15.11.23
Tausende Kraniche über dem Kreis Unna!
Passanten bleiben stehen und schauen nach oben. "Ach, das ist schön!”, hört man. Oder auch: “Das wurde ja Zeit, sind spät dran dieses Jahr!” Ziehende Kranichscharen lassen die Menschen nicht unbewegt.
Gestern (16.11.) wurden im Luftraum über dem Kreis Unna Tausende Kraniche beobachtet. Nachdem es in den letzten Wochen eher ruhig war und auf den Hauptrouten über Deutschland nur wenige Kraniche gesehen wurden. Bislang war das Kranichzuggeschehen in diesem Herbst bisher recht zurückhaltend. Aber jetzt drängen
auch die Rastvögel in den niedersächsischen Mooren auf die Weiterreise.In den Südwesten.
Erste Kranichtrupps wurden auf der NRW-Route schon am vergangenen Wochenende meist zur Mittagszeit über dem östlichen Ruhrgebiet gemeldet.
“Vom Kreis Unna geht es dann weiter über das Bergische Land ins Rheinland." weiß Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU-Kreisverband.. Er konnte aber auch ein Verhalten beobachten, dass manche Menschen verblüffte: “Über Holzwickede aber auch südlich des Ruhrtals wurden große Trupps beobachtet, die mit viel Abstimmungsgeschrei umdrehten und sich in Richtung Norden oder Nord-Ost formierten.” Der Vogelexperte führt das auf die äußerst sensible Wetterfühligkeit der großen Zugvögel zurück. “Von Frankreich zieht ein Sturmtief nach Osten und kann Ausläufer bis in die Kölner Bucht haben. Kein gutes Reisewetter für Zugvögel! Die stehen dann lieber auf den Wiesen und Feldern des Münsterlandes und warten ab.”
1.11.23
Bunte Herbstblätter nutzen statt wegpusten
Es wird kälter draußen und die ersten bunten Blätter fallen von den Bäumen. Viele Menschen greifen jetzt zu Laubbläsern oder -saugern, um das Laub zu beseitigen. Der NABU in Holzwickede ruft dazu auf, zum Wohle der Natur und der Mitmenschen auf die motorisierten „Gartenhelfer“ zu verzichten.
Der NABU: „Laubbläser zerstören Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für Vögel, Igel, Insekten und zahlreiche Kleintiere. Nicht zuletzt schadet die enorme Lärmbelästigung auch der menschlichen Gesundheit! Wer dagegen Laubhaufen anlegt oder Blätter kompostiert, setzt sich aktiv für die Artenvielfalt vor der Haustür ein.” Laubbläser zerstören den Lebensraum der Kleinstlebewesen, denn dem Turboluftstrom von bis zu 300 km/h können Käfer, Spinnen, Tausendfüßer bis hin zu Amphibien und Kleinsäuger nicht entkommen“, so die Naturschützer. Auch Laubsauger haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Natur. Neben den welken Blättern geraten nämlich auch überwinternde Kleintiere in den Sog und in das Häckselwerk des Gerätes.
Wer die heruntergefallenen Blätter und Äste auf dem Boden verrotten lässt, bietet hingegen vielen Tieren jetzt im Herbst einen sicheren Platz zum Überwintern. Regenwürmer, Asseln, Springschwänze und Milben wandeln Laub und Pflanzenreste in nährstoffreichen, CO2 speichernden Humus um und dienen zudem Vögeln und anderen Tieren als Nahrung.
Die lärmenden Geräte sind auch für Menschen schädlich. Laubbläser und Laubsauger wirbeln jede Menge Staub, Pollen und Schimmelpilze auf, die in die menschliche Lunge gelangen können. Zudem führen die Geräte zu einer enormen Lärmbelästigung. „Die Lautstärke von Laubbläsern und -saugern liegt oft über 100 Dezibel. Das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers”, heißt es beim NABU. Auch die Umgebung sowie Haus- und Wildtiere sind diesen negativen Nebeneffekten schutzlos ausgesetzt.
Es geht auch anders: In Gärten und Grünanlagen schadet eine dünne Laubschicht dem Rasen nicht, sondern führt ihm sogar Nährstoffe zu. „Das auf Beeten und unter Sträuchern verteilte Laub schützt den Boden vor dem Austrocknen und die Wurzeln vor Frost!“ sagen die Gartenexperten vom NABU. Viele Tiere wie Igel, Spitzmaus und Kröte nutzen Ast-, Zweig- und Laubhaufen in einer windstillen Ecke als Winterquartier. Bis zum Frühjahr verrotten die Blätter dort langsam und können dann als natürlicher Dünger verwendet werden.
Herbstlaub, lästig aber wertvoll! Foto. pixabay.de
1.10.23
Herbst im Garten: Naturschutz mit dem Spaten
Der Herbst kündigt sich an: Reife Äpfel plumpsen aus dem Geäst, viel Stauden sind verblüht. Der NABU Holzwickede gibt Tipps, wie der Garten im Herbst naturfreundlich gepflegt werden kann.
