In der oralen Phase geht es darum, dass das Kind etwas bekommen will (Muttermilch). Der orale Faktor der Zwangsstörung: man will alles haben und damit ist es schwierig, sich entscheiden zu können, beinhaltet doch die Entscheidung für eine Option den Verzicht auf andere mögliche, womöglich bessere. ALLES HABEN WOLLEN
Es braucht fürs Leben ORDNUNG, aber auch EIGENSINN
In der analen Phase wird vom Kind was gewollt – nämlich, dass seine Muskelfunktion (auch des Schließmuskels) und Impulse kontrollierbar werden. Durch Selbstbeherrschung entsteht das dauernde Gefühl von Autonomie und Stolz, versagt die Selbstbeherrschung führt dies zu Zweifel und Scham. Ein Leben, das in Ordnung ist wird beim Tier insbesondere durch Instinkte geregelt, beim Menschen wird dies gelernt durch zwischenmenschliche Kommunikation. Auch eigenwillige Impulse, das Eigensinnig-sein und Autonomie gehört zu einem erfüllten Leben. Wird das zu viel muss das wieder abgewehrt werden, aus Angst vor Liebesverlust oder Strafe -> Über-Ich-Strenge.
Alles unter KONTROLLE
Man will komplette Kontrolle und es besteht eine Überbetonung des Kognitiven vs. Emotionalem.
Es kommt auf die Distanz zu anderen an -> Tabu der Berührung (aggressiv und zärtlich).
Durch Nachschauen-Müssen und Ausräumen von Gefahrenquellen will man aggressive Bestrebungen „ungeschehen“ machen. Das ständige Schuldgefühl wirkt angstbindend und distanzschaffend, als es die Illusion eigener Kontrolle verschafft.
Sich SELBST BEHAUPTEN, allerdings unterm Zwang
Elterliche Erziehung nicht selten sehr kritisch, inkongruente Botschaften. Mit dem Zwang hat der Zwangsgestörte die Möglichkeit, dass er »im Geheimen« gegen eine solche widersprüchliche Delegation, wie überhaupt gegen die elterliche Aufoktroyierung, versteckt opponieren, rebellieren kann. Durch Zwang Sicherung der eigenen Autonomie. Der Betroffene kann jetzt selbst Kontrolle ausüben, die Bezugspersonen zwingen, nach den Regeln des Zwangs zu agieren.
Die Angstvermeidung führt zur Aufrechterhaltung von Zwangssymptomen
Ein entscheidender kurativer Faktor scheint zu sein, dass die Therapie selbst zur »Zwangsmaßnahme« wird, der Patient jetzt aber gegen diese Zwangsmaßnahme rebellieren und diese Rebellion artikulieren kann.
Dies sind Notizen, gemacht beim Lesen von "Der gehemmte Rebell" von Hermann Lang
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