In der Tonbandaufnahme „Heiliger Boden“ findet sich ganz am Schluss (letzte 6 Minuten) der Bericht über ein Mädchen, das auf sonderbare Weise – wie ein kleiner Engel – Mutter Lex tröstet und über sie sagt, dass sie als Heilige sterben werde. Diese Aufnahme, die sie nebenan hören können, erfolgte im Mai oder Juni 1968.
[1]...den Leuten draußen vor dem Haus erzählt, dass sie mir halt durchs Telefon ein Drohung gemacht haben. Und.. ich hab das Kind gar nicht gesehen; und dann bin ich hereingegangen und dann ist sie mir nachgelaufen, hat sie gesagt: Frau Lex, Sie dürfen nicht traurig sein und (dann) hat sie geweint. Ihnen kann der Böse nichts machen. Sie haben einen großen Schutz. Der Herrgott braucht Sie noch. Und mein Schutzengel hat es mir gesagt, dass.. Sie brauchen keine Angst haben, Ihnen kann nichts passieren. Also: Der Herrgott wird mich beschützen und die Muttergottes. Und dann hat sie geweint, ganz traurig war sie. Und mir ist das so auffallend gewesen, von wo das Kind das hat hergenommen? Und dann ist sie noch reingekommen und hat sie mich soviel gebittet, ich soll nicht traurig sein und sie wird beten für mich und ich brauche keine Angst zu haben, ich hätte einen großen Schutz vom Himmel. Solange mich der Herrgott braucht wird mir nichts passieren.
Und dann am Osterdienstag war sie dann unten beim Kreuz und da waren mehrere Leute - diese Frau (da) war auch dabei - (an dieser Stelle erzählt diese andere Frau):
Am Osterdienstag sind wir unten bei der Bank gesessen, die Frau Lex und ¿ und da kommt ein so ein Mäderl her und die Frau sagt: Von wo kommst du? Dann hat sie gesagt: ¿[2]. Und sie setzt sich hin zur Frau Lex und dann sagt sie: Die Muttergottes hat zu mir heute gesagt: Du musst viel mitmachen. Du wirst als Heilige sterben aber es wird alles ¿[3] erfüllt; und dann hat sie ¿ und dann hat sie gesagt, das weiß ich nicht so genau, ¿ , das kann ich nicht so genau sagen, aber es wir alles in Erfüllung gehen und du wirst als Heilige sterben und du musst aber viel mitmachen. Und die Frau Lex hat ihr dann ein Kreuzzeichen gegeben und gesagt: Wo ist deine Mutter? Da droben ist sie. Und dann hat die Frau Lex gesagt: Und was hat die Muttergottes noch gesagt? Nein, sonst hat sie nichts gesagt. Und sie hat Tränen in den Augen gehabt. Und sie hat die Frau Lex immer so angeschaut[4] und die Frau Lex gibt ihr dann ein Kreuzzeichen ¿[5] hat mich schon gerufen. Und das kann ich so bestätigen.[6]
(Mutter Lex ergänzt dann noch) Dann hat sie nachher zu mir gesagt - ich glaub Sie waren damals nicht mehr dort, es waren andere Leute wieder dort - hat sie gesagt: Die Muttergottes war so traurig, weil man mir die Wahrheit nicht glaubt. Und ihr Schutzengel sagt ihr alles und auch die Muttergottes ist ihr schon im Traum erschienen. Und sie hätte halt ein so großes Verlangen und sie muss so leiden wegen mir, dass ich da so bedrängt bin und dass man mich halt so verfolgt und ich so verspottet werde. Das Kind hat so ¿ die Muttergottes war auch so traurig über die ganzen Sachen. Und sie will halt einmal das haben.. sie möcht' am liebsten ganz dableiben. Sie weiß, dass das alles echt ist; und dann ist sie zum Kreuz hingegangen und hat sich hingekniet und hat so bitterlich geweint. Und dann haben ihre Eltern das gemerkt und die haben es nicht wollen; die haben sich gegenseitig so angeschaut und dann haben sie sie weggeholt. Und die haben das nicht wollen, dass dieses Kind.. die haben vielleicht gedacht, dass sie vielleicht große Sehnsucht hierher bekommt. Und seit dem haben sie sie nicht mehr hergebracht, die Eltern waren schon ein paar Mal da, aber das Kind nicht mehr.
Und dann hat sie mich zur Seite gerufen, dieses kleine Mäderl, und hat sie gesagt: Frau Lex, ich hätte ein schweres Anliegen, ich hab in der Schule einmal eine Zeitung gestohlen, hat sie gesagt. Da hat sie so bitterlich geweint. Sie hat von ihrer Kameradin die Zeitung genommen und hat sie mit heim genommen und hat sie gelesen. Ob ihr der Herrgott das verzeihen wird? Und sie hat ¿, dass sie da eine große Sünde hat. Dann habe ich sie noch getröstet und hab gesagt: Nein, das wird nicht so arg sein, wegen einer Zeitung. Die Freundin hätte sie ihr ohnedies geborgt aber sie hat es nicht mehr erwarten können bis die Schule aus war; sie ist schon früher nach Hause gegangen, hat sie früher von der Schule aus gehabt und hat die Zeitung gestohlen. Und ich hab gesagt.. ich hab sie halt getröstet, sie soll sich nichts machen draus.. das ist nicht so ein Verbrechen. ¿ zurückgegeben, hat sie gesagt. Ich hab gesehen, dass dieses Kind eine große Gottesfurcht hat.
Und die Eltern sind bald darauf wieder gekommen und ich habe gefragt, warum sie (das Kind) nicht mitlassen? Sie sagten: Sie war im Spital, sie hätte ein Blinddarmoperation gehabt. Und dann hab ich sie noch einmal gesehen, aber das Kind hab ich nicht mehr da gesehen. Sie hat sich zweimal ins Buch eingetragen und hat gesagt, sie möchte öfter da her kommen. Und sie hat so Sehnsucht, so möchte am liebsten ganz dableiben. Sie ist für das berufen da. Und sie muss für die Wahrheit Zeugnis geben, hat sie gesagt.
(Eine Frau fragt nach dem Namen des Kindes). Mutter Lex: Das ist im Buch eingeschrieben, im Gästebuch. (die Frau: dann suchen wir das dann.) (Frau Lex sagt dann noch, dass sie in der Nähe ihres Sohnes in Wien wohnt:) neben unserem.. wo mein Sohn wohnt, im 10. Bezirk, dort in der Nähe, bei der Puchsbaumgasse, in Wien.
Vergelt's Gott.
[1] Die Aufnahme beginnt unvermittelt, sodass man annehmen muss, dass ein (kurzer) Teil fehlt.
[2] Es könnte heißen: „vom Himmel“ oder sogar: „Dich kenn ich“
[3] Wahrscheinleich „einmal“
[4] Später, als sie das nochmals zusammenfasst, sagt die Frau, dass das Mädchen mit einem so großen Vertrauen in die Augen der Frau Lex schaute.
[5] Diese Frau spricht aufgeregt und schnell und ist deshalb schwer zu verstehen.
[6] Die Frau wiederholt dann nochmals in Kurzfassung das Ganze. Sie sagt dann noch ihren Namen und Adresse, nämlich: Maria Takacs, Mureck, Anton-Schormann-straße 5