Presse-Mitteilungen 2025
Texte und Fotos:
Thomas Griesohn-Pflieger,
wenn nicht anders benannt
29.12.2025
NABU ruft auf zur Stunde der Wintervögel im Januar
Am 11. Januar werden sie wieder gezählt, die Wintervögel, die in Garten und Parks die kalte Jahreszeit überdauern. Auch in Holzwickede wird die Volkszählung der Gefiederten stattfinden, sie ist Deutschlands größte naturkundliche Mitmachaktion.
Der NABU ruft seit 16 Jahren Naturfreundinnen und Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Die nächste, bereits 16. Zählung der Wintervögel findet vom 9. bis 11. Januar statt.
Für Menschen, die lieber in Gesellschaft zählen möchten, hat der NABU in Holzwickede einen besonderen Termin ausgemacht: Am Sonntag, 11. Januar, ab 9 Uhr werden auf dem Friedhof in Holzwickede eine Stunde lang mit fachkundiger Begleitung Vögel gezählt. Treffpunkt ist an der Kapelle.
An der „Stunde der Wintervögel“ 2025 haben mehr als 122.000 Menschen teilgenommen. Auffällig ist, dass deutlich weniger Amseln gesichtet wurden - im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 18 Prozent pro Garten. Auch Beobachtungen von Haussperling und Feldsperling gingen zurück.
Vögel beobachten und zählen, das macht allen Generationen Freude!
Vogelzug erleben! Am Sonntag geht’s raus!
Zur Beobachtung des Vogelzugs lädt die NABU-Ortsgruppe Holzwickede am kommenden Sonntag ein. Europaweit findet am ersten Wochenende im Oktober seit viele Jahren der EuroBirdwatch statt. Dann werden an günstigen Stellen die ziehenden Vögel beobachtet, die jetzt ihre Brutgebiete in Mitteleuropa verlassen. Thomas Griesohn-Pflieger, der die Exkursion leitet: “Neben Schwalben, Piepern und Stelzen hoffen wir auch Greifvögel, wie Milane, Weihen oder Bussarde ziehen zu sehen.”
Die Vogelbeobachter und Naturfreundinnen setzen auf gutes Zugwetter: “Es muss nicht unbedingt die Sonne scheinen, aber es sollte möglichst nicht regnen und kein starker Wind herrschen.”
Treffpunkt ist der Parkplatz an der Opherdicker Straße in Höhe von Haus Opherdicke um 9 Uhr für einen kurzen Rundgang über den Haarstrang. Ferngläser sind empfehlenswert.
Europaweit werden am Sonntag die Ferngläser gehoben.
Ergebnis ist hier zu sehen!
Kreis Unna: Wahl zum Vogel des Jahres 2026 startet
Amsel, Rebhuhn, Schleiereule, Waldohreule und Zwergtaucher kämpfen um den Titel
Kreis Unna. Am 2. September startet wieder die öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres , dabei wird entschieden, welche Vogelart 2026 besondere Beachtung und erfahren soll. Die vom NABU aufgestellten Kandidaten sind die Amsel, das Rebhuhn, die Schleiereule, die Waldohreule und der Zwergtaucher. „Jede der Auswahlarten kommt im Kreis Unna noch vor. Das ist eine bunte Mischung: Die Amsel kennt wohl jedes Kind, der Zwergtaucher dürfte eher nicht so geläufig sein. Mit dem Rebhuhn ist eine stark gefährdete Agrarvogelart dabei. Und dann stehen noch zwei Eulenarten zur Wahl“, sagt Adrian Mork, Vorsitzender des NABU im Kreis Unna. „Jeder dieser Kandidaten bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht – jeder der fünf hat es verdient, gewählt zu werden.“
Die Amsel ist einer der bekanntesten Singvögel. Ihr melodisch-melancholischer Gesang ist weithin zu hören, wenn sie abends in einem hohen Baum oder auf dem Dachfirst singt. Adrian Mork: "Damit es ihr gut geht, braucht sie naturnahe Gärten mit heimischen Sträuchern als Rückzugsort und Futterquelle. Städtische Grünflächen sollten extensiv gepflegt werden und überhaupt mehr Grün in die Städte gebracht werden. Der Wahlslogan der Amsel lautet darum: 'Beeren statt Beton!' "
Das Rebhuhn ist ein stark gefährdeter Kandidat. Adrian Mork: "Auch im Kreis Unna kommt es nur an wenigen Orten vor. Da der Hühnervogel auf Wiesen, Feldern und Brachflächen lebt, ist er von der intensiven Landwirtschaft betroffen und leidet unter großflächigen Monokulturen." Mit dem Slogan „Für Felder voller Leben!“ fordert es eine naturverträgliche Landwirtschaft, mehr ökologischen Anbau und weniger Ackergift.
