Presse-Mitteilungen 2026
Texte und Fotos:
Thomas Griesohn-Pflieger,
wenn nicht anders benannt
25.5.2026
Bienenhotel? Oder wirklich was Nützliches?
Viele Wildbienen-Nisthilfen bringen leider nicht den erwünschten Nutzen, manche können sogar schaden. Schuld daran sind ungeeignete Materialien und Bauweisen. Fast alle sogenannten “Bienenhotels” aus Baumärkten oder dem Supermarkt sind ungeeignet und bringen mehr Frust als brummende Bewohner. Der NABU in Holzwickede gibt Tipps, wie man den Wildbienen eine brauchbare Brutstätte bieten kann.
Wildbienen sind “in” und besonders populär sind Nisthilfen für solitär lebende Arten. Leider bringt aber ein Großteil der Nisthilfen, die man landauf, landab vorfindet, wegen ungeeigneter Materialien und Bauweisen nicht den erwünschten Nutzen. Engagierte Naturliebhabende investieren oft vergeblich Arbeit, Zeit und Geld. Gute Bienennisthilfen sollten Jahre halten und nur bienengerechte Nistmöglichkeiten anbieten. Was gar nicht funktioniert sind Stroh und Holzwolle, Tannenzapfen, Holzplättchen, Lochziegel oder Kästchen mit Schlitzen. Gute Bienenniststätten kosten meist einen mittleren zweistelligen Betrag, sind bei speziellen Anbietern zu haben oder selbstgebaut.
Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Holzwickede: “Wer Nisthilfe selber basteln will oder kauft, sollte drauf achten, dass die Bohrungen sauber sind und keine Fransen an den Eingängen zeigen. Es sollten Bohrgänge in verschiedenen Größen von drei bis acht Millimeter angeboten werden und diese sollten mindestens die gesamte Bohrerlänge tief sein.”
Der NABU weist darauf hin, dass kein frisches, nicht abgelagertes Holz verwendet werden darf, da durch das Trocknen Risse entstehen und die Bohrungen dann von Wildbienen verschmäht werden. Vorteilhaft sind Bohrungen ins Längsholz, anstelle ins Hirnholz von Baumscheiben, so kann die Rissbildung vermieden werden.
Die Naturschützer empfehlen als Standort: “Die Nisthilfe sollte an einem möglichst sonnigen, regen- und windgeschützten Standort angebracht werden. Sie sollte nicht baumeln oder zu bodennah angebracht werden und nicht im Schatten stehen. Die Flugbahn für die Bienen sollte immer frei bleiben. Diese Nisthilfen können jahrelang ungestört draußen am gleichen Standort belassen werden und brauchen in der Regel keinerlei Pflege.”
Ausführlichere Informationen über Nisthilfen für Wildbienen und Anleitungen und Tipps gibt es beim NABU unter diesem Link: https://bit.ly/bienen-nisthilfe.
Links: Hat Platz auf jedem Balkon – sauber gebohrtes Angebot für Wildbienen. Foto: Iris Barthel/NABU
Rechts: Eine reichhaltige Bienenwand vom NABU in Schwerte. Foto: Tom Kruse/NABU
21.5.2027
NABU: Saatkrähenbestand in Holzwickede weiter gesunken
Nach dem Höhepunkt der lokalen Saatkrähen-Population im Jahr 2023 mit 281 Nestern in sieben Kolonien verzeichnet die NABU-Ortsgruppe in Holzwickede einen erst sehr deutlichen und jetzt abgeschwächten Rückgang der Nesteranzahl in der Emschergemeinde. So konnten die NABU-Mitglieder 2026 in sechs Koloniestandorten 187 Nester zählen, nachdem es im Vorjahr noch 195 waren.
Der Standort an der Schäferkampstraße wurde ganz aufgegeben. Hansi Böcking, der die Zählungen koordiniert: “Der Grund für das Erlöschen der kleinen Krähenkolonie an der Nordwestgrenze der Gemeinde ist wahrscheinlich die Ansiedlung eines Habichtspaares in der Nähe. Der Habicht ist der für die Krähen gefährlichste Beutegreifer und bei uns kaum in menschlichen Siedlungen unterwegs.“
Auch am Bahnhof ist die Anzahl der Paare zurück gegangen von vier auf zwei. Relativ konstant ist die Situation im Bereich der Katholischen Kirche und Edeka an der Kirchstraße mit zusammen 144 Nestern. Aktuell werden die Krähenkinder flügge und es ist abzusehen, dass sich die Kolonien jetzt langsam auflösen. Größere Krähenansiedlungen sind dann abends zu beobachten, da sie in Schlafgemeinschaften die Nacht verbringen.
