Jetzt hat mich doch der Virus erwischt. Eine einfache Astrokamera, VGA, monochrom, aber gekühlt und hochempfindlich im Infrarot. Zusammen mit dem Star Analyser ein überraschend leistungsfähiges Gespann. Ein paar Sternspektren zum Aufwärmen, dann eine Supernova, und letzte Woche bereits ein Quasar, bei dem ich die Rotverschiebung messen konnte. Da kann noch einiges dazukommen wenn ich nur mehr Zeit für mein Hobby hätte!
M82 mit Supernova
M82 mit Supernova C/2014 J, 22.2.2014, Sternwarte Steinberg, 250mm F4 Newton, 200 x 5 sec, keine Darks
Supernova C/2014 J, noch recht hell. Ein erster Versuch, kurz belichtet Deep Sky Spektren zu machen. Lehre daraus: bei hohem Gain sind Darks unbedingt notwendig!
Quasar 3C273, 12.85m, Sternwarte Steinberg, 250mm F4 Newton, 105x5sec
IMG0H (480x640, gekühlt), EzPlanetary 14bit Fits, Darks
Stacken, Darkabzug, Ebnen Hintergrund in Fitswork, Auswertung der Spektren in Visual Spec
wo sich bei Sternen die H Linien als Absorbtionslinie zeigen sind beim Quasar Emmisionslinien sichtbar.
Hbeta und Hgamma sind oben mit Pfeilen markiert, im Spektrum ist auch noch Halfa gut sichtbar. Im unteren Bild ist das Referenzspektrum gesteckt, damit die Linien mit dem Quasar verleichbar sind.
Die Einzelbilder waren eine Enttäuschung, kaum zu glauben, dass nach der Verarbeitung ein so gutes Bild vorlag!
Eine kleine Überraschung: Methan Banden im Infrarot
Saturn 500 x 5ms, Newton 250mm F4, 21.5.2014 auf Sternwarte Steinberg, etwas geschärft.
Saturn 500 x 50ms, Newton 250mm F4, 21.5.2014 auf Sternwarte Steinberg, Helligkeit angehoben. Spektren von Titan (unten) und Rhea(oben) sind gut auswertbar, Spektrum von Dione (2.Mond von oben) liegt schon knapp am überbelichteten Saturnspektrum. Enceladus und Thetys sind nicht auswertbar, das Spektrum wird von Saturn überstrahlt.
Bei Spektralaufnahmen mit schwach belichteten Einzelbildern, versagen die üblichen Stacking Programme. Deepsky Stacker findet keine Sterne, Registacks und AviStack produzieren Mist. Eigentlich ist die ganze Surface Automatik falsch, wenn sich das Spektrum durch Seeing gegen nahe Hintergrundsterne bewegt.
Mit Fitswork Batchverarbeitung ist es relativ einfach, auf einen Stern im Bildfeld (Rechteckmarkierung!) zu stacken. Wenn geht, auf das Bild 0. Ordnung, dann sollte das Spektrum am schärfsten werden. Einige Rückfragen, ob alles ok ist, wenn das Seeing zuschlägt. Eine Software für die Qualitätsbeurteilung des Sterns hab ich noch nicht gefunden. Aber da hab ich noch einiges an Lehrgeld zu zahlen.
Visual Spec ist ein wenig heikel. Fits Dateien müssen 16bit Integer sein, mit 32bit Float oder Integer funktioniert es nicht. Profile nach dem extrahieren sofort abspeichern, Abstürze sind nicht selten. Das Kalibrieren muss ich noch lernen, 2 Punkt Kalibrierung funktioniert. Mächtig, aber für Insider mit Französich Kenntnis.