Die Schleiereule wohnt mancherorts noch in Kirchtürmen und alten Scheunen. Doch durch Sanierungen und Vergitterungen von Einfluglöchern findet sie immer weniger Brutplätze. „Gib mir dein Dach!“, ist darum ihr Slogan. “An einigen Orten hilft der NABU mit speziellen Nistkästen, aber auch die nützen nichts, wenn sie mit Ihrer Hauptnahrung, Wühlmäuse und Spitzmäuse, Mäusegift aufnimmt. Das wird in der intensiven Landnutzung eingesetzt”, so Adrian Mork.
Die Waldohreule sieht aus wie ein kleinerer, schlanker Uhu. Ihre auffälligen „Ohren“ sind keine, sondern Federpuschel, ohne Hörfunktion. Die Wahlohreule lebt in lichten Wäldern, Parks und großen Gärten. Sie brütet meist in verlassenen Krähen- und Greifvogelnestern. und braucht alte Bäume. Bei der nächtlichen Jagd fliegt sie wie alle Eulenarten lautlos und ortet ihre Beute akustisch. Adrian Mork: “Im Kreis Unna kann man diese charismatische Vogelart noch erleben, aber sie ist seltener geworden. In ganz NRW gibt es vielleicht nur noch 5000 von ihnen. Ihr Wahlslogan lautet: 'Ohren auf, Vielfalt an'!“
Der Zwergtaucher ist unser kleinster heimischer Taucher, er ist so zart, dass man ihn auf den ersten Blick für ein Entenküken halten könnte. Er braucht natürliche, saubere Gewässer. „Tauchen statt Trockenlegen!“ ist darum sein Wahlslogan. Mork: “Der scheue Zwergtaucher baut sein schwimmendes Nest meist in der Uferzone, wo es zwischen Schilf und anderen Pflanzen gut versteckt ist. Die winzigen Küken werden von Eltern auf dem Rücken getragen, damit sie nicht vom Hecht geschluckt werden!” Im Kreis Unna brütet er in zweistelliger Zahl an Lippe und Ruhr.
Seit dem 2. September ist das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Bis zum 9. Oktober, 11 Uhr, kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle Vogel des Jahres ist der Hausrotschwanz.
Mehr Infos und Stimmabgabe: www.vogeldesjahres.de
Infos zum NABU:
Mit mehr als 960.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns
Für Rückfragen:
Thomas Griesohn-Pflieger, 01732818377
20.8.25
NABU freut sich über Interesse der Politik
Über Besuch von Vertretern der Holzwickeder Kommunalpolitik freut sich der NABU in Holzwickede. Der Bürgermeisterkandidat der SPD und der Vorstand der Holzwickeder Grünen haben sich an zwei Terminen in der nächsten Woche zum Besuch angesagt.
NABU-Sprecher Thomas Griesohn-Pflieger freut sich über das Interesse der Kommunalpolitik. „Wir werden die Vertreter und Vertreterinnen in unserer Ökozelle in Hengsen begrüßen und ihnen dort unsere Pläne und erste Erfolge vorstellen können! Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde entwickelt und der Besuch der Kommunalpolitik werten wir als ein Zeichen für das Interesse an Naturschutz und der lokalen Naturschutzarbeit."
Till Knoche hat sich für Montag (25.8.) 17 Uhr angesagt und der Vorstand der Grünen in Holzwickede wird die Ökozelle am Samstag, 30.8., um 16 Uhr besuchen. „Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zu beiden Terminen ebenfalls willkommen“, heißt es vom NABU.
