Für den großen Dobson war ein passender Sucher nötig. Vom Telrad oder Riegel Quickfinder direkt ans Hauptokular geht zwar, ist aber nicht immer erfolgreich. Beim Riegel war die Genauigkeit der Peilung schon grenzwertig, der Telrad ist da um Klassen besser. Leider auch entsprechend größer. Vor allem war es öfters nötig, ein Übersichtsokular (65 bis 100x) in den Dobson zu stecken. Da kam der Wunsch nach einem passenden optischen Sucher auf.
Da ist aber einfacher gesagt als getan: Ein gerader optischer Sucher ist am Dobson nicht ganz bequem. Winkelsucher haben aber sowohl mit Zenitprisma als auch mit Amiciprisma eine andere Bildorientierung als ein Newton. Da war das Umdenken nicht ganz einfach. Wenn ich mich nicht irre, müßte da einPentaprisma her, das ist aber wieder nicht günsitg zu bekommen.
Ein 114mm Newton am Spiegelkasten hat zwar funktioniert, aber der Wechsel zwischen Hauptokular und Sucher war nicht gerade bequem.
114mm Newton am Spiegelkasten
Ein 75mm Spiegelteleskop, direkt am Hut montiert, hat sich als beste Lösung entpuppt. Da kann, ohne vom Beobachtungsstuhl aufzustehen, schnell hintereinander durch Telrad, Sucher und Hauptrohr geschaut werden. Und die Einblicksrichtung und Bildorientierung ist bei Sucher und Hauptrohr gleich.
Das Teleskop wird von Celestron als Firstscope, von Skywatcher als Heritage verkauft. Es ist ein Einarm Dobson, 75mm Öffnung, 300mm Brennweite. So wie gekauft ist es mechanisch und optisch recht mäßig: Kugelspiegel, nur mit Kniffen justierbar und mit 1:4 bereits sehr anspruchsvoll, die beiliegenden Okulare sind kaum brauchbar. Aber immerhin stabil, preisgünstig, sehr klein und leicht. Für den Suchereinsatz ist der Kugelspiegel keine echte Einschränkung.
Optik Auslegung
Bei einer ersten Kontrolle des Firstscopes zeigen sich natürlich alle Schwächen in der Auslegung eines kleinen extrem kurzen Newton:
Eine Nachrechnung in MyNewton zeigt bereits, daß das vignettierungsfreie Bildfeld mit den gemessenen Daten praktisch 0 ist, in Wirklichkeit ist der Fangspiegel über die Fase noch ein wenig kleiner, und der Hauptspiegelrand ist vom Fokus aus gerade nicht mehr zu sehen. Damit ist die Öffnung nicht 75mm sondern etwas kleiner. Zusätzlich seht das Auszugsrohr in den Strahlengang.
Vignette zeigt dann den Einfluss der einzelnen Komponenten. Immerhin bleibt bis zum Rand des 15mm Okulars (17mm Feldblende) noch mehr als 70% Ausleuchtung erhalten. Nicht üppig, aber gerade noch ausreichend.
Ich hab auch überlegt, die Fangspiegel meiner kleinen Newtons zu tauschen. Dann hätte der Sucher etwa 50% Obstruktion, aber mehr als 10mm vignettefreies Bildfeld. Der 114 mm Skywatcher bräuchte ja auch einen größeren Fangspiegel.
Okular
Da hab ich noch eine Schwachstelle. Meine guten Okulare passen nicht rein, sind zu groß und zu schwer, und Erfle Weitwinkel sind bei 1:4 schon heillos überfordert. Ein Panoptik als Sucherokular zu kaufen war mir einfach zu teuer.
Im Moment hab ich ein 15mm Weitwinkel (Skywatcher UWA "Goldkante", 66°) mit Fadenkreuz versehen, das passt einmal von der Vergrößerung her. Von 20x im Sucher zu 100x im Hauptrohr ist ein ganz guter Schritt. Da kann man noch Sternmuster zwischen Hauptrohr und Sucher identifizieren. Und vom Telrad auf 20x funktioniert auch sehr gut. 15 fache Vergrößerung (20mm Okular) war nicht ganz so gut, der Himmel noch zu hell und der Schritt auf 100x eher zu groß.
Aber ich bin noch auf der Suche, eventuell wird ein 20 bis 25mm Okular mit einer Barlow Linse kombiniert.
Mechanik
Der Fangspiegel ist wie üblich über 3 Schrauben justierbar. Der Hauptspiegel aber hat keine Mittenmarkierung, und die Hauptspiegelzelle ist mit drei Schrauben ins Rohr geschraubt. Die Mittenmarkierung war mit einem Marker schnell angebracht, die Befestigungslöcher sind etwas erweitert worden. Jetzt ist es mit etwas Klopfen möglich, den Hauptspiegel zu justieren. Danach werden die Schrauben fest angezogen. Funtioniert überraschend gut.
Für ein paar Beobachtungsabende war der Sucher bereits provisorisch am Dobson befestigt und hat sich dort gut bewährt. Jetzt kommt noch eine saubere Befestigung mit Justierschrauben. Dann geht der Aufbau und die Justage leichter.