Es gibt etwa 17 Millionen Gärten in Deutschland, die Summe ihrer Fläche entspricht in etwa der Fläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland. Die Natur in den Städten und Siedlungen könnte enorm profitieren, wenn mehr Gärten naturnah gestaltet und bewirtschaftet würden. Viele Tier- und Pflanzenarten könnten so ein Zuhause finden und so der Rückgang mancher Populationen gemildert und im besten Falle vermieden werden
Liguster ist wertvoller als Kirschlorbeer, Ilex besser als Thuja, immergrüne Berberitze besser als Buchsbaum. Wer jetzt im Herbst Sträucher in seinen Garten setzen will, sollte Pflanzen wählen, die mit Blüten die Insekten und mit Früchten die Vögel nähren. Neben den schon genannten empfehlen sich auch Wolliger und Gemeiner Schneeball, Schneebeere, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Feuerdorn.
Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Holzwickede: “Zäune und Mauern lassen sich begrünen und schaffen so wertvollen Lebensraum in der Vertikalen!”
Efeu blüht spät im Jahr und ist dann eine sehr wichtige Nektarquelle für spezialisierte Wildbienen, Geißblatt oder Rote Heckenkirsche und Clematis benötigen Rankhilfen und lassen sich deshalb gut leiten. Beide liefern reichlich Nektar. Das Geißblatt ist mit seinen tiefen Blüten besonders für Nachtfalter attraktiv und liefert im Herbst rote Beeren.
„Viele der einheimischen Sträucher sind wichtige Nahrungspflanzen für Schmetterlinge! Ohne Faulbaum keine Zitronenfalter, die Salweide, die uns mit ihren Kätzchen zu Ostern erfreut, ist eine wichtige Futterpflanze für mehr als hundert Falterarten und die beerentragenden Sträucher sind ebenfalls wichtig für einige Schmetterlinge.
“Schönheiten wie Distelfalter, Purpurbär oder Kleines Nachtpfauenauge mögen die Beerensträucher so wie wir – nur aus anderen Gründen! Denn sie leben von Ihnen und wir erfreuen uns an der Farbenpracht", weiß Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU.
25.9.23
Vogelzug erleben am ersten Oktobersonntag
Zum Höhepunkt des Vogelzuges über Deutschland ruft der NABU jedes Jahr zur Vogelbeobachtung auf: Im Rahmen des EuroBirdwatch bietet auch der NABU in Holzwickede am ersten Oktober-Wochenende eine fachkundig geleitete Exkursion an.
“Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, welche Vogelarten zu beobachten sind oder wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann, schließen Sie sich einfach unserem kurzen Beobachtungsgang am Sonntag an!”, so Thomas Griesohn-Pflieger, Vogelgucker aus Passion und Sprecher der NABU-Ortsgruppe in der Emschergemeinde.
Ende September erreicht ein beeindruckendes Naturschauspiel seinen Höhepunkt: Viele Millionen Zugvögel verlassen aktuell ihre Brutgebiete in Deutschland, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern.
Auf dem Haarstrang im Ostendorf (Holzwickede- Opherdicke) haben Teilnehmende die Möglichkeit, durchziehende Vögel zu beobachten, zu bestimmen und zu zählen. Ziel dieser Aktion ist es, auch auf die grenzüberschreitende Bedeutung des Vogelschutzes aufmerksam zu machen. Am Birdwatch-Wochenende greifen Vogelbeobachtende in ganz Europa zum Fernglas und spähen in den Himmel. Die Auswertung der Beobachtungen hilft dabei, Veränderungen in Flugrouten oder Zugzeiten festzustellen. “So erlangen wir unter anderem Kenntnisse darüber, wie die Klimakrise oder der Verlust natürlicher Lebensräume das Zugverhalten beeinflussen", sagt Thomas Griesohn-Pflieger, mit dem am kommenden Sonntagmorgen Frühaufsteher Vogelzug erleben können.
Treffpunkt der “Zugbegleiter” ist der Parkplatz entlang der Dorfstraße in Höhe von Haus Opherdicke um 8:30 Uhr. Wer hat, sollte unbedingt ein Fernglas mitbringen. Die Exkursion dauert etwa zwei Stunden.
5.8.23
Insektensommer: In Holzwickede wurden Sechsbeiner gezählt
Eine sonnige Stunde zwischen zwei Regengüssen nutzten am vergangenen Freitagnachmittag vier NABU-Mitglieder am und im Refugium um Insekten zu suchen, zu bestimmen und zu zählen.
“Immerhin 22 Arten haben wir in den 60 Minuten erfassen können. Darunter interessante Arten wie Orientalische Mauerwespe, Waldhummel und Helle Erdhummel!” erklärt Thomas Griesohn-Pflieger, NABU-Sprecher in Holzwickede. Leider, so der NABU, waren von vielen Arten nur Einzeltiere unterwegs. Insgesamt sei die Individuenzahl erschreckend gering, direkte quantitative Vergleiche mit der Vergangenheit seien, weil zum ersten Mal gezählt wurde, nicht möglich. “Aber die Insektenmengen, die wir alle noch vor zehn, zwanzig Jahren erleben konnten, sind einfach nicht mehr da, gerade drei Schmetterlinge haben wir in einer Stunde Sonnenschein sehen können!”