Besucherinnen und Besucher Anfang August im Loherkamp.
20.6.25
Klima-Spaziergang
Am Mittwoch (25.6.) bietet der NABU Holzwickede im Rahmen der Klimawoche einen Spaziergang durch die Ortsmitte an. “Wir wollen uns ganz praktisch die Themen wie Klimabäume, Blühstreifen und Versiegelung anschauen und überlegen, was man besser machen könnte”, so NABU-Sprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Es geht um Fragen wie : Schützen “Klimabäume” vor der Klimakatastrophe? Sind die städtischen Blühstreifen eine wirksame Hilfe für Insekten? Und warum tut niemand etwas gegen die Schottergärten?
Der Spaziergang dauert etwa eine gute Stunde und beginnt am Rathaus um 18 Uhr.
29.7.25
Opherdicker Schwalbenhof durch NABU ausgezeichnet
Seit mehr als hundert Jahren brüten Mehlschwalben auf dem Hof der Familie Wiggermann in Opherdicke. “Und”, so Edith Wiggermann und Ehemann Dieter, ”so soll es auch noch lange bleiben!” Der Naturschutzbund Deutschland hat in diesen Tagen die schwalbenfreundliche Familie mit einer Urkunde und einer Plakette geehrt. “Auf dem Hof Gieselmann brüten in diesem Jahr mindestens 25 Paare Mehlschwalben. Das ist wahrscheinlich die größte Kolonie in der Gemeinde”, so Thomas Griesohn-Pflieger, Sprecher der NABUOrtsgruppe in Holzwickede.
Bundesweit läuft es nicht so gut mit den Schwalben. Da sie sich hauptsächlich von fliegenden Insekten ernähren, macht sich der allgemein festzustellende Rückgang der Insekten durch den starken Einsatz von Insektiziden (Gifte gegen Insekten) und die Versiegelung der Landschaft bemerkbar. In den letzten Jahrzehnten schätzt man einen Bestandsrückgang von fast 50 Prozent. Dabei spielt auch eine fehlende Akzeptanz von Hausbewohnern eine Rolle. So werden die Hinterlassenschaften oftmals als störend empfunden und Nester illegalerweise entfernt. Dies verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz und ist strafbar.
Bei Wiggermanns dagegen werden die Mehlschwalben, die an die Fassade des ehemaligen Stalls ihre Nester unter die Traufe gebaut haben, jedes Jahr im April mit Freude erwartet. “Meist kommen die ersten Mehlschwalben schon in der ersten Aprilwoche und etwa ab August ziehen sie dann langsam ab,” so Dieter Wiggermann, der sich freut, dass der NABU das Engagement seiner Familie auszeichnet. “Alle paar Jahre”, so der frühere Landwirt, “machen wir die Fassade sauber und ansonsten freuen wir uns über das Gezwitscher und den Schwarm über dem Hof, der im Laufe des Sommers an Zahl zunimmt.”
Die Mehlschwalben sind nicht die einzigen Vögel, die den Gieselmanns Freude machen. Edith Wiggermann: “Wir haben sogar in vielen Jahren Schleiereulen auf dem Hof, im Obstgarten lässt sich der Grünspecht sehen und Fledermäuse können wir abends auch beobachten.”
NABU-Sprecher Thomas Griesohn-Pflieger, Dieter und Edith Wiggermann und NABU-Mitglied Christine Ledwon überreichen Urkunde und Plakette // re.: Diese Plakette wird jetzt an der Fassade unter den Mehlschwalbennestern angebracht
26.5.2025
NABU bittet: Hände weg von Jungvögeln!
Wenn Jungvögel außerhalb des Vogelnests gefunden werden, wollen viele Menschen sofort helfen. Doch in den allermeisten Fällen sind die gefundenen Vögel gar nicht hilfsbedürftig und sollten daher in Ruhe gelassen werden, so der NABU im Kreis Unna in einer Pressemitteilung.
Viele Menschen lieben Vögel und setzen sich für ihren Schutz ein. In jedem Frühjahr klärt der NABU darüber auf, wie wir mit Jungvögeln umgehen sollten, denn dabei kann man viel falsch machen.
