Amphienschutz
Zum Resümee des Projekts an Steinbruchstraße 2021 bis 2026: Zahlen und Fakten –> HIER
Amphienschutz
Zum Resümee des Projekts an Steinbruchstraße 2021 bis 2026: Zahlen und Fakten –> HIER
Seit etwa 2015 werden an der Steinbruchstraße in Höhe des Freibades "Schöne Flöte" Amphibien vor dem Straßentod bewahrt. Initiativ wurden Sabine und Carsten Prünte, die freiwillige Helferinnen und Helfer um sich versammelten.
Seit 2022 ist auch der Holzwickeder NABU mit dabei. Die Zahl der Helfenden ist angestiegen und so die Belastung für die einzelnen Helfenden gesunken. In der Hauptsache sind es Erdkröten, die hier von Ende Februar/ Anfang März bis Ende April über die Straße getragen werden, damit sie im Steinbruchteich ihren Laich ablegen können. Dazu werden sie auf der anderen Seite der Straße durch einen Amphibienschutzzaun am Überqueren der Straße gehindert. Sie wandern den Zaun entlang auf der Suche nach einer Lücke und fallen so in die dort eingegrabenen Fangeimer. Diese werden dann abends spät und an jedem Morgen geleert und die Erdkröten und wenige Teichmolche auf die andere Straßenseite getragen.
Der Fangzaun muss jedes Frühjahr auf- und abgebaut werden...
ca. 200 Meter Fangzaun werden aufgebaut, indem die Plane an Trägerpflöcken befestigt wird.
In diese Eimer fallen die Erdkröten
Foto: Sophie Leistner
Für Kinder ist das Retten der Kröten und anderen Amphibien ein spannendes Erlebnis, das sie hautnah in Kontakt mit unserer Natur bringt und auch als Abenteuer in Erinnerung bleibt.
Meist klammern sich die männlichen Erdkröten schon bei der Wanderung an eine weibliche Kröte.
So voll sind die Fangeimer leider nur noch sehr selten.
Ergebnis Aktion 2026
Carsten und Sabine Prünte organisieren seit vielen Jahren die Krötenschutzaktion an der Wasserstraße (Freibad Schöne Flöte). Sie schreiben:
Leider konnten wir in dieser Saison nur 208 Kröten aber 3 Feuersalamander verzeichnen. Wir möchten uns – auch im Namen der Amphibien 🐸 – ganz herzlich bei allen bedanken, die beim Auf- und Abbau des Zauns geholfen haben, sowie bei den vielen fleißigen Krötensammlerinnen und Krötensammlern. Ohne euren Einsatz wäre das alles nicht möglich gewesen! 💪Wir hoffen, Euch alle bald wieder genauso engagiert und gesund in der Ökozelle zu sehen.
Amphibienschutzmaßnahmen an der Steinbruchstraße 2021–2026
Mit dem Aufbau des Amphibienschutzzaunes im Jahr 2021 begann erstmals eine systematische Erfassung der wandernden Amphibien an der Steinbruchstraße in Holzwickede in Höhe des Freibades. Bereits im ersten Jahr 2021 konnten 455 Erdkröten, sechs Bergmolche und zwei Teichmolche erfasst werden – ein Ergebnis, das uns damals sehr stolz gemacht hat.
Im Jahr 2022 stieg die Zahl der Erdkröten sogar auf 505 Tiere an. Die Molchzahlen blieben dagegen weiterhin niedrig mit drei Bergmolchen und drei Teichmolchen.
2023 zeigte sich erstmals ein leichter Rückgang der Erdkröten auf 461 Tiere. Die Zahlen der Molche entsprachen wieder ungefähr denen aus dem Jahr 2021 mit sechs Bergmolchen und zwei Teichmolchen.
Im Jahr 2024 mussten wir dann erstmals einen deutlichen Rückgang der Zahlen feststellen. Die Zahl der Erdkröten sank auf nur noch 262 Tiere. Zusätzlich konnten lediglich vier Bergmolche nachgewiesen werden, Teichmolche wurden in diesem Jahr gar nicht festgestellt. Positiv war jedoch der Fund von zwei Teichfröschen sowie zwei vermutliche Grasfrösche in den Fangeimern.
Auch 2025 blieb die Zahl der Erdkröten mit 249 Tieren weiterhin niedrig. Zudem wurden lediglich zwei Bergmolche und drei Teichmolche erfasst.
Das Jahr 2026 brachte schließlich erneut eine ernüchternde Entwicklung mit nur noch 208 Erdkröten. Weder Molche noch Frösche konnten in diesem Jahr nachgewiesen werden. Gleichzeitig gab es jedoch auch einen besonderen und erfreulichen Nachweis: Erstmals wurden drei gesunde und wunderschöne Feuersalamander festgestellt.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt insgesamt leider einen deutlichen Rückgang insbesondere bei der Erdkrötenpopulation. Ob es sich hierbei um längerfristige Bestandsprobleme oder teilweise um saisonale Schwankungen aufgrund von Wetter und Umweltbedingungen handelt, lässt sich derzeit noch nicht sicher beurteilen.
Wir hoffen sehr, dass sich die Bestände in den kommenden Jahren wieder erholen und die Zahl der wandernden Amphibien erneut ansteigt. Unabhängig davon bleibt der Amphibienschutz an der Steinbruchstraße weiterhin wichtig, um möglichst vielen Tieren eine sichere Wanderung zu ermöglichen.
Carsten Prünte
Bei der Wanderung der Erdkröten klammern sich die kleineren männlichen Erdkröten an die größeren weiblichen Kröten.
So volle Sammeleimer sind Vergangenheit
Der "Zaun" leitet die wandernden Amphibien zu den Eimern, in die sie hineinfallen und dann gesammelt zum Laichgewässer gebracht werden können.
Fotos: TGP/Nabu