Bis in das nächste Frühjahr sind die diesjährigen Saatkrähen von den erwachsenen Vögeln gut zu unterscheiden: Sie zeigen nicht den unbefiederten Schnabelgrund, der die erwachsenen Saatkrähen von den Rabenkrähen unterscheidet.
Saatkrähen haben meist zwei bis vier Kinder, die als flügge "Teenager" noch wenige Wochen von den Eltern gefüttert werden.
5.5.2026
“Stunde der Gartenvögel” in Holzwickede
NABU lädt ein: Am Sonntag gemeinsam Vögel zählen
Vom 8. bis 10. Mai 2026 findet in Deutschland die 22. Stunde der Gartenvögel statt. Ob auf der Parkbank, im Garten oder am Balkonfenster: Die Teilnahme an dieser Mitmachaktion ist ein wertvoller Beitrag für den Natur- und Umweltschutz. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig – nur Freude und Interesse an der Vogelwelt. Der Meldeschluss ist am 18. Mai 2026. Unter den Teilnehmenden verlost der NABU attraktive Preise.
In Holzwickede bietet der NABU ein gemeinsames Vogelzählen an. Martin Michaelis, der als Vogelkundler dabei sein wird: “Wir zählen am Sonntag 10.5. auf dem Gelände des Kleingartenvereins am Oelpfad. Dazu treffen wir uns auf dem Parkplatz am Kleingartenverein (Oelpfad) um 9 Uhr. Wer kann, sollte ein Fernglas mitbringen. Bei Regen muss die Veranstaltung leider ausfallen.”
Die Ergebnisse der Zählung, so der NABU, liefern Aufschluss über die Entwicklung häufiger Arten in unseren Siedlungen. In diesem Jahr findet bereits die 22. „Stunde der Gartenvögel“ statt. Im vergangenen Jahr waren rund 58.000 Menschen deutschlandweit dabei und hatten über 1,1 Millionen Vögel gemeldet.
Wer selbst im eigenen Garten, im Park oder vom Balkon aus Vögel zählen will findet im Internet viele Infos und Hilfen und kann sich auch über die Preise informieren, die der NABU auslosen wird. Einfach im Web nach “Stunde der Gartenvögel” suchen.
So funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet oder gehört werden konnte. Welche Stunde im Laufe des Wochenendes vom 8. bis 10. Mai gewählt wird, ist egal. Die Beobachtungen können online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden.
Die Heckenbraunelle ist in Westfalen nicht selten, wird aber oft übersehen.
28.4.2026
NABU lädt ein: Staudentauschtag im Kleingartenverein am Oelpfad am 14. Mai
Glockenblumen, Sonnenhut, Malve oder Rittersporn abzugeben? Oder zu tauschen gegen Gartensalbei, Storchschnabel, Prachtkerze? Auf jeden Fall sind sie für den Komposthaufen zu schade, wenn sie weichen müssen. Am 14. Mai (Himmelfahrt) laden NABU und der Kleingartenverein “Am Oelpfad” in Zusammenarbeit mit dem GRÜNEN-Ortsverband Holzwickede ein zum Staudentauschtag von 11 bis 15 Uhr an der Gartenanlage am Oelpfad.
Nicht nur Staudentausch und Fachsimpelei werden geboten, sondern die Aktiven des Kleingartenvereins bieten auch Speis und Trank und einen Kindertrödelmarkt!
Bei der Pflanzentauschbörse können mitgebrachte Pflanzen für draußen oder auch Topfpflanzen für den Innenbereich mitgebracht und gegen andere getauscht werden. Pflanzenableger finden neue Besitzer, Vielfalt wird gefördert. Auch wer keine Pflanze mitbringt, darf gerne zum Fachsimpeln kommen und sicher bleiben genug Stauden übrig, die einen neuen Standort suchen.
Besonders willkommen sind Ableger von insektenfreundlichen Stauden, die bereits Freiluft geschnuppert haben. Im Tausch dafür können aus dem reichhaltigen Angebot Pflanzen ausgesucht werden und zugleich Rat und Tipps bei den Anbietern eingeholt werden. Ob Zierpflanze, Wildblume oder Küchenkraut, meistens ist für jeden Bedarf etwas dabei.