Thomas Griesohn-Pflieger, Vogelexperte beim NABU: “Zunächst ist es wichtig, das Stadium des Vogels zu erkennen, denn meist werden Ästlinge gefunden, nur ausnahmsweise ist es ein Nestling, der wirklich aus dem Nest gefallen ist.”
Fast alle Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Aber sie werden außerhalb des Nestes von den Eltern weiterhin versorgt. Die Vogelkinder sind dann bereits befiedert. Man erkennt sie aber leicht an den dicken Schnabelwülsten, den kurzen Flügeln und Schwanz. Das sind frisch ausgeflogene Vogelkinder. Sie werden auch Ästlinge genannt, denn meist sitzen sie gut versteckt im Geäst. Dort machen sie durch laute Bettelrufe auf sich aufmerksam, so werden sie von den Eltern gefunden und gefüttert.
Diese wichtige Phase dauere bei den meisten Singvögeln zwei bis drei Wochen, so der NABU. Zeit in der die jungen Vögel immer selbstständiger werden und ihre Flugmuskeln trainieren. In den allermeisten Fällen sind Jungvögel nicht allein, sondern werden von ihren fürsorglichen Eltern versorgt. Man sollte sich nur dann Sorgen machen, wenn der Jungvogel wirklich verwaist ist, also etwa ein bis zwei Stunden kein Altvogel zur Versorgung gekommen ist.
Aber Achtung: Eulenästlinge werden nachts gefüttert – bleiben also den ganzen Tag alleine! Wenn sich der Jungvogel in unmittelbarer Gefahr befindet, etwa auf einer Straße sitzt oder von Katzen bedroht wird, dann sollte er an einen geschützten, optimalerweise erhöhten, Ort in der Nähe gesetzt werden, wie etwa in ein Gebüsch. Dort finden ihn die Eltern dann anhand seiner Bettelrufe. Bitte beachten: jedes unnötige Einschreiten bedeutet für den Jungvogel enormen Stress!
Bei Nestlingen empfehlen die Vogelspezialisten eine anderes Vorgehen. „Von einem Nestling sprechen wir, wenn das Vogelkind noch ganz oder großenteils unbefiedert ist und wahrscheinlich aus dem Nest gefallen ist.“
Nestlinge benötigen noch die intensive Versorgung durch ihre Eltern. Wer einen solchen Nestling findet, solle zuerst versuchen, ihn ins Nest zurück zu setzen. Wenn das nicht möglich ist, sollte am besten Rat in einer Auffangstation der Umgebung eingeholt werden.
Wertvolle Hinweise zur Pflege und Aufzucht von Jungvögeln und Adressen von Auffangstationen erfährt man bei der Wildvogelhilfe(https://wp.wildvogelhilfe.org/auffangstationen/) und hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/01945.html
Eine bundesweite Liste von Auffangstationen ist hier zu finden: http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/01946.html
Junge Amsel Foto: F. Derer/NABU
Ausschnitt aus der Saatkrähen-Kolonie an der Kirchstraße
10.3.25
Bienenhotels: Augen auf beim Kauf!
Fast alle im Baumarkt-Handel angebotenen „Bienenhotels“ sind zum großen Teil unbrauchbar für Wildbienen. „Es ist beklagenswert wie die Naturliebe der Menschen ausgenutzt wird, um Geschäfte mit unbrauchbaren „Bienenhotels“ zu machen!“, so Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Holzwickede.
