In einem unscheinbaren Büroraum abseits des Schlosshofes lagert eines der Archäologiedepots des Joanneums. Nichts deutet vor der hellblauen Holztür auf die mehr als tausend Objekte aus aller Welt hin, die sich dahinter befinden. Ob Balsamarien aus Pompeij, ägyptische Krokodilmumien oder Wandmalereien aus Flavia Solva, der archäologische Bestand ist sowohl in seiner historischen als auch geographischen Bandbreite universell und deckt einen Zeitraum von Zehntausenden von Jahren ab.
· Wie werden die Objekte inventarisiert?
Jedes Sammlungsobjekt der in Rollregalen gelagerten Kisten trägt eine Nummer, ein Inventarbuch gab bis vor knapp einem Jahrzehnt näheren Aufschluss über die einzelnen Werkstücke. Heute wird die gesamte Registratur über eine digitale Datenbank abgewickelt, die eine exakte Identifikation ermöglicht. Zudem ist auf jedem Stück ein Zettel mit der jeweiligen Inventarnummer und dessen Kurzinformation angebracht.
· Auf welchem Weg kommen die Objekte in die Sammlung?
Hier zeichnet sich ein großer Unterschied zwischen dem Erwerb der Sammlung zwischen dem 19. Jh. und der Zeit ab 1870/80 ab: Erwerbungen aus dem 19. Jh. waren meist Geschenke, ab 1870 fing das Museum an, selbst Grabungen durchzuführen; dies wirkte sich natürlich auch auf die Herkunft der Sammlungsstücke aus.
· Wie müssen die Werkstücke gelagert werden?
Als problematische Bestände der archäologischen Sammlung gelten unter anderem Bestandteile von Mumien bzw. Tiermumien oder auch zerbrechliche Wandmalereien, die eine sorgfältige Lagerung voraussetzen. Aufgrund dessen wird jedes Stück in säurefreies Papier verpackt, die Lagerung muss möglichst trocken erfolgen und die Sammlung darf keinen größeren Temperaturschwankungen unterliegen.
Das Münzdepot beherbergt die vielen Münzen, die gerade nicht im Münzkabinett oder in einem anderen Museum ausgestellt werden. So viele Münzen, wie im Depot lagern, könnte man gar nicht ausstellen: Ungefähr 67.000 Münzen, Medaillen und Orden lagern hier! Da der Bestand natürlich auch einen großen Wert hat, ist der Raum streng gesichert und die Objekte werden in wuchtigen Stahlschränken verwahrt. Da die Metallobjekte nicht durch Hautkontakt beschädigt werden sollen, trägt der Kurator des Münzkabinetts, Mag. Karl Peitler, Handschuhe, um die Stücke zu schonen.
Das Münzdepot befindet sich im selben Raum wie die numismatische Bibliothek. Hier lagern viele alte und neue Bücher über die Numismatik, die Lehre der Münzen. Ein besonderes Werk ist die Numismata, die ein Geschenk von Josef Maria von Attems war.
Besondere Stücke des Münzdepots sind die Orden, mit denen der russische Zar im Jahr 1837 den Stifter des Universalmuseums Joanneum, Erzherzog Johann, auszeichnete.