“Das Refugium hat durch die Anzahl der Arten seine Bedeutung als Lebensraum unter Beweis gestellt. Solche Trittsteinbiotope im Siedlungsbereich sind enorm wichtig. Gerade das Refugium mit den von der Gemeinde angelegten Blühstreifen rechts und links ist eine richtige Oase in der blütenarmen Umgebung,” so die Naturschützer.
Die NABU-Ortsgruppe Holzwickede und Hannah Peters, Betreuerin des Refugiums, haben kürzlich eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Mit Mähaktionen, der Erfassung von Tieren und Pflanzen in öffentlichen Aktionen sowie gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit möchte man noch mehr Menschen die Schönheit der heimischen Natur näherbringen und über ihren Schutz aufklären.
“Augen auf und zählen, was sechs Beine hat.” Die Aktion NABU-Insektensommer läuft noch bis zum 13. August. Beim Bestimmen der Insekten hilft eine App, die hier zu haben ist: www.NABU.de/insektensommer/app
20.6.23
NABU Holzwickede: Auftakt gelungen! Erster Bürgerantrag auf dem Weg
Zwanzig Menschen versammelten sich am vergangenen Montag (19.6.) in Holzwickede zu einer Auftaktveranstaltung der neuen Ortsgruppe des Naturschutzbundes. Thomas Griesohn-Pflieger, der Initiator der neuen Ortsgruppe im Kreisverband Unna, stellte die fünf Schwerpunkte vor, denen sich der NABU in Holzwickede widmen sollte. “Wir werden ganz praktisch Naturschutz betreiben und versuchen auf einer geeigneten Fläche zu demonstrieren, wie sich biologische Vielfalt wiederherstellen lässt. Monatliche Vorträge sollen unseren Horizont erweitern und Wissen vermitteln. Bei Exkursionen in die Natur können wir uns Artenkenntnis und Wissen über das umgebende Leben aneignen und weitergeben. Natürlich werden wir auch Einfluss auf die Politik nehmen, die Öffentlichkeit aufklären und die Positionen des Naturschutzes bekannt machen. Und ebenfalls sehr wichtig: Wir wollen mit Jugend- und Kinderarbeit Kitas und Schulen dabei unterstützen Wissen über unsere Lebensgrundlagen zu vermitteln!”
Alle Anwesenden wurden gebeten, ihre mögliche Mitarbeit zu diesen fünf Schwerpunkten auf einer Liste anzukreuzen. Das Ergebnis, so Thomas Griesohn-Pflieger, fiel vielsprechend aus. Zu allen Tätigkeitsfeldern fanden sich genügend Menschen, die aktiv werden wollen.
Dass die Gruppe es ernst meint, machte sich gleich durch einen Bürgerantrag an die Gemeinde deutlich, der von allen zwanzig Anwesenden unterzeichnet wurde. In diesem Antrag geht es der NABU-Gruppe darum, dass für Holzwickede ein Amphibien-Schutzkonzept erstellt wird. “Im Moment hat niemand einen realistischen Überblick über den Zustand der Amphibien-Lebensräume und die Wanderwege der allesamt bedrohten Tiere. Das sollte sich ändern, damit der Schutz dieser bedrohten Tiergruppe planvoll und nicht auf Zuruf erfolgen kann. Zum Beispiel sollten Ausgleichsmaßnahmen sich daran orientieren, wo sie bedrohten Lebewesen helfen.”
Die NABU-Ortsgruppe wird von nun an jeden dritten Montag im Monat um 18:30 Uhr im Seniorentreff an der Bonner Allee treffen. Mitarbeiten können alle, die “guten Willens sind,”, eine Mitgliedschaft im NABU ist nicht erforderlich.
7.5.23
NABU: Vom 12. bis 14. Mai bei der “Stunde der Gartenvöge” mitmachen
Wie wirkt die Klimakrise auf die Vögel in unseren Gärten?
Endlich wird es richtig Frühling! Das freut nicht nur Amsel, Sperling und Co., auch Vogelfreundinnen und -freunde haben Grund zur Freude: Vom 12. bis 14. Mai ruft der NABU wieder zur Stunde der Gartenvögel auf. Sie findet in diesem Jahr bereits zum 19. Mal statt.
“In diesem Jahr wollen wir uns die Veränderungen in der Vogelwelt durch die Klimakrise anschauen", heißt es beim NABU Nordrhein-Westfalen. Eine Gewinnerin des wärmeren Winterwetters könnte beispielsweise die Türkentaube sein. Bei ihr ergeben die Sichtungen seit Jahren eine leicht steigende Tendenz. Eventuell erzeugt eine stärkere Bindung an Siedlungen und die damit häufigere Zählung die leicht positive Tendenz trotz des allgemein eher rückläufigen Bestands. In Nordrhein-Westfalen konnte die Türkentaube bei der Zählung in 2022 einen Zuwachs von 27 Prozent verzeichnen. Es wird sich zeigen, ob der Trend bei dieser Zählung anhält.