Bienenhotels in Baumärkten, Supermärkten, Gartencentern und bei anderen Anbietern enthalten so unnütze, aber billige, Bestandteile wie Kiefernzapfen, Rindenstücke, Tischlereiverschnitt, Holzspäne und sind nach Ansicht des NABU völlig wertlos für Bienen und andere Insekten. „Auch die integrierten „Schmetterlingswohnungen“ oder Angebote für Florfliegen und Marienkäfer sind Platz vergeudende billige Volumenschinder, die keinen nachgewiesenen Nutzen bringen!“, so der NABU. Als besonders „hirnrissig“ bezeichnet Griesohn-Pflieger, die eingesetzten Hohllochziegel. Insekten, die hier einschlüpfen, würden sich die Flügel zerreißen an den scharfkantigen Rändern der Löcher in den Ziegeln.“
Aber auch viele der Holzblöcke mit Bohrungen sind eher Fallen als Hilfen. „Viele der Löcher sind so unsauber gebohrt, dass die Bohrlöcher ausgefranzt, zerschlissen sind oder scharfe Grate ausweisen, an denen sich die Bienen die Flügel aufreißen würden. Das gilt auch für unsauber gesägte oder geschnittene Schilf- und Bambusstängel oder zerfaserte Pappröhrchen. „Das ist billiger Plunder und unredliche Geschäftemacherei!“, ärgert sich Wildbienen-Freund Griesohn-Pflieger. „Menschen, die etwas Gutes tun wollen und sich an summenden Wildbienen erfreuen, werden enttäuscht und verlieren vielleicht die Lust daran, den Insekten zu helfen!“
Wer selbst aktiv werden möchte und gerne bastelt, sollte für Nisthilfen abgelagertes Holz verwenden und die Bohrungen nicht zu dicht setzen. So werden Risse im Holz vermieden, die von den Bienen gemieden werden. Vorteilhaft sind Bohrungen ins Längsholz, anstelle ins Hirnholz, so wird die Rissbildung vermindert. Die Löcher von 2 bis 10 Millimeter Durchmesser sollten sauber mit einem scharfen Bohrer, so tief wie der Bohrer reicht, gebohrt werden.
Ausführlichere Informationen über Wildbienen, ihre Lebensweise und ihren Schutz finden sich auf der Internetplattform „Faszination Wildbienen“ unter www.wildbienen.info. Dort gibt es unter anderem auch ausführliche Beschreibungen anderer Typen empfehlenswerter Nisthilfen sowie geeignete Maßnahmen zur Förderung von bodenbewohnenden Wildbienenarten, für die „Bienenhotels“ überhaupt keinen Nutzen haben.
Kein Wunder, dass dieses "Bienenhotel" keine Gäste hat...
2.2.2025
Spatzenzuflucht zerstört – Naturfrevel in der Haydnstraße?
Mitglieder das NABU in Holzwickede sind entsetzt: zwei einst von Efeu üppig berankte Bäume in der Haydnstraße stehen jetzt größtenteils vom grünen Efeu-Laub entblößt da.
„Damit verlieren die dort zum Glück noch zahlreich vorkommenden Haussperlinge und andere Vogelarten einen wichtigen Schlafbaum!“, so Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU, der auch darauf hinweist, dass Efeu eine wichtige Funktion im ökologischen Gefüge hat.
Dem NABU nach ist Efeu ist für viele sehr spät im Jahr fliegende Bienenarten, wie die Efeu-Seidenbiene und andere existentiell wichtig. „Fast alles, was sechs Beine hat und fliegen kann, kommt im Herbst, wenn der Efeu blüht, zu dieser wichtigen und jahreszeitlich fast alleinstehenden Nektarquelle vorbei, von Ameisen über Fliegen, Schwebfliegen, Wespen, Bienen und Falter. “
Der NABU weist auch darauf hin, dass die Efeubeeren eine sehr wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Vogelarten sind, die sie in der kalten insektenfreien Winterzeit unbedingt brauchen. Auch als Schlafbaum wurde das Efeudickicht in der Krone von Spatzen, Amsel, Rotkehlchen und anderen genutzt. „Hier waren sie im dichten Laub sicher vor Greifvögeln und konnten diesen Ort auch als sozialen Treffpunkt nutzen.“
„Wenn es aus Sicherheitsgründen, weil der Trägerbaum umzufallen droht, unabwendbar ist, den Efeu so radikal zu entfernen, hätte man einen der beiden Bäume mit Efeu unversehrt lassen können und ihn bis Ende des nächsten Jahres stehen lassen können. Noch im April 2024 hat Armin Nedomansky, Gärtnermeister der Gemeinde, auf die wichtige Rolle des Efeus hingewiesen, und den Bestand an der Haydnstraße verteidigt – und jetzt dieses Desaster.“
30.1.2025
Fast 122.000 Menschen haben an der „Stunde der Wintervögel“ teilgenommen --
Kreis Unna: Weniger Spatzen, Meisen und Amseln in 340 Gärten
Kreis Unna. Etwas weniger Vögel als im Vorjahr haben sich bei der „Stunde der Wintervögel“ blicken lassen. Sie fand am zweiten Januarwochenende statt. Fast 122.000 Menschen deutschlandweit widmeten sich eine Stunde lang der Beobachtung der Vögel, die am Futterhaus im Garten, auf dem Balkon oder in den Parks gesichtet werden konnten. Im Kreis Unna wurde an 340 Orten gezählt.
