Das Unterscheidungs- und Eigenlernen sind zwei grundlegende Prinzipien des Lernens, die sich gegenseitig ergänzen. Das Unterscheidungslernen (discrimination learning) geschieht innerhalb einer anregenden Umgebung, in welcher aktuelle Erfahrungen mit gemachten Vorerfahrungen verglichen und anhand der Kriterien gleich, ähnlich oder verschieden sortiert und als mentale Repräsentationen abgelegt werden.
Das Eigenlernen ist selbstangeleitet. Es werden aktuelle Wahrnehmungen mit inneren Repräsentationen zu Mustern (pattern maching) verknüpft. «Im Vorgang des pattern matching erkennt man, was in das Bewusstsein integriert (assimiliert) werden kann und was nicht. Dadurch erkennt man etwas als etwas, man «versteht» das wahrgenommene Phänomen als etwas Bestimmtes (den Schlusston einer Melodie, […])» (Gruhn, 2018, S. 37). Um dieses eigengelernte Wissen zu konsolidieren, bedarf es der variierenden Anwendung und Wiederholung. Lernen besteht demzufolge aus einer kontinuierlichen Interaktion zwischen Unterscheidungs- und Eigenlernen.