Sorgen macht den Ornithologen der Feldsperling. Die Spatzenart wird in NRW auf der Roten Liste der Brutvogelarten als gefährdet eingestuft, und wird bei der “Stunde der Gartenvögel” eher weniger gezählt. Er steht in Konkurrenz zum kräftigeren Haussperling, darum weicht er in den ländlichen Siedlungsraum aus. Dort ist der Feldsperling durch die intensive Landnutzung bedroht, weil er kaum noch Nahrung, wie Samen und Insekten, sowie Nistplätze findet. Im vergangenen Jahr belegte der Feldsperling in Nordrhein-Westfalen Platz 10 der Rangliste.
Dank der vielen Teilnehmenden an der NABU-Aktion ist es möglich, Trends für den Siedlungsraum abzulesen und wissenschaftlich auszuwerten. Im vergangenen Jahr waren es bundesweit 67.000 Menschen, die aus über 44.000 Gärten über 1,5 Millionen Vögel gemeldet haben. Davon kamen über 10.000 Teilnehmende aus NRW, die in 7625 Gärten knapp 242.000 Vögel gezählt haben. Gemeinsam mit der Schwesteraktion “Stunde der Wintervögel” handelt es sich um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion. “Wer teilnimmt, profitiert auch selbst, denn Studien haben gezeigt: Wer Vögel beobachtet, beeinflusst sein psychisches Wohlbefinden positiv", heißt es beim NABU in Holzwickede. “Und wir können dabei viel über Vögel und die Natur vor der eigenen Haustür lernen!”
Und so kann man mitmachen: Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen können am besten online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden, aber auch per Post oder am 13. Mai von 10 bis 18 Uhr per Telefon unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der 22. Mai.
15.3. 23
NABU hilft Mauerseglern: Spezial-Nistkästen aufgehängt
Eine kleine aber beispielhafte Aktion des NABU in Holzwickede fand kürzlich in der Friedrichstraße statt. Martin Michaelis und Sohn Niels montierten dort spezielle Nistkästen für Mauersegler. Das soll erst der Anfang sein.
Hausbesitzer Friedrich-Wilhelm Brand hatte dort in den Tagen zuvor immer wieder Mauersegler beobachtet, die die Hauswand unter der Dachrinne im Flug begutachteten. Zusammen mit Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger war schnell der Plan geboren, den rasanten Fliegern mit speziellen Segler-Kästen ein Angebot zu machen. Aber woher so schnell nehmen? Bereits Anfang August ziehen die ersten Mauersegler schon wieder Richtung Afrika, um dann erst im Mai nächsten Jahres wiederzukommen.
Schnell kam Martin Michaelis ins Spiel — ebenfalls wie Brand und Griesohn-Pflieger Mitglied im Holzwickeder NABU. Holz kaufen, zusägen und montieren war schnellstens erledigt und schon wenige Tage später konnte mit Hilfe eines Hubwagens der Firma Liesegang, die die Naturschutzaktion gerne unterstützte, das Nistplatzangebot für drei Mauersegler-Paare an die Hauswand gehängt werden. Ein weiteres Angebot dieser Art folgt in den nächsten Tagen auf der Hausrückseite.
Thomas Griesohn-Pflieger: “Die Bestände der Mauersegler, ohne deren rasende Flugspiele mit hellen “Srriii-Rufen” ein Sommer nicht vorstellbar ist, nehmen seit Jahren ab. Beschleunigt wird der Niedergang durch die Fassadendämmung. Sie sorgt dafür, dass Nischen und Hohlräume, wie man sie vor allem an Altbauten findet, verschwinden. Auch das Insektensterben spielt natürlich eine Rolle. Aber schnell helfen kann man mit Nisthilfen. Und da ist die Friedrichstraße in Holzwickede erst ein kleiner Anfang!”
Schon hat der NABU in Holzwickede Kontakt mit der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) aufgenommen. Die Initiative der Naturschützer aus Holzwickede stieß bei Geschäftsführer Matthias Fischer auf offene Ohren. “Wir hoffen, mit der UKBS ein kleines Gebäudebrüterprogramm für Holzwickede auf die Beine stellen zu können und freuen uns auf die Zusammenarbeit!”, so Thomas Griesohn-Pflieger.
23.3.23
Umsonst und draußen: NABU lädt zum Spaziergang mit Live-Konzert ein
Bald geht es los, die Proben laufen vielversprechend, die Technik steht und auch der Veranstaltungsort ist bereit: Holzwickedes größtes Open-Air-Konzert wartet auf “Bühne frei!”. Der NABU lädt zum Vogelkonzert am kommenden Sonntagmorgen ein.
Die Künstler haben wochenlang geprobt, erst leise und für sich und dann immer öffentlicher und auch in Gemeinschaft und jetzt auch schon vom Dachgiebel, aus einer hohen Fichte oder vom Rathausdach. Jetzt ist alles bereit.
Auch wenn das Wetter immer wieder Kapriolen schlägt, stimmen die Vögel in Holzwickede jetzt täglich ihr morgendliches Konzert an. Lautstark melden sich die Singvögel zu Wort, um ihr Revier abzugrenzen und einen Partner anzulocken. Neben den Ganzjahresvögeln wie Rotkehlchen, Buchnk und Amsel singen nun auch vermehrt die zurückgekehrten Zugvögel wie Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle um die Wette.