Auffällig ist, dass deutlich weniger Amseln auch im Kreis Unna gesichtet wurden: Ein Minus von 16 Prozent im Vergleich zu 2024. „Im vergangenen Sommer wurden uns viele kranke und tote Amseln gemeldet, die im Verdacht standen mit dem Usutu-Virus infiziert gewesen zu sein. Das könnte dazu geführt haben, dass zur Vogelzählung weniger Amseln zu sehen waren“, so NABU-Vogelschutz-Experte Martin Rümmler.
Auch die beiden Spatzenarten ließen sich seltener blicken: Haussperling und Feldsperling liegen beide deutlich unter den Meldungen des Vorjahres. „Feldsperlinge gehören schon länger zu den Sorgenkindern, deren Bestände auch im Kreis Unna deutlich abgenommen haben. Aber auch der Haussperling kämpft trotz seines Rangs eins auf der Liste der Wintervögel zunehmend mit den Konsequenzen städtebaulicher Maßnahmen. Als Gebäudebrüter ist er auf Nischen und Spalten angewiesen, die bei Sanierungen oft geschlossen werden“, so Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU-Kreisverband Unna.
Kohlmeisen (-16) und Blaumeisen (-21 Prozent), die wie die Spatzenarten zu den häufigsten Gästen an den Futterstellen gehören, machten sich auch im Kreis Unna ebenfalls etwas rarer. „Die geringeren Meldezahlen haben wohl ihren Grund in den milden Temperaturen und bewegen sich im Rahmen der letzten Jahre. Bei ausreichend Nahrung und wenig Kälte bleiben diese Arten öfter auch den Gärten und Futterstellen fern", sagt Thomas Griesohn-Pflieger.
Dafür wurden Kernbeißer doppelt so häufig wie 2024 gemeldet – im Kreis mit einem Zuwachs von 240 Prozent. Bergfinken wurden sogar mehr als dreimal so häufig festgestellt. Beide Arten, so der NABU, ziehen im Winter auf der Suche nach Samen und Früchten in größeren Trupps umher. Dabei sind vor allem Bergfinken für ihre enormen Schwärme bekannt.
Die Top Five der Wintervögel sind auch im Kreisgebiet wie im vergangenen Jahr Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Elster.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 15. Mal statt. Im vergangenen Jahr haben rund 130.000 Menschen mitgezählt. Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 9. bis 11. Mai statt.
Mehr Infos zur Aktion, Artenporträts, Fütterungstipps: www.stundederwintervoegel.de
Kostenlose Pressebilder, Grafiken, Ergebnisse nach Bundesländern: www.NABU.de/sdw-medieninfos
Zusammen Vögel zählen auf dem Friedhof
29.1.205
NABU lädt ein: Natur beobachten auf dem Haarstrang
Am kommenden Sonntag lädt die NABU Ortsgruppe Holzwickede zu einem naturkundlichen Spaziergang auf dem Haarstrang ein. Links und rechts des Haarstrangs wird Hansi Böcking, leidenschaftlicher Vogelbeobachter und Naturschützer, die Gruppe durch die reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft mit Feldern, Wiesen, Allee, kleinen Wäldchen führen.
„Mit etwas Glück“, so Hansi Böcking, “werden wir auch erste Gesänge, etwa der Misteldrossel, hören können.“ Den Vorhersagen nach, soll das Wetter zwar kalt sein, aber trocken und sonnig, ideale Bedingungen für Weitsicht und Vogelbeobachtungen.
Treffpunkt ist um 8 Uhr der Parkplatz an der Dorfstraße in Opherdicke in Höhe von Haus Opherdicke. Fernglas nicht vergessen!