Für den Pflanzentausch spricht, dass die in heimischen Gärten gezogenen Pflanzen Bio-Qualität haben. Studien haben ergeben, dass viele Pflanzen, die man in Gartencentern, Baumärkten oder in Supermärkten kaufen kann, Rückstände von Pestiziden enthalten. Eine lokal organisierte Pflanzentauschbörse ist also in mehrfacher Sicht nachhaltig!
Pflanzen, die zum Tausch mitgebracht werden, sollten gekennzeichnet werden mit dem Artnamen: Ein Schildchen, Zettelchen, Hölzchen mit der Bezeichnung der Pflanze reicht aus und ist hilfreich für die Interessenten.
Ort: Kleingartenverein Am Oelpfad Holzwickede, Parkplätze sind vorhanden
Erfreuen das Auge und sicheren vielen Insekten das Überleben: Stauden im Garten!
Foto: Eric Neuling/NABU
16.3.2026
Vortrag vergleicht Klimaschutzkonzepte von Holzwickede und Unna:
Zumutungen und Hoffnungen
Am kommenden Montag (23.3.) beschäftigt sich ein Vortrag mit einem Vergleich der Klimaschutzkonzepte von Unna und Holzwickede. Der Vortrag findet im Rahmen des Programms der NABU-Ortsgruppe Holzwickede statt.
Per Gesetz sind alle Kommunen verpflichtet, Klimaschutzkonzepte aufzustellen. Was steht da drin und was sollen sie schützen? Willi Hochgräber vergleicht das Konzept der Gemeinde Holzwickede mit dem Konzept der größeren Kreisstadt Unna. Können wir das Klima schützen oder müssen wir uns vor dem Klima schützen?
Ein Klimaschutzkonzept soll Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen aufzeigen. Es soll mittel- bis langfristig viele Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Betriebe, Unternehmen sowie die gesamte Kommune mit sich bringen. Einige dieser Vorteile können Energieeffizienz, saubere Luft oder auch die Wertsteigerung von Grundstücken sein. Geht das ohne Zumutungen für Bürgerinnen und Bürger?
Kommunaler Klimaschutz muss eine große Bandbreite an Handlungsfeldern berücksichtigen, die das Leben der Menschen unmittelbar beeinflussen. Er bezieht sich auf die kommunale Verwaltung selbst, aber auch auf die Bereiche Energie und Gebäude, Mobilität und Transport bis zur Abfall- und Abwasserwirtschaft sowie die Themen Nachhaltigkeit und Ernährung. Das Ziel ist in Holzwickede das gleiche wie für ganz Deutschland: Bis zum Jahr 2045 soll die Gemeinde klimaneutral sein. So steht es im Klimaschutzgesetz. Ist das zu schaffen? Und welche Rolle könnte dabei der Naturschutz spielen?
Der Vortrag von Willi Hochgräber im Programm des NABU in Holzwickede findet statt am Montag, 23. März, 18:30 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte , Berliner Allee 16a.
Schottergärten sind ein Statement gegen Klimaschutz
6.3.2026
Gefiederte Nachbarn unterstützen:
Jetzt Nistkästen für Vögel aufhängen
Die milden Vorfrühlingstage wecken nicht nur bei den Menschen Frühlingsgefühle, auch die Vogelwelt beginnt mit Gesang und der Gründung von Revieren. Ein geeigneter Platz für den Nestbau ist in den Siedlungen nicht immer leicht zu finden. Der NABU in Holzwickede gibt Tipps, wie Menschen in Gärten und auf dem Balkon den Vögeln “Wohnraum” anbieten können.
Naturhöhlen in alten, morschen Bäumen oder geeignete Brutnischen an Gebäuden sind in aufgeräumten Gärten kaum vorhanden. So finden höhlenbrütende Vögel, wie Kohlmeise, Kleiber oder Star, nur schwer einen geeigneten Platz, um ihre Jungen großzuziehen. Den sogenannten Höhlenbrütern kann kann man mit Nisthilfen relativ einfach helfen. Der NABU ruft deshalb dazu auf, jetzt Nistkästen in Gärten und an Balkonen aufzuhängen.
Auch Unternehmen, Vereine und Kirchen sowie die Eigentümerinnen und Pächter von Kleingärten können für Nistplätze sorgen und so die Artenvielfalt fördern. „Mit dem Aufhängen von Nisthilfen sollte man sich beeilen, denn einige Vogelarten, wie zum Beispiel Kohl- und Blaumeisen, haben sich schon zu Paaren zusammengefunden und verschaffen sich nun einen Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt“, sagt Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Holzwickede.