Konzert-Spaziergang am Sonntag
„Beim Spaziergang, im Garten oder vom Fenster aus können wir alle dem Vogelkonzert jetzt täglich live und kostenlos lauschen. Mit etwas Übung kann jeder auch lernen, die verschiedenen Gesänge und Rufe zu erkennen“, weiß der Holzwickeder Vogelkundler Thomas Griesohn-Pieger.
Leicht ist das rhythmische „di da, di da“ oder „zizibäh“ der Kohlmeise zu vernehmen. Ebenso macht es uns der Zilpzalp einfach, wenn er unermüdlich seinen eigenen zweisilbigen Namen wiederholt. Melodiös und abwechslungsreich erklingen die Lieder von Amsel und Rotkehlchen. Während die Amsel wohlklingende Flötenmotive vorträgt, ertönt der Gesang des Rotkehlchens silberhell, perlend und melancholisch. Den wohl variantenreichsten Gesang hat der Star. Er imitiert oft andere Vogelstimmen oder sogar Handy-Bimmeln und macht dabei seinem Namen alle Ehre.
Auch Nicht-Singvögel machen auf sich aufmerksam. Mit laut schallendem „Gelächter“, ein auffallendes „kjückjückjück“, markiert der Grünspecht, der in Holzwickede auch in größeren Gartensiedlungen vorkommt, sein Revier. Ein Klangwunder ist der winzige Zaunkönig. Wenn unser zweitkleinster heimischer Vogel zum Singen ansetzt, vibriert sein ganzer Körper. “Er singt ungewöhnlich laut. Relativ zum Körpergewicht müsste man mich noch auf Zypern hören. 90 Dezibel Schalldruck kann der kleine Zaunkönig erzeugen — das ist mit einem Presslufthammer vergleichbar”, so Thomas Griesohn-Pieger.
Am kommenden Sonntag (26. März) lädt der NABU in Holzwickede zu einem etwa einstündigen Konzert-Spaziergang auf dem kommunalen Friedhof ein. Treffpunkt 7 Uhr, Parkplatz an der Friedhofstraße/Bonner Allee. Bei Regen fällt der Spaziergang aus. Anmeldungen unter natur-howi@birdnet.de erbeten.
Termin: Sonntag, 26. März, 7 Uhr, Treffpunkt Parkplatz Friedhofstraße/Bonner Allee
1.5. 23
Krötenschutzzaun: Die Bilanz 2023
Sabine und Casten Prünte hatten vor drei Jahren die Initiative ergriffen. Hunderte totgefahrene Errdkröten auf der Steinbruchstraße: “Das muss man doch etwas tuen!” Und sie taten etwas. Der entscheidende Tipp kam von Andreas Förster vom Naturschutzbund in Unna. Er regte den Aufbau eines Krötenschutzzaunes an, gab hilfreiche Tipps und Hinweise zur Biologie der Kröten und Technik des Zaunbaus.
Mit Hilfe weiterer Naturschützer:innen installierten die Anwohner den Krötenschutzzaun kurz vor der Zufahrt zum Freibad “Schöne Flöte”. Den Zaun finanzierte auf Antrag des NABU die Naturförderungsgesellschaft des Kreises Unna. Und so konnte auch in diesem Jahr der Krötenschutzzaun mit Hilfe weiterer Naturschützenden aufgebaut werden.
Nun ist die Wanderung der Erdkröten abgeschlossen und sie sind wieder in ihre Landlebensräume zurückgekehrt. “Die Kröten wandern zum Steinbruchteich östlich des Freibades und legen dort ihre Laichschnüre ab. Da wir keine zurückwandernden Tiere mehr feststellten, konnte der Zaun jetzt abgebaut werden!”, so Sabine Pruente, die sich mit Ehemann Carsten für den Schutz der Amphibien engagiert.
“Das diesjährige Ergebnis lässt erkennen, dass die Population dank des bürgerschaftlichen Engagements stabil ist”, erklärt Carsten Prünte, der die geretteten Tiere erfasst. “Wir konnten 461 Kröten, sechs Bergmolchen und zwei Teichmolchen über die Straße helfen. Ein recht passables Ergebnis! Dafür allen Helfern ein dickes Dankeschön!”
Die Zahlen bewegen sich im mehrjährigen Mittel, denn 2021 wurden 455 und 2022 505 Erdkröten erfasst. Sorgen macht den Aktiven vom Nabu die Situation an der Wasserstraße. Hier werden immer noch — vermutlich mehrere hundert — Erdkröten überfahren. Der NABU in Holzwickede sucht jetzt im Gespräch mit Fachleuten und später sicher auch mit der Gemeindeverwaltung nach einer Lösung.
20.3.2023
Krötenmassaker an der Wasserstraße:
NABU fordert endlich „kommunales Engagement“
64 Krötenkörper plattgewalzt von Autoreifen zählt Naturschützer Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU am Montagnachmittag (20. März) auf der Wasserstraße auf 150 Meter nur im Bereich des Mühlenteichs. Ein schrecklicher Anblick, der allen Naturfreunden nahe gehen muss. “Das geht nach Aussagen von lokalen Kennern seit Jahren so”, kritisiert Griesohn-Pieger.