Am Montag, 17.2. gibt es in Holzwickede einen Bilder-Vortrag von Thomas Griesohn-Pflieger zum Thema „Wintervögel im Garten“. Amsel, Grünfink und Kohlmeise kennt fast jeder, aber wie sieht es aus mit Heckenbraunelle, Tannenmeise und Goldhähnchen? Viele Menschen füttern die Vögel im Winter und kommen ihnen dabei nahe. Aber können wir die Arten sicher unterscheiden?
Der Vortrag beginnt am Montag, 17.2. um 19 Uhr im Seniorentreff in der Berliner Allee.
Zusammen zur Vogelbeobachtung auf dem Haarstrang, das macht Spaß und vermehrt das Wissen
10.1.2025
NABU Holzwickede präsentiert neues Programm: Vorträge und Exkursionen 2025
Pünktlich zum Jahresbeginn legt der NABU in Holzwickede sein neues Jahresprogramm vor. Es enthält 24 Veranstaltungen und wurde in Zusammenarbeit mit der neuen NABU-Gruppe in Unna erstellt. Thomas Griesohn-Pflieger, Sprecher der NABU-Gruppe in Holzwickede: „Unser Angebot enthält Vorträge, Fahrrad-Ausflüge, botanische und ornithologische Exkursionen und auch ein Ausflug an den Liedbach, wo die im Bach lebenden Tiere vorgestellt werden. Wir haben das umfangreichste Programm im gesamten Kreisgebiet!“
Das Programm richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, gleichgültig, ob sie Mitglied im NABU sind. Exkursionen führen in das Ruhrtal bei Bochum, an den Niederrhein bei Wesel, in den Süden von Holzwickede wie auch zu Frühlingsblühern in Bönen. Die Vorträge finden abwechselnd in Unna und Holzwickede statt, wobei in beiden Orten jeweils Treffpunkte für Fahrgemeinschaften angeboten werden.
„Untersuchungen zeigen, dass die Artenkenntnis in der Bevölkerung immer weiter sinkt und viele Lebewesen gar nicht mehr bekannt sind oder nicht benannt werden können. Dabei sind sie in ihrer Gesamtheit für die Menschen lebenswichtig. Aber nicht nur das, die Beobachtung in der Natur ist wissenschaftlich nachgewiesen sehr entspannend und tut Körper und Geist gut. Beide Aspekte werden in unserem Programm berücksichtigt!“, so Thomas Griesohn-Pflieger.
Das Programm liegt in öffentlichen Einrichtungen in Holzwickede aus und ist auch im Internet zu lesen, wo es auch zum Download bereitsteht unter https://bit.ly/Nabu_Programm_2025.
Die erste Exkursion des Programms ist am 19.1. ein Ausflug zum Kemnader See bei Bochum, wo eine Fülle von gefiederten Wintergästen auf die Naturfreund:innen wartet. Den theoretischen Hintergrund dazu gibt einen Tag später Thomas Griesohn-Pflieger mit einem Vortrag in Unna (Seniorentreff Fässchen, 19 Uhr). Weitere Infos gibt es im Internet: https://bit.ly/Nabu-Holzwickede
Vorträge und gemeinsame Exkursionen in die Natur mit dem NABU!
Am kommenden Wochenende (10.-12.1.) lädt der NABU zur bereits fünfzehnte Zählung der Wintervögel ein. In ganz Deutschland sind die Menschen aufgerufen im Garten oder Park oder vom Fenster aus oder auf dem Balkon Vögel zu zählen. Neben Amseln und Rotkehlchen, die wie einige andere Vogelarten das ganze Jahr über zu beobachten sind, lassen sich dabei manchmal Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen die uns vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser kann sich der NABU für den Schutz der Vögel stark machen. Werden bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai die in Deutschland brütenden Arten gesucht, stehen im Januar jene Gefiederten im Blickpunkt, die selbst bei Schnee und Kälte bei uns ausharren. In manchen Jahren lassen sich auch seltenere Wintergäste aus dem hohen Norden oder Osten beobachten. So tauchen in manchen Wintern Zahl "Invasionsvögel" wie Seidenschwanz, Erlenzeisig oder Bergfink auf, die ihre Heimat aufgrund von Nahrungsengpässen verlassen und dabei weite Entfernungen zurücklegen. Gezählt wird exakt eine Stunde jeweils die höchste gleichzeitig beobachtete Zahl einer Vogelart.
Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU im Kreis Unna: „Dass das Naturbeobachten vielen Menschen Freude macht, das zeigt die in den letzten Jahren anhaltend hohe Beteiligung. 2024 haben mehr als 138.000 Menschen mitgemacht! Also machen auch Sie mit bei der nächsten Stunde der Wintervögel! Eine besondere Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Über den genauen Ablauf, die möglichen Vogelarten und vieles mehr gibt es im Internet viele Infos und Hilfen, einfach mit „Stunde der Wintervögel“ suchen.“
Der NABU bietet in Unna und in Holzwickede gemeinsame Vogelzählungen an. In Holzwickede startet die Zählung auf dem Friedhof am Samstag, 11.1., um 10 Uhr unter der Leitung von Martin Michaelis und in Unna auf dem Südfriedhof am Sonntag, 12.1., ebenfalls um 10 Uhr mit Thomas Griesohn-Pflieger. Treffpunkt ist jeweils in der Nähe der Trauerhalle.
Im Winter sind Blaumeisen in den Gärten am besten zu beobachten und zählen fast immer zu den häufigeren Vogelarten
Naturschützer*innen gesucht – NABU im Kreis Unna wirbt um Verstärkung
Kreis Unna. „Wer klingelt denn da?“ Das wird sich in den nächsten Tagen manch eine*r in Holzwickede, Unna, Schwerte oder Fröndenberg fragen. Am 6. Januar 2025 hat der NABU Kreisverband Unna eine Werbekampagne gestartet, bei welcher ein 11-köpfiges Team junger Menschen von Tür zu Tür geht, über den NABU informiert und wirbt.
Das Team, das an der blauen NABU-Kleidung und dem Ausweis erkennbar ist, sammelt kein Bargeld oder Spenden ein. Die jungen Menschen informieren über die örtliche Naturschutzarbeit und werben um aktive Unterstützung und Mitglieder.
Über 70 Hektar ökologisch wichtige Flächen konnte der NABU Kreisverband Unna in den letzten 30 Jahren kaufen und so den Erhalt von selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten sichern. Zuletzt kam gemeinsam mit der „NABU-Stiftung Nationales Naturerbe“ ein 30 Hektar großes Waldstück hinzu. Auch Projekte zum Schutz von Fledermäusen, Vögeln, Insekten und Amphibien setzten die Aktiven im Kreis um und tragen somit für Mensch und Natur zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt bei.
„Ohne unsere Mitglieder könnten wir unsere zahlreichen Projekte im Kreis Unna gar nicht umsetzen“, sagt Adrian Mork, Vorsitzender des NABU Kreisverbands Unna. Hierbei ist nicht nur die finanzielle Unterstützung wichtig. „Jedes Mitglied im NABU ist eine Stimme für die Natur und hat großen Wert für uns,“ so Mork weiter. Über 1500 Mitglieder hat der NABU Kreisverband Unna bereits, nun soll eine Werbekampagne helfen, diese Zahl zu vergrößern und Menschen zum mitmachen animieren.
„Wir suchen ganz besonders Menschen, die mit anpacken wollen bei den vielseitigen Aufgaben und Zukunftsplänen des NABU in den Städten Fröndenberg, Holzwickede, Schwerte, Unna, Bönen, Kamen und Bergkamen,“ so Mork. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Fachleute stehen mit Rat und Tat zur Seite. Auch Helfer*innen für politische und organisatorische Aufgaben oder für die Öffentlichkeitsarbeit sind herzlich willkommen. „Wir hoffen, dass wir bei der Bevölkerung willkommen sind und unser Werbeteam auf viele naturinteressierte Menschen an den Haustüren trifft“, so Mork weiter.
Foto: Das ist das Info-Team, das jetzt in den südlichen Kommunen des Kreises Unna unterwegs ist und für den NABU Werbung macht. Foto: NABU/Sarah Bölke