Die unterschiedlichen Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche an einen Nistplatz. Um die Artenvielfalt im Garten zu fördern und vielleicht auch neue Arten anzulocken, sollten nach Möglichkeit Nistkästen mit unterschiedlich großen Einfluglöchern angebracht werden. Blaumeisen besiedelten schon Nistkästen mit einem Einflugloch von 2,8 cm im Durchmesser, die etwas größere Kohlmeise kann diese Nistkäste nicht nutzen, sondern benötigt 3,4 cm und der Star brütet gerne in etwas größeren Nistkästen mit einem Einschlupfloch von 4,5 cm. Thomas Griesohn-Pflieger: „Wer nicht nur den klassischen Meisenkasten im Garten aufhängt, kann auch Hausrotschwanz, Star und Spatz eine Brutstätte bieten. In sogenannte Halbhöhlen ziehen Bachstelze, Rotkehlchen oder Gartenrotschwanz ein. Halbhöhlen sollten möglichst geschützt am besten unter der Traufe von Gartenhäusern, Schuppen oder am Wohnhaus aufgehängt werden.“
Die Kästen sollten stabil und sicher vor Nesträubern wie Katzen und Mardern in einer Höhe von 1,5 bis 3 Metern angebracht werden. Eine Ausrichtung des Einflugloches nach Osten oder Südosten ist wünschenswert, damit sich der Kasten nicht zu sehr aufheizt. Manchmal werden die Nistkästen erst nach zwei, drei Jahren angenommen. In der Zwischenzeit dienen sie meist als Schlafplätze für die Vögel. Neben einer Unterkunft brauchen die Vögel auch Nahrung. Daher erhöht ein naturnaher Garten mit vielen Insekten als Nahrung für den Nachwuchs die Wahrscheinlichkeit auf belegte Nistkästen.
„Wer einen im Vorjahr besetzten Nistkasten noch nicht gesäubert hat, sollte das jetzt schnell erledigen! Alte Nester kann man aus den Nistkästen einfach herausnehmen. Wegen möglicher Parasiten, wie Flöhen oder Milben, empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Die Nester können in der Grünen Tonne oder im Kompost entsorgt werden,” so der NABU.
Unter der Adresse https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/ sind Bauanleitungen für verschiedene Nistkasten-Typen zu finden.
Nicht nur Meisen auch Stare sind Höhlenbrüter. Sie benötigen ein Einschlupfloch von 4,5 cm. Foto: (Hecker/NABU)
1.2.2026
Vogelzählung im Kreis Unna: Verschwindet der Spatz aus den Gärten?
Die 16. vom NABU bundesweit organisierte Wintervogelzählung in den Gärten fand vom 9. bis 11. Januar statt. Die nun vorliegende Auswertung der Ergebnisse bestätigt leider die Wahrnehmung der Vogelbeobachtenden auch im Kreis Unna. Adrian Mork, Kreisvorsitzender des NABU: “Die bundesweite Talfahrt der Vogelwelt wurde auch im Kreis Unna festgestellt. Vor zehn Jahren wurden durchschnittlich 35 Vögel pro Garten gezählt, zehn Jahre später sind es nur noch 29!”
Die Beteiligung an der Vogelzählung im Kreis ist mit 448 Gärten die höchste seit Beginn dieser Aktion im Jahr 2011. Insgesamt wurden von 823 Menschen 13.004 Vögel gezählt. Die Abnahme der Vogelzahl pro Garten ist bundesweit festzustellen und auch im Kreis Unna besorgniserregend.
Adrian Mork: “Besonders deutlich ist der Rückgang der beiden Spatzenarten. Im Kreis Unna steht der Haussperling nur noch auf Platz 3 der beobachteten Vögel und der Feldsperling steht auf Platz 11. Beide Arten haben sich den Menschen besonders eng angeschlossen, ihr Rückgang ist besorgniserregend und ein Hinweis auf dem Schwund wichtiger Biotopstrukturen!”
Der NABU macht für die generelle Abnahme der Vögel in den Siedlungen den Rückgang von Heckenstrukturen, Versiegelung der Böden mit einhergehendem Schwund von Insekten und Wildkräutern und den Mangel an Nistmöglichkeiten verantwortlich. Mork: “Die Kommunen müssen hier positive Vorbilder werden! Nistmöglichkeiten müssen bei allen Bauvorhaben mitgedacht werden. Wildkrautstreifen gehören in jede Grünanlage. Die Versiegelung von Flächen und Gehwegen muss rückgängig gemacht werden!”