Da die Kräfte der wenigen NABU-Aktiven in der Emschergemeinde schon mit der Betreuung des Krötenschutzzaunes an der Steinbruchstraße (Schöne Flöte) gebunden sind, erwarten sie nun von der Gemeinde ein schnelles Handeln. Denn “Naturschutz darf nicht immer nur Lippenbekenntnis sein. Die Lage draußen ist prekär. Zeit zum Handeln.”
Neben den Gefahren auf der jährlichen Wanderung zu den Laichplätzen, das sind Weiher und Teiche, sind die Krötenbestände durch die Klimaänderungen ohnehin schon ausgedünnt. Dazu kommen neue Krankheiten, die durch die Globalisierung der Handelswege auch nach Deutschland gefunden, wie der Chytridpilz.
Praktischer Naturschutz ist Daseinsvorsorge
In einem Schreiben haben sich die Naturschützer jetzt an den Vorsitzenden des Umweltausschusses, Dominik Moldenhauer (Bürgerblock), gewandt und ein “kommunales Engagement” gefordert. Denn praktischer Naturschutz ist Daseinsvorsorge und damit auch kommunale Aufgabe. „Wie in anderen Kommunen bereits zu sehen, muss die Gemeinde hier vom Zuschauer zum Handelnden werden. Ein Krötenschutzzaun muss her und von der Gemeinde auf- und abgebaut sowie betreut werden”, fordern die Naturschützerinnen und -schützer.
Die NABU-Aktiven bieten der Kommune ihre Hilfe an: “Wir helfen gerne mit, aus dieser Schutzmaßnahme perspektivisch eine gemeinsam von Kommune und Bürger:innenschaft getragene Aktion zu machen. Aber jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren”, so Thomas Griesohn-Pieger in dem Schreiben an die Umweltpolitiker. Bürger und Bürgerinnen, die helfen wollen, können sich auch direkt per E-Mail an den NABU wenden: natur-howi@birdnet.de.
15.3. 23
NABU hilft Mauerseglern: Spezial-Nistkästen aufgehängt
Eine kleine aber beispielhafte Aktion des NABU in Holzwickede fand kürzlich in der Friedrichstraße statt. Martin Michaelis und Sohn Niels montierten dort spezielle Nistkästen für Mauersegler. Das soll erst der Anfang sein.
Hausbesitzer Friedrich-Wilhelm Brand hatte dort in den Tagen zuvor immer wieder Mauersegler beobachtet, die die Hauswand unter der Dachrinne im Flug begutachteten. Zusammen mit Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger war schnell der Plan geboren, den rasanten Fliegern mit speziellen Segler-Kästen ein Angebot zu machen. Aber woher so schnell nehmen? Bereits Anfang August ziehen die ersten Mauersegler schon wieder Richtung Afrika, um dann erst im Mai nächsten Jahres wiederzukommen.
Schnell kam Martin Michaelis ins Spiel — ebenfalls wie Brand und Griesohn-Pflieger Mitglied im Holzwickeder NABU. Holz kaufen, zusägen und montieren war schnellstens erledigt und schon wenige Tage später konnte mit Hilfe eines Hubwagens der Firma Liesegang, die die Naturschutzaktion gerne unterstützte, das Nistplatzangebot für drei Mauersegler-Paare an die Hauswand gehängt werden. Ein weiteres Angebot dieser Art folgt in den nächsten Tagen auf der Hausrückseite.
Thomas Griesohn-Pflieger: “Die Bestände der Mauersegler, ohne deren rasende Flugspiele mit hellen “Srriii-Rufen” ein Sommer nicht vorstellbar ist, nehmen seit Jahren ab. Beschleunigt wird der Niedergang durch die Fassadendämmung. Sie sorgt dafür, dass Nischen und Hohlräume, wie man sie vor allem an Altbauten findet, verschwinden. Auch das Insektensterben spielt natürlich eine Rolle. Aber schnell helfen kann man mit Nisthilfen. Und da ist die Friedrichstraße in Holzwickede erst ein kleiner Anfang!”
Schon hat der NABU in Holzwickede Kontakt mit der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) aufgenommen. Die Initiative der Naturschützer aus Holzwickede stieß bei Geschäftsführer Matthias Fischer auf offene Ohren. “Wir hoffen, mit der UKBS ein kleines Gebäudebrüterprogramm für Holzwickede auf die Beine stellen zu können und freuen uns auf die Zusammenarbeit!”, so Thomas Griesohn-Pflieger.
25.2.2023
Singen die Lerchen schon?
Nabu lädt zum biologischen Frühlingsspaziergang in Opherdicke
Bei einem Kennenlern-Spaziergang am Sonntag wollen Aktive des Naturschutzbundes in Holzwickede sowohl NaturschützerInnen in der Emschergemeinde als auch die Frühlingsnatur kennenlernen. Dazu laden sie zu einem Gang über den Haarstrang im Ostendorf in Opherdicke ein. Der sonntägliche Spaziergang mit dem Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger wird kein Gewaltmarsch werden: “Vogelbeobachter stehen mehr mehr gehobenem Fernglas in der Landschaft rum, als dass sie zügig marschieren. Das gilt auch die Pflanzenfreundinnen und -freunde. Wir werden nicht nur schauen, ob die Lerchen schon singen, sondern haben auch Augen für Erdhummel, Ehrenpreis und Huflattich am Wegesrand.”
