Die Truppen aus den Siegeln und den Freistädten haben Goldwacht erreicht und wurden in einem provisorischen Heerlager westlich vor der Stadt untergebracht. Als Gründe für die Unterbringung außerhalb der Stadt wurden genannt, dass zum einen innerhalb der Stadt derzeit nicht der Platz bestehe, die Truppen dort ordentlich unterzubringen und zum anderen die Stadt durch die andauernden Angriffe aus den Tunneln auch nicht als sicheres Lager dienen würde. Der Zugang zur Stadt wurde nicht verwehrt, zahlenmäßig jedoch limitiert.
Folgende Truppen fanden sich im Heerlager ein:
Blutgardt: 300 Soldaten, 5 Ballisten wurden mitgeführt
Porto Leonis: 300 Soldaten, 20 Heiler
Askalon: 300 Soldaten, 30 Heiler
Reich der Rosen: Ein Kontingent Gardisten
Westliches Siegel: Eine Entsatzungstruppe mit vielen Bogenschützen
Im Heerlager gab es eine Besprechung der Truppenkommandanten bezüglich des gemeinsamen Vorgehens. Der Regent von Münzquell nahm ebenfalls an dieser teil. Es konnte sich jedoch, auch nach langen Gesprächen bis tief in die Nacht, nicht auf eine gemeinsame Heerführung geeinigt werden.
Letztlich wurde folgender Vorschlag des Regenten zu Münzquell angenommen: Gemeinsam werde man gegen die Stätte der Pestilenz in den Wäldern nordwestlich der Stadt vorgehen. Durch weitere Kundschafterberichte habe man erfahren, dass es sich tatsächlich um ein Forschungslabor der Pestilenz handele und eine große Anzahl dieser sich dort sammle. Mit einem “Befreiungsschlag” wolle man den Feind stoppen, bevor er in einer großen Offensive die Stadt erneut angreifen könne. Die Stätte der Pestilenz solle niedergebrannt werden.
Da es seitens einiger Kommandanten Bedenken zu diesem Punkt gab, wolle man doch nicht Gefahr laufen, die Smaragdfürsten mit einem Waldbrand zu erzürnen, wurde sich darauf geeinigt, dass einzig die Streitkräfte Münzquells die mit brennbaren Materialien bepackten Wägen dorthin bringen und die Feuer legen sollen. Die anderen Streitkräfte sollen als “Eskorte” dienen und den Weg durch die Feinde bahnen. Währenddessen sollen ausreichend Truppen in Goldwacht zurückbleiben, um weiteren Angriffen aus den Tunneln entgegenstehen zu können.
Die Vorbereitungen für das Vorhaben wurden abgeschlossen und die alliierten Truppen zogen wie geplant aus. Zehn große Wägen standen bereit, bepackt mit Fackeln, Lampenöl, Öl und Pech aus dem Reich der Rosen, Torf welchen der Blutpakt bereitstellte, Holz aus Porto Leonis und weiterem Pech, welches in Münzquell noch vorrätig war. Wie vereinbart wurden diese von den Streitkräften Münzquells verwaltet.
Schon vor der Ankunft am Waldesrand gab es Feindkontakt mit Verbänden der Pestilenz. Hier erwiesen sich die Bogenschützen des westlichen Siegels als großer Vorteil, fanden die Kämpfe doch auf freier Fläche statt. Es waren schnelle Siege, was den Mut der Truppen anheizte.
Mit dem Erreichen der Waldgrenze betrat man nun den “Kaltenwald”. Dieser liegt nahe der Ausläufer des Gebirges. Das Gelände zeigte sich unwegsam, der stellenweise sehr dichte Wald erschwerte das Vorankommen. Kurz vor dem Erreichen der Forschungsstätte kam es dann zur Schlacht. Die Verfemten der Öligen Pestilenz traten den alliierten Kräften in ungeahnter Zahl entgegen. Zwar war das gemeinsame Heer diesen zahlenmäßig 3:1 überlegen, der Feind wusste jedoch das Terrain zu seinem Vorteil zu nutzen. Aufgrund des dichten Waldes war das Einnehmen von Formationen und das Formen von Schildwällen nahezu unmöglich. Die Pestilenz bedrängte die Streiter gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen und drängte in die Verbände hinein. Die Soldaten des Blutpaktes waren in dieser Situation, aufgrund ihrer Kampfweise, deutlich weniger beeinträchtigt als die anderen Truppen. Gemeinsam gelang es, die Schlacht weiter und weiter gen der Stätte der Pestilenz zu verlagern. Nur unter größten Anstrengungen war es möglich diese zu erreichen. Wie geplant setzten die Truppen Münzquells das Forschungslabor und die umliegenden Strukturen schnellstmöglich in Brand. Die bis dahin noch nicht gefallenen Truppen der Pestilenz zogen sich in dem Augenblick zurück, als die erste Flamme den Boden berührte und verstreuten sich in mehrere Himmelsrichtungen. Aufgrund der großen Menge an mitgeführten brennbaren Materialien, gerieten die Feuer schnell außer Kontrolle. Es gelang den alliierten Streitkräften nur einen kurzen Blick auf den Ort zu werfen, ehe sie sich aufgrund des größer werdenden Waldbrandes zurückziehen mussten.
Folgendes fiel auf: In der Forschungsstätte lagen die blutgetränkten Gewänder von 3-4 Dutzend Menschen, vermutlich Reisenden und Kaufleuten. Von diesen fehlte jedoch jede Spur. Unzählige Fährten ließen sich vor Ort erkennen, der Boden wirkte “aufgewühlt” wie von vielen Füßen, ohne dass sich jedoch einzelne Fuß- oder Stiefelabdrücke finden ließen.
Die Zahl der Verwundeten und Verseuchten unter den alliierten Truppen war/ist groß. Auch gab es wahrnehmbare Verluste. Die Heiler aus Askalon und Porto Leonis zeigten sich in dieser Situation von unschätzbarem Wert. Die Rückkehr in das Heerlager bei Goldwacht war mühsam - die Wägen waren mitsamt Materialien verbrannt worden und es gab wenig Hilfsmittel zum Transport der Verletzten und Kranken. Dennoch konnte das Heerlager bei Goldwacht ohne weitere Angriffe erreicht werden. Die Behandlung der Heilbedürftigen dauert dort noch immer an, und wird vor dem Sommerfeldzug nicht abgeschlossen sein. Insgesamt wurde die Offensive wider der Pestilenz als ein bedeutender Sieg wahrgenommen, wenn auch zu keinem geringen Preis. Nachträglich äußerten noch Viele ihre Beunruhigung, über die außergewöhnlich große Anzahl der Verfemten.
Einige Kommandanten, deren Truppenverbände noch mehrheitlich gesund waren, kündigten an, auf die versprengten und nun vermutlich marodierenden Pestilenzler Jagd machen zu wollen.
Insgesamt herrscht die Einschätzung, dass Goldwacht nun erstmal sicher sei, auch da es nach der Schlacht bei Kaltenwald keine weiteren Angriffe mehr in oder aus den Tunneln unter der Stadt gab.
(von Kay, Juni 2019)
(2. Jahr der Besiedelung von Blutgard)
Etwa 1.000 Leute flüchteten vor den Ereignissen um diesen Feldzug aus Goldwacht nach Blutgard und kamen dort unter.
Wie viele von diesen eine dauerhafte Heimat in Blutgard fanden ist nicht bekannt.
(von Gregor Wolf, Mai 2019)
(2. Jahr der Besiedelung)