Bundesweit nahmen an der NABU-Aktion mehr als 145.000 Menschen teil und zählten über 3,27 Millionen Vögel in mehr als 102.000 Gärten und Parks. Damit haben sich rund 20 Prozent mehr Menschen an der Zählung beteiligt als im Jahr zuvor. Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt. Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai statt.
Hier die kommentierte Top-Ten der gemeldeten Vogelarten im Kreis Unna:
1. Kohlmeise (in ca. 90 % der Gärten), 2. Blaumeise, 3. Haussperling (-29 % in nur 40% der Gärten, seit drei Jahren geht’s abwärts), 4. Amsel, 5. Elster, 6. Rotkehlchen (+ 20 %), 7. Ringeltaube, 8. Dohle, 9. Buchfink (-15 %), 6 Rotkehlchen (+20 % in 91% der Gärten), 7. Ringeltaube (-9 %), 8. Dohle , 9. Buchfink (- 15 %), 10. Schwanzmeise (+27 % in 14 % der Gärten, vermutlich Zuzug aus dem Norden)
“Die Stunde der Wintervögel” macht Jung und Alt Spaß und wird immer populärer.
Foto: S. Hennigs/NABU
23.1.2026
2025: gutes Jahr für NABU-Gruppe in Holzwickede
Die NABU-Ortsgruppe in Holzwickede blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Die Naturschützer haben seit ihrem Neustart in 2023 an Mitgliedern gewonnen. Ortsgruppensprecher Thomas Griesohn-Pflieger: “Wir haben jetzt etwas mehr als 200 Mitglieder in der Gemeinde. Das bedeutet eine Verdopplung in den letzten zwei Jahren!” Froh ist er auch über die Zahl der Engagierten. “Die Zahl schwankt je nach Thema und Aufgabe, aber zehn Prozent der Mitglieder sind dabei, wenn wir in der Ökozelle mähen, Infostände besetzen, Staudentausch anbieten und vieles mehr.”
Viel Arbeit kommt auf die NABU-Aktiven durch den Aufbau einer Ökozelle auf dem Haarstrang zwischen Hengsen und Opherdicke zu. Nach dem ersten “Einrichten” der Fläche durch die Festlegung von Strukturen wie Wege, Hecken, Steinhaufen, Mähwiese und Staudenfluren im Jahr 2025 geht es jetzt an wichtige Infrastruktur-Elemente. “Wir müssen, um Kindern und Erwachsenen bei Besuchen die Natur näherbringen zu können, Schatten und Regenschutz bieten, da in der Ökozelle kein Schutz spendenden großen Bäume wachsen. Wir sind sehr dank bar, dass die Stiftung “Gutes Tun” uns hier wirksam finanziell unterstützt!” Geplant ist der Aufbau einer Art Pergola.
Bald fertig ist der Tümpel und ein Infoschild wird in diesen Tagen am Eingang aufgehängt, um vorbeigehenden Menschen, die “Wildnis” hinter dem Zaun zu erklären. Froh sind die aktiven Naturschützerinnen und Naturschützer über die Unterstützung der Gemeinde. “Gefreut hat uns auch der Besuch von Bürgermeisterkandidat Till Knoche und des Hengsener Ortsvorstehers Volker Schütte im Sommer.”
Neben der praktischen Naturschutzarbeit bietet der Holzwickeder NABU auch ein Vortrags- und Exkursionsprogramm an, das gut angenommen wird. Vogelkundliche Exkursionen über den Haarstrang, zur Möhnetalsperre oder zum großen Naturschutzgebiet Apricke bei Hemer werden vermutlich auch viele interessierte Menschen aus der Umgebung anziehen. “Wir haben öfter Gäste aus der ferneren Umgebung wie Duisburg oder Düsseldorf bei unseren naturkundlichen Ausflügen dabei!”, so Thomas Griesohn-Pflieger. “Auch die Vorträge sind gut besucht. Andere Vereine fragen auch schon mal nach Vorträgen bei ihren Versammlungen an. Das machen wir sehr gerne und stellen dann unsere Arbeit und die Natur in Holzwickede vor.”
Neben der Naturschutzarbeit in der Ökozelle Loherkamp in Hengsen bemühen sich die Aktiven des NABU um den Schutz von Amphibien, vor allem bei den “Krötenwanderungen” im Frühjahr. Einsatzgebiete sind Wasserstraße, Talstraße und vor allem die Steinbruchstraße. “An der Wasserstraße haben unsere Mitglieder fast das ganze Jahr über Reptilien und Amphibien aus dem Baugebiet des Regenrückhaltebeckens evakuiert!” Weitere Themen sind Orchideenschutz, Mauersegler- und Schwalben-Nistangebote und natürlich Öffentlichkeitsarbeit.
