Dieses Projekt entsteht im Rahmen unseres Abschlusses zur*zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, am Staatsarchiv Leipzig. Wir beschäftigen uns mit einer Opfergruppe des Nationalsozialismus, die lange verleugnet und erst 2020 vom Deutschen Bundestag offiziell anerkannt wurde: Menschen, die von den nationalsozialistischen Behörden als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden.
Ausgangspunkt unserer Arbeit war die Recherche in verschiedenen Beständen des Staatsarchivs Leipzig. Auf dieser Grundlage konnten wir drei Biografien rekonstruieren – Lebensgeschichten von Menschen, die Entrechtung, Ausgrenzung, Zwangsmaßnahmen und schließlich Ermordung erfuhren. Da keine Selbstzeugnisse überliefert sind, stützen sich unsere Darstellungen ausschließlich auf Akten der verfolgenden Behörden, die daher nur eine einseitige Sicht auf die Ereignisse widerspiegeln.
Mit unserem Projekt wollen wir diese bislang weitgehend unbekannten Schicksale sichtbar machen. Für die drei von uns erforschten Personen werden Stolpersteine verlegt, die Verlegung findet am 25. Juni in Leipzig statt.
Die begleitende Website dokumentiert sowohl die biografischen Rekonstruktionen als auch die historischen Hintergründe der Verfolgung.