165755, 128 Seiten, 18 EUR

Journées du patrimoine, Mémorial de la Shoah, Grande Bibliothèque, nouveaux supports de stockage … la mémoire suscite de plus en plus de débats, que cela soit sur ses dimensions collective ou individuelle, sur sa portée culturelle ou sur ses aspects techniques. Parce qu’ils médiatisent notre relation au monde, les médias sont des opérateurs de mémoire. En produisant, en diffusant ou en modifiant savoirs, croyances et opinions, ils agissent sur nos représentations du passé et sur l’image de notre temps que nous transmettrons aux générations à venir. Comment chaque médium construit-il une mémoire, tant du point de vue esthétique ou technique que cognitif ? Comment les médias participent-ils à l’organisation de la mémoire, par le biais des archives et des politiques mémorielles ? Comment, enfin, permettent-ils de partager cette mémoire et d’en négocier les conflits à travers l’exploitation des sources ou les commémorations ?

Jenseits der Bilder. Eine Geschichte der Bildbetrachtung im Abendland; von Régis Debray. Rodenbach 1999 (AVINUS)

(Übersetzung zsm. mit Anne Hélène Hoog u. Erich Thaler); zweite Auflage Berlin 2007

978-393006479, 368 Seiten, 36 EUR

Im Laufe der technischen Revolutionen und mit dem Wechsel der kollektiven Glaubenssätze haben sich der Status der Bilder und ihre Macht über Menschen verändert. Der abendländische Blick auf Bilder hat eine Geschichte, denn bevor das Bild Kunst wurde, war es magisch; heute wird es ökonomisch betrachtet. War das Zeitalter der Kunst vielleicht nur ein kurzes Zwischenspiel zwischen dem Zeitalter der Idole und dem des Visuellen, in das wir gerade eingetreten sind? Jenseits der Bilder schlägt eine mediologische Analyse der unsichtbaren Codes des Sichtbaren vor und fördert dabei einige hartnäckige Mythen zutage wie etwa den einer „Kunst der Antike“. Es ist zugleich eine Studie darüber, wie Bilder in der Videosphäre, im Zeitalter von Fernsehen und Computernetzen, unser Denken und unsere Wahrnehmung verändern.

Kommunikation ohne Grenzen? Geschichte der Ideen und Strategien globaler Vernetzung; von Armand Mattelart. Rodenbach 1999 (AVINUS) zweite Auflage Berlin 2007, 300 Seiten, 32 EUR

Welche Beziehung gibt es zwischen der These vom Ende der Ideologien und der Erfindung des World Wide Web? Wie kam es dazu, dass die interaktive Demokratie zur Sache der think tanks geworden ist? Welche Rolle spielt der Krieg in der „Revolution der Information“?

Um Fragen wie diese zu beantworten und um zu verstehen, wie die Informationsgesellschaft entstanden ist, untersucht der Autor längere Zeitperioden aus einer geopolitischen Sicht. Er widmet seine Aufmerksamkeit den Machtkonstellationen und richtet sie auf die Argumente, die den Begriff „Informationsgesellschaft“ legitimieren. Dabei geht er der Entstehungsgeschichte eines Versprechens auf den Grund, das die „Neugestaltung der Welt“ proklamiert.