Beobachtungen mit dem Feldstecher sind etwas entspannendes. Einfach in einem Relaxsessel oder auf einer Matte liegen und frei mit dem Feldstecher durch die Milchstraße streifen, das hat schon was. Dafür liegen einige Gläser bereit, von 2.3*40 bis 10*50. Manchmal mach ich das sogar mit dem 20*80, aber da ist eigentlich ein Stativ angesagt.
Ein großes Glas mit 90° Einblick wäre wohl auch nicht ohne, aber dort hält mich derzeit mein optisches Verständnis ab. Vielleicht kann mich doch mal eine Beobachtung überzeugen, daß der Kompromiss gelungen ist. Aber da bin ich skeptisch, ich will einfach zu viel Perfektion.
2.3*40
Das Galilei Rohr mußte ich einfach haben, das ist was Besonderes. Eigentlich ein Spielzeug, aber mechanisch sehr gut mit Einzelokulareinstellung. Und optisch interessant: knapp über dem freien Auge, kleinere Sternbilder passen noch voll ins Gesichtsfeld. Sozusagen das Portrait-Tele unter den Feldstechern.
Pentax Papilio 6.5*21
Mein jüngstes Glas habe ich nicht wirklich für Astrozwecke angeschafft, es ist für Astronomie nur eingeschränkt tauglich, aber klein und handlich. Mit 50cm Naheinstellung ist dieses Glas vor allem zur Insektenbeobachtung und Kleintierbeobachtung geeignet, dafür ist es einzigartig. Der Name deutet es schon an, Papilio ist ja der Schmetterling. Ein umgekehrtes Porrofernglas, die Objektive sind knapp beieinander und rutschen über die Naheinstellung ganz zusammen. Das Glas schließt die Lücke zwischen Stereomikroskop und Fernglas.
БПП2 8*30
Astronomisch wenig genutzt, nur kurzzeitig im Urlaub. Wobei es eigentlich durchaus brauchbar ist. Es geht halt bei knapp 4mm AP schnell das Licht aus.
БПВ1 7*50
Ein russisches Nachtglas, das ich in meiner Jugend bekommen habe. Es hat mich viele Jahre begleitet, am Berg und am Meer ebenso wie am Himmel. Mechanisch stabil, optisch brauchbar. Und wie bei allen 7*50 Gläsern ist das Bildfeld ein wenig klein. Daher ist es am Ende für die Astronomie durch ein 10*50 verdrängt worden.
Fujinon FMTR SX 10*50
Ich hab lange überlegt. Die Vergrößerung war klar. Die Öffnung ebenfalls, es sollte noch freihändig benutzbar sein. Und weitwinkel sowieso.
Aber nicht wie viel ich für Qualität ausgeben will.
Am Ende ist es doch ein Fujinon geworden. 1.6kg schwer, voluminös, gummiert und Einzelokulareinstellung ist das kein Universalglas mehr, sondern ein reines Nachtglas. Aber der Blick entschädigt für Preis und Gewicht. Ist halt das Nagler unter den Feldstechern.
Mit 50mm Öffnung geht auch die Beobachtung mit Nebelfiltern recht gut. Einfach 2 2" O3 Filter aufgelegt, fertig! Ich hab mir extra dafür einen billigen Castell Filter gekauft. Glück gehabt, er ist recht brauchbar. Irgendwann bau ich noch eine Filterfassung, damit die Filter nicht in der Wiese liegen. Aber man schaut ja sowieso nur nach oben ;-)
12*60 BTC mit Nebelfilter
Optisch und mechanisch mein schlechtestes Fernglas! Aber das Glas zeigt, was mit Nebelfiltern und Öffnung zu erreichen ist. Cirrus, Hantel oder Nordamerikanebel springen ins Auge. Wenn irgendeine Firma mit einem guten großen Feldstecher mit eingebauten Filtern kommt, schlag ich wieder zu! Aber gute mechanische Ausführung und Einzelokulareinstellung sind Pflicht. Leider liefern die Chinesen ihre Marine Gläser nicht mit den Filtern aus, sondern nur die billigeren.
TS 20*80
Eigentlich nur als Platzhalter, mit Vergütungsfehler billig gekauft, um die Größe auszuprobieren. Ich verwende es immer noch, die Enscheidung für ein endgültiges großes Glas steht noch aus. Und ich hab mir auch noch immer kein Stativ dazugebaut. Mit dem Fotostativ geht es bis etwa 45°, darüber wird es eine Qual. Im Relaxsessel aufgestützt noch recht angenehm zu halten, aber natürlich zu unruhig.