Der Gang wird etwa 2 ½ bis drei Stunden dauern und sowohl über die Nord- als auch die Südseite des Haarstrangs führen. Feldgehölze, Hecken, Äcker, Weiden und der Rand des Billmericher Buschs versprechen eine abwechslungsreiche Beobachtungsliste.
Treffpunkt ist der Marktplatz in Holzwickede am Sonntag, 5. März, um 8:15 Uhr zur gemeinsamen Fahrt zum Haus Opherdicke. Dort ist ein weiterer Treffpunkt auf dem Parkstreifen an der Dorfstraße um 8:30 Uhr. Bei Dauerregen fällt der Spaziergang aus!
20.2.2023
Krötenwanderung beginnt! NABU hilft den bedrohten Kröten
Einen rund 150 Meter langen, grünen Krötenschutzzaun haben Naturschützerlnnen vom NABU in Holzwickede an der Steinbruchstraße aufgebaut. Doch damit fängt die Arbeit der Aktiven vom Naturschutzbund erst richtig an, denn der Zaun dient dazu, die bedrohten Erdkröten in Eimern zu sammeln und sie dann über die Straße
zu tragen. Und das täglich und am besten zweimal.
Bei ihrer Wanderung von den Landlebensräumen zum Laichgewässer kurz vor dem Freibad "Schöne Flöte" müssen die Kröten, die nicht wenig befahrene Straße überqueren. Das führte in der Vergangenheit zu vielen hundert überfahrenen Tieren. Jetzt stoßen die Kröten kurz vor der Straße auf den Zaun, der so gebaut ist, dass sie ihn weder überklettern und noch "unterwandern" können. So laufen sie den Zaun entlang und fallen dann in dort eingegraben Eimer. Abends und morgens werden sie aus den Eimern geholt und auf die andere Straßenseite in die Nähe des Steinbruchweihers getragen, wo sie dann laichen können.
Schon auf dem Weg zum Laichgewässer klammern sich viele Krötenmänner an den weiblichen Kröten fest
und lassen sich zum Laichgewässer tragen. Dort wird der Laich durch sie befruchtet und die Larven wachsen zu "Kaulquappen" heran, die dann später als winzige Kröten an Land krabbeln und sich einen Lebensraum an Land suchen. Dann sind die Eltern schon lange wieder in ihren Landlebensraum im Wald gewandert.
Da die Amphibien bevorzugt nachts wandern — dann ist die Luftfeuchtigkeit höher — und als wechselwarme Tiere eine gewisse "Betriebstemperatur" benötigen, sind sie vor allem nachts ab ca. 5° Celsius und sehr gerne bei leichtem Regen unterwegs. Obwohl die Nächte eigentlich noch zu kühl sind, sind bereits jetzt (20.2.) rund einhundert Tiere registriert worden.
Erdkröten sind wie alle anderen Amphibien bedroht. Ihr Schutz, wie der der gesamten Biodiversität, sollte
allen Menschen am Herzen liegen, denn letztlich können auch Menschen nur existieren, wenn es eine reiche Vielfalt an Lebewesen gibt, die unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen erhalten.
Wer mithelfen will, sollte auf keinen Fall auf eigene Faust handeln, sondern das Interesse bei Carsten Prünte anmelden per Email an cpruente@aol.com.
15.2.23
Gefiederte Nachbarn unterstützen: Jetzt Nistkästen für Vögel aufhängen
Die milden Vorfrühlingstage wecken nicht nur bei den Menschen Frühlingsgefühle, auch die Vogelwelt beginnt früher als sonst mit Gesang und der Gründung von Revieren. Ein geeigneter Platz für den Nestbau ist in den Siedlungen nicht immer leicht zu finden. Der NABU in Holzwickede gibt Tipps, wie Menschen in Gärten und auf dem Balkon den Vögeln “Wohnraum” anbieten können.
Naturhöhlen in alten, morschen Bäumen oder geeignete Brutnischen an Gebäuden sind in aufgeräumten Gärten kaum vorhanden. So finden höhlenbrütende Vögel, wie Kohlmeise, Kleiber oder Star, nur schwer einen geeigneten Platz, um ihre Jungen großzuziehen. Den sogenannten Höhlenbrütern kann kann man mit Nisthilfen relativ einfach helfen. Der NABU ruft deshalb dazu auf, jetzt Nistkästen in Gärten und an Balkonen aufzuhängen.
Auch Unternehmen, Vereine und Kirchen sowie die Eigentümerinnen und Pächter von Kleingärten können für Nistplätze sorgen und so die Artenvielfalt fördern. „Mit dem Aufhängen von Nisthilfen sollte man sich beeilen, denn einige Vogelarten, wie zum Beispiel Kohl- und Blaumeisen, haben sich schon zu Paaren zusammengefunden und verschaffen sich nun einen Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt“, sagt Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Holzwickede.
