Das Tensegrity Prinzip wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt und beschrieben. Verschiedene Forscher und Künstler waren daran beteiligt.
Tensegrity Strukturen sind dreidimensional. Auf Druck belastete Stäbe wechseln sich ab mit auf Zug belasteten Seilen. Sie wirken so zusammen, dass stabile und in begrenzetem Mass bewegliche Strukturen entstehen.
Keiner der drei Stäbe berührt einen anderen. Die 3 Stäbe werden durch 8 Seile stabilisiert.
6 Stäbe verlangen nach 24 Seilen. Wenn diese elastisch sind, kann sich das Gebilde bewegen, ohne an Stabilität einzubüssen.
Neben rein künstlerischen Bauwerken ohne Zweckbindung, existert auch eine Brückenkonstruktion in Anlehnung an das Tensegrity - Prinzip.
Es ist dies die Kurilpa Brücke für Fussgänger und Fahrräder in Brisbane, Australien.
Versteht man den menschlichen Körper als eine Tensegritystruktur, muss man seine Beweglichkeit und sein Zusammenhalt anders beschreiben als bei einem Kranmodell, bei dem die tragenden Skelettteile von den beweglichen Sehnen und Muskeln nur bewegt werden.
Aufgabenstellung:
Erstelle mit drei einfachen Stäben und drei doppelten Gummizügen einen einfachen Tensegritykörper.
Beachte:
Die Stäbe werden auf beiden Seiten eingeschnitten und geben den Gummizügen genügend Halt.
Die Gummizüge müssen zu Beginn locker um die Stäbe liegen, da sie sonst bei Aufbau des Körpers leicht überspannt werden.
Jeder Stab wird nun von zwei Gummizügen umspannt, die zum selben Gummifaden gehören.
Tipp zum Aufbau:
Eine zweite helfende Person ist beim Aufbau zwar nicht dringend nötig, aber doch sehr hilfreich.
Die Stäbe werden jeweils senkrecht stehend eingearbeitet.
Legen Sie eine Richtung für den Aufbau fest (Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeigerrichtung)
Verbinden sie einen Gummizug eines Stabes mit dem unteren Ende des folgenden Stabes.
Verbinden Sie danach den zweiten Gummizug des Stabes mit dem oberen Ende des vorangehenden Stabes.
Achten sie darauf, dass die gespannten Gummizüge etwa gleich lang werden.
Halten Sie das Gebilde einigermassen fest (hier ist die zweite Person gefragt).
Schreiten Sie nun zum nächsten Stab voran.
Gehen Sie genau gleich vor: Eine Seite des Gummizuges mit dem unteren Ende des folgenden Stabes und die andere Seite des Gummizuges mit dem oberen Ende des vorangehenden Stabes.
Schreiten Sie zum dritten Stab vor.
Gleichen sie am Schluss eventuelle Unstimmigkeiten aus.
Gekaufte Tensegrity Modelle versehen die Enden der Stäbe am Schluss mit Gummikappen, die das Verrutschen und Herausspringen der Gummizüge verhindern sollen.
Erfahrungen:
Es braucht einiges Geschick, um in einem Tensegritykörper die Kräfteverhältnisse auszugleichen. Dann aber sind die Gebilde erstaunlich stabil und können auch Kräfteeinwirkungen aus den verschiedensten Richtungen kompensieren. Wichtig dafür ist aber, dass die Schnüre elastisch sind und nicht über die Befestigungen an den Stäben hinwegrutschen.
Nach dem Bau kann unmittelbar einleuchten, wieso Tensegritystrukturen für organische Körper von grossem Nutzen sind. sie können geschmeidige Beweglichkeit und Stabilität gleichzeitig sicherstellen.
Eine Wirbelsäulenturm ohne Tensegrity - Elemente nur mit lastenden Klötzchen, sieht zwar köstlich aus und veranschautlicht das Kräftewirken.
Vom ihm ist aber keine geschmeidige Beweglichkeit zu erwarten. Das rechts stehende Tensegrity - Wirbelsäulenmodell bietet gerade diese Geschmeidgkeit an.
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Aufgabe 31: Bau eines einfachen Tensegrity Körpers
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