Mithilfe beim Schutz der Erdkröte und anderer Amphibien ist für viele Kinder und Jugendliche ein spannendes Abenteuer und oft der Einstieg in den praktischen Naturschutz. Foto: S. Leistner
NABU-Vortrag: Das Märchen von den Klimabäumen
7.1.2026
Bald ist es wieder soweit und es werden “Klimabäume” an die Bürgerinnen und Bürger verschenkt. Aber was sind “Klimabäume” und welchen Nutzen haben sie tatsächlich? Und wird da nicht grundsätzlich was verwechselt? Retten sie uns vor der Klimakatastrophe oder verbessern sie das Stadtklima? Oder beides?
Allgemein ist man der Meinung, dass Bäume die Retter des Klimas sind, weil sie so viel CO2 speichern würden. Aber stimmt das überhaupt? Und gibt es nicht viel nachhaltigere “CO2 Speicherer” ?
Pflanzen können, wie wir Menschen, das schädliche Klimagas speichern, aber sie produzieren es auch. Nur unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel wenn tote Bäume zu Humus werden, sind sie CO2-Speicher. Aber zwei Drittel des Klimagases geben sie vorher an die Atmosphäre ab. Und die meisten Bäume, vor allem die Stadtbäume, werden nicht zu Humus, sondern zu Hack-Schnitzeln, Brennholz oder Möbeln. Und dann?
Meist ungeprüfte Klima-Weisheiten stellt Thomas Griesohn-Pflieger in einem Vortrag auf den Prüfstand. Er kommt in seinen Ausführungen zum Schluss, dass es Zeit wird, mit den Märchen um die Klimabäume aufzuräumen. Der Vortrag im Rahmen des NABU-Programms ist zu hören am Montag, 19. Januar ab 18:30 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte, Berliner Allee 16a. Eintritt frei, Spende erwünscht.
Die Allee in Holzwickedes Mitte: Sind diese Bäume tatsächlich Klimaretter? Dürfen sie sterben, umfallen und zu Humus werden? Oder sind sie Stadtklima-Verbesserer und CO2-Quellen zugleich?
Foto: Thomas Griesohn-Pflieger
3.1.2026
Vogelzählung in Holzwickede – Wer macht mit?
Wirksamer Naturschutz braucht aktuelle Zahlen
Holzwickeder Vogelkundler und der NABU werben für Erfassung der lokalen Vogelbestände
Der erste Atlas Deutscher Brutvogelarten, kurz ADEBAR, zeigte 2014 erstmals die bundesweite Verbreitung und Häufigkeit von Brutvögeln. Herausgegeben wurde der kiloschwere Band vom Dachverband Deutscher Avifaunisten, einem Zusammenschluss deutscher vogelkundlicher Vereine und Verbände.
Schon damals war der Holzwickeder Vogelkundler, Hansi Böcking, einer der Zulieferer von vogelkundlichen Daten. Heute wirbt der Hobby-Ornithologe zusammen mit dem Holzwickeder NABU für eine Wiederauflage der Aktion: “15 Jahre sind seit der letzten „Inventur der Vogelwelt“ vergangen. Jetzt wollen wir den aktuellen Zustand der deutschen Vogelwelt erneut erheben und feststellen, wie sich ihre Bestände und Verbreitung seitdem verändert haben.” Dazu werden tausende Ehrenamtliche, beginnend ab März 2025, über einen Zeitraum von fünf Jahren in ganz Deutschland Brutvögel erfassen.
Auch in Holzwickede soll in den nächsten beiden Jahren untersucht werden, welche Brutvogelarten in welcher Häufigkeit noch vorkommen. Aktive Helfer sind herzlich willkommen, aber auch einzelne Informationen zu bestimmten Vogelarten (Eulen, Schwalben, Mauersegler) sind hilfreich.
Wer mitmachen möchte bei der Inventur der Vögel zwischen Ruhr und Emscher kann sich für weitere Informationen bei der NABU-Ortsgruppe melden unter naturschutz.holzwickede@gmail.com oder direkt bei hansi.boecking@gmail.com .
Ein Frühling ohne singenden Kuckuck? Gibt es sie noch in Holzwickede?