Die unterschiedlichen Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche an einen Nistplatz. Um die Artenvielfalt im Garten zu fördern und vielleicht auch neue Arten anzulocken, sollten nach Möglichkeit Nistkästen mit unterschiedlich großen Einfluglöchern angebracht werden. Blaumeisen besiedelten schon Nistkästen mit einem Einflugloch von 2,8 cm im Durchmesser, die etwas größere Kohlmeise kann diese Nistkäste nicht nutzen, sondern benötigt 3,4 cm und der Star brütet gerne in etwas größeren Nistkästen mit einem Einschlupfloch von 4,5 cm. Thomas Griesohn-Pflieger: „Wer nicht nur den klassischen Meisenkasten im Garten aufhängt, kann auch Hausrotschwanz, Star und Spatz eine Brutstätte bieten. In sogenannte Halbhöhlen ziehen Bachstelze, Rotkehlchen oder Gartenrotschwanz ein. Halbhöhlen sollten möglichst geschützt am besten unter der Traufe von Gartenhäusern, Schuppen oder am Wohnhaus aufgehängt werden.“
Die Kästen sollten stabil und sicher vor Nesträubern wie Katzen und Mardern in einer Höhe von 1,5 bis 3 Metern mit einem Aluminiumnagel angebracht werden. Eine Ausrichtung des Einflugloches nach Osten oder Südosten ist wünschenswert, damit sich der Kasten nicht zu sehr aufheizt. Manchmal werden die Nistkästen erst nach zwei, drei Jahren angenommen. In der Zwischenzeit dienen sie meist als Schlafplätze für die Vögel. Neben einer Unterkunft brauchen die Vögel auch Nahrung. Daher erhöht ein naturnaher Garten mit vielen Insekten als Nahrung für den Nachwuchs die Wahrscheinlichkeit auf belegte Nistkästen.
„Wer einen im Vorjahr besetzten Nistkasten noch nicht gesäubert hat, sollte das jetzt schnell erledigen! Alte Nester kann man aus den Nistkästen einfach herausnehmen. Wegen möglicher Parasiten, wie Flöhen oder Milben, empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Die Nester können in der Grünen Tonne oder im Kompost entsorgt werden,” so die Experten vom NABU.
Unter der Adresse https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/ sind Bauanleitungen für verschiedene Nistkasten-Typen zu finden
2.1.23
Eintauchen in die bunte Wintervogelwelt
Das Jahr geht, die Vogelzählung kommt!
Vom 5. bis 7. Januar ruft der NABU wieder zur „Stunde der Wintervögel“ auf
Kreis Unna. Alte Bekannte, neue Daheimgebliebene und nordische Gäste: Wer zeigt sich diesen Winter an der Futterstelle? Nach einem kurzen, schneereichen Kälteeinbruch, rasch gefolgt von mildem Tauwetter warten Vogelfreundinnen und Naturliebhaber gespannt auf die 19. "Stunde der Wintervögel". Vom 5. bis zum 7. Januar lädt auch der NABU-Kreisverband Unna zu Deutschlands größter, bürgerwissenschaftlicher Mitmachaktion ein. Das Prinzip ist einfach: eine Stunde die Vögel im Garten oder auf dem Balkon beobachten, zählen und dem NABU melden. "Die Klimakrise betrifft auch unsere gefiederten Nachbarn. Wer bei der Stunde der Wintervögel mitmacht, hilft uns, mehr über die Veränderungen in der heimischen Vogelwelt zu erfahren", erklärt Adrian Mork, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes.
Der NABU hofft, auch Erkenntnisse über Wintergäste zu gewinnen, die aus kälteren Regionen in Nord- und Osteuropa zu uns nach Deutschland kommen. Darunter sind Erlenzeisige, Bergfinken und Seidenschwänze. Wie sich Teilzieher, beispielsweise Stare, verhalten, ist für Vogelkundlerinnen und Vogelkundler ebenfalls von großem Interesse.
Entgegen den Befürchtungen vieler Vogelfreundinnen und -freunde war der frühe und heftige Wintereinbruch Ende November kein Problem für Amsel, Meisen, Sperlinge und Co. Sie kommen mit Minusgraden gut zurecht. „Ein langanhaltender Temperatursturz mit viel Schnee wäre eher am Ende des Winters kritisch, wenn die Energiereserven der Vögel und das natürliche Futterangebot schon weitgehend aufgebraucht sind“, so Adrian Mork vom NABU im Kreis Unna. „Mit qualitativ hochwertigem Vogelfutter kann man die Tiere aber besonders bei kalten Temperaturen und Schnee unterstützen.“ Sonnenblumenkerne und Samenmischungen sowie Fettfutter sind dann willkommene Energiequellen, die viele Vogelarten gerne annehmen.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 14. Mal statt. Im vergangenen Jahr haben knapp 100.000 Menschen mitgezählt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde.
In Holzwickede bietet der NABU eine gemeinsame Zählaktion im Friedhof in Holzwickede auf. „Die Vögel dort sind nicht sehr scheu, sondern an Menschen gewohnt und die Bepflanzung ähnelt der eines Gartens“, so Thomas Griesohn-Pflieger von der örtlichen NABU-Gruppe. Er bietet an: „Wir treffen uns am Sonntag, 5.1.24, um neun Uhr auf dem Parkplatz an der Friedhofstraße/Einmündung Bonner Allee!“
Weitere hilfreiche Infos gibt es unter www.stundederwintervoegel.de. Dort können auch die Beobachtungen bis zum 15. Januar gemeldet werden.